Lebensstandart vs. materielle Nachhaltigkeit

Das Thema Nachhaltigkeit ist vielfältig mir geht es aber um die materielle Nachhaltigkeit , auch hier in Beiträgen fällt das Wort nachhaltig immer öfter . Nachhaltigkeit ist gut und wichtig allerdings frage ich mich manchmal wie man Nachhaltigkeit im Bezug auf materielle Dinge eigentlich definiert bzw. ob die Nachhaltigkeit bei materiellen Dingen wie Kleidung und Gegenständen oft nicht auch einfach nur vorgeschoben wird .
Nachhaltig = Dinge möglichst lange nutzen , Dinge reparieren , Dinge gebraucht kaufen

Im Beitrag neu oder gebraucht ist das Wort Nachhaltigkeit sehr oft gefallen . Kleidung und Spielzeug kauft man gerne gebraucht viele schrieben aus Gründen der Nachhaltigkeit . In einem völlig anderen Beitrag wo es um das Thema wie wichtig ist Geld geht ist das Wort Nachhaltigkeit auch einmal gefallen . Das , das Leben insbesondere als Familie mit Kindern teuer ist war dort der allgemeine Konsens weiterhin hieß es gut leben können nicht jeden Cent 2 mal umdrehen müssen auch Eigenheim , zwei Autos oder Urlaub wurden genannt .
Eine Userin schrieb manche definieren ihren Lebensstandart darin möglichst viele materielle Dinge anzusammeln diesen Satz möchte ich aufgreifen . Wie konsequent steht es mit der Nachhaltigkeit bei materiellen Dingen eigentlich ? Wenn man gebrauchtes her nimmt statt neu zu kaufen muss es nicht neu produziert werden und spart Ressourcen aber reicht das wirklich schon um von nachhaltig zu sprechen ? Konsequent nachhaltig wäre es meiner Meinung nach in Kombination mit minimalistisch nämlich dann wenn man nur das was man wirklich benötigt gebaucht erwirbt es zu Ende nutzt / später wieder weitergibt . Oder kauft man nicht doch primär aus ganz anderen ( Lifestyle ) Gründen primär gebraucht (günstiger , Qualität/ Marke die man sich sonst nicht leisten kann oder will , Kinder wachsen schnell raus … ) und hat gebraucht viel mehr Dinge als wenn man sie neu kaufen müsste ? Diese Frage stelle ich mir immer wieder mit Kindern hat man automatisch viele Dinge das bleibt nicht aus ich gehe gerne zu Flohmärkten trotzdem bin ich manchmal erschrocken wie groß die Auswahl an Kleidung pro Größe und Spielzeugmassen auf fast jedem der Tische ist als ich Kind war gab es weniger Möglichkeiten gebrauchtes zu kaufen ich kann mich nicht erinnern das wir solche Mengen pro Größe an Kleidung hatten #kratz.

Ich halte es zu einem stark überwiegenden Teil für Nachplappern von „Trend Buzz Words“, sich selbst schön reden, viel heiße Luft....

Die Allerwenigsten leben tatsächlich „nachhaltig“, meist sind es irrelevant kleine Teilbereiche wo man Dinge intensiver nutzt.

Man muss nur anschauen was alles auf Flohmärkten und Kleinanzeigen verhökert wird und wie viel gleichzeitig bei IKEA neu geshoppt wird. Der helle Wahnsinn, und das ist nur ein sehr kleines Beispiel.

Wer braucht schon Schwiegermutter‘s hässliches Geschirr im Alltag auf? Ich meine bewusst das hässliche, das genauso den Zweck erfüllt.

Autos, Haushaltsgeräte etc werden längst nicht mehr repariert sondern neu gekauft.

Nachhaltigkeit wird nur da hergenommen, wo es gerade ohne Anstrengung passt.
Sobald es unbequem wird, man Unbequemlichkeiten in Kauf nehmen muss oder Unästhetisches akzeptieren muss, ist es vorbei mit Nachhaltigkeit.

Genauso sieht es aus! Keiner ist bereit zu verzichten.

Nachhaltigkeit heißt für mich auch Verzicht. Verzicht auf alles Moderne, was das Leben erleichtert oder verschönert.

Darum sind diese ganzen Diskussionen um Nachhaltigkeit und Minimalismus für mich lächerlich.

Man kann sicher ressourcenschonend im Überfluss leben. Aber ressourcenschonend leben heißt auch, dass man in die Zukunft blickt - auch in die eigene.

