Rettungsaktion hat begonnen

    • (1) 08.07.18 - 08:12

      Guten Morgen.

      Die Höhlenkatastrophe habe ich gestern tatsächlich erst richtig mitbekommen. Was für eine furchtbare Situation. Man kann sich kaum vorstellen, wie es den Betroffenen, Beteiligten, Helfern und auch Entscheidungträgern seit vielen Tagen ergeht.

      Wie dankbar wir sein können, dass wir einfach in Sicherheit leben. Wie klein unsere Sorgen, gegen echte Sorgen sind.

      Laut verschiedener Nachrichtendienste hat die Rettungsaktion durch tauchen begonnen. Ich bin kein Taucher, ich habe nur die aktuellen Nachrichten zu diesem Drama gelesen. Was dort beschrieben wird ist so dermaßen beängstigend. Wie soll das nur funktionieren? Es werden unterschiedliche Infos gegeben. Die Rettung soll bis heute Abend beendet sein, bzw die ersten Jungen sollen heute geholt werden...? Wenn es dort stellenweise so eng ist, ist dann beim Tauchen Begegnungsverkehr überhaupt denkbar? Dauert eine Strecke die benannten 5 Stunden oder sind es beide Wege? Ist beim Tauchen mit der vorhandenen Ausrüstung Kommunikation möglich? Wenn Taucher versterben, werden die Leichname entfernt oder begegnet diesen unter Umständen der nächste Tauchtrupp?

      Fragen über Fragen, schreckliche Fragen, die in meinem Kopf schwirren. Aber es geht nur um die tapferen Jungen. Unglaublich, was sie bisher ausgehalten haben. Wohlmöglich taucht gerade jetzt einer der Jungen und man kann sich seine Gefühslage nicht ausmalen.

      Ich hoffe so sehr auf ein Wunder und alle schaffen es.

      Herzliche Grüße

      • Hallo,

        der Wasserstand in der Höhle soll durch Tauchpumpen gesunken sein und dadurch können die Kinder anscheinend einen Teil zu Fuß laufen und ansonsten wird jedes Kind wohl durch 2 Taucher "begleitet". So steht es jedenfalls grad im Netz.
        Ich wünsche für die Rettungsaktion alles Glück: den Helfern und dem Fußballteam.
        Mögen sie die Rettung gut überstehen.

        LG

      Im Gegensatz zu anderen Teile ich deine Sorgen !
      Ich bin Taucherin, habe dieses als meinen Beruf einige Jahre gemacht und kenne die Gefahren des Tauchens und besonders des Höhlentauchens.
      Die größte Gefahr dabei ist die Psyche dabei. Bei Höhlentauchen oder Wracktauchen kann man nicht einfach auftauchen. Man muß erst einmal den Ausgang finden und teilweise, je nach Tiefe, Dekompressionspausen einhalten.
      Das fällt nun dort aus, denn sie tauchen ja nicht tief. Jedoch ist es eine beachtliche mentale Herausforderung zu wissen dass man nicht Mal eben auftauchen kann, denn dort ist ja nunmal der Berg.
      Das ist schon für geübte Taucher nicht einfach, für die Kids die teilweise wohl noch nicht Mal schwimmen können eine unglaubliche geistige Leistung! Sie müssen den Tauchern 100% vertrauen und absolute Ruhe bewahren. Weiterhin ist das Wasser dort sehr trüb, man sieht also nichts.
      Gut ist dass sie Vollmasken tragen und nicht nur das Mundstück im Mund haben. Aber auch diese Maske kann vollaufen wenn sie wo hängenbleiben.
      Es ist also tatsächlich unglaublich gefährlich!
      Sollte dabei etwas passieren kann man sich sicher sein dass das Kind nicht einfach dort belassen wird.
      Ich denke dass jeder der mit guten Gedanken bei diesen Menschen ist eben für diese Menschen wichtig ist. Klar wissen sie das nicht, aber jeder gute Gedanke und die Hoffnung ist wichtig.
      Wollen wir Mal alle hoffen dass die Rettung ohne Zwischenfälle gelingt und uns nicht hier drüber kloppen ob Empathie oder Sensationsgier hinter den Beiträgen steckt. Das ist nämlich absolut unwichtig, manche Gedanken kann man sich halt auch denken und muss sie nicht schreiben!

      So, und nun hoffen wir alle dass es gut ausgeht und wir spätestens morgen Abend schreiben können wie viel Glück alle hatten.

