Fürbitte zur Taufe

    • (1) 06.07.19 - 11:20

      Ich bräuchte mal dringend eure Hilfe :-) Und zwar soll ich als Patentante zur Taufe eine Fürbitte für den Kleinen in der Kirche vortragen. Ich hab mich mal informiert und die beginnen meist mit „Herr ich bitte dich,...“ und einem Wunsch für das Baby etc. Ich muss dazu sagen dass ich (und im Übrigen auch meine Schwester, also die Mama des zu taufenden Babys) mit der Kirche nichts am Hut habe (Die Taufe liegt aber ihrem Mann und seiner Familie sehr am Herzen.) Deshalb würde ich gerne ein anderes Zitat, einen schönen Spruch oder eine kurze Geschichte vortragen und so die lieben Zukunftswünsche mitteilen. Hat jemand da eine gute Idee? Ich hoffe es ist verständlich was ich meine :-)

      • (2) 06.07.19 - 11:32

        Generell bin ich der Meinung, dass bei einer Taufe oder einer kirchlichen Zeremonie auch Gott eine Rolle spielen sollte. Aber das nur am Rande...

        Mein Sohn hat zur Taufe diese Spruch von seiner Patentante eingerahmt bekommen. Vielleicht gefällt er dir!

        Die beiden Hände

        Es sagte einmal die kleine Hand zur großen
        Du große Hand, ich brauche dich,
        weil ich bei dir geborgen bin.
        Ich spüre deine Hand,
        wenn ich wach werde und du bei mir bist,
        wenn ich Hunger habe und du mich fütterst,
        wenn du mir hilfst, etwas zu greifen und aufzubauen,
        wenn ich mit dir meine ersten Schritte versuche,
        wenn ich zu dir kommen kann, weil ich Angst habe.
        Ich bitte dich:
        Bleibe in meiner Nähe und halte mich.

        Und es sagte die große Hand zur kleinen Hand:
        Du, kleine Hand, ich brauche dich,
        weil ich von dir ergriffen bin.
        Das spüre ich,
        weil ich viele Handgriffe für dich tun darf,
        weil ich mit dir spielen, lachen und herumtollen darf,
        weil ich mit dir kleine, wunderbare Dinge entdecke,
        weil ich deine Wärme spüre und ich dich lieb habe,
        weil ich mit dir zusammen wieder bitten und danken kann.
        Ich bitte dich:
        Bleibe in meiner Nähe und halte mich.

        (nach Gerhard Kiefel)

      (4) 06.07.19 - 12:31

      Sprich das mal mit deiner Schwester ab.
      Ich bin mir nicht sicher, ob du das mit der Fürbitte richtig verstanden hast. Normalerweise werden mehrere Fürbitten von mehreren Personen hintereinander vorgetragen. Du kannst also deinen Teil nicht einfach durch einen anderen Text ersetzen.
      Was natürlich geht: Jemand anderes liest deine Fürbitte (den Text dazu bekommt man häufig vorgegeben, damit es keine Doppelungen gibt) und du liest an einer anderen Stelle einen schönen Text vor.
      Dazu würde ich deine Schwester fragen, ob die Taufe unter einem "Thema" steht und dazu passend etwas auswählen.

      • (5) 06.07.19 - 22:56

        Danke für deinen Hinweis. Ich habe die Info bekommen, dass ich selber etwas auswählen soll. Und meine Schwester ist sich ja bewusst, dass sie eine nicht streng religiöse Patin mit mir ausgewählt hat und findet es in Ordnung wenn es nicht direkt um Gott geht in dem Textchen. Ich habe noch genügend Zeit bis zur Taufe und suche einfach mal nach verschiedenen Ideen, etwas wo ich persönlich dahinter stehe.

    Ich hatte folgende Fürbitte:

    XXX, ich wünsche dir Augen,
    die die kleinen Dinge des Alltags wahrnehmen
    und ins rechte Licht rücken.

    Ich wünsche dir Ohren
    die die Schwingungen der Untertöne
    im Gespräch mit anderen aufnehmen.

    Ich wünsche dir Hände,
    die nicht lange zögern,
    zu helfen und gut zu sein

    Ich wünsche dir zur rechten Zeit
    das richtige Wort.

    Ich wünsche dir ein liebendes Herz,
    von dem du dich leiten lässt.

    Ich wünsche dir Freude, Zuversicht,
    Liebe, Gelassenheit, Glück, Demut.

    Ich wünsche dir Güte –
    Eigenschaften, die dich das werden lassen,
    was du bist, immer werden willst.
    Jeden Tag ein wenig mehr.

    Ich wünsche dir genügend Erholung
    und ausreichend Schlaf,
    Arbeit die Freude macht,
    Menschen, die dich mögen und bejahen.

