Suche Beschäftigungen (stationäre Therapie)

    • (1) 21.02.18 - 12:21

      Hallo,
      Ich bin seit einer Woche in stationärer Therapie. Ich war überfordert mit dem Alltag und zwei kleinen Kindern. Jetzt bin ich hier und langweile mich tatsächlich (dachte gar nicht das das geht...). Ich hab sehr viel Freizeit zwischen den Therapien (fallen oft aus) und brauche wenig Kontakt zu Mitpatienten.
      Was könnt ihr empfehlen als Beschäftigung?
      Ich mache das bisher:
      Lesen
      Joggen gehen
      Einkaufen
      Rätsel lösen
      Malen
      Nägel lackieren
      Telefonieren
      Whats App schreiben

      Aber sonst lieg ich nur rum. Ich finde es sehr langweilig und habe das Gefühl die Zeit nur zu verschwenden....
      Ich würde gerne Arbeiten erledigen wie Sachen auf Ebay verkaufen oder Fotos archivieren.... Das geht aber ohne PC und WLAN schlecht :-/.
      Was habt ihr noch für Ideen?
      Was würdet ihr machen?
      Daheim hab ich es mir sooo toll vorgestellt nix zu tun zu haben, und jetzt find ich es eher öde:-(
      Viele Grüße

      • Was wird denn von der Klinik aus an Beschäftigungen angeboten?

        >>>Daheim hab ich es mir sooo toll vorgestellt nix zu tun zu haben, und jetzt find ich es eher öde:-( <<<

        Ist vermutlich Bestandteil der Therapie, dass du lernst, Zeit mit DIR zu verbringen, ohne ständig daran zu denken, was man "sinnvolles" erledigen kann.

        (3) 21.02.18 - 12:39

        Hörst du vielleicht nicht gerne, aber wie wär's, wenn du übst, die Langeweile auszuhalten und zu gucken, was so hoch kommt, wenn du nichts machst? Hat man ja oft völlig verlernt, wenn man lange Zeit unter Stress stand.

        Ansonsten (ähnlich): Meditieren oder eine andere Entspannungstechnik lernen und praktizieren?
        Playlists bei Spotify für diverse Anlässe erstellen (Sport, Frühstück, Party, Kochabend...), Schmink- und Haartutorials bei youtube angucken und nachmachen und sich über das Ergebnis lachen oder sich freuen. Auf alle Urbia-Threads antworten, die dich auch nur am Rande interessieren, puzzlen (sehr nerdig, aber total beruhigend), Sport machen (geht auch im Zimmer, ganz ohne Equipment, z.B. mit der App “Bosyweight“, sicb fortbilden: such dir ein Thema, dass dich interessiert und lies alles darüber oder lerne eine Sprache oder lerne Zahlen zu memorieren (z.B. mit dem Major-System, wenn du das drauf hast, kannst du dein Telefonbuch auswendig lernen) oder du schreibst ganz oldschool Briefe an deine Lieben. Lass dir Bastelsachen mitbringen und bastle Osterdeko....

      Auch wenn es schwer fällt:

      bewusst lernen wieder Langeweile zu haben ist ein Geschenk!
      Ich kenne das durchaus. ;-) Also die Zeit zwischen

      krank sein und es muss irgendwie trotzdem funktionieren
      krank sein und ausgeknockt im Krankenhaus und Reha sein
      wieder auf die Beine kommen.

      Dieses Umschalten von funktionieren müssen (nicht dürfen, sondern Automatik)
      und dann nicht funktionieren müssen (aber erst mal nicht wissen wohin mit sich selbst, wenn grade mal keine Schmerzen da sind)

      "Aber sonst lieg ich nur rum. Ich finde es sehr langweilig und habe das Gefühl die Zeit nur zu verschwenden...."

      Das ist die Zeit, die du zum Gesund werden brauchst. Zum UMSTELLEN.

      Wenn du jetzt in dem "Ich würde gerne Arbeiten erledigen wie Sachen auf Ebay verkaufen oder Fotos archivieren.... Das geht aber ohne PC und WLAN schlecht :-/." Modus bleibst, kommst du zwar vielleicht ein bisschen erholt zu Hause an,
      aber eigentlich auch nicht.
      Dieses tun wollen, tun wollen, tun wollen, tun wollen .... ist leider ein Teil des Motors, der dazu führt, sich 1. nicht wirklich vollständig zu erholen 2. zu Hause schnell wieder in die Erschöpfung treibt. Wie ein Aufziehauto, das jetzt auf Teppich fährt. Zu Hause flitzt es sofort wieder los. Bis es dann gegen die Wand fährt.


