Kollege lebt immer noch im armer Student/Azubi Modus?

    • (1) 18.11.19 - 20:03

      Guten Abend,

      Ich verstehe mich mit einem Kollegen ganz gut. Er arbeitet wie ich schon länger im Betrieb, lebt aber im Kopf immer noch so, als wäre er armer Student/Azubi und kein vollwertiger Angestellter.

      Merkt man zb wenn man mal essen geht, was ich inzwischen möglichst vermeide, weil er immer über Geld, seinem Lieblingsthema schwadroniert. Wenn man sich im Restaurant oder so bereits ein zweites Getränk oder einen Nachtisch gönnt, was er nicht mal bezahlen muss, kriegt er Riesenaugen und fragt ob man im Lotto gewonnen hat, wenn man sich sowas leisten kann. Er selber bestellt immer das billigste was er kriegen kann. Ist er eingeladen und darf umsonst essen, langt er dagegen ordentlich zu und rumst sich die Teller am Buffett mehr als voll.
      Zu seinem Einstand im Betrieb hatte er für jeden genau eine belegte Brötchenhälfte kalkuliert. Einem Kollegen hat er mal mit Hängen und Würgen 30 Cent ausgeliehen, aber nur, weil er ihm hoch und heilig versprechen musste, ihm das direkt am nächsten Tag wieder zu geben. Dazu hat er ihn direkt gleich um 8 Uhr vorm Eingang abgepasst.

      Wie geht ihr mit solchen Leuten um? Bzw kennt ihr auch solche Beispiele?

      Lg

      (4) 18.11.19 - 20:11

      Er ist schlicht ein Geizkragen. Das kann er ja gern so halten, allerdings würde ich nicht dazu beitragen, dass er sein offenkundig psychisches Problem mit Geld an mir auslebt. Dazu gehört beispielsweise auch, dass ich mir rundheraus verbitte, dass er meinen Konsum kommentiert.

        • (9) 18.11.19 - 20:58

          Teilweise lauscht er gerne die Geschichten Anderer...Urlaubserlebnisse und anderes. Will alles bis ins kleinste Detail erörtert haben.
          Wenn man dann sagt, ja dann mach doch auch mal Urlaub in Griechenland, wenn dich das so interessiert.... Da wird dann wieder direkt abgewunken.

(10) 18.11.19 - 21:17

"Kriegskind kann alles gebrauchen"

Schonmal gehört? Denk an deine Großeltern.
Vielleicht ist er nicht (nur) geizig, sondern (auch) ängstlich und "traumatisiert" von der Entbehrungserfahrung. Oder er gibt es für andere gewünschte oder nicht änderbare Posten aus.

Ich persönlich finde es eher anmaßend, eine Erwartung an die Ausgaben anderer Leute zu haben.

Das dich das jammern nervt, ist eine andere Sache. Verständlich. Vielleicht wünscht er sich Nachfragen.

  • Ich war auch lange Student und hatte kaum Geld. Bafög bekam ich nicht, weil ich den Leistungsnachweis nach dem 4. Semester nicht erbringen konnte (hatte Gründe, wurde aber nicht anerkannt), Zeit zum Jobben hatte ich auch nicht wirklich, weil mein Studium sehr zeitintensiv war (war an den meisten Tagen von morgens 8:00 bis 18:00 oder länger in der Uni mit einer Mittagspause von teils weniger als 30 Minuten). Meine Eltern haben zwar getan, was sie konnten, um mir meinen Lebensunterhalt zu finanzieren, aber ich hatte immer weniger Geld (bis zu 30%) als die Studenten, die Bafög bekamen.
    Selbst nach dem Abitur habe ich noch keine großen Sprünge machen können. Während meiner Weiterbildung hatte ich in München (!) gerade einmal 1600€ brutto (Netto unter 1000€, davon konnte man in München nur gerade eben über die Runden kommen). Natürlich war ich gezwungen sparsam zu leben, und ich bin auch heute noch ein eher sparsamer Mensch, aber wenn ich mit Freunden zum Essen gehe, nehme ich ganz sicher nicht das günstigste Gericht und mach schon gar nicht die Freunde noch an, wenn sie sich ein 2. Getränk oder einen Nachtisch gönnen. Und wenn ich aus irgend einem Anlass einen ausgebe, plane ich auch da soviel ein, da nicht genau für jeden ein halbes Brötchen rausspringt (Schon gar nicht, wenn ich mir den Ranzen vollschlage, sobald mal etwas umsonst ist!).
    Ich hab überhaupt kein Problem damit, wenn jemand für sich selbst kaum Geld ausgibt. Aber die Ansprüche, die man an sich selbst stellt, müssen nicht zwangsläufig auch für andere gelten.