(8) 06.07.19 - 12:49

Fürbitten haben (zumindest in der katholischen Kirche) immer diesen Einleitubgssatz und enden mit „Jesus wir bitten dich“ oder Ähnliches. Das wirst du nicht ersetzen können.

Aber wenn du einen Text Vorträgen möchtest, ist das sicher kein Problem. Besprich das mit Eltern/Pfarrer.

Der Sinn von Fürbitten ist eben, dass man Gott darum bittet. Daher gibt es da diesen Kontext.

Die Paten sind ja eigtl da, um die kirchliche Erziehung mit zu übernehmen. Schade, dass du eigtl nix damit am Hut hast...

(9) 06.07.19 - 13:54

Na ja, ein Gebet ist ein Gebet und eine kurze Geschichte oder ein Zitat ist etwas anderes.
Du kannst natürlich beides machen, wobei so eine Geschichte ihren Ort dann (wenn sie nicht gerade einen christlichen Bezug hat) bei der Feier hat und nicht im Gottesdienst.

Ansonsten:
Was sind denn deine Wünsche?
Bewahrung, Mut, Lebensfreude, etc.
Ich mag es, wenn man da noch auf den Taufspruch eingeht, das macht das Ganze gleich persönlicher.
Schreib das einfach so auf, wie du sie sagen würdest, also in deiner eigenen Sprache. Das klingt viel natürlicher, als wenn man dann plötzlich in diese geschwollene "Kirchensprache" rutscht. Mit der Anrede bist zu ziemlich flexibel: Herr, Gott, Vater, etc.

Wenn du irgendetwas machen willst, was keinen direkten christlichen Bezug hat, sprich das auf jeden Fall vorher mit dem Pfarrer ab. Es ist ein Gottesdienst, da geht es nun einmal um Gott.

  • (10) 06.07.19 - 23:01

    Danke für deine Antwort. Ich muss mich da nochmals mit meiner Schwester genauer unterhalten, dass wir sicher vom gleichen reden ;-) Sie kennt aber meine Haltung und ist sich bewusst dass ich kein Gebet vortragen werde.

    • (11) 06.07.19 - 23:07

      Es geht auch nicht nur um das, was deine Schwester will, sondern auch um das, was der Pfarrer sagt.

      Von so einem Fall habe ich bislang nichts mitbekommen, aber die meisten Pfarrer, die ich kenne, lassen auch in Hochzeitsgottesdiensten z. B. keine weltlichen Liebeslieder singen, weil es eben ein Gottesdienst ist.
      Ich kann mir also auch vorstellen, dass der Pfarrer sagt: "Hier sollen Fürbitten gehalten werden und kein nettes Gedichtchen vorgetragen werden"
      Um es mal platt auszudrücken;-)
      Jede Taufe ist ja ein öffentlicher Gottesdienst.

      Ich bin mir z. B. nicht sicher, ob unser Pfarrer das Gedicht oben mit den 2 Händen durchgehen lassen würde.
      Es soll da ja nicht zu Stress kommen, deshalb würde ich einfach vorher wirklich den Pfarrer fragen. Die sind ja in der Regel wohlwollend und würden da auch versuchen, irgendetwas "hinzubiegen".

      • (12) 06.07.19 - 23:24

        ja du hast recht :-) ich will ja nicht für schlechte stimmung sorgen. bin selber nicht bei der Kirche und kenne deshalb die Bräuche nicht allzu gut. Bei uns in der Schweiz wird die Patin (das „Gotti“) oftmals nicht im Zusammenhang mit der Religion/ christlichen Erziehung gewählt sondern eher als Freundin etc.

    (14) 08.07.19 - 15:39

    In dem Moment geht es aber nicht darum, was deine Schwester oder du erwartest. Eine Taufe ist eben eine religiöse Zeremonie und gewisse Sachen gehören dazu. Und da hat der Pfarrer das Sagen fürchte ich.

    Bespreche es also nicht nur mit deiner Schwester, sondern diese muss unbedingt den Pfarrer fragen und auch erwähnen, dass du eben nicht glaubst und deswegen keine "echte" Fürbitte vortragen kannst.