Ich besitze locker 15 Umzugskartons mit gebrauchter Kinderkleidung 48-98. Laut Minimalismus müsste ich mich davon trennen, da wir aber wussten, dass wir nach 5 Jahren noch ein Kind wollten, habe ich kein Stück weiter gegeben. Kind #2 wird an Kleidung fast nichts extra brauchen, was Ressourcen , Geld und auch Wasser spart, denn die Sachen sind sauber und vernünftig gelagert und müssen nicht nochmal gewaschen werden.

Lifestyle im Sinne von "Ich muss nicht über jeden 5er nachdenken" ist mir wichtig. Wir sind nicht reich, aber überwiegend sparsam, weshalb unser Kind spontane Besuche in der Eisdiele, dem Indoor Spielplatz oder auch den Beitritt in einem neuen Verein genießen kann. Das gab es in meiner Kindheit nicht.

Nachhaltigkeit kann viele Facetten haben.

Wieviel Platz brauchen bitte 15(!) Umzugskartons nur mit Kinderkleidung??

Für die meisten Familien in Großstädten wohl unbezahlbarer Platz.
Ich habe letztens aus Platzgründen Kartons & alte decken weggeworfen. Hätte ich sicherlich wunderbar iwann verwenden können.

Mein Opa hat auch noch jede schraube aufgehoben & alles repariert. Meine Großeltern hatten ein großes Haus.
(Auch nicht minimalistisch zu zweit)

Damals lag die durchschnittliche Arbeitszeit einer Familie bei 43 Stunden. Heute bei 70.


Meine spontanen Gedanken dazu:

Wir persönlich könnten theoretisch auf allen Luxus verzichten & von einem Gehalt leben. In der eingesparten Zeit könnten wir zb Gemüse in einem Garten anbauen und alles reparieren.
Statt Spülmaschine in der Küche hätte ich dann auch Platz die Kartons & decken aufzuheben und Kartoffeln zu lagern.
Das Geld würde aber nicht mehr für Zahnersatz und Altersvorsorge reichen.
Der Verzicht wäre hart.

Aber schön ist dieser ganze Konsum nicht und macht auch niemanden glücklich.
Aber iwie kommen wir da allein nicht raus hab ich das Gefühl..

Mein Gehalt bezahlt bei uns eine 3-Zi-Wohnung, 4 Zimmer sind unbezahlbar.

Ich habe die Kartons auf dem Dachboden, für andere Sachen kann man den nicht gebrauchen🤷‍♀️

Dass man aus dem Konsumverhalten nicht von heute auf morgen raus kommt, ist klar. Aber auch Kleinvieh macht misst, sodass auch kleine Schritte zeigen große Wirkung, wenn sie millionenfach getätigt werden.

weitere Kommentare laden

Der nachhaltige Lebensstil meiner Eltern hat bei mir als Kind in meiner Seele tiefe Narben hinterlassen.

Ob diese krankhafte Sparerei und Aufheberei aus der Not der Ölkrise geboren war oder nicht, da bin ich mir nicht so sicher.

Bei mir kam es als Lieblosigkeit und Ignoranz an.

Niemals wird mein Kind gebrauchte Dinge auftragen müssen, so lange ich mir das leisten kann, ihm neue Sachen zu kaufen!

Ich habe eine regelrechte Abscheu gegen Dinge, die andere Leute schon getragen haben und mir nicht richtig passen/ gefallen.

Die Generation meiner Großeltern heben heute noch jede Plastiktüte zur Wiederverwertung auf, Pralinen sind grundsätzlich abgelaufen, weil weiterverschenkt wird.

Ich finde das sooo ekelhaft! Wer da mal in einen Voratsschrank geschaut hat, weiß, was ich meine.

Zu Weihnachten habe ich eine original 70er Tupperdose mit Sterndeckel in orange bekommen, naja.

Mit Antiquitäten kann man mich jagen. Höchsten Schmuck finde ich da noch gut.

Die haben nicht aus Nachhaltigkeit, sondern aus Geiz gespart. Das kannst du mit bewusstem und nachhaltigem Konsum nicht vergleichen.
Wenn man nachhaltig denkt, dann schätzt man Dinge wert und entwertet sie nicht, indem man sie kaputt spielt oder liegen lässt (wie die abgelaufenen Pralinen). Deine Großeltern scheinen nicht nachhaltig gelebt zu haben. Es gibt auch eine soziale Nachhaltigkeit, bei der man sich um das Wohl anderer Gedanken macht und schenkt, ohne umweltschädlich zu konsumieren. Geht. Ist halt aufwändiger als geizig zu sein oder gedankenlos zu kaufen.

Und so ist die Mehrheit.

