Nachbarschaftsstreit

    • (1) 10.08.06 - 22:13

      Hallo Ihr,

      ich möchte mal eure Meinung zu einem Thema hören. Es geht um unsere Nachbarn.
      Wir sind vor einer Woche umgezogen. In ein Mietshaus, 8 Parteien, wohnen im EG und haben einen Balkon. Mein Freund und ich rauchen beide.
      Die Nachbarn, die den Balkon über uns haben, haben uns noch bevor wir richtig da gewohnt haben (während der Renovierungsarbeiten) gleich angesprochen und uns latent mit Anwalt und Beschwerde gedroht, weil vor uns haben wohl "Kettenraucher" dort gewohnt, und sie können und wollen den Gestank von Zigaretten nicht länger in ihrer Hausgemeinschaft dulden.
      Gut, dachten wir uns. So viel rauchen wir auch nicht, also wirds schon kein Problem geben. Denkste!
      Jeden Tag werde ich von ihnen in eine Diskussion verwickelt.
      Wir seien verantwortungslose Eltern, Rauchen schadet, ihre ganze Wohnung stinkt, sie können das Wohnzimmer nicht mehr nutzen... Ich will jetzt nicht noch weiter ausholen. Und jedesmal in einem Ton, wie eine Mutter nicht mal mit ihrem pubertierenden Kind reden sollte. So richtige bevormundend, ekelhaft und böswillig.
      Aber alles nur latent. Unter dem Deckmantel der freundlichen Nachbarn. *kotzurbini*
      Ich mag schon gar nicht mehr auf den Flur raus.
      Vor allem die Nachbarin ist so ein Drachen und gestern ist dann etwas passiert, was mich jetzt noch an die Decke gehen lässt.
      Gerade als meine Freundin und ich die Wohnung mit meiner Tochter verlassen wollen, klopft besagte Nachbarin und sagt in einem Ton zu mir: "Wenn sie schon rauchen müssen, dann leeren sie jetzt gefälligst ihre Aschenbecher vom Balkon aus."
      Hallo? Gehts noch?
      Ich war so perplex. Ich konnte gar nichts sagen. Das hat mich voll an meine Mutter erinnert, als ich noch zu Hause wohnte. " Wenn du schon im Wohnzimmer isst, dann räum gefälligst mal deinen Joghurtbecher weg!"
      Ich glaub ich spinn.
      Die sollen doch froh sein, dass wir nicht mehr so viel rauchen. Aber nach dem Zwischenfall weiss ich, dass sie uns beobachtet, weil sonst hätte sie nicht gesehen, wie meine Freundin einen zweiten Aschenbecher hingestellt hat. Das macht mich echt rasend.
      Ich hab vorher versucht vernünftig mit denen zu reden und wir waren stets freundlich und nett. Aber so was auch, ich bin ungehalten.
      Was sollen wir jetzt machen?
      Ach ja und wenn es mal nicht ums rauchen geht, dann motzt sie rum wegen unserem Kinderwagen, weil der ihr Fahrrad blockiert oder oder oder...

      Ich weiss nicht mehr weiter...

      Sollen wir nen Brief an die Genossenschaft schreiben? Oder uns das weiter antun? Ich bin echt hart im nehmen, aber das sind Eingriffe in unsere Privatssphäre.
      Ach ja, mit nicht so viel rauchen meinte ich, dass mein Freund eh nur abens kommt, und ich rauch tagsüber auch nur, wenn mein Kind grad schläft und ich dann Besuch hab oder so...

      Vielleicht hat jemand ne Ahnung, was wir tun sollen. Denn wir haben uns extra diese Wohnung mit Balkon gesucht, damit wir nicht immer vor die Tür müssen, weil innen rauchen ist indiskutabel.

      LG minalein.

      • Hallo Du :-)

        das ist wirklich ein doofes Problem, bei dem irgendwie immer zwei wütende Fronten aufeinander prallen. Vielleicht hilft es Dir ja, wenn ich es mal aus meiner Sicht schildere.

        Wir haben das gleiche Problem nämlich anders herum. Dazu muss ich sagen, dass mein Freund und ich beide ehemalige Raucher sind, aber schon vor einigen Jahren aufgehört haben. Jetzt bin ich in der 26. Woche schwanger. Wir sind deswegen umgezogen. Unser Schlafzimmerfenster ist etwas blöd gelegen. Es liegt nämlich direkt neben dem Balkon des Nebenhauses. Nebenan wohnen Leute, die den ganzen Tag über zu Hause sind, genau wie ich im Moment (krankgeschrieben). Scheinbar wollen die ihre Wohnung auch rauchfrei halten, sie rauchen nämlich auf dem Balkon. Das stinkt unser ganzes Schlafzimmer voll. Im Sommer möchte man ja auch gerne lüften, und es riecht dann wirklich, als wenn die neben dem Bett sitzen und rauchen. Der Geruch hängt schon in den Gardinen und auch in den Klamotten im Kleiderschrank. Unser Kleiner wird auch im Schlafzimmer schlafen, und ich bin nicht sehr erbaut darüber, dass er dann ein winziger Passivraucher wird, damit die nebenan eine rauchfreie Wohnung haben.