    LG

(12) 19.11.19 - 09:45

Hallo!

Wir haben im Musikverein so jemanden. Passender Weise ist sie Schwäbin (denen sagt man ja immer einen gewissen Geiz nach). Getränke für die Pause und den Schoppen hinterher besorgt unser Kassierer, jeder zahlt einen bestimmten Obulus pro Getränk.
Diese eine Mitspielerin allerdings nimmt NIE von diesen Getränken sondern bringt sich immer ihr Leitungswasser von Zuhause mit. Gut, das kann sie ja machen, damit habe ich erst einmal gar kein Problem. Aber bei uns ist es auch üblich, dass jemand, der Geburtstag hatte, eine Runde ausgibt und die Getränke des Abends bezahlt. Wenn Kinder Geburtstag haben, bringen sie meist etwas süßes für jeden mit, das finde ich auch OK. Diese Mitspielerin hat aber auch noch nie eine Runde ausgegeben. Mittlerweile sind wir soweit, dass wir schon mit der Dachlatte winken, ob sie nicht auch mal ihre Runde ausgeben will, das ignoriert sie schlichtweg. Sie zeigt sich auch nie erkenntlich, wenn jemand im Urlaub ihre Pflanzen versorgt o.Ä.
Und neulich waren wir zum Probenwochenende in einer Jugendherberge, hier hatten wir für nachmittags Kaffee und Kuchen gebucht, wahlweise gab es den üblichen Jugendherbergstee, Filterkaffee oder Kakao. Sie fragt mich, ob es nichts anderes zum Kaffee gibt, ich hab ihr gezeigt, dass es auch noch einen Kaffee-Automaten gibt, der Kaffee hieraus war aber kostenpflichtig (kein üblicher Automat, wie er auf jedem Bahnhof steht, sondern ein Vollautomat, der Kaffee war super und mit 1,50 für ein Glas Latte macchiato auch nicht zu teuer!). Nö, dann trinkt sie lieber Leitungswasser.

Was dabei fast das Schlimmste ist - sie merkt dabei gar nicht, dass sie sich mit ihrem Geiz zum Gespött des ganzen Vereins macht. Ich bin mir aber sicher, dass sie nächste Woche beim Helferfest, wo der Verein sämtliche Kosten übernimmt, ordentlich zuschlagen wird.

LG

  • (13) 19.11.19 - 10:26

    Ich bin mir aber sicher, dass sie nächste Woche beim Helferfest, wo der Verein sämtliche Kosten übernimmt, ordentlich zuschlagen wird.


    ---------------------
    Ja, genau, sowas kenne ich von ihm auch. Demnächst ist wieder Weihnachtsfeier.
    Bei der letztem hat er zusätzlich Tupperdosen mitgebracht und sich Essen für Zuhause eingepackt. Gleich essen für mehrere Tage gespart und das sagt er auch noch stolz, als er sich Wildragout, Lammfilet, Kartoffelkroketten und Gemüse einpackt.

