Kinder in der DDR

Hallo, ich lebe mit meiner Familie seit 10 Jahren in den alten Bundesländern unser Kind wurde hier geboren.
Wenn ich den Vergleich ziehe wie ich als Kind aufgewachsen bin und wie unser Kind aufwächst das ist soo ein krasser Unterschied.#schmoll

-alles fing mit der Kinderkrippe an (selbstverständlich ein Platz vorhanden!)
-dann kam der Kindergarten(ganztags) (ohne Probleme und tausend Bewerbungen im Umkreis) Mutti konnte in ihrem Beruf ohne Probleme wieder einsteigen :-)
Schulzeit: für die jenigen die es brauchten: Frühhort (vor der Schule)
ein Hortplatz für jeden Schüler (garantiert)
Schulmilch
Mittagessen (mehr oder weniger lecker,aber es gab es..)nicht wie jetzt ein überteuerter Schulkiosk)
Schul-AG basteln,turnen...(kostenlos)
Ferienbetreuung( 3 Wochen Ferienspiele) gegen einen kleinen Beitrag wurde man den ganzen Tag beschäftigt. :-)
In der 9. Klasse wurde man nach seinem Berufswunsch gefragt,und diesen auch meistens erlernen können.
"Kinderreiche" Familien ab den 3. Kind wurden unterstützt.
usw usw.
Lehrer wurden geachtet und am Lehrertag gab es Blümchen :-)
Schade,würde mir das eine oder andere jetzt gern zurück wünschen :-)
Wer hat noch diese Zeit erlebt und wie ist eure Meinung?#schein
l.g Mama-sue


Mir gehts wie dir, bin ein Ossi im Westen, und ich stimm dir uneingeschränkt zu!

Also, hallo erstmal ;-)

Ich schreib es jetzt mal ganz krass :

Wenn ich mein Kind den ganzen Tag nur ''abschieben'' wollen würde, hätte ich keins bekommen.

Die Mütter damals MUSSTEN arbeiten gehen, und was war das Ende vom Spiel.. lauter Schlüsselkinder.

Ich bewundere Mütter die sich für Kind UND Karriere entscheiden, aber dafür dann kostenlose unterbringung zu VERLANGEN halte ich nicht für richtig.

Bei uns ist es so:

Wenn man als Mutter arbeiten gehen muss, stehen günstigere bis kostenlose Krippenplätze für Kinder ab 1 Jahr zur Verfügung, je nach Einkommen. Alle anderen zahlen den regulären Betrag der auch nach dem Einkommen errechnet wird. Aber wieso sollte eine Mutter die ihr Kind gut seler Zuhause selber betreuen könnte eine mehr oder weniger Kostenlose ''Abgabestelle'' für ihr Kind angeboten bekommen? Sie hat doch das Kind bekommen, oder?

Das ist jedenfalls meine Meinung.

Beim Rest stimme ich dir voll und ganz zu, in den meisten Schulen grade Haupt und Realschule geht es zu wie bei den Hottentotten, die Lehrer werden wie Kumpels behandelt , teilweise schlimmer noch, verachtet und bedroht. Aber soweit ich weiß gibt es auch immernoch in der 9 und beim Abi auch in der 11 ein Berufspraktikum und Berufsfindungswochen und Einzelgespräche, Bewerbungstrainings und so weiter.


LG


Diese Einstellung ist es, was mich hier im Westen mit am meisten stört. Dass, wenn man arbeiten gehen WILL, man sein Kind "abschiebt". Ist doch Käse. Dass Mama sonstwielang daheim bleibt und sich "nur" dem Haushalt und den Kindern widmet, das gibt's schon wie lange? 60 Jahre? Vorher wurden die Kinder entweder sofort in die Arbeit einbezogen oder durften sich den lieben langen Tag selbst beschäftigen, während Mama und Papa in der Fabrik oder auf dem Feld waren.
Dass ich als armes "abgeschobenes" Ossikind, das mit 10 Wochen schon in die Ganztageskrippe und später auch in den Hort ging, trotzdem eine sehr glückliche Kindheit hatte und ein super Verhältnis zu meiner Mutter, und dass es den meisten meiner Freunde auch so ging, das will da keiner hören. Natürlich gab es auch in der DDR Kinder mit einer nicht-glücklichen Kindheit. Aber dass das NUR an der Berufstätigkeit der Mutter lag, stelle ich sehr wohl in Zweifel.
Nicht falsch verstehen, ich hab nichts gegen Frauen, die gerne länger oder auch nur bei bei ihren Kindern daheim bleiben wollen. Aber ich hab was dagegen, dass wir "Andersdenkenden" dann als "Abschiebemütter" abgestempelt werden, unsere Kinder bemitleidet werden und dass ich hier nicht arbeiten KANN, weil die Krippenplätze 1. vorne und hinten nicht reichen und 2. so teuer sind, dass sich das Arbeiten vom finanziellen Aspekt her überhaupt nicht lohnen würde.