        Nun würd ich mich nie so verhalten wie Du es bei Deinen Nachbarn beschrieben hast. Aber ich werde auch wütend und bin ganz hilflos, weil ich nicht weiß, was ich da tun soll. Besonders abends kommt der Frust hoch, wenn ich dann in das verräucherte Schlafzimmer gehen muss.

        Vielleicht merkt man als Raucher gar nicht, wohin der Qualm ziehen kann und wie sehr es Nichtraucher stört. Ich hätte mir damals als Raucherin da auch nie Gedanken drum gemacht. Es ist aber wirklich so, dass das sehr störend sein kann.

        Andererseits ist es ja klar, dass man das niemandem verbieten kann, auf seinem Balkon zu rauchen, zumal wenn es so wenig ist, wie Du es beschrieben hast.

        Wie gesagt, da gehen wohl bei beiden Seiten arge Emotionen los. Vielleicht ist ja jetzt auch mal die Seite der Nichtraucher zu verstehen. Wenn Du rausgehst auf den Balkon zum Rauchen, dann machst Du ja vermutlich auch die Tür hinter Dir zu, damit nichts in die Wohnung zieht. Die Nachbarn können das aber nicht sofort, und schon stinkt es bei ihnen vielleicht wirklich störend nach Rauch. Wenn sie tagsüber zu Hause sind, könntest Du ihnen eventuell anbieten, dass Du mit einer kleinen Glocke oder so läutest, wenn Du rauchst, dann wissen sie Bescheid und können auch ihre Fenster zu machen. Ich kann mir vorstellen, dass ich mich freuen würde, wenn meine Nachbarn auf mich zu kämen und einfach nur zeigen würden, dass ihnen das Problem auch bewusst ist. Dann könnte man sich zusammen raufen und gemeinsam herausfinden, was denn besonders stört und wie man es löst. Wenn beide Seiten immer nur drohen und sich beschweren und so, dann eskaliert das nur immer mehr.

        Jedenfalls drück ich Dir die Daumen für eine friedliche Lösung!
        Liebe Grüße
        Heidrun :-)

        • Hallo Heidrun,

          das tut mir echt leid für dich. Ich hab ja auch erst nach der SS und Stillen wieder angefangen und kenne die gegenseite auf. ABER wenn die Nachbarn vorher 20 Jahre lang Kettenraucher ausgehalten haben, frage ich mich was die Aktionen jetzt von ihnen sollen.
          Wie gesagt. Wir rauchen nicht viel. Und wir haben versucht, mit ihnen zu reden und ihnen gesagt, dass sich unsere Raucherei auf ein Minimus beschränkt, ausser es sind abends Gäste da.
          Und es stinkt bei uns in der Wohnung selbst wenn ich mal das Fenster vergessen habe zuzumachen auch nicht soooo arg.
          Klar kann ich auch die NR Fraktion verstehen, aber die Nachbarn sind so borniert.
          Und wärst du meine Nachbarin, würde ich dir anbieten, eine Lösung zu finden. Entweder mit der Klingel, oder wir würden für euer Wohlbefinden eben zur Haustür raus gehen, falls diese günstiger für euch liegt.
          Aber wie es in den Wald hineinschallt, kommts wieder raus.
          Man kann echt mit uns reden, aber der Ton macht die Musik.
          Alles Gute für deine Kugelzeit und vielleicht findet sich bei euch auch ne Lösung.

          minalein.

      Soweit ich weiß kann man dir nicht verbieten auf deinem Balkon zu rauchen. Solange du keinen lauten Ablufttrockner auf dem Balkon stehen hast kann man dir da soweit ich weiß nichts wollen.

      Wir rauchen auch Beide und Besuch der kommt rauch auch. Aber gerade weil wir gute Eltern sind rauchen auch wir nur auf dem Balkon um unser Kind zu schonen.

      Wir rauchen nicht in der Küche ( manche rauchen nur in einem Zimmer in der Wohnung ) oder sonst wo. Der Besuch weiß das, akzeptiert es und kann es Daheim so machen wie er will.
      Wenn ich irgendwo zu Besuch bin und da wohnen Kinder biete ich immer an runter/raus/auf den Balkon zu gehen wenn in der Wohnung geraucht wird.