Olles Zeug in orange und grün, Couchtische mit Fliesen, große klobige gemusterte Couch-Kombinationen und vieles mehr wandert schnurstracks zum Sperrmüll, vorrangig weil die Sachen niemanden mehr gefallen und nicht unbedingt wegen echter unreparierbarer Abnutzung.

Wenn man Nachhaltigkeit ernsthaft betreiben wollte, würde es dazu gehören, auch das unliebsame Zeug weiter zu nutzen. Macht kein Mensch. Und dann sollte man sich auch nicht in selbst die Tasche lügen, man sei nachhaltig.

weitere Kommentare laden

Hallo,

ich kann hier nur von mir persönlich sprechen.

Die Nachhaltigkeit ist ein schwieriges Thema und je mehr man sich damit beschäftigt, umso mehr komme ich zu dem Entschluss: Trotz meiner aktuellen Bemühungen leben wir nicht nachhaltig (genug).

Meine Bemühungen zur Zeit:
- Unnötiges bzw. Ungenutztes aussortieren und verkaufen/verschenken oder falls wirklich Schrott = entsorgen
- nur so viel Kleidung kaufen wie benötigt wird (sowohl wir erwachsenen als auch die Kinder kommen mit einem sehr kleinen Kleiderschrank zurecht)
- wenn etwas angeschafft wird, dann aber von guter bis hoher Qualität
- Versuch, weniger Plastik zu verwenden.

Tja, das war es auch fast schon.
Bei Fleisch achten wir darauf, dass es vom Bauern aus der Region kommt - aber Nachhaltigkeit würde wohl eher der Verzicht aufs Fleisch bedeuten .

Kleidung kaufen wir von guter Qualität. Und trotzdem: die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder oder Erwachsene in entfernten Ländern für wenig Lohn unter widrigen Umständen hergestellt haben, ist recht hoch. Also nur noch deutsche Ware kaufen?

Lebensmittel - es gibt so viele Gütesiegel und was weiß ich - da fehlt mir ehrlich gesagt der Überblick.
Manchmal kaufe ich fair gehandelte Ware - hilft das?!

U.s.w.

Es ist ein schwieriges Thema und ich werde mich weiterhin damit auseinandersetzen müssen. Der goldene Mittelweg zwischen Spaß am Leben und Verantwortung für die Welt ist bei uns noch nicht gefunden.

LG

Du sprichst ein wichtiges Thema an.
In der Werbung und in der Politik wird der Bevölkerung suggeriert, Nachhaltigkeit gehe ohne Verzicht.
Nein.
Geht es nicht.
Weg mit dem Individualverkehr!
Weg mit den Eigenheimen!
Weg mit den Elektrogeräten, die nur 1-2 Jahre halten!
Weg mit den Süßigkeiten und Delikatessen im Supermarkt!
Weg mit den Erdbeeren im Winter!
Weg mit den Interneteinkäufen!
Weg mit den Wegwerfwindeln!

Wenn die Leute was nicht haben können, werden sie daran schon nicht eingehen! Es gibt genug! Ich brauch nicht das superspezialmegatolle Irgendwas, was es nicht im Laden gibt!

Wir sind in den letzten 20 Jahren zu konsumsüchtigen Zombies geworden, die die Umwelt ausbeuten, wie es nur geht. Wir fahren vollgas gegen die Wand und die Politik macht freudestrahlend mit und behauptet, dass diese Ausbeutung ein "Lebensstandard" sei!
Und dann latschen welche daher und meinen "der Konsument ist schuld". Nein. Ist er nicht. Nicht die nachfrage fördert das Angebot. Anders herum sieht es aus. Es werden sich techniken ausgedacht, die dafür sorgen, dass die leute kaufen, kaufen, kaufen.
Die Politik ist am Zug diesen Konsumwahnsinn einzudämmen.
Die Konsumenten werden nicht ständig verzichten, wenn mit dem guten Zeug vor der Nase rumgewedelt wird.
Die Konsumenten haben inzwischen absolut keinen Einfluss mehr darauf, wie lange die elektronokgeräte halten, die sie kaufen. Der Toaster für 20 EUR hält genauso lange wie der Toaster für 100EUR.
Es GIBT keinen nachhaltigen Konsum mehr. Die Wirtschaft sieht in u s Konsumenten einfach nur Geldpumpem, die das Geld durch die Kreisläufe pumpen und bei ihnen versickern lassen.

Mich piept das so an, dass in dieser Sache keine Bewegung rein kommt und dass es massive Gegenwehr beim Thema Nachhaltigkeit gibt.

Es werden eindeutig Standards über die Nachhaltigkeit gestellt.

