Warum bin ich nicht traurig wegen FG???

Hallo,

ich muss was blödes Fragen, dass ist mir schon fast unangenehm. (blödes Wort)
Am 30 November 2003 hatte ich eine Fehlgeburt! 8 SSW.
Ich habe geweint, aber nach zwei Tagen war dann auch wieder gut.
Ein Jahr später kam unser Sohn. 2006 kam unsere Tochter.
Ich war in beiden SS recht gefühlskalt. Nicht so gefühlsdubbelig (das ist nicht böse gemeint) zum Bauch. Ich habe zwar ständig geheult, aber nur so.

Ich habe nicht mit dem Bauch geredet, massiert, Streicheleinheiten oder so

Meine beiden Kinder liebe ich sehr. Über alles. Und bin schon eine kleine Glucke. Und sehr gefühlsduddelig!
Aber ich habe manchmal ein schlechtes Gewissen. warum denke ich nicht an das Sternchen, warum habe ich keinem aus meiner Familie, (außer meinem Mann) davon erzählt.
Als das Thema letztens bei einer Freundin zur Sprache kam, räumte ich Kleinlaut die FG ein. Aber mehr leise, weil ich es für angebracht empfand, aber nicht weil ich traurig war.
Oft lese ich, welch tiefe Bindung die Mütter zu ihren Sternchen haben, aber ich nicht! Ich finde es bewunderswert wie sehr alle an ihren Sternchen hängen, sich die Intialien eintätowieren , Interentseiten machen uns alles. Warum bin ich nicht so???
Und dann zweifel ich an mir, ob ich ein "schlechter" Mensch bin. Dass ich traurig sein muss. Aber nicht bin.
Ich denke immer, wenn es anders gekommen wäre. Wenn das erste Kind gesund gewesen wäre, dann wäre ich zwar glücklich. (Natürlich so glücklich wie jetzt) Aber ich hätte die anderen zwei Kinder nicht, Und die beiden möchte ich nie vermissen.


Ich fühle mich schlecht deswegen und habe sogar ein wenig Angst diesn Thread zu eröffnen, weil mich viele jetzt sicher für Herzlos halten.
Ich versteh mich ja selber nicht. Ich bin ansonsten ein sehr emotionaler Mensch!

Grüße Knesa

Hallo

warum muß man traurig sein?
Ich denke das man das recht gut verkraften knn wenn es so früh geschieht.
Du liebst deine Kinder und das ist die Hauptsache!!!!!!
Wozu sich dann mit "alten Lasten" beschäftigen wenn man sich über die beiden Kinder freuen kann. :-D

Ganz liebe Grüße Heike mit Nina 3 und Mira 17 Wochen

Ich denke, es kommt darauf an, zu welchem Zeitpunkt man sich damit beschäftigt, und wie man mit diesem Thema umgeht.

Meine allererste Schwangerschaft war nach der 13. Woche vorbei und ich habe die ersten Tage getrauert, geweint, aber dann war es auch gut.
Das Leben ging weiter, es gab keine medizinischen Ursachen für diesen Abort und daran habe ich mich aufrecht gehalten.

Meine zweite Schwangerschaft endete erst mit der Geburt meiner Tochter ind er 40. Woche, die tot zur Welt kam.
Daran hatte ich bedeutend länger zu knabbern, auch hier gab es zwar einen Grund, aber keinen, der genetisch bedingt war. Es war einfach "Pech".
Ich hatte ein Grab, zu dem ich gehen konnte,ich habe ein Tagebuch über Linda geschrieben, mich einer Selbsthilfegruppe angeschlossen, und nach relativ kurzer Zeit ging es mir wieder so gut, das ich eine dritte Schwangerschaft wagte.

Heute habe ich zwei gesunde Kinder mit acht und fast vier Jahren und meine Trauerarbeit ist lange beendet.
Es sind Erfahrungen, die zu meiner Vergangenheit gehören, aber mich nicht mehr belasten.