LG

Ich schrieb explizit, dass es MEINE Meinung ist, nicht die des ganzen Westens. Ihr wollt immer als Idividuen gesehen werden aber du scherrst jetzt den ganzen Westen mit meiner Meinung über einen Kamm?
Ich sehe es nunmal so, dass ein Kind bekommen heißt, dass man Verantwortung für einen neuen Menschen übernimmt, und diese Verantwortung tritt man numal für 8-10 Std. an ''fremde'' Menschen ab wenn man sein Kind in eine ganztags Krippe gibt. Und dafür bekomme ICH (Nicht der ganze Westen) kein Kind. Mein Kind hat es verdient von der Person die es haben wollte auch beaufsichtigt, erzogen usw. wird. Das es die kurze Zeit die es noch den ganzen Tag mit Mama zusammen sein kann dies auch ist. Unsere Kinder sind doch ab spätestens dem 3 Lebensjahr im Kindergarten und danach fast den ganzen Tag in der Schule. Diese 3 Jahre die das Kind mit mir verbringen kann soll es das auch tun können. Wie gesagt, wenn es finanziell nicht möglich ist zuhause zu bleiben ist die Krippe ja eine sehr gute alternative, aber wenn ich mich für ein Kind entscheide, es in die Welt setzte, wieso schaffe ich es dann nicht mich 3 Jahre voll und ganz auf das Kind zu konzetrieren und die anderen Dinge nebensächlichkeiten sein zu lassen. Ich plediere ja nicht dafür das Mütter 18 Jahre zuhause bleiben MÜSSEN und Kochen+Putzen zu ihrer Lebensaufgabe machen sollen, bis das Kind erwachsen ist, sondern nur von der Anfangszeit.

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Mein Mann ist ein "Ossi" ;-) und wenn er oder meine Schwiegermuter mir so erzählen wie es so in der DDR war, dann wünschte ich mir echt, dass ich auch so großgeworden wäre. Irgendwie bin ich sogar etwas neidisch.......

Manches würde ich mir auch wünschen aber vieles ist besser dass es das nicht mehr gibt!

Mona

üüürg, mir ist jetzt schon übel. Du hast es entweder verdrängt oder willst es nicht mehr wissen, vielleicht kann ich Dir ein bischen auf die Sprünge helfen.

Wie war das denn doch gleich, durfte Frau denn zuhause bleiben...? Jeder musste die ekligen Hemden tragen bzw. "Winkelemente" schwingen, wir durften alle frei in den Urlaub fahren, da wo wir hin wollten? Ach ja, Ungarn war echt spitze...

Mmmh, jeder durfte studieren, besonders Ärztekinder etc, es gab echt alles zu kaufen (ja, klar im Intershop, ich hab`s doch glatt vergessen...), niemand lief gleich rum (nöö, alle hatten diese dämlichen Latzhosen an...es gab nix anderes bzw. meine Mutter ist rumgerannt wie ne dolle um etwas besonderes zu haben)

Oh, mann warum fahrt ihr nicht zurück, baut die Mauer wieder auf, aber nen Metter höher, viele Wessis würden Euch dafür wahrscheinlich noch ne Prämie zahlen.

eine differenzierte Antwort spar ich mir...
Jono

So ist das sicher nicht gemeint von der TE. Es ist nicht so, dass wir die DDR zurück wolllen (spreche für mich;-) ). Klar war das System insgesamt Sch.... . Aber manche Dinge, die nach der Wende im Osten abgeschafft und vom Westen übernommen wurden, waren halt - meine Meinung - dort besser, und das wird nunmal leider auch totgeschwiegen meistens.

Hallo meine liebe, es geht einzig darum das wir Kinder in der DDR besser aufgehoben waren als jetzt. Nicht ob man durch die Welt reisen konnte oder ob man alles zu kaufen bekam. Und ja wir hatten Westverwandte und zu Weihnachten gabs das Glas Nutella,ein Pelikanfüller und für Mutti und Vati ein Päckchen Jakobs und ne Strumpfhose. #huepf
l.g

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Hallo!

Ja, wir waren auch DDR-Kinder. Ich hab das alles etwas anders interpretiert als du.

-alles fing mit der Kinderkrippe an - meine Mutter hat für keine von uns einen Platz bekommen und war demnach 6 Jahre (pro Kind 3) mit Kind zu Hause.

