Wer stillt eigentlich, die Mutter oder das Baby?

    • (1) 26.06.19 - 22:31
      Inaktiv

      Ich kenne eigentlich nur, dass die Mutter das Baby stillt. Hier wieder aber immer wieder geschrieben, dass das Baby stillt - ist das eine neue Form? Ich schreibe bewusst im Familienforum, weil ich es auch hier lese, in Schwangerschaft oder Stillen halte ich mich eher nicht auf.

      Es mag ja kleinkariert wirken, aber ich kann entweder jemanden stillen (das Baby) oder jemand stillt etwas (seinen Durst z.B.). Aber einfach nur zu schreiben mein/das Baby stillt ohne zu schreiben was es denn nun stillt, empfinde ich als Unsitte, so in etwa wie "Kann ich ein Brot?" wenn ich so etwas höre, muss ich mir auch regelmäßig auf die Zunge beißen, um nicht zu fragen: Was denn? An die Wand werfen? Essen? Kneten?

      Ich lasse mich aber gern eines Besseren belehren, wenn da irgendwas an mir vorübergegangen ist...

      • Seh ich genauso, hab ich mich auch immer gefragt!!

        Ich stille. Mein Baby wird gestillt.

        Und wenn unsere Töchter fragen, ob sie das Brot können, dann fragen wir: "Mit zur Bootsfahrt nehmen? Einrahmen und an die Wand hängen?"

        Ich weiß, wie sehr mich vor allem mein Ziehvater mit korrekter Sprache genervt hat, weshalb ich meine Kinder mit Wonne damit ärgere 😂

        Allerdings unterliegt Sprache einem ewigen Wandel. Das sollte man nicht vergessen :D

        • (4) 26.06.19 - 23:01

          Du hast völlig Recht mit dem Wandel und das ist ja auch in Ordnung so, aber es gibt so bestimmte Erscheinungen, die nerven und das sind häufig auch die, die nur temporär und gerade "in" sind. Dazu gehört (für mich) auch das unsägliche, pseudofreundliche "Magst du jetzt ein Eis essen? Oder: magst du darüber reden?

          Ich gebe aber auch zu, dass ich, was solche Phrasen o.ä. betrifft sehr allergisch reagiere. Hat eben jeder so seine Macken. Ergeben Sachen für mich keinen Sinn, hinterfrage ich diesen und es passiert auch durchaus, dass der mir erklärt und das Ganze stimmig wird. Manchmal aber auch nicht ;-).

      (5) 26.06.19 - 22:43

      Hi
      Ob es korrekt ist, keine Ahnung. Aber Sinn macht es für mich schon, denn der aktive Part ist ja eigentlich das Kind (das seinen Hunger/Durst stillt???).
      Bei "xy duscht" oder "xy wäscht ab" gibt es auch keine weitere Ausführung, aber es ist doch allen klar, was gemeint ist oder was dabei passiert.

      Liebe Grüße

      • (6) 26.06.19 - 22:54

        Ja klar, aber würdest du, wenn du etwas getrunken hast oder trinken wirst sagen: Ich habe gestillt oder ich will stillen? Ich glaube, wenn du das so formulierst, würden die meisten denken, dass du gerade dein Baby gestillt hast oder stillen wirst, aber nicht deinen eigenen Durst oder Wissenshunger oder was weiß ich.

        Ich will hier auch gar nicht die Ausdruckspolizei spielen, aber es fällt mir eben öfter auf, das Dinge zwar nicht falsch im eigentlichen Sinne sind, aber im "falschen" Kontext angewendet werden und manchmal nervt mich das einfach, weil es häufig eher Modeerscheinungen sind.