Ich bin kein schlechterer Mensch als andere, nur weil ich nicht die Arbeit hineinstecke wie sie.
Ich habe einfach anders meine Gefühle verarbeitet, und fühle mich gut.

Du solltest dir keine unnützen Gedanken machen, warum du nicht trauern mußtest. Dein erstes Kind gehört zu deiner Vergangenheit und hat ja offensichtlich immer noch einen kleinen Platz in deinem Herzen.
Du machst alles richtig.

Alles Liebe Hezna #klee

"Warum bin ich nicht so??? "

Vielleicht weil eine Fehlgeburt wenn man es mal von außen betrachtet auch einfach eine natürliche Sache ist, die viel öfter passiert, als man vielleicht meint. Sicher ist das schon auch traurig, aber im Grunde sollte frau danach nicht in eine tiefe Depression und Trauer fallen müssen, sondern in ihrem Leben bald auch einfach weiter machen. Nach vorne gucken und auch positiv denken: Dann eben diesmal nicht, es wird seinen Grund gegabt haben. Beim nächsten Mal geht es sicher gut :-)

Du bist erst 26 Jahre alt, damals warst du dann 22, richtig? Da bleibt noch viiiieeeeel Zeit ;-)

Zunehmend mehr Frauen werden aber erst deutlich später als du zum ersten Mal schwanger. Vielen sitzt auch die biologische Uhr im Nacken und dann eine Fehlgeburt zu haben, ist für die mitunter sehr schlimm. Manchmal sogar nachhaltig traumatisch, denn sie haben das Gefühl, es eben nicht mehr so lange probieren zu können / zu wollen mit dem Schwangerwerden.

Andere Frauen haben Probleme damit, schwanger zu werden und kämpfen mit verschiedenen Methoden darum, dass es endlich klappt. Oft jahrelang. Eine Fehlgeburt ist auch für sie dann das Ende einer Hoffnung und setzt sie wieder auf Anfang in den Bemühungen. Das macht unglaublich traurig.

Manche Frauen haben mehrere Fehlgeburten hintereinander und das belastet natürlich schon sehr. Denn oft wird kein Grund gefunden und das steigert die Angst, vielleicht niemals ein eigenes Kind im Arm halten zu können. Die Sternenkinder sind dann alles, was diese Frauen im Moment haben und wenigstens sie zu "haben", Gefühle für sie haben zu können, um sie weinen und trauern zu dürfen, schafft eine Bindung.



Also: Es gibt Gründe, warum Frauen sehr um ihre Sternenkinder trauern, die sie durch eine Fehlgeburt verloren haben. Das ist ok und jede muss da ihren Weg finden.

Aber es ist ebenso ok und gar nicht schlimm, nicht so intensiv um ein fehlgeborenes Kind zu trauern. Man muss kein schlechtes Gewissen haben, man ist deshalb nicht gefühlskalt und auch keine schlechte Mutter und auch kein schlechter Mensch #liebdrueck

Wenn es dich etwas beruhigt: Der Jahrestag ist bald, du hast dein Kleinchen offenbar nicht vergessen und jetzt ist eine gute Zeit, eine Weile an es zu denken:

Wenn ich tot bin,
weint um mich ein wenig,
Denkt an mich manchmal,
doch nicht zu oft.
Denkt ab und zu an mich.
Jedoch nur kurz.
Lasst ihr mich in Frieden,
lasse ich euch in Frieden,
Und solange ihr am Leben seid,
sollen eure Gedanken bei den Lebenden sein.
(Indianisches Gebet)


Liebe Grüße
Sabine

Hallo Knesa,

genau diese Frage stelle ich mir auch. Ich hatte am 15.11. eine FG in der 6 SSW ohne AS. Es ist leider schon meine 3. . Nach der 2. FG habe ich eine kleine Prinzessin bekommen - Traumschwangerschaft. Jetzt möchten wir gerne ein Geschwisterchen, aber leider sollte es nicht sein. Wir hatten uns sehr gefreut, aber dann der Schock. Nach 2 tränenreichen Tagen ging es mir auch schon wieder besser, denn ich sage mir, es sollte halt nicht sein. Die Natur hat entschieden das dieses Kind nicht auf die Welt kommen soll. Es ist wohl etwas bei der Entwicklung schief gegangen. Wie dem auch sei, die Natur sucht sich ihren Weg, und das wird wohl dann auch seine Richtigkeit haben. So schwer es auch für uns Menschen ist.