-dann kam der Kindergarten(ganztags) (ohne Probleme und tausend Bewerbungen im Umkreis) Mutti konnte in ihrem Beruf ohne Probleme wieder einsteigen - nach 6 Jahren Zwangspause dann halt und mit monatelang täglich plärrenden Kindern, weil die gar nicht gewohnt waren, abgegeben zu werden

-früh sind wir alleine aufgestanden, haben die fertigen Brote eingepackt und liefen alleine zum Bus, denn unsere Eltern waren schon ab 6 Uhr auf dem Weg zur Arbeit - Frühhort? Ha!

-immerhin - im Nachmittagshort wurden die Hausaufgaben erledigt, die letzte wache Stunde des Tages vor dem Abendbrot haben wir auf dem Dorf eigentlich immer draußen gespielt mit Freunden

-Schulmilch - ich hab den Geruch heute noch in der Nase und könnte noch 20 Jahre später spontan bei der Erinnerung brechen! #schwitz

-Schul-AG - nee, bei uns nicht, ich war nur mit Papa zum Sport im Verein und hatte keine Wahlmöglichkeit, den Sport oder nix

-Ferienspiele waren nun wirklich mal supergeil, da stimme ich dir wenigstens in einem Punkt zu!

-Berufswunsch - klar, es gab ja auch ungefähr 3 Möglichkeiten: Lehrer (wenn man einen EOS-Platz bekam, was nur gelang, wenn Mama und Papa parteitreu und man immer ein braver Pionier war), Bauer in der LPG oder BMSR-Mechanikerin - als solche hätten meine Schwester und ich ohne Wende zwangsläufig geendet, dabei haben wir 2 linke Hände mit Strom, aber das waren unsere Eltern und die hätten uns in dem Beruf untergebracht, ohne uns zu fragen!

-bei kinderreichen Familien wurde drauf geachtet, dass sie das allgemeine Armutslevel nicht unterschritten - und für das 5. Kind war Honi Ehrenpate. Super, davon konnten sich die 5-fach-Eltern echt was kaufen #augen!

Nun ja. Das einzige, an das ich da gern zurückdenke, ist die relative Freizügigkeit für uns - wir waren auf dem Dorf eigentlich immer draußen, irgendwo in Wald und Feld und niemanden hat es gejuckt, wenn wir auf Bäumen rumkletterten, uns schlugen oder irgendwelche Früchte ungewaschen aßen. :-p Aber das lag nicht an DDR, sondern am Dorf.

LG
Steffi

"In der 9. Klasse wurde man nach seinem Berufswunsch gefragt,und diesen auch meistens erlernen können. "

Da kenne ich aus meiner Bekanntschaft aber ganz andere Geschichten - von wegen, nicht studieren können weil Pfarrerskind o.ä.

das sind Einzelbeispiele..unsere Bundeskanzlerin ist glaube ich Pfarrerskind und hat studiert und kommt aus dem Osten....
l.g

Ihr Vater galt als linientreu und ihre Mutter durfte trotzdem nicht im Schuldienst arbeiten ... und wäre sie nicht in der FDJ gewesen, wäre es mit dem Studium vermutlich auch nichts geworden.

Hallo Mama-sue,

witziges Thema ... darf ich es von der Gegenseite erzählen? Wir sind vor ein paar Jahren in den (tiefen!!!) Osten gezogen und mich macht diese Wahnsinnsbevormundung wahnsinnig. Nichts kann man selber regeln, alles wird einem vorgegeben ... ich bin ein erwachsener Mensch mit klarem (zumindest meist :-) ) Verstand und kann und will die Dinge, die meine Kinder betreffen, selbst in die Hand nehmen. Ich würd mir gern die Tagesmutter / Krippenplatz / Kindergarten selbst aussuchen und nicht zugeteilt bekommen, alles von der Musikschule über den Schwimmunterricht läuft über eine städtische Behörde ...krass.
Ich hab Kinder, unter anderem auch deshalb, damit ich mich um sie kümmern kann. Bei der Schueinschreibung unseres Großen haben sich Eltern aufgeregt, dass die Kinder nicht von 7.15 Uhr bis 17. 00 Uhr in der Schule bleiben können und andererseits dürfen die Kinder nicht allein ins Klassenzimmer, Mama muss Händchen halten ...grrr. Ich denk´, man kann nicht alles haben, das RUndumsorglospaket gabs weder im Osten noch im Westen.

Liebe Grüße Mimi
die nie gedacht hätte, wie tief die Gräben immer noch sind - aber wir halten durch :-)

oje,da gehen die Meinungen echt auseinander,aber ich denke das liegt auch daran das Du wahrscheinlich ganz anders aufgewachsen bist,und die Zeit nicht mit erlebt hast .... :-)
l.g

Da magst du Recht haben! Meine Eltern waren beide selbständig, wir hatten ein Kindermädchen bei uns zu Hause. Also auch teilweise "fremdbetreut", wenn auch im eigenen Daheim.
Ich bekomm hier oft mit, dass sich die Leute hier beklage, wie "fremd" sich die Leute / Nachbarn hier geworden sind und sich keiner mehr um den anderen kümmert - und viele sind dann schon auch irritiert, dass das Dinge sind, die sich im Westen auch verändert haben. ich denke, das ist kein Ost-West-Problem, sondern leider in Zeichen der Zeit und unserer egoistischen Gesellschaft ...

