Der Rechtsdruck in Deutschland

    • (1) 09.11.19 - 10:05

      Merkt ihr auch dass in Deutschland, besonders in letzter Zeit, Nationalsozialismus wieder gesellschaftsfähig wird? Oder ist das unbedenklich und es sind eh viel zu wenige. Oder wundert ihr euch woher das Thema plötzlich kommt. Wie denkt ihr drüber?

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      Nationalsozialismus kommt wieder?

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      • Naja, vorerst kommt mal kein Nationalsozialismus. Da sei das Grundgesetz vor.

        Aber der Rechtsruck in Deutschland, Europa und überhaupt auf der Welt ist bedenklich. Dass rechtsradikale Gedanken, Sätze, Meinungen immer weiter in die Mitte vorrücken und salonfähig werden macht mir Angst.

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        (3) 09.11.19 - 16:26

        Mich schocken die Prozentzahlen die die AfD derzeit bekommt. Mein Eindruck ist, dass da die ziemlich konservativen Leute, die so knapp auf der Grenze zum (latenten oder nicht mehr latenten) Rechtsextremismus stehen, ein Forum bekommen. Vorher haben diese Leute vielfach die CDU gewählt - weil auch konservativ. Die CDU wird aber derzeit in vielen Punkten liberaler, also nehmen sie etwas anderes konservatives. Viele der Wähler sind keine wirklichen Neonazis, sondern einfach konservativer als die CDU derzeit. Kenne z. B. einen alten, eher frommen Herrn, der nach der "Ehe für Alle" von CDU auf AfD umgeschwenkt ist. Dass die Union sich in der Flüchtlingskrise selber so zerfleischt hat, hat nicht unbedingt geholfen und vor allem, dass man bei gerechtfertigten Bedenken oft sofort zum Nazi deklariert wurde. 2015 war ich an der Uni und da warst du schon ein "Nazi" wenn du nur gesagt hast, dass es "schwierig" wird, alle Flüchtlinge aufzunehmen. Klar kriegt dann der rechtsextreme Flügel zuwachs.

        Allerdings ist der auch nicht sooo gesellschaftsfähig, die AfD z. B ist ja immer wieder öffentlich in der Kritik.

        Schwieriger finde ich da die linksextreme Ecke. Da sagt nämlich keiner was. Nach Krawallen wie in Hamburg damals kommt dann, dass das "nicht links" sei. Stell dich mal nach einer Hetzjagt in Chemnitz hin und sag, dass das "nicht rechts" sei.

        Beide Extreme haben im Grunde genommen denselben Ursprung und ein Linksradikaler handelt und denkt nicht viel anders von einem Rechtsradikalen. Es ist ja auch National-SOZIALISMUS.

        Beide Extreme sind gefährlich und je weniger man sie beachtet, desto gefährlicher werden sie.

        Die Zeitzeugen vom NS-Regime sind mittlerweile auch schon alt, bzw. tot. Als ich zur Schule gegangen bin, gab es teilweise schon Diskussionen, dass wir (also unsere Generation) ja nicht Schuld an Hitler sind, etc. Die Leute haben keine Lust mehr, für etwas zu buckeln, was vor über 70 Jahren war und Deutschland schafft kein gesundes Mittelmaß zwischen wachgehaltenen Erinnerungen und Schuldübertragung auf eine Generation, die damals noch nicht lebte. Langsam erwächst wieder Nationalstolz.
        Das Problem ist aber auch, dass jeder, der ein bisschen stolz auf seine Herkunft ist, sofort verurteilt wird. Warum laufen zum Beispiel die Anti-Recht-Demonstrationen unter Regenbogenflagge (habe nie verstanden, was das damit zu tun hat)? Eigentlich müsste man unter deutscher Flagge demonstrieren, um die eben nicht den Rechtsradikalen zu lassen und zu zeigen, dass Deutschland eben nicht Ausländerfeindlich, etc. ist. Macht aber keiner. Dadurch wird Nationalstolz weiter tabuisiert und drängt weiter in die Extreme.

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        • (4) 09.11.19 - 17:20

          Das strotzt ja nur so vor Whataboutism.

          "Aber die Linken sind ja noch viel schlimmer..."
          Die paar "linken" Chaoten und Verbrecher haben keinen Rückhalt in der Bevölkerung und keinen politischen Arm. Da sagt nicht "keiner was", da sind sich alle einig, dass man sowas nicht dulden kann. Und die sind weniger Thema, weil sie keine 25% Befürworter haben, sondern im politischen Spektrum so gut wie keine Rolle spielen.
          Die Partei "die Linke" mag hin und wieder etwas weltfremd sein, mit der SED von damals hat sie nichts mehr zu tun und ist sicher nicht der politische Arm der linken Randalierer.
          Jetzt hab ich über die Linken mehr geschrieben als ich wollte. Dabei wollte ich damit doch abwarten, bis dahin wenn man hier einen Linksruck befürchten muss;-).