      Daher finde ich es schlimm, dass man euch noch als schlechte Eltern betitelt. Klar,das mit dem Rauchen ist ein zweischneidiges Messer, man kann immer und immer weiter streiten drüber und ich mag es auch nicht verherrlichen. Es wäre am Besten gar nicht zu rauchen. Das weiß ich und betone es. Aber wenn ihr aufhört dann nicht wegen der Nachbarn, sondern wegen euch.


      Ich würde den Mitbewohner das so sagen:

      Frau/Herr XXX, wir haben die Wohnung bei einer Genossenschaft/Wohnungsbaugesellschaft gemietet. Nicht bei Ihnen. Es war im Mietvertrag keine Silbe davon geschrieben, dass es eine Rauchfreie Wohnung ist. ( Das kenne ich hier aus dem Wochenblatt wo bestimmte Wohnungen nur an Nichtraucher vermietet werden, und wenn man diese Wohnung will, dann weiß man es ja vorher ) Was wir auf unserem Balkon, an der frischen Luft machen ist unsere Sache. Wir belästigen sie ja nicht andersweitig durch Lärm, laute Partys ect. Daher finde ich von ihnen wirklich dreist mich als schlechte Mutter darzustellen. Das verbitte ich mir, da sie mich nicht kennen. Ich finde das unangebracht, dass sie mit mir debattieren und mag mich nicht mehr mit ihnen über mein Leben welches ich in meiner Wohnung lebe streiten, rechtfertigen und bitte sie auch anders mit mir zu sprechen. Ich bin 26 ( hab in deiner VK geguckt ) und auch wenn ich ihre Tochter sein könnte bitte ich sie um angemessene Ansprache. Denn ich bin nicht ihre Tochter. Und wie oft ich meinen Aschenbecher leere ist auch meine Sache denn hier zahle ich Miete.

      Und weiter würde ich mich nicht unterhalten. Auch wenn sie dir weiter auf die Nerven geht mit Vorschriften nicht. Würde halt nur sagen, wenn sie wieder anfängt, dass alles gesagt ist und die Genossenschaft XXX der Vermieter ist nicht sie.

      Passt ihr was nicht oder sie lässt keine Ruhe dann wende dich an die Genossenschaft.
      Das würde ich mir echt nicht bieten lassen und schon echt 3 Mal nicht in einem Ton wie den deiner Nachbarin.
      Denn wenn sie merkt, du lässt es dir bieten bist am Ende du die Dumme.

      Der Balkon gehört mit zu deiner Wohnung. Also wird in dem Mietsvertrag als Wohnfläche mit angegeben. Angenommen du hast 80 QM ² und 4 davon sind Balkon. Dann hast du sozusagen 76 QM ² reine Wohnfläche und auch der Balkon mit seinen 4QM ² gehört mit dazu. Daher kann sie dir das nicht verbieten oder verbieten lassen. Selbst dann nicht wenn du Kettenraucher wärest.

      LG


      Jasmin

      • Hallo Jasmin,

        ich hab eben auch die Befürchtung wenn ich jetzt nciht nen Riegel dahinter schiebe, dann gibts ständig was neues. Die haben wirklich 20 Jahre mit dem Rauch gelebt und glauben, weil wir jetzt neu sind, uns terrorisieren zu können. Ich fühl mich so beobachtet und hab schon gar keine Lust mehr, hier zu sein, :-(

        Ich werde wenn ich sie das nächste Mal sehe, genau so was zu ihr sagen, und den Brief an die Genossenschaft hab ich aufgesetzt, denn ich will, dass die jetzt ne Lösung bringen und uns mitteilen...

        Vielen Dank und alles Liebe

        minalein.

        • Hallo

          Ja, die Befürchtung steht zu Recht im Raum, denn wenn ihr nun duckt und es euch bieten lässt, dann passt das nicht und das nicht.

          Natürlich ist man auf gute Nachbarschaft aus. Aber in sowas muss man sich nicht einschränken lassen.

          Wenn sie es 20 Jahre ausgehalten haben, dann werden sie es eben weiter aushalten müssen wobei es ja nicht in dem Maße ist wie bei den vorigen Mietern.

          Und wenn sie da so drunter gelitten haben wie sie es sagen, dann sollen sie sich wirklich eine extra Nichtraucherwohnung nehmen.
          Da wird nicht geraucht.

          Oder sie sollen es einfach lassen so frech euch zu bevormunden.

          Wehre dich. Denn ansonsten kann sie hoffentlich nichts an euch auslassen.