LG Mimi

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Hallo

Ich bin auch in Ossiland geboren und aufgewachsen und fand es mehr als besch....!!!
Meine Eltern haben ein Haus geerbt und sind eingezogen,drei Monate später stand die Mauer,meine Eltern konnten nicht zurück.Wir Kinder hatten keine Oma und kein Opa,keine Tanten und und und,denn sie waren auf der anderen Seite.Uns haben sie gefehlt und als wir älter wurden,fingen wir an Fragen zu stellen.Unsere Eltern mußten einiges an Überprüfungen über sich ergehen lassen,bevor unsere Verwandten uns besuchen durften.Das war alle 3 Jahre mal.Als unsere Großeltern starben,durfte nur ein Elternteil fahren zur Beerdigung.So stellten sie sicher,das derjenige zurückkommt,der fahren durfte.Als die Mauer endlich fiel,besuchte ich als erstes meine übrig gebliebene Oma und sie hat uns nicht mehr erkannt (Demenz).Es waren 10 Jahre vergangen als ich sie das letzte mal sah.Meine Eltern konnten diesem Staat nichts abgewinnen und wir haben auch nichts gutes erfahren.
Ich weine der Mauer keine Träne nach,weil sie uns alles genommen hat,uns um alles gebracht hat was uns wichtig war.Nein,ein zurück war nicht möglich.

Huhu,

also ich bin ein sogenannter "Wessi" und wir sind fast gleich alt.

Ich denke das hat nix mit Ost und West zu tun, sondern einfach mit dem Rad der Zeit. Ich hatte auch eine tolle Kindheit, liebte den Kakao ;-) in der Schule und in den Ferien hatten wir halt einen "Ferienpass".

Da mein Kind erst in den Kindergarten kommt, kann ich beim Rest nicht mitreden. Ich habe Tim bei exakt einem Kindergarten angemeldet und da hat er für den 1.8.09 auch einen Platz bekommen:-D. Das das leider eine Ausnahme ist, finde ich sehr schade.

Liebe Grüße
Nicole

Na wenns so toll bei euch war - wieso freuten sich dann soooooo viele auf den Mauerfall??

Es hat mal jemand gesagt:
Der Mauerfall war der Anfang vom Ende Deutschlands. Seitdem geht alles den Bach runter.

Kenn viele die diese Mauer gern wieder aufstellen würden.
Dann könnten DEINE Kinder auch so schön aufwachsen wie du es konntest.

;-) hätte ich nicht besser schreiben können #pro

Lg, Sandra

Weil ja auch die Menschen aus der ehemaligen DDR alles was dafür können #klatsch

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Nun ja, die Betreuungsmöglichkeiten für Kinder waren nicht schlecht.

Und die Mieten waren ja soooo günstig und die Lebensmittel und alle hatten Arbeit und dieses tolle Gemeinschaftsgefühl...#bla #bla #bla

Aber....hast du eine Ahnung wie das soziale System in der DDR finanziert wurde, wie die wirtschaftliche Lage in der DDR war und wie lange das noch weiter gegangen wäre? #kratz

Gruß,
Knufi

Aber....hast du eine Ahnung wie das soziale System in der DDR finanziert wurde, wie die wirtschaftliche Lage in der DDR war und wie lange das noch weiter gegangen wäre?



was hat das mit dem gemeinschaftsgefühl zu tun ???
was du oben beschreibst, war uns Kindern doch völlig egal - für Kinder war der osten wirklich nicht schlecht.
Ich muss sagen, die Wende kam bei mir genau im richtigen Alter :-)

Hallo,

ich denke dieses Gemeinschaftsgefühl entstand auch durch die gewisse soziale Hängematte, in der wir uns befanden.

Als ehemaliger Thälmann- Pionier muss ich dir natürlich zustimmen, aus Kindersicht fand ich es auch klasse. #huepf

In diesem Sinne...Freundschaft (oder war das erst bei der FDJ?)

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Hallo,
Ich muß echt einiges hier dementieren.

