Umgang mit anderen nach Mobbing in Kindheit

    • (1) 08.06.19 - 19:00

      Hallo! Bräuchte mal einen Rat. Ich wurde als Kind von alles und jedem gemobbt. Es fing in der Kita an und ging sogar von den Eltern anderer Kinder aus. Entweder sind die "Erwachsenen" auf mich los gegangen oder die Kinder. Woran es lag? Ich schätze an meinem Stiefvater...er ist ein Ausländer und in dem Ort wurde schon immer viel über alles gelästert.

      Beispielsweise hatte ich Kinder zum Geburtstag eingeladen. Alle haben abgesagt... gut kann vor kommen. Aber eins der Kinder meinte zum Beispiel "Mama sagt bei Leuten wie dir darf ich nicht hin." Was das heißt weiß ich bis heute nicht... ich sehe nicht aus wie jemand von den Flodders oder so...😂
      Aber es nagt halt an einem...

      In der Schule ging es einfach so weiter... bis ich umgezogen bin in eine Stadt.

      Jetzt wohne ich auf dem Land. Wir haben dort ein Haus gekauft. Ich kenne dort niemanden und die mich nicht. Darüber war ich auch bisher echt froh...🙈 Ich kann durch meine Kindheit einfach nicht mit anderen.

      Jetzt ist mein Sohn aber in der Kita. Er ist dort den größeren gegenüber auch etwas zurückhaltend. Er ist jetzt 2 und die sind ihm wohl einfach schon zu wild. 😂 Ist ja nicht schlimm...nachher ändert sich das ja eventuell noch...

      Wenn wir bei uns auf dem Spielplatz sind, sind dort auch ab und zu Kinder aus dem Kindergarten. Größere Kinder... manche kommen freundlich auf ihn zu...aber er hat halt keine Lust mit ihnen zu reden. Ich mische mich da auch nicht ein und lasse ihn das machen. Manchmal sind dort aber Kinder die anfangen zu tuscheln... sie zeigen auf ihn und auf mich und ich fühle mich einfach nur unwohl, obwohl es Kinder sind. Wenn deren Eltern dabei sind starren diese mich auch nur an. Ich hab mal gegrüßt aber irgendwie...sind die halt unter sich und ich komme mir vor wie ein Fremdkörper... Dorf halt...

      Irgendjemand eine Idee,wie ich damit umgehen soll? Ich will nicht, dass meine Kinder auch so gemobbt werden, wie ich früher.

      Wenn die Eltern mich ignorieren ist es mir sogar iwie recht...ich brauche nicht so den Kontakt. Will aber auch kein schlechtes Vorbild sein...

      Hoffe ihr versteht worauf ich hinaus will...🙈😅

      • (2) 08.06.19 - 19:19

        Du bist aufs Dorf gezogen und bist froh, dass du dort niemanden kennst und es anders herum genauso ist. Wenn du dich dann wie ein Fremdkörper fühlst, ist das zum einen nicht verwunderlich und zum anderen von dir ja offensichtlich genauso gewünscht.

        Und ja, da kommt es dann auch vor, dass andere Kinder das dann komisch finden.
        Sie versuchen einen Kontakt herzustellen und es kommt... nichts.
        Auf dem Spielplatz hast du die Möglichkeit zum einen die Interaktion zu fördern, zum anderen zu reagieren "X ist ein wenig schüchtern, lasst ihn euch im Kindergarten ein wenig kennenlernen, dann spielt er auch sicher hier mit euch.

        Im Dorf ankommen heißt, dass du auf die Menschen zugehen musst. Du kannst nicht erwarten, dass sich dir alle aufdrängen. Wenn du nicht aktiv auf die Menschen zugehst, kommt das wie ein "die will nichts mit uns am Hut haben" rüber.