Ich bin der Meinung, es ist viel wichtiger, dass wir uns auf das konzentrieren, was wir haben. Das ist/sind unser/unsere Kind/Kinder. Ich denke nicht, das wir deswegen gefühlskalt sind. Ich hoffe, dass es bald mit unserem Wunschkind klappt.

Liebe Grüße
carrie mit Prinzessin (2 Jahre)

Hallo Knesa,

ich finde dein Verhalten normaler als das, was viele anderen Frauen veranstalten, die in der 8. SSW eine Fehlgeburt erlitten haben.

Du hast dein ungeborenes Kind ja auch nie vergessen, sonst würdest du jetzt nicht 4 Jahre später darüber schreiben.
Aber es erwartet doch keiner von dir, daß du jeden Tag um dein ungeborenes Kind weinst.

LG,
J.

Ich finde jede Frau sollte selbst am besten wissen wie sie damit klar kommt. Alle Menschen sind anders und so auch alle Reaktionen. Die einen sind härter im nehmen, die anderen sensibler.
Was ich aber unverschämt hier finde ist, ein Urteil zu fällen. Denn es ist weder unnormal wenn man lange damit zu kämpfen hat, noch wenn jemand das gut weg steckt. So finde ich den letzten Kommentar schon recht unverschämt! Denn unnormal ist das Verhalten der Frauen sicher nicht!

Schade, wenn jemand so wenig tolerant ist!

Lg anja

hallo

auch ich hatte mal eine FG (nach 4 wochen-recht sehr früh) naja am anfang war ich sehr traurig.........um meinen kummer zu vergessen und mich schnell wieder an SS gefühl(das gefühl bei der ersten ss zu bekommen) bin ich wieder nach 2 monaten wieder ss geworden.

in den 2 monaten war ich sehr traurig und habe viel geweint.hab sehr oft an das kind gedacht.

sobald ich wieder schwanger war und während meiner 2 ss fiel es mir immer und immer leichter zu akzeptieren das ich eine FG hatte.
nach der geburt meiner tochter und mit der zeit kann ich mit der FG sehr besser klar kommen.ich erinnere mich kaum noch an das kind geschweige denn "was wäre geschehn wenn das kind noch gelebt hätte".mittlerweile ist es mir völlig egal das ich dieses kind nicht bekommen habe.

ioch bin glücklich mit meiner tochter das reicht mir schon.

man kann eine FG einfacher bearbeiten wenn man später wieder kinder kriegt und wenn es in einem früheren stadion passiert

hallo
knesa

ich finde es sehr mutig das du diesen thread eröffnet hast.und ich glaube auch das es mehr frauen giebt die so empfinden wie du.
für mich zm beispiel macht es einen großen unterschied wann die FG war.wenn ich das baby schön spüren würde währe es sicherlich schlimmer als in der 8 woche.ich finde es schlimmer eine FG zu haben wenn man noch keine kinder hat und sich sehnlichst eins wünscht als wenn man schon kinder bekommen hat.das kann auch nicht jeder verstehen.ich hatte 15 eine FG mit AS.sicherlich waren wir traurig und haben auch geweint.aber nach 2 tagen waren keine tränen mehr.
wir haben gleich weiter geübt und 2 wochen später war ich schon wieder ss.06 würde dann unsere tochter und 07 unser sohn geboren.ich liebe sie über alles.
mach dir nicht so viele gedanken den jeder verarbeitet soetwas anders.sei froh das dich das nicht alles so mitgenommen hat.
ich kann dir heute z.b nicht einmal mehr den genauen tag der FG nennen(müßte ich nachrechnen)
auch habe ich es nie sternchen genannt.

lg maike

Hallo Knesa,

ich halte Dich nicht für herzlos. Früher - als man noch nicht in die Apotheke gehen konnte, um einen Schwangerschaftstest zu kaufen- hat man die Schwangerschaft so schnell garnicht mitbekommen, konnte ja auch eine Zyklusverschiebung sein. Da gab es sicher auch weniger Kummer.