          LG

          Jasmin

    Also ich habe ja nicht mitbekommen, was so alles zwischen Euch gelaufen ist, aber es ist wirklich sehr unangenehm, wenn der Zigarettenrauch von anderen Leuten in die eigene Wohnung zieht und man kein Fenster mehr aufmachen kann. Wenn man Nichtraucher ist, merkt man das ziemlich schnell und irgendwann ist man dann nur noch genervt, weil man staendig rennt, um irgendwelche Tueren und Fenster zu schliessen, weil die Nachbarn schon wieder rauchen. Dass man dann irgendwann auch anfaengt an allen anderen Sachen zu noergeln, die die rauchenden Nachbarn so tun, ist zwar unsachlich, passiert aber einfach, weil man nur noch genervt ist.
    Ihr wollt doch Euren Zigarettenrauch auch nicht in der Wohnung haben - umso weniger wollen das andere Leute.
    Kathy

    • Ja das stimmt schon was du schreibst. Aber sie rauchen auf dem Balkon. Gut, der Nachbar bekommt es ab, wenn er auf dem Balkon steht. Aber :

      Ich glaube nicht, dass das Wohnzimmer deswegen nicht mehr nutzbar ist.
      Das halte ich für übertriebenen Extra Terror.

      Fakt und Tatsache ist nummal, dass sie es ihr nicht verbieten können. Egal was sie da machen.

      Würde es mir in meiner Wohnung nicht verbieten lassen oder besser gesagt auf meinem Balkon. Denn dafür zahle ich alleine die Miete.

      Wenn ich echt so absolut Anti Raucher bin, dann suche ich mir aus dem örtlichen Angebot eine definitive und absolute Nichtraucher Wohnung raus. Das gibt es. Das weiß ich zu 100 %.

      Die meißten Nichtraucher akzeptieren die Raucher. Daher finde ich es wirklich übertrieben. Und dann in so einem Ton wie die Nachbarin es tut. Klar, ein voller Aschenbecher ist eklig. Aber bitte sag nicht, dass man das eine Etage höher noch riecht.
      Zudem wir reden hier von einem kleinen Aschenbecher und nicht von den riesigen die am Bahnhof stehen.

      Und es ist und bleibt ihre Wohnung. Im Mietvertrag steht nichts dergleichen drin, was mit den Rauchgewohnheiten zu tun. Daher muss die Nachbarin in den sauren Apfel beißen und sich nicht als Else Kling aufspielen.


      MFG


      Jasmin

Hallo Tina,

die können euch gar nichts. Was ihr auf eurem Balkon macht ist eure Sache.

Ham die denn nix zu tun, als die Nachbarn zu beobachten?#schock
Die sind ja echt zu bedauern.

Droht zum Anwalt zu gehen, die ticken ja nicht richtig.

Alles gute

das 5element

Hallo Minalein,

das ist ja wirklich eine doofe Sache......

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es jemals mit euren Nachbarn zu einer Einigung bzw. zu einem Friedes-Schluss kommt. Ihr seid als Raucher ganz klar im Recht und dürft auf eurem Balkon rauchen soviel ihr wollt.

Dennoch kann ich den Ärger und Unmut eurer Nachbarn gut verstehen - denn es ist wirklich sehr, sehr unangenehm, wenn man als Nichtraucher immer wieder - oder sogar permanent - von Zigarettenrauch in der eigenen Wohnung belästigt wird. Hält man sich außerhalb der eigenen 4 Wände auf, kann man ja, wenn einen Rauch auf der Straße, im Café oder sonstwo stört, einfach weggehen. In der eigenen Wohnung wäre das aber unzumutbar. Also müssen eure Nachbarn entweder eure "Abgase" (sorry ;-)) ertragen oder in ihrem eigenen Mief sitzen bleiben. Keine tolle Alternative..... Wie gesagt - ich kann eure Nachbarn da schon verstehen..... Bin selber, wie du dir wohl schon denken kannst, auch von der Gegenseite ;-), also Nichtraucher.

Nicht verstehen kann ich allerdings die Art und Weise, wie eure Nachbarn mit euch umgehen. Zivilisierte und sozial gebildete Menschen sollten schon in der Lage sein, einen Streit ruhig und sachlich auszutragen, ohne unfair und beleidigend zu werden. Aber eine Lösung für das Problem in eurem Haus sehe ich nicht. Eine der Streit-Parteien wird zurückstecken müssen. Und gemäß der derzeitigen Rechtslage sind das wohl eure Nachbarn. Und solange deren Verhalten keinen Straftatbestand erfüllt (üble Nachrede, körperliche Angriffe usw.), wirst du wohl nichts dagegen tun können und - so wie die euren Rauch ertragen müssen - wirst du wohl ihr gemeines Verhalten ertragen müssen.....

Es läge evtl. bei dir, deinen Nachbarn irgendwie entgegen zu kommen, indem du bzw. ihr eurer Raucher-Verhalten zu deren Gunsten ändert. Damit könntest du Frieden stiften - aber das willst du ja nicht und das ist ja für einen Raucher soweit ich weiß auch nicht so einfach.

LG Sabine

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