Gegenseitige Qualitätskontrolle bei Unterrichtsvorbereitung?

    • (1) 08.06.18 - 10:32

      Werte Kollegen,

      ich unterrichte an einer Grundschule und bin sehr selbstkritisch. Es gab in jüngster Zeit nämlich viele Auslöser, die mich dazu gebracht haben, meine Unterrichtsvorbereitung zu überdenken. Leider stehe ich damit im Kollegium so gut wie alleine da. Ich habe 2 Wochen lang einen Partner zur Qualitätskontrolle gesucht, dem ich 2mal wöchentlich meine Vorbereitungen zeigen kann. Ich habe nicht einmal großes Feedback erwartet, sondern einfach nur ab und zu einen Tipp.

      Wie macht ihr das? Ist das nötig und sinnvoll oder sagt ihr, dass man das auf Dauer nicht machen kann?

      • "Werte Kollegen" ?
        Willkommen im 21. Jahrhundert. :D Das ist wohl etwas antiquiert.
        Im Grunde solltest du ja aus Studium und Referendariat die Qualifikationen haben, Unterricht eigenständig vorzubereiten.
        Darf man fragen was das für Ereignisse waren, die dich dazu brachten, deinen Unterricht in Frage zu stellen? Vielleicht lässt du dich ja auch nur zu schnell verunsichern.

        Du kannst ja im Kollegium fragen, wie sie es machen würden und darüber reden. Unterlagen auszutauschen aber und gegenseitig verbesseen - darauf kann auch nur ein Lehrer kommen xD nimm's mir nicht übel. Das erfüllt für mich einfach das Klischee.
        Im Übrigen würdest du vermutlich in einem Forum für Pädagogen mehr Erfolg haben mit deiner Anfrage.

        Puh,

        natürlich eine schwierige Frage!
        Ich denke, das betrifft nicht nur Lehrer, sondern ist generell eine Frage der Arbeitseinstellung. Ich kenne viele Lehrer, die ihre Arbeit hauptsächlich in der Schule machen und von ihren alten Unterrichtsvorbereitungen zehren, während andere liebevoll auch nachts noch Spiele basteln und Inhalte kreativ verpacken.

        Man sollte Qualitätsansprüche also nicht vereinheitlichen. Ich helfe aber gerne jenen, die sich Mühe geben und ihre Rolle auch ernst nehmen. Da ich selbst aber nicht Mentor spielen möchte, kann ich dich auf diese Checklisten verweisen, die dich auf Fehler aufmerksam machen: https://www.lehrerbuero.de/schwerpunkte/arbeitshilfen/Checklisten.html

        mfG

        Hm ich denke, dass jede Klasse so individuell ist, da kann man gar nicht so wahnsinnig viele Tipps von Außen bekommen.

        Außerdem ist ja immer viel zu tun. Ich würde mich mit 3 Kindern jetzt auch nicht so begeistert zeigen von deinem Vorschlag, aus schlichtem Zeitmangel. Und immerhin hast du studiert und das Referendariat gemacht. Da sollten gravierende Anfängerfehler eigentlich nicht mehr passieren.

        Und der vielleicht wichtigste Punkt: ich habe eine Zeit lang mit 2 Kolleginnen sehr stark parallel gearbeitet. Aber ich war echt unzufrieden. Ich bin ein spontan-kreativer Lehrertyp. Das planvoll-festgezurrte war gar nicht meins. Ich hatte immer den Eindruck, die Kinder verstehen den Inhalt nicht, ich müsste noch kleinschrittiger und spielerischer arbeiten. Das war aber nicht möglich durch die Parallelarbeit. Da musste ich durch den Stoff hetzen. Vielleicht auch noch ein Grund, warum sie da bisher noch keiner gemeldet hat.

      • Hallo,

        bist du denn frisch aus dem Ref? Also ich bereite immer ganze Einheiten vor und das erledige ich grundsätzlich in den Ferien. Durchaus tendiere ich auch dazu mal Dinge spontan in der Stunde zu ändern.
        Es würde mir ehrlich gesagt niemals einfallen die Vorbereitung eines Kollegens zu kontrollieren, bzw. einem Kollegen meine zur Durchsicht zu geben. Das hat viele Gründe:
        - jede Lerngruppe ist doch individuell. Woher soll man wissen, ob das passt?
        - wir haben eine mega lange Ausbildung hinter uns, da sollte jeder selbstständig in der Lage sein Unterricht vorzubereiten
        - Zeit. Es ist oftmals so viel zu tun, dass ich trotz Teilzeitstelle auf deutlich zu viele Stunden komme, da habe ich doch keinen Bock die Zeit, die ich meiner Familie widmen könnte, in die Vorbereitung einer anderen Person zu widmen

        Bei uns an der Schule haben sich ca 4 bis 5 Lehrer zusammen getan, um sich gegenseitig im Unterricht zu besuchen und Verbesserungen anzumerken. Wir haben 18 Kollegen. Der Rest hatte kein Interesse. Bedeutet halt auch immer Aufregung und Unruhe, wenn andere im Unterricht sind und viele fühlen sich in das Ref zurück versetzt, was verständlicherweise viele nicht mögen

      Hallo,

      wir bereiten den Unterricht im Team vor.