          Dann behauptest du, die Leute müssten "buckeln" für etwas, das vor 70-80 Jahren geschehen ist. Ich musste das noch nie, ich kenne auch niemanden, der das musste. Im Gegenteil, die meisten, die ich kenne, finden das auch entsetzlich, was damals passiert ist. Aber das ist ja die typische Opferrolle...mimimi.

          Und dann dürfen die armen Deutschen nicht stolz auf ihre Herkunft sein...auf was ist man denn da "stolz? Ich *freue* mich, in Deutschland zu leben, weil man es hier trotz aller Probleme, die es auch gibt, verdammt gut hat. Und ich mag meine badische Heimat, die Landschaft, die Städte, die Leute und das Wetter#sonne. Ja, ich frag mich echt, wofür einer den Nationalstolz braucht.

          Und wenn dann noch "die Nationalsozialisten waren eigentlich links" kommt...
          vielleicht war" es könnte schwierig werden, alle Flüchtlinge aufzunehmen (ja, wäre es; es kommen ja aber nicht *alle*) auch nicht das einzige, was man da so an der Uni gesagt hat...

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          • (5) 09.11.19 - 17:45

            Ich wollte den Rechtsextremismus nicht kleinreden. Natürlich hat die AfD durch die vielen Stimmen viel politische Macht und da muss sich auf jeden Fall etwas ändern.

            Der linksextreme Arm in der Politik ist nicht so stark, aber die sollte man m. E. trotzdem nicht aus den Augen verlieren.

            Das "Buckeln Müssen" war bei uns in der Schulzeit (ist noch nicht so lange her;-)) ein großes Thema, weil viele Leute durch die Art, wie es im Unterricht aufgenommen wurde, eben dieses Gefühl bekommen haben, das auch unsere Generation dafür noch Geradestehen/"büßen" muss.

            "Stolz" ist ein etwas plakatives Wort, das gebe ich zu, "frohsein" trifft es wohl eher;-) Ich will mir auch nicht ganzjährlich eine deutsche Flagge ans Haus hängen:-p
            Ich habe aber bei einigen Leuten den Eindruck, dass man direkt schief angeguckt wird, wenn man sagt, dass man froh ist, aus Deutschland zu kommen, weil wir hier ein so gutes Sozialsystem etc. haben.

            Und das war an der Uni teils der einzige Satz. Einer ist auch an die Decke gegangen, als es darum ging, dass die Straftäter aus der Silvesternacht 15/16 ausgewiesen werden sollen. Er konnte absolut nicht verstehen, weshalb.

            Ich finde aber eigentlich, dass man nicht darüber diskutieren muss, dass 27% für die AfD mehr als erschreckend sind. Ich halte es - trotz Absicherung durchs GG - für einen großen Fehler, das zu verharmlosen.

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            • (6) 09.11.19 - 17:49

              Hab grad noch mal gelesen, was ich oben geschrieben habe. Das mit dem "Schwieriger finde ich ..." war blöd ausgedrückt.
              Das sollte nicht heißen, dass ich derzeit den linken Flügel gefährlicher finde, als den rechten, sondern dass ich es schwierig finde, dass der (anders als der rechte Flügel) kaum kritisiert wird, bzw. Kritik oft darauf verweist, dass das Ausnahmen oder kein linkes Verhalten sei.

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            • Ich finde, bereits dieser kurze Textverlauf zeigt das große Problem dieser ganzen Diskussion.
              Satos versucht zu umreißen, was sie problematisch findet und ich habe den Eindruck, sie positioniert sich gegen Extremismus jeglicher Art.
              In ihrem Umfeld (Uni) scheint auch Linksradikalismus eine Rolle zu spielen, das muss nicht kleingeredet werden.
              Wenn diese Diskussion ohne "mimimii" und Relativierungen auskommt, wird sie vorangeführt werden. Wenn nicht, fliehen die Menschen weiter an die Ränder.

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              • "ich habe den Eindruck, sie positioniert sich gegen Extremismus jeglicher Art."
                Ja, das tue ich;-)

                "Wenn nicht, fliehen die Menschen weiter an die Ränder."
                Habe ich versucht, im ersten Post zu erklären, wenn auch nicht so schön prägnant wie du:-)

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                Und ich finde es bedenklich, wenn in einer Diskussion, die ganz klar, den Rechtsruck als Thema hatte, dieser gleich wieder mit "aber die Linken sind noch schlimmer" relativiert werden muss.