Und wer das nicht tut, wird lächerlich gemacht.

Die Politik soll also massiv in den Handel eingreifen? Mehr Verbote und mehr Gebote? Enteignung des Wohnraums? In einem solchen Land möchte ich nicht leben. Die Folgen wären vielleicht umweltfreundlich, würden aber wohl auf anderer Ebene eskalieren. Niemand kann das wirklich wünschen!
Vielleicht ist das Problem nicht primär der Konsum des Einzelnen, sondern die extreme Überbevölkerung des gesamten Planeten. Wäre dann kontrollierte Fortpflanzung die Lösung? Genauso radikal und genauso wenig friedvoll realistisch.

Länder wie Deutschland leben massiv über ihre Verhältnisse, wenn man den Berechnungen des ökologischen Fußabdruck glaubt. Das macht überwiegende Teil der Bevölkerung. Da rettet auch der Nierentisch nichts.

Hi, frage Dich doch mal selber, inwieweit Du bereit bist, zu verzichten! Ich denke nicht, dass da großartig was bei rauskommen wird. Und damit meine ich jeden Menschen, nicht nur Dich alleine. Auch ich habe mich dieses gefragt und meine Antwort hat mir selber nicht gefallen.

Auf Dinge zu verzichten, die es nicht gibt, das ist ein Leichtes. Aber es gibt alles und wer ist bereit, auf alles zu verzichten?

Ich denke, die Menschheit will sich gar nicht retten. Es wird immer und ewig so weitergemacht wie bisher.

Würde die Menschheit sich retten wollen und auf allen Fortschritt verzichten, können wir wieder den Weg in die Steinzeit einschlagen.

weitere Kommentare laden

"Lebensstandart"?

Die Art im Leben zu stehen?
Eine Art Marktstand?

Wenn man pseudoklug daherphilosophieren möchte, wirken solche Fehler oberpeinlich!

Und wenn man dümmlich den Deutschlehrer raushängen lässt, noch mehr.

Hallo,
Nachhaltigkeit ist ein großes Thema für uns. Nachhaltigkeit bedeutet doch nicht gleich, dass man Möbel aus der Vorkriegszeit auf dem Flohmarkt kaufen muss. Natürlich kann man moderne Möbel gebraucht kaufen. Natürlich wird weiterhin konsumiert, eine Gesellschaft rein ohne Konsum würde nicht funktionieren. Aber man kann bewusster konsumieren und schlicht weniger. Sicher ist es Verzicht, wenn man auf die 20. niegelnagelneue Bluse verzichtet. Aber man braucht die 20. oder 30. Bluse einfach auch nicht. Jetzt werden sich manche denken „Aber wenn ich die 30. Bluse WILL dann will ich sie mir auch einfach kaufen können, ohne auf blabla achten zu müssen“. Da frage ich mich manchmal, ob hier ein erwachsener Mensch spricht oder ein Kind. Ein Urbia-Post einer aufgebrachten Mutter könnte in etwas so aussehen: „Mein Kind hat sich die 30. Barbie/das 30. Videospiel/den 30. Pulli gekauft. Muss das Kind unbedingt so viel davon haben?“

Ja, unsere Möbel sind gebraucht und sie sind auch bewusst gebraucht gekauft und wir sind ziemlich modern eingerichtet. Man kann auch neue Möbel aus recyceltem Material kaufen, auch das ist Nachhaltigkeit. Wir kaufen auch Kleidung gebraucht und auch hier kaufen wir natürlich Dinge, die uns gefallen und passen. Ich hatte nie das Gefühl, mich einschränken zu müssen. Es gibt auch genügend Menschen, die Omas alten Couchtisch nehmen wollen. Warum das wegschmeißen?

Genauso muss man nicht für jeden Pups das Auto benutzen. Wir besitzen kein Auto. Bewusst. Wir fahren mit Fahrrad oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Wir leben in der Stadt, da macht ein Auto ohnehin keinen Sinn. Würde ich mich hier ins Auto setzen, würde ich länger für den Weg brauchen, als wenn ich kurz in die nächste Bahn steige. Die Menschen steigen dennoch in ihr Auto, weil es für sie bequemer ist. Wenn sie das Auto mal stehen lassen sollen, ist es direkt Verzicht, weil es ja unbequemer ist. Für mich persönlich ist das eine reine Einstellungssache und vielleicht auch Gewöhnungssache. Ich habe nicht das Gefühl dadurch zu verzichten. Für mich ist es einfach ganz normal Bahn oder Fahrrad zu fahren. Fertig. Das heißt aber nicht, dass niemand mehr Auto fahren soll. Aber das kann man natürlich bewusster machen.