      Mona

      • Ich weiß gar nicht, warum ich immer wieder auf das schmale Brett trete, hier irgendetwas zu posten. Es ist wirklich egal, was man schreibt, irgendwer kann aus jedem erdenklichen Thema was schlechtes, gar haarsträubendes rauslesen. Richtig ätzend.

        Danke für deine nette Antwort.

        Es heißt ja, die Ersten sind gerettet. Was für eine unerwartete und großartige Nachricht! Nach der Bericherstattung und den Gefahrenerläuterungen habe ich als Unkundiger in diesem Thema wirklich befürchtet, es hagelt eine schlechte Nachricht nach der anderen. Und wie die Eltern vor Ort gefühlt haben müssen, wenn sogar ein erfahrener Taucher ertrunken ist, kann man sich wie ich sagte, ja kaum vorstellen.

        Jetzt besteht aber wieder realistische Hoffnung auf ein gutes Ende.

        Ich klinke mich hier aus. Ich will mich nicht aufregen.

        LG

    (6) 08.07.18 - 17:47

    Hi,

    leider war mein erster Gedanke auch das dieser Thread wahnsinnig unsensibel ist.

    Selbst wenn man sich darüber Gedanken macht, wie es wohl den Kindern geht, so muss man doch nicht offen darüber spekulieren ob die Kinder in Leichen hinein schwimmen.

    Ich wünsche den Kindern, ihren Familien und den Helfern ein baldiges, positives Ende dieses Dramas.
    Gruß Ornella

    • (7) 08.07.18 - 18:08

      Hallo Ornella,
      Ja, da hast Du recht...Dieser eine Satz war sehr unglücklich gewählt und hätte auch weggelassen werden können.
      Ich glaube der TE aber, dass sie aufrichtige Anteilname und Empathie verspürt, sie hat es eben nur nicht ganz optimal ausgedrückt.
      ****vom urbia-Team editiert****

      • Herzlichen Dank.

        Für mich waren das Fragen, die mir einfach in den Sinn kamen, da sie aufgrund der Erläuterungen der Gefahren und den verschiedenen Berichten, die auch lauteten, dass ggf heute alle gerettet werden sollten, einfach logisch erschienen. Sie haben mich einfach emotional beschäftigt.

        Ich habe aber auch durch mein Studium in Bereichen der Einsatztaktik gelernt. Vielleicht passiert das dadurch, das weiß ich nicht. Wer weiß, was für Szenarien vor Ort noch alles durchgekaut wurden.

        Wie auch immer. Ich bin weder sensationsgierig, noch pervers oder möchte mich besonders hervortun. Ich denke Millionen anderen Menschen nehmen auch Anteil und sorgen sich, reden, Posten, twittern darüber? Ich fand meinen Post nicht übertrieben, aber zukünftig kaue ich solche Gedanken alleine mit mir durch. Das mache ich ja auch mit Gedanken, die man immer mal wieder hat, wenn man an bekannte zurückliegende Dramen denkt. Manchmal kommen eben Bilder und Gedanken hoch, die man zB nie vergessen wird. Und dann denke ich an etliche Hinterbliebene, die das erst recht niemals vergessen werden und ja, sie tun mir dann wieder leid. Dass das den Menschen nichts bringt, weiß ich auch. Aber es macht mich zu dem Menschen, der ich bin. Und ich packe immer an, wenn es sich ergibt. Sei es bei Kleinigkeiten oder auch großen Ereignissen, wenn ich Menschen helfen kann oder auch verletzten Tieren oder auch etliches anderes im ganz normalen Alltag.

        Dann sowas hier zu lesen... ach...Ich lass das jetzt lieber.

        LG

        • (9) 08.07.18 - 19:26

          Hey, Motzgurke#herzlich

          Bitte schreibe Deine Gedanken auch in Zukunft hier bei Urbia nieder!
          Normalerweise ist es völlig selbstverständlich, dass man nicht für die Threads verurteilt wird, man nichts unterstellt und hineininterpretiert bekommt!

          Genau deshalb habe ich mich "eingemischt": weil es nicht sein kann, dass man sich überlegen muss, ob man das nun posten kann, oder nicht, weil man sonst einen "Shitstorm" bekommt.

          Toleranter Meinungsaustausch und Akzeptanz einer konträren Meinung sollten selbstverständlich sein.