(15) 07.07.19 - 15:09

Eine Fürbitte ist weder ein Spruch, noch ein Zitat oder Gedicht! Wenn ich die Vorschläge hier lese, geht mir echt die Hutschnur hoch.
Da sind zwar schöne Texte bei, die man sicherlich auch während der Zermonie vortragen kann, aber keiner davon ist eine Fürbitte.
Eine Fürbitte ist eine Bitte an Gott für, in dem Fall, das Wohlergehen des Täuflings. So in etwa:
Herr, wir bitten Dich, dass (Name) auch in schweren Zeiten Menschen um sich hat, denen er/sie vertrauen kann und die ihm/ihr unterstützend zur Seite stehen. Herr, wir bitten Dich, erhöre uns (Das erhöre uns spricht bei uns z.B. die Gemeinde, das kann aber auch etwas abweichen).
So oder ähnlich sind Fürbitten aufgebaut. Die sind manchmal schwierig zu formulieren...wir haben gerade diese Woche wieder eine Familienmesse vorbereitet und an den passenden Fürbitten gebastelt.
LG
Elsa01

  • Na und, warum muss sie sich daran halten? Herr, Vater - wenn ich das schon lese.
    Sie ist für das Kind da und nicht für die Kirche. Über den Sinn der Taufe ganz zu schweigen. Um das Baby von der Erbsünde zu befreien? Wer das auch nur denkt, begeht in meinen Augen eine Sünde.
    Nur gut, wenn sie diese unnütze Zeremonie etwas durcheinander bringt.
    Meine Meinung.

    • Wenn man eine Taufe für eine "unnütze Zeremonie" hält, hat man da auch nichts verloren.

      Ich empfinde deine Wortwahl als sehr angreifend und wenig objektiv auf die Zeremonie bezogen. Auch wenn man einen Glauben nicht teilt, kann man ihm und seinen Zeremonien respektvoll gegenüber stehen, gerade in einer Unterhaltung mit Gläubigen.
      Sehr vielen Leuten ist die Taufe und der christliche Glaube sehr wichtig. Das sollte man nicht beleidigend herabsetzen, nur weil man damit nichts anfangen kann.

      • (18) 15.07.19 - 11:35

        Danke dir dafür!

        Genauso ist es. Jeder soll für sich entscheiden, ob er glaubt oder nicht. Und beides ist für mich ok. Nur wer sich entscheidet bei einer Taufe mitzumachen, soll sich auch an gewissen Regeln halten.

(19) 08.07.19 - 10:32

Ich bin da vielleicht zu pingelig, aber was für einen Sinn hat es, eine Patentante auszusuchen, die "mit der Kirche" nichts am Hut hat? Der Sinn und Zweck eines Patens ist, ein Kind im Glaube zu begleiten und zu bestärken. Du muss sogar während der Taufe (zumindest in der katholischen Kirche) dein Glaube am Altar bestätigen.

Bist du gläubig und hast nur mit der Kirche ein Problem? Dann sollte dir vielleicht nicht so schwer fallen, deine Worte direkt an Gott zu richten. Nichts anderes ist eine Fürbitte. Wenn du aber nicht an Gott glaubst, dann bist du nicht so geeignet für eine Fürbitte, finde ich.

Zu den Fürbitten: eine Fürbitte hat einen ganz bestimmten Aufbau und Sinn und kann nicht durch eine Geschichte oder Gedicht ersetzt werden. Das wurde aber hier schon klar gestellt :-) Rede unbedingt mit deiner Schwester und mit dem Pfarrer und kläre, was genau von dir erwartet wird.

Hier hast du einige Bespiele für Fürbitte für das Taufkind:

https://www.familie.de/baby/fuerbitten-taufe-563634.html

LG

  • (20) 08.07.19 - 14:00

    Danke für deinen Beitrag. Wie weiter oben schon geschrieben, ist bei uns das ‚Gotti‘ nicht für die religiöse Erziehung gedacht, sondern eher als zusätzliche Bezugsperson. Ich habe kein ‚Problem‘ mit der Kirche, ich bin einfach seit Geburt nicht Mitglied und glaube selbst nicht an Gott. Trotzdem finde ich, kann ich Gotti des Kleinen sein :-)

    • (21) 08.07.19 - 15:02

      "Wie weiter oben schon geschrieben, ist bei uns das ‚Gotti‘ nicht für die religiöse Erziehung gedacht, sondern eher als zusätzliche Bezugsperson."

      OK. Wenn allerdings das Kind katholisch getauft wird, wird dir die Frage nach dein Glauben definitiv gestellt (wie das bei der evangelischen Kirche ist, weiß ich nicht), denn für die katholische Kirche ist das die Aufgabe eines Patens. Das musst du schon wissen, denn das könnte an dem Tag ein Problem darstellen. Ich habe gestern eine Patenschaft übernommen.

      LG

      • (22) 08.07.19 - 21:56

        "wie das bei der evangelischen Kirche ist, weiß ich nicht"
        Da wird man in der Regel gefragt, ob man möchte, dass das Kind getauft wird und ob man dazu beitragen möchte, das Kind im Glauben zu erziehen. Geantwortet wird mit: "Ja, mit Gottes Hilfe"

    (24) 08.07.19 - 21:04

    Hallo,

    informiert euch da bitte nochmal genau. In Deutschland könntest du gar nicht Taufpatin werden, wenn du kein Mitglied einer christlichen Glaubensgemeinschaft bist.

    Gruß

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