                Mag sein, dass Satos in einer Gegend lebt, die Probleme mit den Linksradikalen hat. Kann man auch diskutieren. Aber um die ging es hier gerade nicht. Sonst werfe ich noch den Klimawandel ein, der ist auch ein Problem, um das geht es hier aber auch gerade nicht.

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                • Nur hat sie es nicht relativiert, sondern gesagt, dass sie beides bedenklich findet.
                  Auch steht da nichts von schlimmer. Sie schreibt, sie findet es schwieriger.

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                  • Das ganze posting war ein einziges Relativieren. Ich kenn die ganzen Stilmittel zur Genüge. Aber natürlich kann man das nicht sehen wollen.

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                    • Mag sein, aber deine Antworten sind genauso Standardschablonen.
                      Das sage ich nicht, um dir auch was Gemeines zu sagen, aber diese Antwort war zu 100% vorhersehbar und auch die kennt man zur Genüge.
                      Deshalb wird sich die Diskussion hier genau so im Kreis drehen wie überall sonst auch.
                      Letztendlich bleibt nur der Eindruck, dass keiner dem anderen zuhört.

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                      • Ja natüelich war das vorhersehbar, was ich schreiben würde.Was soll man denn sonst auf ein posting schreiben, das jedes AFD-Klischee zitiert, wenn man kein AFD-Versteher ist.

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                        • Inhaltlich entkräften, wenn etwas nicht haltbar ist.
                          Nicht sofort ein Etikett verpassen, dann gibt es vielleicht eine gewinnbringende Diskussion.

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                          • Wenn eine Diskussion gewinnbringend zu werden verspricht, mach ich das. Die wird sicher eh bald gelöscht.
                            Das waren genau die gleichen Sprüche wie man sie immer auf den AFD-Fanseiten liest. Was soll man denn da diskutieren, wer solche Sprüche bringt, will das nicht. Wer eine Meinung hat, will keine Fakten. Im übrigen hab ich es versucht...

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                            • (16) 09.11.19 - 22:31

                              Langsam finde ich es echt hart. Was habe ich geschrieben, das auf AfD-Fanseiten zu lesen ist? Das ich die Wahlergebnisse der AfD erschreckend finde? Oder das ich jede Form von Extremismus für gefährlich halte?

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                              (17) 09.11.19 - 23:06

                              Ich habe übrigens oben für " Ja, definitiv! Man muss was dagegen tun!" gestimmt und frage mich, wer um alles in der Welt findet, dass "nichts verkehrt daran" ist, dass derzeit in vier Bundesländern eine Partein zweitstärkste Kraft ist, deren Vorsitzender eine türkischstämmige Politikerin "in Anatolien entsorgen" will.

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            (18) 09.11.19 - 19:03

            Ich kann mir unter "buckeln müssen" ernsthaft nichts vorstellen. Meine Schulzeit ist 30 Jahre her. Wir hatten natürlich in einigen Fächern, Deutsch, Geschichte, Gemeinschaftskunde, Religion...) Nationalsozialismus intensiv als Thema, wir haben eine Konzentrationslagergedenkstätte besucht und wir fanden es entsetzlich. Vorwürfe? Von wem? Waren die Lehrer nicht auch Deutsche? Deine Lehrer waren ja vermutlich in meinem Alter...dass weder meine noch deine Generation schuld war ist doch klar. Aber wir tragen doch trotzdem als Nachfahren eine Verantwortung, wachsam zu sein.

            Ein linkes Problem erkenne ich derzeit nicht. Sobald es eines gibt und 15 oder 25% der Bundesbürger Verständnis für randalierende Autoabfackler haben, geh ich völlig mit dir konform, dann muss man dagegen vorgehen. Nein, vorher schon, aber von solchen Zahlen sind wir weit weg. Ich hab wirklich noch nie gehört, dass jemand für die Verständnis hatte.

            Und mit dem Ausweisen ist es halt oft nicht so einfach. An sich bin ich ja meistens dafür, dass Leute da wo sie straffällig wurden auch bestraft werden. Dann muss die überhaupt ein Land wieder aufnehmen. Dann ist die Frage, was dort mit ihnen passiert. Es sagt sich halt so leicht, dass man die wieder ausweisen muss.

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            • Dann lebst du vermutlich nicht in Berlin oder Hamburg.