        • (7) 26.06.19 - 23:07

          Was sagst du zu: "sie stillt."? Das findet man online bei duden.de unter der Bedeutung:1. b) "einen Säugling durch regelmäßiges Stillen ernähren" als Beispiel.
          Es kommt für mich auf den Kontext an. Im Zusammenhang mit Baby/Kind, ist für mich einfach klar dass es um Bedeutung 1 ( a) ist (einen Säugling) an der Brust Muttermilch trinken lassen) geht.
          Darum geht es doch bei deinem Beitrag und den Beiträgen auf die du dich beziehst auch.

          • (8) 26.06.19 - 23:23

            "Sie stillt" - das ist genau das, was ich meine. Sie stillt hat die Bedeutung, dass eine Frau ein Baby "mit Hilfe ihrer Brust" füttert. Das ist meines Erachtens die allgemein übliche Bedeutung für DIESES Stillen, ich habe zumindest noch nicht "Er stillt" gehört.

            Das "andere" stillen, nämlich ich stille meine Neugier, meinen Durst etc. wird doch immer in Zusammenhang mit einem Objekt gebraucht. Sag mal irgendwo "Mein Mann stillt.", die Gesichter möchte ich sehen ;-).

            • (9) 26.06.19 - 23:35

              Genau darauf will ich hinaus. Da ist dir sofort klar, was gemeint ist. Wenn es nicht "Sie" ist, sondern "Baby", ist es doch eigentlich noch deutlicher worum es geht.
              "Dieses" Stillen ist für mich durchaus eine eigene Aktivität, bei der man sich nähere Ausführungen sparen kann.
              Bedürfnisse stillen, sehe ich eher als Oberbegriff für anschauen (Neugier stillen), trinken (Durst),...
              Wobei das " Sag mal irgendwo "Mein Mann stillt.", die Gesichter möchte ich sehen" der springende Punkt ist. Außer in Bücher, dort natürlich schön und korrekt ausgeschrieben, ist mir das noch nie begegnet.

              • (10) 26.06.19 - 23:39

                Ich verweise mal auf die Antwort von rockabella weiter unten, sie hat sehr schön ausgedrückt, was mir unterschwellig bei der hier oft gewählten Benutzung (verbal) gegen den Strich ging. Es sind nur gleich klingende Worte, deren Sinn sich erst im Kontext ergeben und die unterschiedlich angewendet werden.

        (11) 26.06.19 - 23:12

        Hallo,

        ich finde die Antwort von Amistad ziemlich gut, auch was die Beispiele mit dem Duschen usw. betrifft.

        Wenn DU sagst: "Ich will stillen.", weiß doch jeder, dass damit gemeint ist, dass du dein Baby stillen möchtest.
        Das ist so, da dieser Ausdruck im Zusammenhang mit dem eigenen Durst einfach unüblich ist. Du würdest eher sagen: "Ich muss jetzt mal was trinken."

        Generell kann ich mir vorstellen, dass der Satz: "Mein Baby stillt noch." inhaltlich nicht falsch ist.

        Und zum Thema "Modeerscheinungen". Sprache entwickelt sich eben. Schon immer. Jede Veränderung/Weiterentwicklung der Sprache war mal eine "Modeerscheinung". Manches geht wieder und manches verfestigt sich und bleibt.

        LG

        • (12) 26.06.19 - 23:31

          "Manches geht wieder und manches verfestigt sich und bleibt."

          Das stimmt, aber trotzdem darf ich doch aus meiner Sicht unsinnige Dinge hinterfragen und beim Thema "das Baby stillt" hab ich bisher noch keine für mich stimmige Antwort gelesen, kommt aber vielleicht noch :-).

          • (13) 26.06.19 - 23:52

            Na klar, alles darf hinterfragt werden! :-)

            Streng genommen, würde ich auch sagen, dass die Mutter das Kind stillt und das Kind gestillt wird.
            Andererseits klingt das so, als wäre nur die Mutter aktiv und das Kind passiv, was ja nicht der Fall ist... Da gibt es sicher Raum für Interpretationen.

