Mein Vater wurde Entmündigt ohne mein wissen.Kennt sich jemand aus?

Hallo.
Habe folgendes Problem und weiß nicht an wen ich mich da wenden soll.
Vor einiger Zeit wurde mein Vater Entmündigt ,da er leicht Behindert ist und daher manchmal ziemlichen Mist baut.
Er lebt bei meinen Großeltern im Haus in einer eigenen Wohnung.Ich habe noch 3jüngere Geschwister davon sind 2 Volljährig und einer ist noch Minderjährig.Meine Eltern sind seit 8 Jahren getrennt.Seit einigen Wochen werde ich von der Familie hintergangen.Mir hat niemand etwas erzählt das mein Vater entmündigt wurde und mein älterer Bruder soll der Vormund sein.Erfahren habe ich es durch einen Brief einer Versicherung die mein Bruder kündigen wollte,bei der ich allerdings hätte unterschreiben sollen.Nach langem nachboren bei meiner Oma hat sie es dann notgedrungen zugegeben.Ist klar das man da erst mal geschockt ist.Ihre reaktion darauf war " Na und was ist dann".Habe ihr dann natürlich die meinung gesagt. ist ja mein gutes recht.Dann hat sie mir vorgehalten das ich kontakt mit meiner mutter hätte.Der ist aber in der Familie Verboten.wer sich wiedersetzt wird verstoßen.Habe dann gefragt warum ausgerechnet der Bruder.Es gab keine Antwort.Stattdessen wurde über mich hinter meinem Rücken hergezogen.Habe meiner Oma einen Tag später gesagt das ich die Versicherungspapiere überprüfen lasse und meine Urkunde von meiner Versicherung.(nachforschung hat ergeben das meine Versicherung aufgelöst wurde).Und da ging es dann richtig los.Alle haben sich gegen mich verschworen.Bekam mehrere Anrufe meines Bruders im Namen meiner Oma.Er hat mich nur bloßgestellt und angebrüllt.Dann kam aber der oberhammer.Mir soll mein erbe ausgezahlt werden und soll dann keinen schritt mehr auf deren hof setzten.Jeder Kontakt mit meinem Vater wird mir verweigert.(Er hat wederTelefon noch Handy.Muss also über meine oma ran).


Was soll ich da bloß machen?


Danke.Sorry für den langen Text.

Christine

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Oje!

Das tut mir sehr leid!

Ich würde zu einem Anwalt gehen und mich über meine Rechte und Pflichten informieren.
Wenns um so etwas wie Entmündigung und Erbe sowie um finanzielle Dinge geht, hört bei mir die familiäre Gutgläubigkeit auf. Und man muß dann auch sich selbst vor gewissen finanziellen Katastrophen schützen.

Das andere ist, daß der Kontakt zu deinem Vater in der Praxis wahrscheinlich nicht funktioniert, wenn er nicht einmal selbst telefonieren kann .... :-( und bei den Eltern wohnt.
Aber den Kontakt zu deiner Mutter verbieten... das geht gar nicht!

Bleib stark, und handle nach deinem Gewissen
lg karin

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Hallo,

erstmal, dein Vater wurde nicht entmündigt, sondern unter Betreuung gestellt.Jetzt istz die Frage, in welchen Bereichen eine Betreuung besteht. Wenn du der Meinung bist, dass der Betreuer nicht im Sinne deines Vaters handelt, kannst du die Betreuung anfechten. Das würde ich aber nur mit Hilfe eines Anwalts machen.

LG Yvonne

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Danke Dir.
An Anfechten dachte ich auch schon

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Ich kann Dir auch nur Raten auf alle Fälle das Gespräch mit einem Familienanwalt zu suchen.
Wenn du eine Rechtschutzversicherung hast, die solche Sachen abdeckt, würde ich mir über die einen Anwalt besorgen.

Allerdings solltest du vor diesem Schritt unbedingt Daten,Fakten, Belege zusammentragen damit der Anwalt sich ein genaues Bild machen kann.

Wenn Du die Kosten vom Anwalt scheust, dann ruf doch mal auf dem für Euch zuständigem Familiengericht an und frage da nach....
- ab wann kann man jemanden entmündigen lassen
- wer von der Familie kann als Vormund eingesetzt werden
- wird die komplette Familie vom Gericht angeschrieben (also auch Du)

usw....

Viel Glück

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Dein Vater ist nicht entmündigt worden, sondern es ist ein Betreuer bestellt worden. Diesen wird das Gericht nach eigener Überzeugung und psychiatrischem Gutachten für notwendig erachtet haben. Ist ja scheinbar auch angezeigt, wenn du selber schon berichtest, dass dein Vater auf Grund seiner Behinderung schon öfter Mist angestellt hat.

