Abrechnung mit 2018

    • (1) 31.12.18 - 11:48

      Hey 2018,

      zum ersten Mal in meinem Leben bin ich froh, unendlich froh, dass ein Jahr vorbei ist.
      Silvester mochte ich noch nie und werde es auch nie mögen oder gar verstehen.

      Aber die letzten 365 Tage waren, grob gesagt, Mist.
      Scheiße.
      Dreck.

      Gut, ich will fair sein ... es gab auch schöne Momente. Doch jeder schöne Moment wurde kurze Zeit später von etwas Miesem überschattet.

      Angefangen hat es im Januar damit, dass meine (damals noch 13jährige) Tochter in die Klinik musste.
      Mit 33 Kilogramm. Auf knapp 163cm Körpergröße.
      Magersucht.
      Und nein, sie ist noch nicht wieder gesund.
      Im Juni wurde sie entlassen und hat es ganze 3 Wochen geschafft. Nach 2 weiteren Wochen in der Tagesklinik war sie wieder stationär in der Klinik.
      Und bis vor zwei Wochen auch noch voll sondiert.
      Auch nach einem Jahr bessert es ich nicht und es wird nich Jahre dauern, bis sie lernt damit umzugehen, denn spontan gesund wird sie so schnell wohl nicht.

      Im März ist dann noch mein geliebter Hund gestorben. Mit fast 15 Jahren.
      Ich hatte ihn, seit er drei Monate alt war. Und nun ist er schon mehr als 9 Monate nicht mehr da.
      Kein Schwanzwedeln mehr, kein "Ozzy-fangen" mehr und kein Bauchkraulen mehr. Er fehlt mir sehr. Aber dass er so alt geworden ist, war ein Wunder. Mit all den Allergien und der Milz-OP in 2009.

      Gut, es gab auch schöne Dinge. Eine Reise nach Teneriffa mit meiner kleinen Tochter und meinem Partner und seiner Tochter.
      1 Woche Sonne und Wärme. Doch auch da fehlte die Große sehr.

      Im Mai 6 Tage Sizilien. Nur für meinen Partner und mich. Kraft tanken und erholen.

      Ende Juni dann die große Überraschung, die Große darf heim. 5 Tage nur sie und ich auf unserem geliebten Mittelaltermarkt.
      Wir haben es in vollen Zügen genossen, doch auch da war schon abzusehen, dass es zu viel für sie ist. 5 Tage ... 1 Kilo abgenommen. Ein weiteres in der nächsten Woche. Und damit war das Maximum erreicht, welches sie abnehmen durfte.

      Und immer nicht vergessen, dass es ja auch die Kleine noch gibt.

      Der große Familienurlaub dann wieder ohne die Große. Das Meer genießen, ohne sie.
      Immer hing das Herz in Fetzen, immer war mal zweigeteilt.
      Nie ganz komplett.

      Auch wenn mein Liebster versucht hat, zu trösten und zu kompensieren .... niemand kann das eigene Kind ersetzen.

      Der Job, so schön er auch ist, hat im September und im Oktober richtig heftig zugeschlagen. Allein in diesen beiden Monaten war ich mehr als 500 Stunden arbeiten.
      Medientechniker.
      Schließlich möchten Herr Silbereisen und Herr Pflaume ihre Shows professionell betreut wissen.

      Dann die Aussicht, Weihnachten ohne die Große.
      Ganze 6 Stunden haben wir uns gesehen. Die Kleine hat sich mittlerweile dran gewöhnt, fühlt sich fast schon als Einzelkind.

      Nun sitze ich hier und schau auf dieses verdammte Jahr zurück und springe zwischen Wut und Trauer hin und her.
      Neben mir sitzt die Kleine und liest ihr Buch. Ich bin so unendlich stolz auf sie.
      Die Große darf heute sagenhafte 12 Stunden nach Hause. Dort wird sie die ganze Zeit in ihrem Zimmer sitzen und ihren geliebten Nymphensittichen aus Game of Thrones vorlesen.

      Zerrissen ist nur ein Wort, was mir zu dieser Situation einfällt.

      Alleine in den letzten 12 Monaten bin ich mehr als 48000 km gefahren um in die Klinik der Großen zu kommen. Zu Besuchen, zu Arztterminen usw. Einmal um die Welt.

      Und ich würde es für meine beiden Mädels immer und immer und immer wieder tun. Zu Fuß. Im Auto. Völlig egal.

      Dennoch darf 2019 gern etwas besser werden. Gesünder. Schöner. Lustiger. Weniger dramatisch.

      In diesem Sinne

      Fuck 2018.

      denwillich

      Guten Rutsch und so ...