Mein Mann ist im Osten aufgewachsen

Ich im Westen

Und wir reden oft darüber

Auch hier war es so das es von der Stadt aus Ferienfahrten für wenig Geld gab
Es gab Ferienkarten
Der Turnverein kostete 50 Pfennig im Monat
Jungendclubs
Kirchliche Angbote

Ich habe Blockflöte gelernt umsonst
war im Turnverein
Beim Tischtennis
jedes Jahr mit der Stadt in Ferienlager

ne Jingler Jeans war auch ein Highlight für mich

Der einzige Unterschied ist die Kinderbetreung bei Klein kindern die gab es im Westen nicht, ich war zb nicht im Kiga weil es schlicht keinen gab

Ulrike ( die sehr glücklich im Westen aufgewachsen ist)

Hallo,

ich finde auch, dass es den Kindern besser ging - was besonders die Betreuung anging. Aber ich glaube, besonders, was dem Respekt gegenüber Lehrern und Erwachsenen betrifft, es eher ein "Phanomän" der Zeit ist. Heute kümmert sich keiner mehr um den anderen, stellt mal was auf die Beine etc. Das sehe ich oft auch im Kindergarten. Wieso sollten Eltern mal helfen vielleicht Laub wegzufegen... - das war früher echt anders. Ich glaube in West und Ost.

Das sich welche aus dem Westen wieder auf dem Schlips getreten fühlen, ist wohl normal und wird sich nicht ändern.

LG
Sandra

"ich finde auch, dass es den Kindern besser ging - was besonders die Betreuung anging"

Das hatte einfach nur politische Gründe! Die Partei konnte so schon auf die allerkleinsten Kinder ganztägig Einfluss ausüben. Mensch, ich hab erst im Nachhinein verstanden, welche Gehirnwäsche da ab 3 Jahren betrieben wurde! (Ich war 11 bei der Wende und noch Jungpionier.) Bereits die Kindergärten waren DDR-weit gleichgeschaltet. In allen Kindergärten wurde zur gleichen Zeit der Osterhase gebastelt, aufs Klo gegangen, der Löffel zum Mittagessen genommen...

Und das wünsche ich mir und meinen Kindern nicht zurück!

LG
Steffi

So ein Blödsinn - auch heute werden gleich die Ostereier verteilt bzw. Osterhasen gebastelt, am gleichen Tag Geburtstag gefeiert und auch der Sommer kommt nach dem Frühling...#klatsch Auf Klo konnte wohl jeder alleine gehen, wenn er wollte#augen

Ich habe nie gesehen, dass alle Kinder die gleichen Sachen anhatten. Wir hatten alles - zwar manchmal mit Verzögerung - aber dafür hat man es mehr geschätzt.

Ich bin auch ein Ossi, wünsche mir die Zeit aber nicht zürück.

Grob gesehen, mögen Deine Aussagen stimmen, aber auf meine Kindheit trifft vieles nicht zu. Man sollte das alles nicht so pauschal sehen, denn dann kommen wieder die Vorwürfe, in der DDR hätte der Staat die Kinder erzogen und nicht die Eltern. (Habe ich mir erst gestern von einer Kollegin anhören müssen.)


-alles fing mit der Kinderkrippe an (selbstverständlich ein Platz vorhanden!)

Ich war weder in der Kinderkrippe, noch im Kindergarten.
Meine Kinder waren allerdings selbstverständlich in der Krippe.

-dann kam der Kindergarten(ganztags) (ohne Probleme und tausend Bewerbungen im Umkreis) Mutti konnte in ihrem Beruf ohne Probleme wieder einsteigen

Probleme hatte ich täglich. Die Krippe machte erst um 6.00 Uhr auf. Der Weg dorthin betrug 30 Minuten (schneller Gang mit Kinderwagen). Dann noch mal 20 Minuten zum Bus hetzen, um dann doch fast täglich eine halbe Stunde zu spät zu kommen, was natürlich Ärger mit dem Chef einbrachte.

Hier kommen wird zu einer Zeit, zu der ich nur von meiner Kindheit in der DDR berichten kann, meine Kinder erlebten die Schulzeit erst nach der Wende:

Schulzeit: für die jenigen die es brauchten: Frühhort (vor der Schule)
- Habe ich nicht teilgenommen.

ein Hortplatz für jeden Schüler (garantiert)
- Im Hort war ich auch nicht.

Schulmilch
- habe ich nicht getrunken

Mittagessen (mehr oder weniger lecker,aber es gab es..)nicht wie jetzt ein überteuerter Schulkiosk)
- nicht dran teilgenommen, da absolut ungenießbar und ekelhaft (Kübelessen)

Schul-AG basteln,turnen...(kostenlos)
- Diesen Zwang zu den AG's fand ich furchtbar. Denn freiwillig war die Teilnahme ja wohl nicht.

Ferienbetreuung( 3 Wochen Ferienspiele) gegen einen kleinen Beitrag wurde man den ganzen Tag beschäftigt.
- brauchte ich glücklicherweise auch nie in Anspruch nehmen

In der 9. Klasse wurde man nach seinem Berufswunsch gefragt,und diesen auch meistens erlernen können.
- Ja, da gab es Berufsberatung. Leider ging mein Berufswunsch nicht in Erfüllung, da ich kein Abitur machen durfte, was ich aber für die Erfüllung meines Berufswunsches gebraucht hätte.


