nach drei Wochen überfordert

Hallo ihr, ich weiß leider nicht, ob das jetzt hier das richtige Forum ist, falls nein, bitte verschieben!
Will ja eigentlich nur mal ein paar Meinungen hören...

Also, ich saß gestern im Wartezimmer beim Frauenarzt. Neben mir unterhielten sich zwei ziemlich laut... ich selbst wollte zwar eigentlich lesen, aber irgendwie hat sich das Gespräch doch in mein Ohr gebohrt.

Die beiden Damen waren ca. Anfang 30 und nach Kleidung und Sprechweise zu urteilen durchaus "gutbürgerlich" - ihr wisst, was ich meine.
Also keine überforderten Unterschicht-Teeniemütter...

Beide waren wohl mit dem zweiten Kind schwanger und eine beklagte sich fürchterlich, daß ihr Sohn wegen Keuchhusten jetzt 3 Wochen nicht in der Krippe war und sie völlig mit den Nerven am Ende sei. Immer würde er nach ihr rufen, spielen wollen, essen würde er nicht besonders gut... sie sei völlig fertig und könnte es gar nicht erwarten, das der Junge wieder in die Krippe gehen kann.
Die Zweite machte daraufhin ihrer Bewunderung Ausdruck, 3 Wochen sowas zu ertragen wäre ja wohl der Wahnsinn. Als ihr Großer neulich ne Woche wegen Magen-Darm zu Hause war, ist sie hinterher so fertig, total erschöpft gewesen, sie war nur froh, das ihre Eltern den Jungen am WE genommen und sie mit ner Freundin wegfahren konnte zum relaxen.

Ich mußte mir echt auf die Zunge beißen, um die beiden nicht zu fragen, warum sie sich da ein zweites Kind anschaffen wollen! Okay, ich hab selber noch gar keins, vielleicht erscheint es mir derswegen so verrückt, dieser Dialog. Nur, das Kinder anstrengend sind - vor allem Kranke Kinder, weiß selbst ich! Und wenn die mit einem schon so gnadenlos übergfordert scheinen, wie wollen die das mal machen, wenn Nr. 2 da ist und beide krank?

Was sagt ihr? Sollte man unter diesen Umständen nicht lieber auf ein zweites Kind verzichtern?

Achso: nein. ich will das zweite nicht gesetzlich verbieten lassen und ja, ich weiß, das mich das eigentlich nichts angeht! Hat mich halt nur beschäftigt, die Kinder tun mir leid... (kann man gegen Keuchhusten nicht eigentlich auch impfen?)

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Hallöchen, ich hab meinen Sohn ( vier Jahre alt) seit August im Kiga, vorher war er auch rund um die Uhr bei mir und der kleine ( 15 Monate dabei). Hab auch nie verstanden von anderen Müttern, dass sie sich über drei Wochen Sommerferien sooo beschweren. Nun ist er im Kiga und wenn er mal vier fünf Tage nicht gehen kann bin ich danach auch froh wenn er wieder hin kann. :-)
So ändert sich das

lg alex

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Hallo,

ich kann das auch nicht verstehen, wenn Mütter, die sich von schon einem Kind so richtig (!) gestreßt fühlen, noch ein 2.Kind in Welt setzen.

Ich sage ganz ehrlich:
mir reicht mein eines Kind. Es war noch nie ernsthaft krank, hat keine großen Probleme beim Zahnen gemacht und schläft von Anfang an durch (einzelne Ausnahmen gibt es natürlich).

Trotzdem gibt es Tage, an denen er so schlecht drauf ist (was ja völlig normal ist, ich bin ja auch nicht immer gut drauf), daß ich mir kein 2.Kind vorstellen kann.

Trotzdem dürfen natürlich auch Mütter von mehreren Kindern ab und an sagen, daß sie froh sind, "wenn das Kind wieder in Krippe/Kiga/Schule kann".

Wenn du selber ein Kind hast, wirst du auch mal froh sein, wenn dein eines Kind mal woanders ist.
Dieser Gedanke macht niemanden zu einer schlechten Mutter.

LG,
J.

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"Wenn du selber ein Kind hast, wirst du auch mal froh sein, wenn dein eines Kind mal woanders ist."

#schock

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Wo ist dein Problem?

Mein Sohn war letztes Wochenende mit meinem Mann für 29 Stunden nicht zu Hause, weil mein Mann seine Eltern mit unserem Sohn besucht hat.

Das waren wunderbare 29 Stunden, auf die ich mich wochenlang gefreut habe (da es meine erste Sohn-freie Zeit seit 18 Monaten war).