      • Tja, so hat jeder sein Päkchen zu tragen....

        Ihr fahrt 3 mal in Urlaub, während eure Tochter im KH ist? Sorry, das verstehe ich nicht. Da würde ich mich als Tochter sehr verarscht vorkommen. Sie ist sehr krank. Müsst ihr sie da unbedingt außen vor lassen und egoistisch euren Urlaub machen?

        • Ich glaube, du hast wirklich keine Ahnung, wie belastend es ist, ein Kind im Krankenhaus zu haben. Und wie sehr man da mal Erholung braucht. Dazu steht das Kind der TE ja noch mit einem Bein im Sarg, nicht mal ich mag tauschen!

          So eine ähnliche Geschichte wollte ich eigentlich auch gerade schreiben, aber du hast mich überzeugt, ich lasse es lieber!

          Nur dass ich nicht groß wegfahren könnte, weil ich seit Sommer nicht mehr laufen kann und dieser verdammte Prozess all unser Geld frisst. Sonst würde ich es glatt machen.

          • Danke. für Deine Verständnis.
            Genau so ist es.
            Leider.

            Dass es Dir seit Sommer so schlecht geht, tut mir wirklich sehr leid.
            Ich wünsche Dir auf jeden Fall gute Besserung und ein hoffentlich schöneres 2019.

            P.S.: ich konnte die Reisen auch nur machen, weil ich eingeladen wurde ...

            VG

            denwillich

          • (5) 31.12.18 - 12:20

            Ja hier wissen leider immer alle besser wie man in fremden Schuhen läuft, besser als in den eigenen manchmal.

            Dir auch gute Besserung, hoffe das ist möglich, und ein besseres neues Jahr!
            Liebe Grüße

        Egoistisch?
        OK .... 1. Hat sie noch eine kleine Schwester, die kann man auch nicht außen vor lassen und dann immer alles absagen.
        2. Braucht man ab und an einfach mal etwas Zeit für sich.
        3. War sie beim Mittelaltermarkt mit dabei, nur durfte sie gesundheitsbedingt nicht länger als 5 Tage mitkommen.

        Und jeder Therapeut wird dir bestätigen, dass man sehr schnell in eine Co-Abhängigkeit verfällt, wenn man nichts für sich tut. Und so ist es mir auch ergangen. Ich hab nicht mehr geschlafen, war nur noch in der Klinik.
        Dass das nicht gesund ist, muss ich niemandem erzählen.

        Und die erste Zeit war ich permanent an ihrer Seite. Aber das führt früher oder später zu einem Zusammenbruch.

        Man kann natürlich nur so etwas lesen, wie Du gerade.

        Aber ok ... stimmt .... wir sind schreckliche Eltern. Alles. Und noch schlimmer. Wir sind sogar geschieden und und haben neue Partner.
        Und trotzdem kümmern sich alle um die Kinder.

        Um alle Kinder, die nun durch diese Patchworksituationen dazugehören.
        Was immerhin insgesamt 6 statt vorher 2 sind.

      • (7) 31.12.18 - 12:15

        Du hast keinen Dunst was es heißt ein Kind im Krankenhaus zu haben! Und die Belastung besteht ja auch schon seit Monaten, wenn nicht sogar Jahren, das Krankenhaus ist ja nur die Spitze des Eisberges

        Unser Lütte war ein Extremfrühchen und nachdem wir wochenlang Tag für Tag stundenlang in der Klinik am Krankenbett saßen "befahlen" uns die Ärzte zumindest mal ein Wochenende "frei" zu nehmen und zu einem runden Geburtstag zu fahren. Wir haben es zwar nur eine Nacht ausgehalten aber die Ärzte waren damals besorgt weil wir sehr viel in der Klinik waren. Der psychische Druck ist extrem belastend, und vor allem wenn sie das Kind vermutlich nicht täglich sehen durften das ist oft so in so Einrichtungen kann man doch in Urlaub fahren!

        Uns wurde immer gesagt eine gute Mutter macht nicht aus dass sie sich aufgibt und mehr als "alles" gibt, eine gute Mutter achtet auch auf sich damit sie immer Kraft ausstrahlen kann und lange durchhält.

        Ich denke mal das wird mit Ärzten abgesprochen sein, und manchmal hilft es bei solchen Erkrankungen auch nicht immer nur die Krankheit mit zu tragen sondern auch zu zeigen dass man ein eigenes Leben führt und sich nicht alles nur um die Krankheit und die Pflege der Erkrankten drehen kann, Denn wenn sich die Welt um einen dreht, warum sollte man da was ändern? Klingt hart, weiß ich, ist aber manchmal leider so dass gerade die einfühlsamen Verwandten die auf alles Rücksicht nehmen solche Sachen noch verstärken.