Hinzu kamen noch die Gängeleien bei den Pioniernachmittagen, Fahnenappellen, etc.



Du warst warscheinlich mit eine der ersten die auf die Straße gegangen sind mit dem Spruch: "wir sind das Volk"#augen

bin ein ossi im osten ... und es ist leider auch nicht mehr so wie *damals* #schmoll

der westen hat uns auch hier eingeholt ...

Was war denn damals so toll für Dich? Kannst Du das mit 25 Jahren einschätzen?

Meine Kinder sind in etwa in Deinem Alter und haben an die DDR keinerlei Erinnerungen mehr.

Also ich muss hier mal schreiben,
war zur Zeit der Wende genau 2.Klasse.
Also ich empfand es nicht als schlimm ,man ist damit aufgewachsen und hat es als "normal " empfunden.

Das alles familienfreundlicher war,gerade wenn es um die Kinderbetreuung ging,keine Frage.

Ich habe es bei meiner Tochter gesehen,die heute Gott sei Dank auf eine schöne Grundschule mit Ganztagesangebot geht.

Aber einen Krippenplatz zu bekommen war soo schwer.Das wäre früher nicht so gewesen.

Ich denke,heute wie auch früher gab es Vor -und Nachteile,man kann das aus der heutigen Sicht auch nicht mehr klar beurteilen ,weil man ja nicht weiß, wie man das empfunden hätte,wenn man schon erwachsen gewesen wäre.

Ich denke einfach,jede Seite,ob Ost oder West hatte ihre Schattenseiten.
Ich jedenfalls hatte alles ,was ich damals brauchte.

Und ob eine Mutter arbeiten geht oder nicht,tja ich denke ,dass kann und darf man nicht so einfach differenzieren,die West Mutter ist zu Hause ,die Ost Mutter geht arbeiten.
Ich denke ,dass das Thema auch ein wenig traditionsbehaftet ist.
Die Mütter im westlichen Teil bleiben heute denke eher zu Hause und managen dort alles und hier ist es eben meistens noch so ,dass auch die Frauen arbeiten gehen.

Aber auch das vermischt sich immer mehr.Ich habe es sehr gemischt,in der Klasse meiner Tochter beispielsweise geht gut die Hälfte der Muttis nicht arbeiten, sind die Woche über zu Hause,der mann kommt dann Freitags nach Hause und gut.
Ich denke leben und leben lassen.
:-D

Hallo zusammen,

ich glaube, das hat alles auch ein bißchen mit Nostalgie zu tun.

Das geht uns doch allen - egal wo aufgewachsen-so.

Das Internet ist voll mit Texten, was früher in den 70ern und 80ern so toll war. Das Buch "Generation Golf" verkauft sich doch nur dank Nostalgie so gut.

Ich erwische mcih selbst dabei zu sagen, dass die Süßigkeiten früher viel besser waren, die Kinderspiele im Freien viel Toller waren, wir insgesamt fröhlicher und freier waren als die Kinder heute.

Und was ist? Mein Papa, ein Nachkriegskind, erzählt genau das selbe über seine Kindheit!

Und in 30 Jahren wird mein Sohn sagen, dass alles besser und schöner war als er Kind war.

Man erinnert sich nur an das schöne und man glorifiziert das Schöne, das schlechte wird ausgeblendet. So funktioniert Erinnerung.

Ich habe eine 80 jährige Dame getroffen, die in der Kriegs- und Nachkriegszeit im Friserusalon meiner Großeltern gearbeitet hat. Und sie erzählt, dass sie so schöne Zeiten damals im Salon erlebt hat. Über Bomben, Hunger, Tod und ähnliches verliert sie kein Wort.

Jedem sollte man seine Nostalgie lassen!

LG

Sara

Bin auch Ossi im Osten. Ich persönlich habe weniges, was ich mir zurückwünschen würde, einfach deshalb, weil viele der oben angeführten Dinge hier immer noch so sind...#huepf oder sogar noch besser.

Krippenplatz brauchte bzw. wollte ich nicht, hätte ich aber kriegen können, weil ein Großteil des alten Krippe/Kiga-Kombi-Bestandes noch vorhanden ist. Hätte die Auswahl zwischen 4 Krippen/Kindergärten in der nächsten Umgebung gehabt.
Kindergartenplatz war demzufolge auch überhaupt kein Problem, habe sogar Plätze im Wunschkindergarten bekommen.

