Mutterschaft bereut?!

    • (1) 13.05.18 - 19:05

      Gibt es hier Mütter, die ihre Mutterschaft bereuen? Ich würde mich gern austauschen. Wertfrei. Bitte meldet euch bei mir. LG

      • Bereuen - in welcher Hinsicht? Nicht mehr Kinder zu haben? Überfordert zu sein? Zu wenig Freizeit zu haben? Ein AK zu haben?

        Um was genau geht es dir?

        • Ganz allgemein die Erkenntnis: Mutter zu werden, war eine falsche Entscheidung. Die eigene Entscheidung (insofern es eine bewusste war) dahingehend zu bereuen. Dass es jetzt ist wie es ist und man diese Situation auch positiv gestalten kann, die eigenen Kinder übermäßig lieb hat, ... davon unabhängig. Aber wem geht es so? Wer empfindet so?

          • Guten Morgen, ich war heute Morgen auf weitere Beiträge gespannt. Bis jetzt noch nichts. Selbst überlege ich, dass es nichts passiert einfach ist auf ein diffuses Gefühl eine detaillierte Antwort zu geben. Es erinnert mich an Michael Herbiger in seinem Film in dem Ressort grundsätzlich beklagt dass es nicht gut ist. Schreib etwas von dir, deinem Gefühl und was du oder welche Situationen Du meinst die dir das Gefühl haben

            • Hallo Materie - ich habe dieses Gefühl selbst nicht, deswegen bleibt es wohl diffus. Aber ich weiss, dass es das gibt, dass Frauen mit der Mutterschaft einfach überhaupt nicht glücklich sind. Dazu liegen ja auch Untersuchungen und diverse Artikel vor. Und ich habe die Befürchtung, dass es bei mir auch so kommen könnte - daher würde ich mich gerne mit Frauen austauschen, die Mutter geworden sind und das aus heutiger Sicht gerne rückgängig machen würden. (Also als Bedürfnis, natürlich geht das nicht) - um zu erfahren, wie es zur Mutterschaft kam, ob es auch eine Skepsis gab vorab oder das alles anders kam als erwartet oder erst mit mehreren Kindern oder oder. Aber aus der Perspektive heraus: Im nächsten Leben sicher nicht mehr!

              • (6) 14.05.18 - 15:47

                Wenn es ginge, es rückgängig zu machen, tätest du es dann? Du wärst wieder frei aber dein Kind, das du sicher liebst und das du ja nun kennst, würde durch diese Entscheidung nie geboren worden sein. Du würdest also ein Leben wieder auslöschen und zwar nicht nur irgend eines, sondern das deines Kindes.

                Diese Entscheidung könnte ich so nicht treffen, weshalb ich auch nicht sagen kann, dass ich es bereuen würde Mutter zu sein.
                Grundsätzlich bin ich aber auch nicht der Muttityp. Es macht mir einfach keinen Spaß. Während andere richtig Freude daran zu haben scheinen, dauernd einen kleinen Menschen ver- und umsorgen zu müssen, warte ich darauf, dass die Kinder selbstständiger werden und ich zunehmend mehr von mir selbst zurück bekomme.
                Und glaube mir, man bekommt sich zurück und noch viel mehr dazu. Bis dahin bringt es nichts, sich zu bedauern. Das würde es nicht einfacher machen. Man muss einfach annehmen, was ist.
                Wer das nicht kann, sollte über Adoption nachdenken. Sich nur zu quälen und das Kind spüren zu lassen, dass es unerwünscht ist, wäre sicher der falsche Weg.

                • Hallo Flugschaf - Danke für deine Nachricht. Hattest du einen Kinderwunsch als du schwanger geworden bist? Oder war es ein UnGlücks/Glücksfall der Natur, oder wie war das bei dir?