        Ich kann's verstehen. Sonst heisst es ja auch immer: "Du musst dir Inseln schaffen und selbst stark bleiben, damit du auf deine [Familienmitglieder] schauen kannst." Jetzt macht es jemand genau so, und auch dann ist es nicht recht.

        An die TE: Auch für mich war 2018 ein Jahr zum Vergessen - auch gesundheitliche Probleme in der Familie, Ängste und noch ein paar Sachen mehr.. hatte schon bessere Jahre im Leben. Wünsche euch ein schönes, erlebnisfrohes, gesundes 2019!

        lg mindgames

        Essstörungen heisst eine psychische Erkrankung zu haben.
        Da kannst du das Kind nicht ständig besuchen oder so.
        Es gibt Einzelbetreutes Wohnen, WGs, etc, da dürfen manche Bewohner nur 1x im Monat nach Hause, manche noch weniger, ok, anderen denen es besser geht auch öfters.

        an die TE, gibt es keine Tagesklinik etc. bei Euch in der Nähe? Oder Wohngruppen, wenn sie stabil auf BMI 16 ist? Das wäre für Euch alle eine Entlastung.

        lisa

        Sehr viel Erfahrung mit langzeitkranken Familienangehörigen hast Du garantiert nicht, sonst würdest Du nicht so einen unüberlegten Krampf schreiben.
        Ein Kind/Jugendlicher, der z.B, stationär in einer Kinderpsychiatrie ist, DARF evtl. bis zu drei Monaten garnicht besucht werden - weißt Du das?
        Weißt Du, wie fertig manche Mütter/Eltern sind, wenn sie monatelang weißgottwohin zu ihren Kindern in die Fachkliniken fahren? Da werden sie oft schon vom Pflegepersonal aufgefordert, sich endlich eine Auszeit zu nehmen.
        „Si tacuisses, philosophus mansisses.“ - frei übersetzt: Hättest Du den Mund gehalten, hätte keiner gemerkt, dass Du keine Ahnung hast.
        Gruß Moni

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      ...und schon wieder eine (r) völlig empathielos, nur am Steineschmeissen...und bekommt sogar Sternchen dafür... OMG macht mich das wütend!!! Sagt mal, geht's noch?? Jetzt fehlt nur noch daß der Satz fällt: "Wie konntet ihr zulassen daß euch Tochter magesüchtig wurde! " Kraft zu tanken und sich in so schweren Zeiten was Gutes zu tun ob im Urlaub oder wie auch immer ist überlebungswichtig. Oder hätten sie samt der Kleinen vor der Klinik ein Zeltlager aufschlagen sollen??
      Also bitte, einfach mal die Luft anhalten und gaaaaaanz still sein!

Mit "Fuck, Scheiße und Dreck" wird nichts besser -garnichts.
Ich habe Dir viele Monde altersmäßig voraus und glaub mir, Du möchtest mit mir nicht tauschen. Egal, ob es schwere Krankheiten, Operationen, besch..eidene erste Ehe und viele viele andere Dinge sind, die einem das Leben versauen - genau das ist eben "Leben". Es gibt niemanden, der ein absolut störungsfreies Leben von der Geburt bis zum Tod hat - glaubs mir.
Ich habe dazu auch noch lebenslang gearbeitet, auch mein zweiter Mann (zusätzlich in einem ähnlichen Job wie Du) dazu zwei Kinder, wovon keines einfach nur nebenbei groß wurde sondern jedes über Jahre weg einen Packen Probleme ablieferte, jedes auf eine andere Art.
Mein Mann war ein Jahr vor seinem Tod sehr krank - und ja, ich kenne auch Kilometer fressen und minutiöse Pläne, was man wann und wie erledigen muss. Familie ist dabei nicht immer hilfreich....

In den schlimmsten Jahren hatte ich nur noch die Parole "Augen zu und durch" - Terminkalender an den Kühlschrank und jeden Morgen und Abend erstmal schauen, was ansteht. Daneben - einfach funktionieren.
Also - ich wünsche Dir einfach, dass es nicht nur besser kommt, sondern Du vielleicht auch einen Weg findest, besser mit allem umgehen zu lernen. Notfalls fahr mal in den Wald und brüll raus, was raus will - bei mir ist in schlimmen Zeiten nicht nur ein Reh panisch geflüchtet.....
Liebe Grüße von Moni

(...die das Gefluche durchaus auch verstehen kann #cool)

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