Inzwischen sind meine Mäuse ja in der Grundschule, auch gleich hier um die Ecke...
Selbstverständlich mit Frühhort, Nachmittagsbetreuung bis 17 Uhr. Hausaufgaben werden im Hort gemacht. Der ist in die Schule integriert, so wie es früher war, aber eigentlich noch besser - die Kinder haben eine ganze Etage zur Verfügung mit Bastelzimmer, Ruheoase, Tanzraum, Theatherzimmer, Bauzimmer....
Es gibt sie auch noch die guten alten AGs, auch wenn die jetzt vielleicht anders heißen. Die Kinder haben die Wahl zwischen Chor, Tanzen, Theater, Schach.... und noch einige andere (kenne ehrlich gesagt auch nicht alle)
Ab und zu wird nachmittags in der Hortküche auch mit den Kindern gekocht oder gebacken. (inklusive vorherigem Einkaufen)
Mittagessen ist auch viel besser. Die Kinder bekommen den Speiseplan vom Lieferanten und wir bestellen selber nach Wunsch. Gegessen wird dann in der Schule im Speisesaal.
Ferienbetreuung gibts auch noch, momentan gerade auch, weil Winterferien sind. Gestern waren die Kinder (zumindest ein Teil davon) zum Schlittschuhlaufen, heute gehts zum Bowling...

Also bis jetzt kann ich noch nicht klagen, zumindest was diese Sachen angeht. So gesehen haben meine Kinder sogar eine recht ähnliche Kindheit wie ich, mal abgesehen von den Dingen, die jetzt möglich sind und die es früher einfach nicht gab. Nee, ehrlich, manchmal beneide ich meine Kinder sogar.... (obwohl ich auch ne schöne Kindheit hatte - siehe deine oben angeführten Punkte)
Sie können sich hier in der Umgebung auch frei bewegen und herumstrolchen. Das liegt aber nicht nur am System oder an den Zeiten, man muss als Eltern auch mal loslassen können.

Was später noch kommt, also weiterführende Schule, Lehre ... etc. lasse ich erstmal ganz entspannt auf mich zukommen.

LG cornichon

Hallo,

ich bin im Osten aufgewachsen und lebe noch heute dort. Damals lebten meine Eltern in einem Kleinen Dorf. Meine Mutti Lehrerin, mein Vati Milchfahrer. Ich bin mit weniger als einem halben Jahr in die Krippe gegangen. Man hat auch einen Platz bekommen. Ich bin mit 5 Jahren ins andere Dorf gegangen zum Einkaufen, ganz allein an einer kaum befahrenen Straße entlang. Bin teilweise sogar selbst in Kiga gegangen und das obwohl er nicht grad um die Ecke war. Die ersten zwei Schuljahre habe ich noch im Osten erlebt. Wir konnten uns stundenlang draußen rum treiben ohne das sich jemand Gedanken gemacht hat. Wir bekamen sogar einen Wohnung in einer Kleinstadt in einer neu gebauten Plattensiedlung und die war sogar recht günstig. Danach kam die Wende. Das Schulsystem änderte sich, aber dennoch konnte ich eine gute Ferienbetreuung genießen. Es gab auch noch Schulessen aber keine Milch mehr. Dennoch war ich ein Schlüsselkind von der ersten Klasse an, obwohl ich im Früh- und Späthort war. Mein Vati verlor seine Arbeit weil es kaum noch Milchfahrer gab. Er ging in den Fernverkehr und war nur am Wochenende zu Hause. Meine Mutti musste mit einmal mehr Stunden arbeiten. Dennoch sind wir nach einem Jahr Westen in Urlaub geflogen. Es war super und der bisher schönste Urlaub. Wir sind kilometerlange Schulwege zu Fuß gegangen. Und es war bereits Westen. Wie es nun mit dem finanziellen aussah, weiß ich nicht, dafür war ich zu klein. Auch das berufliche fehlt mir.

Jetzt leben wir in einer Ostdeutschen Großstadt im Randgebiet. Meine Tochter ist jetzt auch 5 und ich würde ihr nie erlauben zu Fuß in Kiga zu gehen, genauso wie sie nicht zu Fuß in die Grundschule gehen wird, obwohl es vom Weg her so ca. gleich ist wie bei mir damals. Ich bin allein erziehend und man sagte mir immer, dass ich auf jeden Fall so einen Krippenplatz ab 1 Jahr bekomme, aber den bekam ich nicht. Sie kam zur Tagesmutter mit 2 Jahren weil ich keinen Platz in der Krippe bekam. Mit 3 Jahren in meinen Wunschkiga. Sie lass ich nirgends allein hingehen. Nun weiß ich nicht, ob es jetzt an der Großstadtnähe liegt oder generell die Zeit. Vom finanziellen muss ich sagen, dass es schon recht teuer alles ist für die Kinder. Aber ich kann keine Vergleiche zu früher ziehen. Ich finde, anstatt Kindergeld zu erhöhen sollten sie lieber die Betreuungsangebote kostenlos oder gegen geringe Gebühr machen und das in Krippe, Kiga und Schule. Aber das ist ein anderes Thema und möchte ich hier nicht diskutieren.