            Ich habe den Begriff bestimmt auch schon mal "falsch" verwendet, störe mich aber nicht daran.:-) Bei "Kann ich ein Brot?", hätte ich eher meine Probleme.
            PS: "Kneten?",...super Gegenfrage!#rofl

            • (14) 27.06.19 - 00:08

              Mich interessieren solche Dinge wirklich und wir machen uns öfter mal einen Spaß zu überlegen, was wohl passieren würde, wenn man bestimmte Dinge ganz wörtlich nehmen würde und dann auch so reagieren. Das soll keine Besserwisserei sein, einfach Interesse an der Verwendung von (Mutter)sprache.

              Wobei ich seit der eigentlich nicht mehr "neuen deutschen Rechtschreibregelung" bei manchen Dingen auch ins Schwimmen komme, also, nicht zu ernst nehmen, eher als sportlichen Gedankenaustausch :-).

              Setzt man stillen mit füttern gleich, kommt es besser rüber. Da ist das Baby auch nicht der passive Part im körperlichen Sinne, aber da würde die Tätigkeit des Babys "essen" heißen und auch nicht "das Baby füttert".

              • (15) 27.06.19 - 00:17

                Ich verstehe dich schon. Für mich ist das Thema auch interessant, sonst würde ich mich nicht an dieser Diskussion beteiligen.

                Im Alltag hört man ja manchmal die lustigsten Satz-Kreationen. Wenn man die alle wörtlich nehmen würde, wäre das sicher sehr spannend. :-b Aber just in diesem Moment, fällt mir natürlich nichts mehr ein...:-D

                • (16) 27.06.19 - 09:20

                  Mir gerade auch nicht, aber wenn, stelle ich es noch ein #huepf

                  (17) 27.06.19 - 13:23

                  was passieren würde? da könnte ich dir jetzt seiten an erfahrung dazu schreiben.
                  Grund: Freunde haben Asperger Autismus. Da ist das wörtlich nehmen und die Wortwahl doch etwas anders.

                  Anders ist es im Umgang mit psychisch Kranken (in meinem alten Umfeld). Wörtlich nehmen = sch** war's ; umgangssprachlich ernst nehmen sch*** war's, es sollte wörtlich gemeint sein. :-[
                  Fazit: man kann nur verlieren. Es geht nicht um den Inhalt, sondern um das, was diese jenigen sich gerade vorstellen.



                  Asperger, die alles wortwörtlich nehmen, finde ich da angenehmer #schein Das macht es für mich oft einfacher.
                  Und manchmal auch nicht.



                  Zum Stillen.
                  Ja, ich schreibe oft: mein Kind hat sich gestillt.
                  Warum?
                  Weil ich geschlafen habe, nichts mitbekommen habe.

                  Wenn ich sagte, dass ich mein Kind (noch #schock#schock#schock#schock) stille mit unter 1 Jahr, war die Hölle los.
                  Wie kannst du nur dein Kind aktiv stillen?! Gib dem Kind die Flasche!

                  In besagter Situation war ich nicht wach. Ich habe lediglich nicht aktiv abgestillt gehabt, so dass noch was rauskam.

                  WAS mein Kind sich da gestillt hat, war mir herzlich egal.


                  Schmerzmittel, Schlafmittel, Trinken (wobei sie das da schon aus dem Becher machte), Hunger (warum zum Kuckuck stillt ein Kind nachts seinen Hunger - das ist doch aktiv durch die Mutter zu unterbinden! :-p), Nähe, Bedürfnis nach .....

                  ey, ich habe geschlafen. Ich habe aktiv geschlafen! Oder passiv? ich habe ja nichts mitbekommen.


