Suche Gedicht..... Onkel aus Amerika....Asche

    • (1) 08.12.06 - 09:27

      Hallo,

      suche dringend das Gedicht, weiß leider nicht wie es ganz genau heißt. Inhalt ist folgender. Ein Onkel aus Amerika verstirbt, seine Verwandschaft in Deutschland weiß das nicht, und freut sich an Weihnachten, dass ein Päckchen aus den USA kommt, Darin befindet sich die Asche, die Verwandten jedoch meinen, dass es ein super tolles Gewürz ist und backen damit Lebkuchen. Ein paar Tage später kommt dann ein Brief in dem steht, dass die Urne hoffentlich schon angekommen ist.

      Kennt das jemand????? Bitte brauche es dringend für ne Weihnachtsfeier.

      Danke
      LISA

      • (2) 08.12.06 - 13:32

        Waah, das ist ja zum Brüllen... #freu


        WEIHNACHTEN 1946
        (oder ...die Heimkehr von Onkel Schorsch)

        Gleich nach dem Krieg, im 46'er Jahr,
        hats ned vui zum Essen gebn, fürwahr.
        Da war dann des scho allerhand,
        wennst mit am' Bauern warst verwandt.
        Nicht zu verachten war dann aa -
        a Onkel aus Amerika.

        Wer des ned woaß, der is' jetz' still,
        wenn i mei Story Eich erzählen will:

        Am Heiligen Abend, i schrei HURRA -
        a Packl aus Amerika!
        Von unserer lieben Tante Ros'n
        gefüllt mit hoffnungsvollen Dos'n . . .

        Ich reiß' glei auf und reck mein Hals -
        oben drauf glei 3 Pfund Schweineschmalz.
        A Kilo Bohnenkaffee, schau,
        und a große Dos'n mit Kakao.
        Und nebn dro - ach du mei Seel -
        a Büchsn mit Olivenöl.

        Und a große Tütn Reis -
        zwoa Kilo Mehl - wie Schnee so weiß.

        Des alles schrieb die Tante Ros'n
        höchst eigenhändig auf die Dos'n -
        weil wir ja kein Wort englisch könna,
        und sonst ned wissn, was is drinna. -

        Bloss von dera Weißblechdos'n - unten -
        da war des Zetterl verschwunden . . .

        Was könnt' jetz' in der Dos'n sei?
        I steck glei mal mei Nasn nei . . .
        und habs probiert - glei a paar mal -
        des Pulver war geruchsneutral . . .
        Des war ned sauer, war ned siaß, -
        hat gschmeckt wie eing'schlafene Fiaß.
        So ham mia uns den Kopf zerbroch'n,
        was könnt ma' von dem Pulver koch'n?

        Mei Frau moant, 's könnt a Schmankerl sei -
        drum koch ma halt amoi an Brei -
        und haut aa glei mit Milch und Ei
        des Pulver in die Pfanna nei . . .
        Befolgt aa no den Rat der Oma -
        und gibt dazua a Zimtaroma,
        rührts glatt no mit a weng an Schmalz
        und mit 'ner Einbrenn' und am Zwiebel -
        hats wirklich gschmeckt - war gar ned übel.

        Ihr lieben Leut' scho drei Tag drauf -
        klärt mit'am Brief sich alles auf.

        Und Schuld dran, 's is a schwacher Trost,
        warn bloß die Schlamper von der Post -

        Die Tante Ros'n schrieb: "Ihr Lieben" -
        ich schick Euch ein Packet nach drüben -
        mit lauter schönen, guten Sachen,
        ich hoff, daß sie Euch Freude machen.
        Nur was Ihr leider noch nicht wisst,
        daß Onkel Schorsch verstorben ist.
        er war, trotz seiner 80 Jahr,
        immer ein Deutscher, is fei wahr!
        Drum will ich seinen Wunsch Euch künden,
        dahoam möcht er sei Ruhstatt finden.
        Und so sei es, wie es sei -
        setzt ihn in aller Stille bei.
        sei Asche is in der Weißblechdos'n -
        in stiller trauer - Tante Ros'n. -

        Und so ham'wir - wir wern's nie vergessen,
        an Weihnachten unsern Schorschi g'essn . . .



        Das müsst ihr dann eventuell nur noch auf hochdeutsch "übersetzen". :-p

        LG
        Edea

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