Trotzdem liebe ich meinen Sohn über alles, und mein Leben wäre mehr als sinnlos ohne meinen Sohn (obwohl ich den besten Ehemann der Welt habe).

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Hallo,

meine zweijährige Tochter ist gerade zum ersten Mal in ihrem Leben richtig krank. Es ist zwar nur eine Erkältung, aber in den letzten vier Tagen habe ich häufiger gedacht, dass ich froh bin, wenn sie wieder zur Tagesmutter kann.
Dann ist sie nämlich wieder gesund und das freut mich dann.

Ich glaube kaum, dass Du, ohne Kinder beurteilen kannst, wie anstrengend das ist und das Recht hast, solche Mütter - wie mich?- als gnadenlos überfordert hin zu stellen.

Naja, wenn man sonst nichts zu tun hat....

LG Tina

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man wächst mit seinen Aufgaben ;-)

Mein Sohn (chronisch krank, Schreikind in den ersten Lebensmonaten, konnte sich nie selbst beschäftigen) geht seit seinem 1. Geburtstag in den Kinderladen.
Ich war in den ersten Monaten überfordert, definitiv, aber man hat sich eingespielt...

Tja, als er vor ein paar tagen nur eine halbe Woche zu hause war, war ich abends aber sowat schon geschafft, obwohl ich ihn im 1. Lebensjahr ja rund um die Uhr betreut habe.

3 Wochen ein krankes Kleinkind, der Partner arbeitet und evtl. keine Familie, die einen tagsüber unterstützt - ich würde am Stock gehen ;-) Das war für mich im Übrigen einer der Gründe, wenigstens halbtags wieder arbeiten zu gehen, dass ich mal rauskomme und nicht das Kind, was ich im Übrigen über alles liebe, 24 h/7d sehe...

Trotzdem bin ich mit dem 2. schwanger - denn... man wächst mit seinen Aufgaben :-)

Vllt. sollten wir uns nochmal sprechen, wenn Du ein krankes Kleinkind zu Hause hast ;-)

LG

Anke, die die beiden sehr gut verstehen kann mit Jaron, 20 Monate und Pünktchen, 36. SSW

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hallo wollschaf,

also ich bin mama von 2 kindern 7 jahre und 1,5 jahre und ich kann dir sagen das kranke kinder noch anstrengender sind als gesunde, da sie ja auch leiden und man sich als mutter gedanken macht.

meine kinder waren gott sei dank noch nie ernsthaft krank, aber meine nachbarin ist eine super mama und ihre beiden kinder waren jetzt wegen magen darm zu hause und haben gespuckt was das zeug hielt. sie hat 3 kreuze gemacht als sie wieder in dem KIGA waren.
es zerrt an den nerven und es giebt nichts schlimmeres für eine mutter wenn sie ihr kind leiden sieht.

also es ist völlig normal das man "froh" ist wenn die kinder wieder in den KIGA oder zur Schule gehen können.

denn dann tritt der alltag wieder ein und man kann wieder spaß haben.

lg elaine;-)

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Hallo,

also ich glaube jede Mutter freut sich wenn ihzr Kind gesund ist, ist doch ok so. Und was meisnt Du wie anstrengend ein krankes Kind sein kann? Noch dazu macht man sich ständig Sorgen, ist doch wohl normal.

Ich hatte mir mit meiner Tochter heftig Magen-Darm eingefangen ausm KH, war vermutlich Noro, mdie Kleine fing nachts an zu spucken was das Zeug hielt und ich morgens. Weisst Du wie scheisse das war?
ich habe den Arzt angerufen das er kommt, spät vormittags sagte er dann er könne nicht kommen weil sov oll ist. Ehrlich, wenn meine Schmieu nicht gekommen wäre ich hätte nicht weitzer gewusst. Meine Eltern hatten sich ebenfalls angesteckt und konnten selber nicht. Ich wäre nicht in der Lage gewesen die Kleine zum Arzt zu fahren, mein Mann ist die ganze Woche nicht da. Nachts beim wiederholten Bett-Frischmachen und Kind erneut umziehen und kotze aufwischen bin ich fast vorm Wickeltisch umgeklappt weil mein Kreislauf total im Keller war. Und? Soll ich mich jetzt dafür schämen das ich das ganze nicht lächelnd ertrage oder was?

Ich will mit Sicherheit kein zweites Kind, ich gehe ganz nebenbei noch arbeiten halbtags und bin froh wenn sie im Kiga ist. Und trotzdem liebe ich mein Kind über alles.

Und wenn Du selber noch keine Kinder hast kannst Du da echt nicht mitreden, das muss man selber erstmal alles mitmachzen.