        Hilfreich sind immer die Vereine. Bei uns sind das Sportverein, Feuerwehr, Schützenverein, Landfrauen und Ortsverein.
        Geh zu Aktivitäten wie Weihnachtsmarkt, Dorffest, Schützenfest, Erntefest oder was es bei euch sonst so gibt.
        Wenn du Interesse am Dorfleben und an den Menschen zeigst, werden sie auch Interesse an dir zeigen.

        Üben kannst du schonmal bei einem Plausch über den Gartenzaun.

        >>>Hoffe ihr versteht worauf ich hinaus will...🙈😅<<<

        So richtig verstehe ich das nicht.

        Auf der einen Seite willst du mit niemandem etwas zu tun haben (was leicht als Arroganz aufgefasst werden kann), auf der anderen Seite sind "die anderen" schuld, dass du dir wie ein Fremdkörper vorkommst.

        Du solltest dich schon entscheiden, was du willst, auch für dein Kind. Den Rest deines Lebens jetzt das Mobbing in deiner Kindheit zu zelebrieren, bringt dich nicht weit.

        Hi,
        ich denke, wenn man auf einem Dorf für sich bleiben will, ist man schlecht beraten und wird schnell als Sonderling abgestempelt. Das ist dann nicht weiter schlimm, wenn man kinderlos ist und vor sich hinleben kann. Aber mit Kind bist du ja gezwungen, mit den anderen Müttern in Kontakt zu kommen, spätestens dann, wenn das mit den Spielverabredungen losgeht.
        Ich denke, das sind beidseitige Unsicherheiten. Wenn ich zurückdenke, welch krampfige Anfangsbegegnungen wir manchmal hatten... meist haben sich dann aber doch ganz brauchbare Bekanntschaften daraus entwickelt. Da muss man durch. Sich beschnuppern, über den Schatten springen und sich in Smalltalk üben - so funktioniert das Miteinander.

        vlg tina

      • (5) 10.06.19 - 15:09

        Hallo,

        Ich wurde zwar nie gemobbt, habe aber aus anderen Gründen gewisse Probleme mit sozialen Interaktionen.

        Feste, Vereine, Müttertratsch etc. sind mir ein Grauß. Wir sind in den letzten Jahren viel umgezogen aber ich habe trotzdem immer Anschluss und Freunde gefunden.

        Meiner Erfahrung nach sind immer und überall Menschen dabei, mit denen es geht. Vielleicht nur zwei oder drei, aber das reicht um innerhalb der Gemeinschaft nicht alleine dazustehen.

        Denn das solltest Du wirklich vermeiden, sonst stehst du gerade auf dem Dorf tatsächlich als Sonderling da.

        Sieh diese Menschen nicht als Masse, sondern als Individuen und such dir die raus, mit denen du dir eine Bekannschaft / Freundschaft vorstellen kannst.

        Versuch mal mit den anderen Eltern zu reden, wenn sie nicht gerade in der Gruppe zusammen hocken. Dann wird's schwer. Und dann geh nach deinem Gefühl, mit wem du dir intensiveren Kontakt vorstellen kannst.

        Bei mir war's dann tatsächlich auch so, dass sich meine Kinder mit den Kindern meiner Bekannschaften gut verstanden haben. Zufall oder Intuiton, ich weiss es nicht :-)

        • (6) 11.06.19 - 16:18

          Ich bin in der sechsten/siebten Klasse massiv gemobbt worden, aber im letzten Jahrtausend gab es diesen Begriff noch nicht und alles, was ich empfand, wurde unter "Pausenhof-Kabbelei" abgelegt.

          Wenn ich damals gewusst hätte, was ich heute weiß und wenn meine Mutter damals so engagiert gewesen wäre, wie ich es heute bin - da hätte was aus mir werden können!

          Aber mittlerweile bin ich groß und erwachsen und weiß, wie ich mit dem, was mir in die Wiege gelegt wurde, umgehen kann.

          Zurückblicken ist so was von gestern - nach VORN schauen ist mein persönliches Motto.

          Nur mal so gesagt. Unter jedem Dach ein Ach. #gruebel

          Viele Grüße von der Bunten

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