Gebrauchtwagenkauf, kein Plan, kann jemand helfen?

    • (1) 19.03.18 - 20:44

      Hallo,

      Nach gut zehn Jahren als glücklicher Fußgänger muss nun doch wieder ein Auto her. Viel Geld habe ich leider nicht (komme aus der Elternzeit, alleinerziehend) und suche daher im Bereich bis 1000€ fürs erste.

      An Angeboten mangelt es nicht (suche eher online), die Autos sind aber auch ratzfatz weg. Also im Prinzip sollte man sofort zuschlagen oder Pech gehabt. Nun frage ich mich, wie läuft das organisatorisch. Also wenn ein Auto nicht angemeldet ist und z.B. auch keinen TÜV hat. Wie mache ich das? Müsste das Auto dann ja erst versichern und zulassen, bevor ich das den Leuten vom Platz fahren kann. Also die Zulassung bekomme ich gerade noch hin, aber wie schnell bekomme ich ein Auto versichert? Wie bekomme ich das Auto ggf zum TüV?

      Wäre schön, wenn mir jemand antworten würde, ich fühle mich gerade total ahnungslos ;-)

      • (2) 19.03.18 - 21:46

        Du bekommst von der Versicherung deines Vertrauens vorab die so genannte Deckungskarte. Mit dieser kannst du dich dann auf die Suche nach dem passenden Fahrzeug begeben und du musst sie bei der Zulassungsstelle vorzeigen. Das Auto ist damit für den Fall der Fälle bei dieser Versicherung in der KFZ-Haftpflicht.

        Den richtigen Versicherungsvertrag schließt du dann ab, wenn du das Auto zugelassen hast.

      (4) 20.03.18 - 06:39

      Für ein abgemeldetes Auto kann man Kurzkennzeichen besorgen, um damit zum TÜV zu fahren.Die sind 5 Tage gültig und kosten etwa 40 Euro.
      Wenn es dann TÜV hat, kannst Du es entgültig zulassen.

    • So einfach wie hier beschrieben ist es dann doch nicht...

      Deckungskarte: gibt es seit Jahren nicht mehr. Man muss bei einer Versicherung seiner Wahl eine EVB Nummer erhalten. (elektronische Versicherungsbestätigung) Die wird bei der Zulassungsstelle benötigt. Für die EVB brauchst Du aber schon i.d.R. die Daten vom Fahrzeug (Typ, Fahrgestellnummer). Zudem muss bei Anmeldung eine gültige TÜV Bescheinigung vorliegen und die Zulassungsbescheinigung Teil 1 und 2 (ehemals Brief und alter Fahrzeugschein).

      Kurzzeitkennzeichen: die gibt es nur noch mit gültigem TÜV, o.g. Unterlagen müssen vorhanden sein.

      Was also machen, wenn Fahrzeug abgemeldet ist und kein TÜV hat? Ohne TÜV kriegst Du keine Kennzeichen, egal welche. Ein Händler darf das Fahrzeug mit roten Nummern bewegen, die kriegt aber nur ein Händler. Sofern die alten Kennzeichen noch vorhanden sind darf man soweit ich weiss damit auf direktem Wege zum TÜV / Werkstatt fahren, das sollte man aber vorab mit der Versicherung klären! Im Grunde bleibt da nur Transporter zum TÜV oder Werkstatt. Seriöse Händler machen aber einen Anmeldeservice, d.h. die kümmern sich um alles und Du holst das angemeldete Fahrzeug dann ab. Kostet aber meist um die 200,- € je nach Händler. Kleine Händler machen das oft nicht... Besonders die, die alte Auto verticken. Denn für 1000,-€... das sind eher Privatverkäufer. Und da kauft man sich eher nur eine Bastelbude, das lohnt sich nur für Leute die gerne selbst schrauben.

    Ach ja, abgemeldetes Auto macht eine Probefahrt kaum möglich. Diese Billigautos haben eher als Zielgruppe einen Exporthändler. Sowas kauft kein normaler Händler da auf Grund der Gewährleistung die dann geleistet werden muss das Risiko für kostenintensive Reparaturen zu hoch ist.