Gruss Kerstin

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Hallo Du,

ich weiß zwar nicht so richtig, warum du dir überhaupt darüber so viele Gedanken machst, da du weder die Situation aus eigener Erfahrung nachvollziehen kannst, noch du die Frauen kanntest. Die Antworten der anderen Mütter hier werden dir aber vielleicht zu einer realistischeren Einschätzung verholfen haben. Eines möchte ICH noch ergänzen: wenn man schwanger ist, dann nimmt man vieles noch schwerer, weil man entweder körperlich nicht mehr so kann und auch seelisch labiler ist. Ich weiß, dass ich in der zweiten Schwangerschaft schon an normalen Tagen überfordert war, wenn meine Große trotzte oder so. Und wenn sie krank sind, sind sie eben nochmal anstrengender.

Ich finde es echt ganz schön krass, dass du als Außenstehende so urteilst, die beiden haben ja keine öffentlichen Aushänge gemacht, sondern sich nur von "Betroffener" zu "Betroffener" ausgejammert. Ich finde es ziemlich blöde, wenn dann jemand meint, muss es dann noch ein zweites sein. Ich schmunzle manchmal über Nicht-Eltern, die jammern, dass sie am Wochenende aus irgendeinem Grund "soo zeitig auftsehen müssen" (um neun), oder wie sie klagen, wenn sie krank sind, dabei können sie sich krank schreiben lassen und einfach nur gehen lassen, im Gegensatz zu uns Müttern. Aber ich würde das nie zu jemandem sagen, dass er nicht jammern soll. Oder darüber in Foren Beiträge eröffnen;-).

Ich habe selber zwei anstrengende kleine Kinder und ziehe immernoch den Hut vor jeder Mutter mit einem oder vier Kindern, schwanger oder nicht, es ist ein "Job" den sich KEIN kinderloser Mensch auch nur annähernd vorstellen kann (und deswegen bemühe ich mich aber auch um Verstädnins für diese armen "Unwissenden";-), sie wissen ja auch nichts von den vielen Freuden...).
Nix für ungut, aber lass uns auch mal jammern (ich jammere öfter mal unter Gleichgesinnten und denke trotzdem über ein Drittes nach...),
liebe Grüße,
Anne

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Hallo,

erst mal: gegen Keuchhusten kann man natürlich impfen, ABER trotzdem gibt es leider keinen hundertprozentigen Impfschutz.
Ich habe auch 2 Kinder und wenn beide krank sind, ist das richtig übel. Das kann man erst einschätzen, wenn das zweite auf der Welt ist. Deshalb mein gutgemeinter Rat an Dich: Hab erst mal ein Kind und klopf dann kluge Sprüche :-p.
Ich bin auch heilfroh, wenn beide Kinder fit sind und in den Kindergarten gehen können. Das hat nichts mit Überforderung zu tun. 2 kranke Kinder sind hammeranstrengend. Trotzdem hätte mich das auch im Vorwege nicht davon abgehalten, ein zweites Kind zu bekommen.

Sweety

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Hallo,
ein Kind mit Magen-Darm-Grippe bedeutet einen 24-Stunden-Einsatz, womöglich mehrere Tage am Stück. Alle zwei Stunden nachts aufstehen, Kind waschen, Bett frisch beziehen, Kind trösten, dann gerade wieder in den Tiefschlaf gefallen, wird man wieder geweckt und das Ganze von vorne. Morgens trotzdem früh aufstehen und den ganzen Tag ein heulendes Kind am Bein hängen. Nebenher verkotzte Bettwäsche und vollgeschissene Schlafanzughosen waschen. Ganz abgesehen von den wahnsinnigen Sorgen die man sich macht. Vielleicht steckt man sich noch selber an und hat keine Chance sich auszuruhen, denn als Mutter kann man sich nicht einfach einen Tag krank schreiben lassen. Dazu noch schwanger. Von den Vätern kommt nicht immer Unterstützung und manchmal ist eben keine Oma um's Eck die hilft. Ich denke, da kann sich eine Mutter doch auch auf ein freies Wochenende freuen. #augen
Für mich gehören solche Sachen zum Muttersein dazu. Jammern darf ich trotzdem mal, auch mich überfordert fühlen.
Ich bin (ungeplant) mit meinem zweiten Kind schwanger und momentan mit meiner Tochter ganz allein. Und es ist wirklich anstrengend. Ich finde es ehrlich gesagt nicht so schön dass du urteilst obwohl du selber noch nicht mal ein Kind hast. :-(
LG Katja #sonne mit Julia (2,5 Jahre) und #ei (13. SSW)