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              (20) 09.11.19 - 19:27

              Die Lehrer waren Deutsche. Es waren auch keine direkten Vorwürfe, aber unterschwellig kam es der Mehrheit der Schüler so vor. Wir hatten da in den Pausen einige Diskussionen drüber.
              "Aber wir tragen doch trotzdem als Nachfahren eine Verantwortung, wachsam zu sein." Ja, die haben wir.
              Ich erinnere mich auch an eine Diskussion, wo ein Mitschüler so genervt von dem Thema und der Art, wie es behandelt wurde, war, das er selbst diesen Punkt indirekt von sich gewiesen hat. Das fand ich sehr bezeichnend.

              Vielleicht ist es eine Sache des Umfeldes, aber gerade an meiner Uni gab es sehr viele sehr linke Leute und die haben Verständnis für Autoabfackler gezeigt und teils auch selber randaliert.

              Ja, das mit dem Ausweisen ist nicht so einfach. Darüber kann man ja auch sachliche Diskussionen führen, egal, welche Meinung man da hat. Besagter Kommilitone ist allerdings überhaupt nicht auf die Situation in den Herkunftsländern etc. eingegangen.
              Schon als es noch ganz oberflächlich darum ging, hat er absolutes Unverständnis gezeigt (mit Nazi-Vorwürfen), wie man überhaupt darüber nachdenken kann, und wollte auch keine sachlichen Argumente (selbst solche mit Vorbehalten) hören.
              Wenn ich bedenke, wie viel Einfluss er im Beruf auf andere Leute nehmen kann und wird, macht mir das schon Sorgen.

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              • (21) 09.11.19 - 19:40

                Dann fände ich es gut, wenn du einen Thread aufmachst, wie man mit den Linksradikalen umgehen kann. Ich will gar nicht bestreiten, dass die in manchen Gegenden ein Problem.sind. Aber die Rechten werden langsam überall zu einem.
                Ich find es nur blöd, in einem Thread über den Rechtsruck über linke Idioten diskutieren zu wollen.

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                • (22) 09.11.19 - 22:27

                  Ich wusste nicht, dass es gleich so dramatisch ist, in zwei kurzen Absätzen von einem ziemlich langen Post auf Linksextremismus zu verweisen, wenn ich ansonsten über Rechtsextremismus rede;-)

                  Zu sagen, dass ich "jedes AfD-Clichée zitiere" halte ich für übertrieben.
                  Ich habe nie geschrieben, dass Linksextremismus gefährlicher ist als Rechtsextremismus und explizit geschrieben, dass ich die Wahlergebnisse der AfD, etc. für sehr bedenklich halte.
                  Ich habe auch nicht versucht, zu relativieren, sondern eine mögliche Erklärung dafür zu finden, woher das Thema kommt - das war immerhin eine Frage im Ausgangspost.

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      (23) 09.11.19 - 18:13

      So ganz kann ich das nicht stehen lassen.
      Die Randalierer von Hamburg sind ganz gewiss kein Sozialisten im Sinne der Partei 'Die Linke', falls Du darauf anspielst. Ideologisch liegen zwischen den gewaltbereiten Autonomen und 'Die Linke' Welten. Ungefähr genauso viele, wie zwischen der CDU und dem Attentäter von Halle.
      Ausserdem macht es für mich einen Unterschied, ob Autos in Brand gesteckt oder Menschen ermordet werden.

      Und Nationalstolz? Patriotismus war nach meiner Meinung noch nie ein Problem in D. Die Art von Nationalstolz, die die eigene Nation als besser als andere darstellt, sehr wohl. Und das gilt für alle Nationen.
      Genausowenig gibt irgendwer der heutigen Generation die Schuld am Holocaust. Das aber aus Geschichte Verantwortung entsteht, ist wohl unbestritten (und das gilt ebenfalls für jede Nation).
      Wenn ich auf etwas stolz sein möchte, dann kann ich nicht einfach die dunkelsten Kapitel einfach so streichen oder sagen 'Fliegenschiss'. Vielleicht kann ich stolz sein auf die Lehren, die gezogen wurden oder daß eine Nation den Turnaround von einer menschenverachtenden Diktatur hin zu einer humanistischen, demokratischen Gesellschaft geschafft hat. Blöderweise sieht daß aber momentan nicht so aus, als ob unsere Nation das tatsächlich geschafft hätte.

      Grüsse
      BiDi

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      • (24) 09.11.19 - 18:26

        Nein, ich wollte nicht explizit auf die Partei anspielen, nur allgemein auf die Linksextremen, die recht wenig Beachtung finden. Das halte ich für bedenklich, auch wenn sie nicht so eine große politische Bühne haben wie z. B. die AfD. Ich habe mich oben auch etwas krass und missverständlich ausgedrückt ...
        Ich habe das geschrieben, weil die Frage nach der "Gesellschaftsfähigkeit" im Raum stand und ich da den Eindruck habe, dass linksextrem akzeptierter ist als rechtsextrem.