                  Irgendwann habe ich mal gelesen, woher das Wort stillen kommt oder was es früher an Bedeutung hatte. Also wenn man es korrekt machen möchte, dann doch bitte mit der ursprünglichen Form aus welchem Jahrhundert auch immer
                  (begehrte Diskussion mit Asperger Freunden ;-) )

                  Fakt ist, mein Kind hat aktiv gestillt
                  - mit Muttermilch -
                  was sie damit gestillt hat, keine Ahnung. Ich konnte schlafen und Kind war glücklich. :-p

                  Auch wenn ich sonst gerne Wortdiskussionen auf den Grund gehe und "du nimmst es aber mal wieder sehr genau" sein kann...... mit Baby/Kleinkind, wollte ich nur 4 "Dinge"

                  - schlafen (am besten gut)
                  - aufs Klo können (gerne auch mal ohne Begleitung #rofl)
                  - dass es meinem Kind gut geht

                  das vierte habe ich während des Schreibens vergessen. Das ist keine Stilldemenz, nur Hitze.

                  Ach so, doch, etwas essen, damit mein Körper, das "was auch immer mein Kind sich an Bedürfnis damit stillte" nachproduzieren kann. #mampf#winke

                  hallo , hat zwar nix mit Stillen zu tun , aber mit wörtlich nehmen;-)

                  als meine Enkelchen ca. 2 Jahre alt waren , wollte ich zusammen mit ihnen und ihrer Tante die Straße überqueren. ich wohne an einem Berg und von beiden Seiten kommen , wenn auch selten , Autos.
                  die Tante sagte zu den Beiden " schaut mal nach oben und unten ob ein Auto kommt"
                  die Kleinen schauten in den Himmel und auf den Boden "kommt nix" #rofl und wollten loslaufen.
                  sie haben das oben + unten wörtlich genommen#klatsch

                  #winke

                  • (19) 28.06.19 - 08:26

                    Der ist gut :-).

                    Meine Mutter hatte vor x Jahren ihren ersten Computerkurs an der VHS und als der Dozent meinte, jetzt öffnen Sie bitte das Fenster, ist wohl wirklich eine Teilnehmerin aufgestanden .. ;-)

                    • (20) 28.06.19 - 13:25

                      Eieiei...für diese Person war der Computerkurs dann aber dringend nötig.:-p:-D

                      (21) 01.07.19 - 07:33

                      Hallo,

                      so etwas klingt für mich immer nach Anekdoten die angeblich jemand erlebt hat und letztlich ausgedacht sind.

                      Was ich immer besonders merkwürdig finde, wenn diese so erzählt werden, als wenn man diese selbst erlebt hätte und das gar nicht der Fall ist.

                      LG

                      (22) 01.07.19 - 07:35

                      Zur Klarstellung:

                      Ich gehe nicht davon aus, dass du dir das ausgedacht hast. Aber jemand in der Kette davor.

                      • (23) 01.07.19 - 21:20

                        Ich glaube, ich weiß, was du meinst "Die Spinne in der Yuccapalme" oder so ähnlich ;-). Aber eigentlich ist meine Mutter kein Geschichtenerzähler, und ich kann mich noch dran erinnern, als sie ganz stolz von der iher 1. EDV-Stunde wiederkam, sie wollte da unbedingt mithalten - das dürfte aber auch schon 20 Jahre her sein und genau das erzählte.. und weil es so "doof" war, hab ich es wohl behalten.

                  Hahaha...:-D Sehr süß!
                  Ja, Kinder nehmen viele Dinge noch wörtlich, weil ihnen die Erfahrung fehlt.

                  Danke, für die nette Anekdote.#sonne

    (25) 27.06.19 - 09:11

    Gebe ich Dir vollkommen Recht. Alles nur mit "normaler Sprachveränderung" abzutun, finde ich auch seltsam. Die Sprache verändert sich zwar im Lauf der Jahrhunderte, aber wenn sie verhunzt wird, ist das was anderes und ich korrigiere auch.
    Bei uns gehört das seltsame "kann ich Brot" Gottseidank nicht zum Dialekt, ich finde es mehr als.....#schein Wenn es dann mal ein Kind wirklich sagt, frag ich auch ganz nett "Was? Wegwerfen, an die Wand kleben....oder vielleicht haben?" ;-)
    LG Moni

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