    Einmal hab ich ihn in der Stadt gesehen und ihn auf EINEN Kaffeegetränk eingeladen.
    Er: Nur eins? Bist wohl gerade knapp bei Kasse, wenn du solche Vorschriften machst. #rofl

    • (14) 19.11.19 - 10:30

      Der hätte seinen Kaffee gerade selbst zahlen können. Auf den Satz hätte er von mir zu hören bekommen: "Oh, stimmt, der Monat ist ja schon bald wieder rum, da reicht mein Geld nur noch für meinen Kaffee!)

      Aber das mit den Tupperdosen ist ja schon auch ein starkes Stück! Da fehlen einem ja die Worte!

      LG

      • (15) 19.11.19 - 10:41

        Ich kenne es auch so, dass man wenn man von jemandem mitgenommen wird,
        etwas Geld als Dank dafür dem Fahrer gibt.
        Er fragte mich total entsetzt: Echt jetzt?! Wieso dass? Du musst doch sowieso bei Kaufland vorbeifahren!
        Das war auch das letzte Mal, dass ich ihn mitgenommen habe.

(16) 20.11.19 - 19:39

Ich entstamme einem ur-schwäbischen geschlecht. Und so benimmt sich keiner meiner ( verdammt grossen ) Sippe. Das ist peinlich.
Wir sind sparsam, aber nie im leben würde sich einer erdreisten die Geburtstag Runde nicht zu zahlen, das ist eine frage des anstandes.
Allerdings hat meine oma im Restaurant immer ne Tupper Schüssel für reste in der Tasche gehabt. Kriegskind. Aber feiern können die Schwaben...da darf es an nichts fehlen.

Ausserdem sollte man doch inzwischen wissen, das der Schwabe ein wegen Geiz ausgewiesener Schotte ist:-D

  • Mein Mann war auch urschwäbischer Aboriginie#cool - sparsam war er, aber zu keiner Sekunde geizig. Er hasste solche Typen wie den Kollegen der TE buchstäblich - und sagte das auch immer unverhohlen.
    Tupperschüsseln sind innerfamiliär bei uns aber auch üblich. Auch wenn ich mein befreundetes junges Paar mit 2 Kindern einlade, sage ich schon, bring was mit, dann brauchst du morgen nicht zu kochen. Ich koch eh immer zuviel.
    Aber das sagt man dann schon extra. Bei Fremden oder gar ein Buffet abräumen - ganz sicher nicht.
    LG Moni

    (18) 20.11.19 - 21:55

    Das mir dem Schwäbischen kam jetzt wohl anders rüber als es gemeint war. Ich weiß durchaus, das die meisten Schwaben sich nicht so verhalten, wie diese Frau. Das sind halt diese Klischees, aber dieses Mädel erfüllt dieses Klischee einfach zu gut.
    Sorry also, wenn ich Dir auf den Schlips getreten bin 😎.
    LG

    • (19) 21.11.19 - 09:42

      Das passt schon. Diese frau ist wirklich sehr gezig. Und ich fühle mich keineswegs angegriffen.
      Ich persönlich kenne niemanden der so geizig ist. Aber da ist jeder anders gestrickt.
      :-)

(20) 19.11.19 - 12:35

Ich war lange genug berufstätig, um auch solche Vögel zu kennen. Zu einem Geburtstagskaffee von mir kam mal ein Kollege, der NIE was ausgab und von mir auch nicht eingeladen war. Ich sagte nur kurz und knapp: " Wenn es Ihnen sonst keiner sagt, dann mache ich das jetzt. Ich mag keine Schnorrer und Geizhälse, den Kuchen hab ich schon verplant"
Am Buffet würde ich ihn wohl fragen, ob ihm das nicht peinlich ist, wie er sich den Teller voll lädt. Manche verstehen nur Klartext. Im Restaurant würde ich ihm sehr deutlich sagen, dass es ihn absolut nichts angeht, was ich ausgebe.
Direkteres Argument gefällig? ;-) Besorg Dir von irgendwoher einen alten Hut, leg ihm den mit einem freundlichen Grinsen hin mit dem Satz: "Bitte setzen Sie sich damit in die Fußgängerzone, aber verschonen Sie endlich Ihre Kollegen mit Ihrer angeblichen Armut" ..... oder so ähnlich ;-)
Furchtbare Menschen, solche Geizhälse.
LG Moni