          • Das ist ganz lieb von dir. Traurigerweise habe ich immer wieder den Eindruck, dass auf die unscheinbarsten, wollwollends gemeinten Themen Shitstorm-Attacken folgen. Sehr traurig ist das.

            So Vieles sollte selbstverständlich sein und ist es doch immer wieder nicht. Mich berühren aber auch positive Berichte, in denen eben immer wieder ganz besondere Ersthelfersituationen bekannt werden. Es sticht ja dann leider heraus, da eben lange nicht Jeder Mensch hilft, obwohl er es könnte und sollte.

            Schönen Abend!

        (11) 09.07.18 - 20:51

        ICH habe deine Gedanken überhaupt nicht komisch aufgefasst. Wenn jetzt hier die Beteiligten mitlesen würden wäre es vielleicht komisch, aber hier?
        Ich fand Deine Gedanken völlig normal und für einen Gedankenaustausch gar nicht seltsam.
        Lg

        • Ja danke.

          Mir kommen solche Gedanken auch einfach logisch vor. Ich schrieb gerade schon woanders, dass mir soviele weitere Fragen in den Sinn kommen, je mehr Details man in den Medien erfährt. Wenn man überlegt sind ja 4 km gar nicht viel. Aber sie dauern ca 5 Stunden. Das kann man sich als Laie gar nicht vorstellen, wie beschwerlich es also sein muss. Und wenn ich mich recht erinnere, soll diese gefährlichste Tauchengstelle "nur" 15m lang sein. Aber wie lange braucht man wohl, um sie zu passieren?

          Dass die Jungen sediert werden, ist offenbar wirklich eine gute Idee. Wäre ich nicht drauf gekommen, obwohl mir das gar nicht fremd ist durch meine frühere Reiterei. Verrückt.

          Eben hörte ich, dass man nun überlegt, ob man morgen alle 5 in einem Rutsch rausholt, obwohl 4 die ideale Konstellation mit den Rettern wäre. Wieder etwas wo ich emotional denke. Was ist besser? Ein warum auch immer höheres Risiko mit 5 zu gehen, oder die emotionale Belastung dort allein(?) zu verharren plus dem Wetterrisiko.

          Ich möchte auch nicht in der Haut der Einsatzleiter stecken.

          Hoffen wir Morgen auf erneut gute Nachrichten.

          LG

          • (13) 09.07.18 - 21:36

            Naja, man könnte ja 3 holen und dann 2, damit keiner allein zurück bleibt. Dauert dann halt noch länger und Zeit scheint eher knapp... es ist einfach schrecklich.
            Der Trainer tut mir auch leid. Er hat sicher jederzeit das getan, was er für richtig hielt und damit hat er alle in Lebensgefahr gebracht. Der wird ewig daran zu knabbern haben.
            Ich habe Animationen gesehen von der Strecke, beängstigend. Diese Stelle, wo nur knapp 40cm sind verstehe ich nicht. Da passt man doch kaum durch. Ist denen auf dem Hinweg dort nicht aufgegangen, was da vor sich geht? Ich verstehe das alles nicht. Weil ich absolut nicht in der Lage bin mir so eine Höhle vorzustellen. Ich kenne die Tropfsteinhöhle in Warstein. Das war wohl nichts dagegen. Kann sich hier jemand so eine Höhle vorstellen oder war jmd schon mal in so einer Höhle? Mich würde das schon interessieren. Da sind doch auch Höhenunterschiede zu überwinden gewesen. Wie haben die das gemacht ohne Ausrüstung?
            Fragen über fragen...

Hallo,

danke für Deine Worte und Gedanken. Ich ertappe mich auch dabei, wie ich mit fiebere, normalerweise bin ich nicht so veranlagt. Man ist halt selbst Mutter, deren Kind gerade im Ferienlager ist und man denkt schon daran, was wäre, wenn.
Alles wird gut, das glaube ich ganz fest.

LG

  • Anscheinend geht es ja aktuell weiter. Ja, du hast Recht. Nachdem es gestern wohl überraschend komplett gut gegangen ist, ist die Hoffnung viel größer, dass es weiterhin klappt.

    Dennoch sehr tragisch, dass ein Helfer bereits gestorben ist. Ein weiterer ist schwer verletzt, hoffentlich erholt er sich komplett.

    Es ist wirklich ergreifend, welche Kreise eine solche Rettung zieht, wie viele vermutlich tausende Menschen, aufopfernd helfen für eine vermeintlich kleine Gruppe.

    LG

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