      Auch wenn es schwer fällt.
      Statt tun tun tun tun
      was würde DIR GUT TUN ?

      Wozu hättest du seit Jahren mal wieder Lust und hattest nie Zeit?
      Lass mich raten? Auf Anhieb weißt du es nicht, weil du es im "muss tun, muss tun, will tun" längst vergessen hast? ;-)

      Was würde dir gut tun?
      Was hättest du früher gern getan und dich nie getraut?
      Was hat dir in der Zeit gefehlt, in der du keine Zeit hattest?
      Sag jetzt nicht: das und jenes erledigen und dort noch ... ;-) Dir, persönlich?

      Hast du gern gemalt oder Handarbeiten gemacht? Spazieren gehen? Wandern gehen? Schwimmen gehen?
      Gab es Projekte (Hobbies, nicht nützliche "sollte aber" Projekte), die gerne mal ausprobiert hättest? Ein Bild malen, einen Strickkurs?


      Bei Kindern sagt man so schön: aus der Langeweile entsteht die Kreativität !
      Langweilen ist wichtig.

      Das lernte ich wieder zu schätzen, als ich krank war und gelernt hatte, die Langeweile auszuhalten. Jetzt genieße ich es und baue es mir in den Alltag ein. Bewusst NICHTS tun.

      Nicht als Zeitverschwendung (ein Lernprozess / Umdenkprozess der wichtiger ist denn je!) sondern als "ich bleibe gesund" - Zeit

      Auch wenn es schwer fällt! Jetzt so in der Umstellungsphase.


      Wie wäre es mit Tagträumen?
      Einfach mal die Gedanken schweifen lassen?
      Das ist auch eine Form von Tun
      und wichtig um herauszufinden, was dir gut tut, was du brauchst.

      Danke für eure vielen Antworten. Also ich habe mein Handy und kann da auch surfen aber es kostet mittlerweile viel, weil es ja kein WLAN gibt und darum will ich nicht nicht YouTube oder so schauen:-/.
      Ja ich kann die Langeweile echt ganz ganz schlecht aushalten. Ich denke ich müsste die Zeit wenigstens nutzen um meinen Kopf oder meinen Körper weiterzubringen. Also Fitnessübungen sind eine gute Idee.
      Vielleicht frag ich auch nochmal ob es für die Therapie wichtig ist sich zu langweilen oder ob es auch ok ist wenn ich mir viel Programm suche. Bei den meisten Sachen kann man ja auch nebenbei gut nachdenken.
      Leider gibt's in der Klinik wenig Angebote bzw. überschneidet sich die Dauer mit meinen Therapien.

      • Kann dein Mann dein Handy/Tablet hin und wieder mit nach Hause nehmen?

        Mittleweile kann man bei Amazon prime oder Netflix auch einiges offline schauen. Also mit nach Hause nehmen, Folge/Film runterladen und wieder vorbei bringen.

        Nur so als Idee.

        Sonst wurde schon einiges genannt.

        Ich finde zum Beispiel ausmalen total klasse. Und es gibt mittlerweile sehr schön Ausmalbücher für Erwaschene.

        LG,
        Natalia

      Oder aber paracord Armbänder/Schlüsselanhänger basteln. Es gibt eine sehr große Auswahl an Techniken und es macht Spaß, wenn man eine neue beherrscht.

      LG,
      Natalia

      Wie wäre es mit Duolingo zum Sprachen lernen? Oder du liest Bücher?

Hmh, wieso fährst du nicht einfach wieder nach Hause, wenn dir langweilig ist..?

Du bist in stationärer Therapie, weil du mit deinem Alltag überfordert warst und deine "Freizeitbeschäftigung" ist dort:

"Ich mache das bisher:
Lesen
Joggen gehen
Einkaufen
Rätsel lösen
Malen
Nägel lackieren
Telefonieren
Whats App schreiben"

und das reicht nicht aus.... ehrlich gesagt verstehe ich jetzt nicht wirklich deinen Aufenthalt in der Klinik.
Wenn nicht von diesen Dingen, was hat dich überfordert?
Haushalt? Job?, Kinder?

Lesen, Malen, Puzzeln, Handarbeiten, Stricken, Häkeln, Sticken
Das wären die Sachen, die ich machen würde...und einfach mal das Nichtstun genießen!!!

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