(21) 19.11.19 - 14:09

Ich habe solche Leute auch schon kennengelernt, und ich finde solch einen Geiz extrem abstoßend.
Vor allem, wenn so jemand noch Tupperdosen zum Buffet mitbringt.:-p

(22) 19.11.19 - 14:22

Hallo,

Ich hatte mir mal nen Typen angelacht, der auch extrem geizig war. Kein Essen im Kühlschrank, aber ne Rolex an der Hand. Die Wohnung war bis auf eine Couch und einem TV leer, nur der Schrank gab ein paar Anzüge her... Er musst ja nach äußen hin was darstellen. Nein, er musste nicht für die Rolex auf alles verzichten, er hat das Geld auf dem Konto gehortet, damit er sich mal ein Haus in bar kaufen kann.

Er hat sich aber bei mir immer gut durchgefressen, am liebsten noch die Reste mit heim genommen.

Ich war so schnell weg wie ich laufen konnte 😆 Sparsamkeit in allen Ehren ... Aber das ging gar nicht

Grüssle

(23) 19.11.19 - 16:11

>>>Wie geht ihr mit solchen Leuten um?<<<

Am liebsten gar nicht.

Ich würde mich so weit wie möglich distanzieren oder mal Tacheles reden.

(24) 20.11.19 - 22:10

ich hab auch ne nette Geizhals-Story!
Mein Bruder ist so geizig, dass er die 30km auf dem Rad zur Arbeit fährt.
Weil das sehr anstrengend ist, ist er auf die Idee gekommen, alles möglichst leicht zu machen. Hat unter anderem vom Rad die Pedale abgebaut (immerhin 150g, oder so #augen) und statt Schuhe trug er Badelatschen.
Im Juli ist er ohne Licht in der Nacht gefahren und wurde von einem Auto gestreift.
Eine ganze Armee an Schutzengeln muss am Werk gewesen sein, denn er hat sich nur die beiden großen Zehen gebrochen.
Als wir bei einer Familienfeier zusammen saßen meinte er über eine Freundin, dass er es unangebracht findet, dass sie ihr Baby per Kaiserschnitt entbindet und sich sterilisieren lässt und die Kasse das auch noch zahlt (sie hat Kalknieren und darf nicht noch mal schwanger werden). Das wären unnötige Kosten für die Krankenkasse, die ER ja mitzahlt...
Zu dem Zeitpunkt bekam er bereits seit 6 Wochen Krankengeld.
Ich habe zu ihm gesagt, dass er die Krankenkasse noch viel mehr Geld kostet, weil er kein Licht hatte und keine Schuhe trug.

Solche Leute brauchen ne schnelle, passende Antwort. Und ja, man kann sich auch mal ein Thema verbitten. Das habe ich inzwischen auch lernen dürfen.

(25) 21.11.19 - 10:07

"Wie geht ihr mit solchen Leuten um?"

Ich scheue solche Leute wie der Teufel das Weihwasser ... mit Geiz und dann auch noch so demonstrativ ausgelebt, kann ich gar nicht umgehen ... und bei Sozialneid und "Lottogewinn"-Sprüchen bekomme ich das Kotzen ... sorry, aber mich triggert so was, weil ich als Kind schon unter sozialneidischen Leuten (Erwachsenen) zu leiden hatte.

Wenn ich solche Leute nicht aus meinem Leben verbannen kann, gehe ich ihnen möglichst aus dem Weg ... mit so einem Kollegen würde ich nur noch auf rein beruflicher Ebene verkehren ...

... und sollte er in meiner Gegenwart dann noch wieder mal so einen Spruch machen, würde ich ihm einen einschenken ...

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