Ost und West ist längst vorbei und dennoch noch lange nicht gleich. Es gibt dort und dort Vor- und Nachteile, noch heute.


Jenni

Ja, ja früher war alles besser, ich kann's nicht mehr hören #augen

STOPP! nicht alles ...aber in Sachen Kinderbetreuung kann sich der Westen eine Scheibe abschneiden ;-)
l.g

Bin ein Ossi, mein Kindergarten im Osten war die Hölle. Da lobe ich mir den Kindergarten meines Sohnes hier im Westen :-p, so eine tolle Betreuung hatte ich nicht!

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Ich bin ne werdende Ossi-Mama im Osten. Ich kann deinen Post verstehn, allerdings sollte man nicht alles pauschalieren. Die DDR hatte viele Seiten, die negativ waren. Auch im Bereich Erziehung.

Wenn ich nur an den Zwang denk, am 1. Mai zur Demo zu gehn...oder Pioniernachmittag mit Anwesenheitspflicht.... Auch die Berufswahl war nicht wirklich frei.

Aber vieles, was du nennst, seh ich auch als positiv an. Generell hatten es Eltern mit vielen Kindern leichter, Kindersachen waren subventioniert, man bekam Unterstützung...heute wären sicher viele froh drüber.

Und: vieles kommt ja wieder. Die Ganztagesschule z.B. Nur nennt man das ganze heute finnisches Modell. Dass die Finnen das aus der DDR haben, wird immer unter den Tisch gekehrt.

Ich finde traurig, daß mit der Wende das ganze Erziehungs- und Bildungssystem platt gemacht wurde. DDR war pauschal böse und schlecht und keiner hat sich die Mühe gemacht, mal zu gucken, was man vielleicht (ohne die DDR-Ideologie) übernehmen könnte, weils einfach gut war.

Hallo Mama-sue,

ich hab ja schon mal auf dein Post geantwortet und find es wirklich spannend, welche Antworten hier gegeben wurden!
Ich denke, alle von uns, egal ob Ex-Ost oder Ex-West, die eine glückliche Kindheit hatten, vermissen das, was sie früher hatten für ihre Kinder heute - versteht das jemand? :-)
Ich bin in einer Kleinstadt in Oberbayern aufgewachsen, auch für uns war es normal, dass wir alleikne überall hingingen, dass auf uns geschaut wurde und dass Erwachsene uns schon mal zur Ordnung gerufen haben, wenns zu wild oder so wurde ...
Leider hat sich in den letzten Jahren unsere Gesamtgesellschaft nicht gerade freundlicher / hilfsbereiter etc.. entwickelt ... und ich glaub´dass ist das, was viele hier auch vermissen. Das aufeinander geschaut wird, einander gehofen wird - vielleicht können wir ja unseren Kindern diese Tugenden erfolgreich wieder mit auf den Weg geben!

Grüße Mimi

hey,

ich bin auch ein "ossi" und finde auch, dass mehr kinderbetreuung bzw. mehr förderung der familien hier bitter nötig wäre.

ich finde die heutige generation sehr egoistisch, rücksichtslos und verstehe nicht, warum man hier jedem was neidet, anstatt sich gemeinsam zu freuen.

ich würde gern weniger arbeiten, aber leider sind wir auf beide verdienste angewiesen, da hier im osten die gehälter immer noch denen im westen hinterherhinken.

wir machen das beste daraus, warum sollten wir auf nachwuchs verzichten, nur weil es heutzutage schwer ist, mit kind zurecht zu kommen, wenn man "nebenbei" noch arbeiten muss.

lg claudia

Hallo,

also für den Punkt Kindergarten in der DDR hat meine Mama mir was anderes berichtet. bei ihr war es so, dass sie gerne nach einem Jahr wieder arbeiten wollte und ihr gesagt wurde, entweder sie würde mich mit 10 Monaten bereits in die Krippe geben oder sie müsste ein ganzes Jahr warten. Ich denke, auch in der DDR wird es Entwicklungen gegeben haben. Zum Beispiel wurde da das "Erziehungsgeld" auch alle paar Jahre verändert (ich glaube, meist verbessert). Soweit ich das mitbekommen habe, gab es aber auch Mütter (je nach Geburtsjahr), die eben nach einem halben Jahr kein Geld mehr bekamen und dann mussten sie wieder arbeiten gehen.
Heutzutage gibt es eben solche Veränderungen (siehe Elterngeld, siehe langsame Aufstockung von KiGa-Plätzen in den alten Bundesländern). Es liegt noch vieles im Argen, aber ich denke, Deutschland ist hier auf dem richtigen Weg. Na ja, meine Meinung.
Gruß danaz