Muss man dreimal die Woche Fleisch essen? Es ist ja nicht so, als gäbe es nicht genügend andere Lebensmittel, die einem schmecken.

Viele bringen Nachhaltigkeit auch gerne mit Geld in Verbindung. Dann wird gerne darauf verwiesen, dass man alles neu kauft, weil man ja das nötige Geld dafür hat. Geht es darum? Es muss neu sein, um der Welt zu zeigen wie viel Geld man hat? Man bekommt schnell das Gefühl, dass gebraucht Kaufen häufig mit Armut in Verbindung gesetzt wird. Zum Glück gibt es diese Gedanken in unserem Freundes- und Bekanntenkreis nicht.

Nachhaltigkeit bedeutet für mich einen bewussteren Umgang mit Konsum und Verbrauch.

Wer hier die Diskussion um Nachhaltigkeit lächerlich findet, hat sich noch nie wirklich damit auseinandergesetzt und sich leider auch nicht die Mühe gemacht, sich selbst ein wenig zu reflektieren.

Ich bin der Meinung, es gibt einen Unterschied zwischen ich möchte gerne nachhaltig, umweltbewusst und nicht ausbeuterisch leben und eben der Wirklichkeit, wie es im Alltag ist. Ich habe einen Artikel gelesen, da ging es darum, dass die Neuanmeldung von SUV so hoch wie nie ist. Also richtige große verschwenderische Autos, keinen Interessiert die Umwelt. Genauso boomt der Flugverkehr auch weiterhin, niemand will auf das Fliegen verzichten. Weihnachtsgeschenke, alle kaufen und kaufen und kaufen. Wenige sagen bewusst, sie verzichten ab jetzt auf all den "Luxus" den wir immer gewohnt waren und schränken uns wirklich merklich im Alltag ein. Klar, in kleinen Teilbereichen wo es nicht wirklich weh tut, da ist jeder bereit etwas zu ändern. Aber wirklich ernsthaft sein Leben verändern das tun wenige. Eine Kollegin ist mir die liebst, faselt dauernd was über Umweltschutz, Klimawandel und Öko, fliegt aber alle 2 Monate ihre Eltern in einem benachbarten Land besuchen. Würde mit dem Zug ca. 16 Stunden dauern, ist ihr lästig, macht sie nicht. Aber sich über andere aufregen wenn sie irgendwas in Plastik verpacktes kaufen. So Heuchler gibt es leider viele.

Jepp - da stimme ich dir vollkommen zu.

Es wäre schon gaaaaanz viel geritzt, wenn

- Flüge reduziert werden würden
- Ferien öfter zuhause verbracht werden würden
- Kreuzfahrtschiffe nicht mehr wie Pilze aus dem Boden schießen würden
- Plastikverpackungen aus den Supermarktregalen nahezu verschwinden würden

Aber schau dich mal um. So ziemlich jeder verbindet z.B. Urlaub mit "sich was gönnen - man arbeitet schließlich das ganze Jahr über". Und mit Urlaub ist meist auch der Flieger gemeint.:-(

Dann sind wir im Grunde ja alle Heuchler!
Wie klagen alle über den anderen und machen dennoch die eine Sache, die nicht nachhaltig ist.

Ich glaube es ist in Deutschland gar nicht möglich am normalen gesellschaftlichen Leben teil zu nehmen und nachhaltig zu leben. Selbst Minimalisten leben eigentlich über ihre Verhältnisse, weil wir in einem System leben, dass nicht nachhaltig ist.

Ich bin ein großer Minimalismusfan und das wird auch mein Projekt für´s nächste Jahr werden. Ich ersticke in unserem Zeug. Dabei haben wir schon weniger als früher, aber es ist immer noch zu viel. Nicht mal unser Sozialkaufhaus nimmt alles, weil selbst die Armen manche Sachen zu viel haben. Trotz überquellender Kinderzimmer werden in ein paar Tage Berge von Geschenken unter dem Weihnachtsbaum liegen. Nachhaltig leben widerspricht unserem Lebensgewohnheiten, dabei würden wir durch Verzicht auch gewinnen. Ich denke wir haben die Konsumgesellschaft auf die Spitze getrieben und ich freue mich, dass sich da anscheinend Gesellschaftlich etwas ändert. Aber das wird nicht reichen um nachhaltig zu sein und ich frage mich wie unser Wirtschaftssystem damit umgeht, wenn immer mehr Menschen sich dem Mantra des Konsums widersetzen.

Wir steuern in stürmische Zeiten und ich sehr nicht, dass die Politik die Segel richtig setzt.