    Also, wer ein Auto für 1000 € kauft macht das entweder gewerblich für Export oder ein Privatmann, der selber daran basteln will. Alles Andere ist finanzieller Selbstmord...

    • (8) 20.03.18 - 12:24

      " Alles Andere ist finanzieller Selbstmord..."

      Das stimmt nicht. gerade weil man nur wenig für das Auto bezahlt - bleibt das finanzielle Risiko überschaubar. Wenn ich 10.000 Euro für ein Auto bezahle, und mit dem Auto ist etwas und der Händler stellt sich quer, ist das Risiko viel höher.

      Und gerade bei den älteren Autos kann man das Meiste selber reparieren und die Ersatzteile sind preiswert zu haben. Wenn man sich mit Autos ein wenig auskennt - kann man auch mit einem 1000 Euro Auto Schnäppchen machen. Ich habe ein Auto, welches ich vor 4 Jahren gekauft für 1000 € habe, es ist mittlerweile 16 Jahre alt und hat erst jetzt wieder einen neuen TÜV bekommen und bringt mich zuverlässig von A nach B.

      • Ja, so meinte ich die letzten Posts auch. WENN man was selber machen kann, DANN macht man ein Schnäppchen. So klingt die TE aber nicht grad. Sowas kann aber auch für einen Bastler schiefgehen, wenn z.B. die Zylinderkopfdichtung nicht mehr die Beste ist. Dann sind die 1000 € nur die Spitze des Eisberges. Man muss halt wissen auf was man sich da einläßt...

        • (10) 21.03.18 - 09:44

          Nicht alle alten Autos sind zwangsläufig nur etwas für Bastler. Wenn man Glück hat, bekommt man auch alte Autos aus erster Hand mit Scheckheft bzw. in guten Erhaltungszustand. Wir hatten schon einige ältere Gebrauchte . die Zylinderkopfdichtung war noch bei keinem defekt.

          Auch wenn man nicht alles selber machen kann, kosten die Reparaturen bei ältern Modellen bei weitem nicht soviel wie bei neueren Autos.

          Im Endeffekt auch egal. Es muss ja jeder selber wissen. Aber kaum ein anderer Gebrauchsgegenstand hat einen so großen Wertverlust wie ein neues bzw. nur wenige Jahfre altes Auto.

Hab grad gesehen, man kriegt ein Kurzzeitkennzeichen auch für Autos ohne TÜV, allerdings sind die auf die Fahrt zur NÄCHSTEN Prüforganisation beschränkt. Nicht mehr... Und wenn man da keinen Stempel bekommt... dann steht die Kiste da...

  • (12) 20.03.18 - 10:33

    Okay, habs eben erst gelesen.
    Man hat 5 Tage Zeit mit diesen Kennzeichen und kann erstmal in die Werkstatt fahren, das Auto anschauen lassen.
    Es steht auch keinerlei Beschränkung in den Papieren, man darf in seinem Zulassungsbezirk fahren.

    Okay, danke dir für die Recherche! Also ein Auto um den Preis von Privat ohne TüV kaufen ist dann echt nicht die beste Idee! Danke!

(14) 21.03.18 - 13:05

Wenn ich Dir einen professionellen Tipp geben darf, lass die Finger weg von Autos ohne TÜV. In 90% der Fälle hat das sicher einen oder mehrere gewichtige Gründe, warum der letzte Besitzer diesen nicht hat machen lassen. Da wartet u.U. erheblicher Wartungs- und Reparaturstau, bevor Du diese Kiste zulassen kannst.

In der Preisklasse wirst Du sowieso nur von Privat kaufen können, such Dir aber bitte was mit mind. 12 Monaten TÜV. Lieber paar Dellen, einen Hagelschaden etc. in Kauf nehmen, als eine Dauerbaustelle.

  • Ja, da hast du wirklich mit allem Recht!
    Hab nun ein Auto gekauft, das erst im Dezember neuen TüV bekommen hat, schön ist es nicht unbedingt, aber wenn es mich 1-2Jahre begleitet bin ich eigentlich zufrieden.

    Es gibt übrigens einige Händler, die in der Preisklasse anbieten, die Wagen kommen dann entweder aus einer Inzahlungsnahme oder es handelt sich um eher windige Gesellen 😉

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