                  • (8) 14.05.18 - 16:35

                    Einen ausgewachsenen Kinderwunsch hatte ich nicht aber ich hatte auch nichts gegen Kinder. Und wie gesagt, wieder her geben wollen, würde ich keines meiner Kinder, da sie ja nun mal da sind und ich sie liebe.
                    Ich gehe einfach nicht in der Mutter-Rolle auf und kann mir Befriedigenderes vorstellen als 24/7 die Bedürfnisse anderer in den Vordergrund zu stellen. Auf der anderen Seite sehe ich durchaus Schönes darin, Kinder zu haben. Ich habe begriffen, dass ich im Laufe eines Lebens alles haben kann: Selbstbestimmung und Kinder, wenn auch nicht immer parallel. Selbstbestimmung geht, Kinder kommen, Selbstbestimmung kommt zunehmend wieder, Kinder bleiben.

                    Ich finde, dass man ruhig ambivalente Gefühle haben darf, solange es nicht zu Lasten der Kinder geht.

                Du triffst es aus meiner Sicht auf den Punkt :) Ich bereue absolut nicht Mutter zu sein. Habe hier aber auch zwei geplante Wunschkinder.

                Aber: Etwa das erste Jahr mit Baby fand ich ätzend. Da muss man leider durch, aber dann wird es echt (meistens) fantastisch :D Ich verstehe diese Übermuttis nicht, die sich über diese kleinen nervigen Würmer so freuen, die einen gerade vollgekotzt, gekackt und gepinkelt haben (überspitzte Darstellung). Ich leben nicht durch meine Kinder, sondern mit meinen Kindern. Als sie selbstständiger wurden und mir die Welt mit ihren Augen zeigten, war und ist das für mich so wundervoll. Ich gehe auf ihre Bedürfnisse ein, sie aber auch auf meine. Ich habe mir während den schwierigen Phasen des ersten Lebensjahres immer vor Augen gehalten, dass diese Zeit auch bald vorbei ist, so habe ich meine Mutterschaft zwar manchmal angezweifelt (ob ich das alles so richtig mache), aber nie bereut.

                • (10) 14.05.18 - 16:48

                  Genau so!

                  • Vielen Dank für eure Nachrichten. Das ist eine interessante Perspektive, dass das Gefühl mit der Mutterschaft nicht vollends glücklich zu sein auch nur temporär vorliegen kann, und dass sich dies ändern kann.

                    NATÜRLICH muss man mit jeder Situation, die nicht zu ändern ist, einen Umgang finden und der sollte nie zulasten der Kinder sein. Darüber sprechen zu dürfen (was für mich auch kein Selbstmitleid wäre oder so) als Entlastung, ohne gleich Bewertung zu erfahren, gehört für mich dazu. Und auch über ambivalente Gefühle und ambivalentes Erleben zu sprechen ist für mich so wichtig, weil ich ansonsten wirklich ziemlich viel höre, dass alles so toll ist, so viel Liebe, so viel Glück. "Das bereust du, wenn du keine Kinder bekommst" ist auch so ein Tipp... Hm.

                    • Ich bin sogar sicher, dass es in den ca. 20 Jahren, in denen man ein Kind zuhause hat, bei vielen Müttern immer mal wieder Phasen gibt, wo sie sich denken, Himmel, was hab ich mir da angetan. Die Kinder bleiben ja keine süßen kleinen Putzi-Dutzi-Babys.
                      Ich denke da besonders an gravierende Schulprobleme, wenn eine Mutter ständig zum Lehrer zititert wird, der überhaupt kein gutes Haar am Sprößling lässt. Wenn er/sie in der Pubertät von der Polizei nach Hause gebracht wird, weil er /sie beim Klauen erwischt wurde, in falsche Kreise gerät, trinkt, Ausbildungen abbrechen, stinkend faul sind - und das alles vielleicht wiederholt - usw. usw. Die Liste lässt sich verlängern, denn Kinderaufzucht ist sehr oft nicht nur Friede Freude Eierkuchen, egal, wie man sich bemüht. Irgendwann spielen ja auch fremde Faktoren mit rein.
                      Aber selbst wenn man es bereut - was hat man davon? Garnichts. Große Kinder passen nicht mehr in die Babyklappe..... (Ironie off) deswegen muss man einfach das Beste draus machen.
                      Aber ich habe auch von Frauen meines Jahrgangs schon öfter gehört im Leben "DAS wenn ich vorher gewusst hätte" (dann hätten sie vielleicht keine Kinder bekommen....)
                      LG Moni

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