        Ich hab weiter oben an eine andere Userin in der Antwort geschrieben, dass zumindest bei uns an der Schule oft das Gefühl vermittelt wurde, dass die heutige Generation noch immer für das 3. Reich verantwortlich zu machen ist. Mein (subjektiver;-)) Eindruck ist, dass Deutschland der Spagat oft nicht gelingt, im richtigen Maß damit umzugehen: Nicht zu vergessen und runterzuspielen, aber auch nicht die Schuld auf die heutige Generation zu übertragen. Vielleicht trifft das Wort Scham es besser, dass ich nach dem Unterricht damals das Gefühl hatte, dass ich keinem Juden mehr in die Augen gucken darf.
        Vielleicht waren da aber auch einfach die Lehrer an unserer Schule nicht gut drin:-p

        "Blöderweise sieht daß aber momentan nicht so aus, als ob unsere Nation das tatsächlich geschafft hätte."
        Ja, genau da liegt m. E. das große Problem und irgendwie scheint niemand eine Lösung zu haben.

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    (25) 10.11.19 - 14:37

    Auch wenn du dich inzwischen mehr erklärt hast, zeigt der Post doch genau das, was meiner Meinung nach das Größere Problem ist:

    "Viele der Wähler sind keine wirklichen Neonazis, sondern einfach konservativer als die CDU derzeit."

    Ja, die CDU hat sich verändert.
    Das ist sicher Grund genug für viele, sich nach Alternativen umzuschauen.
    Aber sich Ruine Nazi-Partei als Alternative auszusuchen, hat jeder der das macht selber zu verantworten.
    Das kann nicht mit Veränderungen in der CDU gerechtfertigt werden.
    Zumal die AfD sich nicht mal mehr Mühe gibt, den rechten Flügel zu verharmlosen.


    "dass man bei gerechtfertigten Bedenken oft sofort zum Nazi deklariert wurde. 2015 war ich an der Uni und da warst du schon ein "Nazi" wenn du nur gesagt hast, dass es "schwierig" wird, alle Flüchtlinge aufzunehmen. Klar kriegt dann der rechtsextreme Flügel zuwachs."

    Verstehe ich nicht.
    Also dass man schnell in die Rechte Ecke katapultiert wird - ja. Passiert sicher oft und ist nicht richtig.
    Aber NIEMAND muss sich daraufhin tatsächlich dem rechten Flügel anschließen.
    Wenn das pasdiert, war die Unterstellung wohl doch noch so falsch.


    "Schwieriger finde ich da die linksextreme Ecke. Da sagt nämlich keiner was. Nach Krawallen wie in Hamburg damals kommt dann, dass das "nicht links" sei."

    Versteh ich auch nicht.
    Das ist doch Wochen- und Monatelang genau so durch die Presse gegangen.


    ". Stell dich mal nach einer Hetzjagt in Chemnitz hin und sag, dass das "nicht rechts" sei."

    Äh - genau das ist doch passiert!????
    Der BND-Chef persönlich hat diese Meinung vertreten?!


    "Das Problem ist aber auch, dass jeder, der ein bisschen stolz auf seine Herkunft ist, sofort verurteilt wird. Warum laufen zum Beispiel die Anti-Recht-Demonstrationen unter Regenbogenflagge (habe nie verstanden, was das damit zu tun hat)? Eigentlich müsste man unter deutscher Flagge demonstrieren, um die eben nicht den Rechtsradikalen zu lassen und zu zeigen, dass Deutschland eben nicht Ausländerfeindlich, etc. ist. Macht aber keiner. Dadurch wird Nationalstolz weiter tabuisiert und drängt weiter in die Extreme."

    Auch das ist doch kein spezifisches, sondern ein allgemeines Problem.
    Ich stand durch schon bei einer Anti-Bush-Demo neben jemandem, der eine Fahne der Links-Partei schwenkte (und damals waren die auch noch "radikaler") und dachte "ääääh.... will ich hier stehen???"



    Ich find dein Post steht für all die Verharmlosungen, die das Thema mit sich bringt.
    Die enttäuschen CDUler... die Protestwähler, keiner davon eigentlich rechts, aber Herrn Höcke stillschweigend hinnehmend....
    Aus dem Nichts bemühte Links-Vergleiche....
    uswusf...



    Und zur eigentlichen Frage: ja, mir macht das Angst.
    Und deshalb mische ich mich wo es geht in solche Diskussionen ein.

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