      Allerdings nicht haarklein jede Unterrichtsstunde. Kniffeligere Stunden gehen wir im Detail durch, bei Übungsstunden einigen wir uns aufs Material und fertig.
      Dabei hat jeder aus dem Team bestimmte Fächer, die er vorplant, damit nicht alle alles machen müssen.

      Ich verstehe nicht ganz, wo dein Bedarf besteht. Ich kenne von Berufsanfängern Fragen wie: "Ich habe einen Schüler, der nicht lesen lernt, hast du vielleicht eine Idee..." oder "welche Hilfen kann man Schülern geben, damit sie lange und kurze Vokale unterscheiden lernen" oder "Wie führst du den Zehnerübergang ein, ich hab das bei meiner letzten Vertretungsschule mal gemacht und es war für die Kinder furchtbar schwer..."

      Also das ist immer konkret problembezogen. "Kannst du zweimal die Woche über meine Unterrichtsvorbereitung schauen", da würde ich auch erstmal denken: "Uff!" Weil ich weder die Lerngruppe in diesem Fach kenne noch den Zusammenhang der Unterrichtsreihe.

      Und mir gehts wie einer anderen Userin: Ich habe kleine Kinder zu Hause, eine Vollzeitstelle und genug um die Ohren. Einem Seiteneinsteiger würde ich trotzdem helfen und jemandem, der konkrete Fragen hat wie oben beschrieben auch. Aber wenn bei einem ausgebildeten Lehrer das Anliegen so schwammig ist, hätte ich Schwierigkeiten.

      Vorausgesetzt, ich habe da nicht etwas falsch verstanden. Du sprachst ja eigentlich von einem konkreten Anlass, vielleicht schilderst du den mal.

      LG

      Warum schreibst du das nicht in ein Forum für Lehrer und warum steht das nicht in Finanzen und Beruf? Ich verstehe dieses Forum hier nicht alles durcheinander.

      Ich bin keine Lehrerin, bin aber Tochter einer Lehrerin, befreundet mit einigen Lehrern, Mutter von Schülern an drei verschiedenen Schulen etc.
      Es ist tatsächlich so, dass in der freien Wirtschaft VIEL mehr Wert auf Qualitätssicherung gelegt wird, als in der Schule. Ich kenne auch Lehrer, die das beklagen. Und ich kenne eine Lehrerin, die für Lehrerfortbildung zuständig ist, die in BW freiwillig ist, und die immer wieder sagt, wie erschreckend wenige Lehrer sich für Weiterbildungsmaßnahmen anmelden.

      Ich fände es besser, wenn Lehrer auch beieinander hospitierten, und sich gegenseitig Feedback geben. Und die auch schulintern ihr spezielles Knowhow weitergeben. Ich kenne eine Lehrkraft, die hat sich auf Rechtschreibung spezialisiert, arbeitet auch bei Schulbüchern mit etc. Ihr Kollegen könnten so viele gute Anregungen aufnehmen, interessiert aber keinen. So ist es einfach Glücksache, ob man eine Lehrkraft erwischt, die sich weiterbildet oder eine die sich auf ihrem längst vergangenen Studium ausruht.

      Ich habe manchmal den Eindruck Lehrer halten es nicht aus Feedback zu bekommen, weil sie es als "Benotung" oder "Kritik" empfinden. Dabei wäre es nicht nur "sachlich-inhaltlich" von Vorteil dazuzulernen sondern vielleicht auch psychologisch. Der pädagogischen Qualität des Unterrichts kann es viel nutzen, sich auch mal wieder als (Dazu-)Lernender und "von-anderen-Beurteilter" zu fühlen.

      • Ich würde da nochmal unterscheiden.

        Gegenseitig hospitieren tun wir auch.

        Aber das Anliegen der TE ist so schwammig und wenig greifbar, sie konnte es hier auch auf Anfrage nicht konkretisieren.

        Ich könnte mir vorstellen, dass da der Hase im Pfeffer liegt.

Top Diskussionen anzeigen