Gibt es unabdingbare "Voreinstellungen" im Menschen"?

    • (1) 26.02.19 - 22:56
      Inaktiv

      Ich liebe süß und nicht salzig!

      Ich bin introvertiert und nicht extrovertiert!

      Ich bin hetero und nicht homo!

      Ich bin homo und nicht hetero!

      Ich möchte kinderlos bleiben und möchte keine Kinder!

      Und andere sagen dir immer wieder:

      Ach, das kommt schon noch!
      Irgendwann liebst du Schokolade, irgendwann lernst du, aus dir heraus zu kommen, irgendwann findest du nen Mann/Frau toll, irgendwann findest du ne Frau/Mann toll und irgendwann willst du Kinder....

      Aber sie irren sich!
      Der Fall tritt nie ein!

      Und dann, isst du süß, bist extrovertiert, homo, hetero, willst Kinder...

      Aber das bist du gar nicht!

      Du dann verstummen sie, die stimmen mit den abertollen Ratschlägen!

      Und dann? Was soll ich tun?

      • (2) 27.02.19 - 07:26

        Wenn du so, wie du bist, glücklich und zufrieden bist, für was brauchst du dann die Ratschläge anderer?


        Davon abgesehen glaube ich, dass sich gewisse Dinge durchaus ändern können.
        Als junger Mensch habe ich mir zB nicht anders als Marmeladen- oder Honigbrot zum Frühstück vorstellen können, inzwischen finde ich ein deftiges Wurstbrot gar nicht mal so schlecht.

        Und gerade das Thema Kinder ja oder nein ändert sich bei sehr vielen Menschen. Das heißt natürlich nicht, dass es sich zwingend ändern muss.

        (3) 27.02.19 - 14:05

        Das kommt wohl auf's Maß der Dinge an und wie man damit umgeht.

        Schon als Kindergartenkind habe ich auf solche Ratschläge gepfiffen.
        Das ist heute noch so.
        Nur nicht mehr so extrem!

        Manche "Ratschläge" blocke ich heute noch ab. Dafür habe ich zwei Ohren.
        Aber ich habe gelernt auf Menschen zu hören, die mir wichtig sind.

        Ich liebe heute noch süß. Das wird auch nicht weggehen.
        Es stört mich aber auch nicht.
        Wen es stört, der .... kann seines Weges ziehen und mich damit in Ruhe lassen :-p
        Aber ich bin auch älter geworden. ZU süß mag ich nicht (mehr). Es hat sich verändert, wird aber bleiben, nur nicht so extrem.

        Mein Kind liebt deftig. Es hatte wohl eine Überdosierung süß in der Schwangerschaft #schein
        Wirklich süß wird sie nie mögen. Aber sie kommt super damit klar. Ab und zu mag sie auch süß. Hin und wieder. Dann wenn sie Lust darauf hat. Von Süßem ernähren könnte sie sich nicht (ich mich schon #schein)

        Die Erwartungen der anderen?
        Gehen zum einen Ohr rein, zum anderen wieder raus.

        Ich habe meine Erwartungen an mich.
        Keine an mein Kind.
        Was mein Kind später entwickeln möchte, kann und wird, darf sie selbst entscheiden.

        Ich selbst habe meine Pläne verändert. Manchmal weil das Leben sie mir so neu vorgelegt hat, manchmal weil ICH mich verändert habe, weil das Alte nicht mehr zu mir passte.

        Damit komme ich gut klar.
        Andere dürfen gerne ihre Erwartungen an mich haben. So lange sie mir mit ihren (ungefragten) Ratschlägen nicht auf die Nerven gehen.
        Von Freunden/mir wichtigen Menschen, nehme ich ernst gemeinte Ratschläge an. Diese erwarten aber nichts! ;-)

        Ja, ich denke, dass es Voreinstellungen gibt,
        aber auch, dass das Leben einen prägt, Erfahrungen verändern. Manches bleibt, manches nicht.

        Mein Weg ist, dass ich es entsprechend immer wieder passend gestalte.

        (4) 27.02.19 - 15:10

        Warum verdrehst du dich denn für andere? Das ist doch klar, dass das nicht funktioniert und du dich dabei selbst verlierst.

        Ganz davon ab denke ich trotzdem, dass sich Menschen im Laufe eines Lebens verändern. Mein heutiges Ich hat wenig mit meinem 20jährigen Ich zu tun. Ich muss schon sehr überlegen, um Dinge zu benennen, die sich als kontinuierlicher roter Faden durch mein Leben ziehen.

        M.E. ist es eher das Bedürfnis der anderen, einen Menschen über “unabdingbare Voreinstellungen“ zu definieren, weil sie damit so etwas wie eine Schein-Verlässlichkeit herstellen und sie alles andere zutiefst beunruhigen würde.

        Ich halte es da lieber mit Brechts Herr K.:
        „Ein Mann, der Herrn K. lange nicht gesehen hatte, begrüßte ihn mit den Worten: ‚Sie haben sich gar nicht verändert.‘ ‚Oh!‘ sagte Herr K. und erbleichte.“

        Oder mit Fanta 4, die da singen: Das Leben ist ein Fluss, lass ihn fließen.

        Ich sperre mich also nicht gegen Veränderungen, ich forciere sie aber auch nicht und erst Recht lass ich mir sie nicht aufoktruyieren.

      • Auf der Suche nach sich selbst, den Sinn in seinem Leben kommt man an einigen Stationen vorbei. Das ist gut, nur so kann man sich selber justieren.

        Auch für dich gibt es viele Wege, du kannst frei wählen, Hauptsache ist doch, dass DU ihn gehen willst. Manchmal ist es an der Zeit alte "Freunde" hinter sich zu lassen, um frei zu sein.

        Tja.

        "Und dann, isst du süß, bist extrovertiert, homo, hetero, willst Kinder...

        Aber das bist du gar nicht!"

        Das ist dann dein Fehler. Wenn du dich von anderen so "überreden" lässt und dich selbst aufgibst, ist das ja ganz allein dein persönliches Problem.

        Bleib doch einfach, wie du bist?

        Mir hat eigentlich auch noch nie jemand so etwas Derartiges gesagt. Ich sage "keine Ahnung, ob ich ein Kind will" und man antwortet "achso" oder ich sage "wenn, dann will ich nur ein Kind" , dann wird vielleicht nach dem Grund gefragt, es aber hingenommen.

        Wenn ich sage,ich mag keinen Spargel, wird mal gestaunt oder ein Spruch gemacht, aber das war es dann.

        Vielleicht umgibst du dich auch einfach mit den für dich falschen Personen.

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