Und ich denke, was sich bis zur 12. SSW verabschiedet, war nicht lebensfähig, und der Körper stößt es deshalb ab. Das ist mir nach dem ersten Kind auch mal so gegangen, klar war ich traurig und habe gedacht, schade, dass es nicht geklappt hat, aber es war vom Gefühl her für mich noch kein Baby, es hätte nur eins werden können.

Das macht jede Frau mit Recht anders ab, aber so sehe ich das. Und ich bin froh, das Du das Thema mal angeschnitten hast.

Grüße
arya

Hi,

das könnte ICH verfaßt haben. Ich hatte einen Abort in der 7. SSW - und denke überhaupt nicht dran und habe auch nicht weiter darüber nachgedacht. Natur hat "Halt - nicht weiter" gesagt - und gut isses. Besser als ein krankes Kind auszutragen, oder? Was habe ich davon wenn ich ständig daran denke? Nur dass man sich reinsteigert und sich selbst blockiert damit.

Allerdings sollte und muss man die Trauer von Frauen akzeptieren, selbst wenn man nicht so fühlt - jeder Mensch ist anders. Man ist nicht schlechter, wenn man es so nimmt, wie es ist und es abhakt, aber auch nicht, wenn man darum trauert. Man muß es nicht nachempfinden, dass viele Frauen soo sehr trauern mit Sternchen hier und Sternchen da, aber man kann es akzeptieren. Vor allem, wenn es ein Wunschkind war oder es nach vielen Jahren endlich mit dem Baby geklappt hatte.

Meine Schwangerschaft war halt eine Schwangerschaft. Punkt. Ich habe weder Musik gehört, noch meinen Bauch gestreichelt, noch sonstwas gemacht. Ist alles wichtiger, wenn das Baby da ist.

Und jetzt grübele nicht mehr weiter darüber nach. Sei lieber froh, dass es dich nicht belastet. Wichtig ist, dass du deine Kinder liebst, alles andere ist Vergangenheit und wird nicht besser dadurch, dass man ständig darüber nachdenkt.

Und am fatalsten finde ich, wenn sich Frauen, sobald sie den SS-Test in Händen halten, gleich ans Baby denken, anstatt sich darüber im Klaren zu sein, dass es in den nächsten Wochen durchaus noch schief gehen kann und ein positiver Test erst mal gar nichts sagt. Abort exisitert in den Köpfen nicht bzw. wird verdrängt, und so denke ich, fallen viele in ein tiefes Loch, wenns denn zur FG kommt. Erst Frauen, die schon eine FG hinter sich haben, denken um und sind mit ihrer Schwangerschaftseuphorie vorsichtiger. Ich z. B. denke jetzt noch gar nicht ans Baby - erst nach der FruchtwasserU, in der Hoffnung das alles o.k. ist, werde ich mich gaaanz langsam darauf einstellen. So habe ich es bei meiner vorhergehenden Schwangerschaft gehandhabt und bin psychsich sehr gut damit gefahren. Und denke nicht, dass ich deswegen ein schlechter Mensch bin.

LG
Gael

Jeder geht eben anders mit so einem Verlust um. Jede Frau entwickelt auch anders eine Beziehung zu ihrem Baby. Ich kann dir sagen, dass ich nach der Geburt meines Sohnes ganz bestimmt nicht vor Liebe übergeströmt bin (das hatte mir bis dahin jeder erklärt). Mittlerweile ist er 18 Monate und ich liebe ihn über alles. An meine beiden FG denke ich nur selten und eigentlich machen die mich auch nicht traurig.

Wenn Du wirklich gefühlskalt wärst, würde Dich das nicht so beschäftigen ;-)