Welche Bereiche diese Betreuung umfasst (z.B. Vermögenssorge, Sorge für die Gesundheit, Rechts-, Antrags- und Behördenangelegenheiten etc.) wird vom Gericht festgelegt. Dazu müssen die anderen Familienmitglieder nicht benachrichtigt werden, warum auch? Du bist doch dadurch gar nicht betroffen.
Wenn du den bestellten Betreuer (also in diesem Falle deinen Bruder) für unangemessen hältst, dann kannst du versuchen einen Betreuerwechsel (z.B. auf einen Berufsbetreuer) zu erreichen. Allerdings musst du dafür gute Gründe bei Gericht anführen können, sonst wird das nichts. Ansonsten wird die Betreuungserfordernis ohnehin regelmäßig überprüft und der Betreuer muss regelmäßig Berichte bei Gericht einreichen, also so ganz ohne Kontrolle läuft das da nicht ab.

Was die Erbangelegenheiten und Kontakte anbelangt, handelt es sich hier um eine ganz andere Geschichte. Da würde ich mich tatsächlich bei einem Anwalt erkundigen, was und wie und überhaupt. Kann mir eigentlich schwerlich vorstellen, dass eine vorzeitige Auszahlung des Erbes so einfach gegen den Willen des späteren Erben möglich ist. #kratz Aber lass dich fachlich beraten, dann weißt du Genaueres.


Gruß
pupsi

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Hallo Christine!

Du hast hier ja schon einige Antworten bekommen, die Dich darüber aufgeklärt haben, dass Dein Vater nicht entmündigt, sondern unter Betreuung gestellt wurde.

Du kannst Dich mit Deinen Einwänden bezüglich des bestellten Betreuers an die Betreuungsstelle des zuständigen Vormundschaftsgerichtes wenden. Dort ist in erster Linie der zuständige Rechtspfleger Dein Ansprechpartner. Er wird Dich dann ggf. an den Vormundschaftsrichter verweisen.

Die Frage ist: Was will Dein Vater? Ist er in der Lage zu entscheiden, ob er eventuell auch Dich als gesetzlichen Betreuer akzeptieren würde? Die Umsetzung des bestehenden Betreuungsrechts dient immer zum Wohle des Betreuten. Wenn Du dem Gericht glaubhaft vermitteln kannst, dass dieses in der derzeitigen Betreuungskonstellation nicht der Fall ist, dann hast Du schon ganz gute Karten. Deine persönliche Familienfehde würde ich jedoch da raushalten. Dadurch bekommt die ganze Geschichte einen zu unsachlichen Anstrich.

Sollten Deine Bemühungen nicht fruchten, dann müsstest Du einen Anwalt einschalten.

L.G. Kapulli

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Du brauchst eine Anwältin.

und verdammt gute Nerven um dieser Mischpoke was entgegen zu setzen.

Gruß

Manavgat

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Hallo,
es gibt keine Entmündigung mehr: das heißt jetzt: dein Vater hat einen Betreuer bekommen. Und um diese Betreuung durchzusetzen bedarf es schon etwas mehr als nur ein bissel verwirrt zu sein. Außerdem wird so etwas vor Gericht beantragt und dann kommt ein vom Gericht bestellter Gutachter und spricht mit deinem Vater und schaut sich alles an. Und bis es dann soweit ist, das irgend jemand zum Betreuer ernannt wird, das dauert.......
Aber laß er ruhig überprüfen. Und deine Versicherung, wenn sie dann auf deinen Namen gelautet hat, kann keine anderer kündigen. Aber vielleicht arst du dort nur als Begünstigter eingetragen????
Laß dieses alles von einem Anwalt überprüfen und dann weißt du ganz bestimmt, was Sache ist.
LG

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Vielen Dank an alle

Gruß Christine

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Hallo Christine,

ich bin in einer ganz ähnlichen Situation wie Du. Meine Bruder hat im Juni 2008 hinter meinem Rücken meine 74jährige Mutter entmündigen lassen. Zuvor hatte er sich 20 Jahre nicht für sie interessiert, hat sie bestenfalls ignoriert und schlimmstenfalls beschimpft. Meine Schwägerin wurde Vormund. Zu dem Zeitpunkt hatte ich keine Ahnung, dass so etwas überhaupt in Deutschland möglich ist, ohne die engsten Familienmitglieder anzuhören :-( aber so ist es tatsächlich. Ich war immer die emotionale Ansprechpartnerin für meine Mutter, hab' mich auch um ihre Belange gekümmert, also Versicherungen etc.

Bei uns war das Problem, dass mein Bruder in ihrem Haus wohnt. Leider nicht aus einem Nähebedürfnis, sondern weil er schon immer finanzielle Schwierigkeiten hatte. Er hat zwei Versuche begangen, auszuziehen, ist aber jedes Mal aus finanziellen Gründen zurückgekehrt.

Mein Bruder konnte also alles relativ in Ruhe planen. Er ist mit einer Ärztin bekannt, mit ihr hat er dann diese Entmündigung in die Wege geleitet.

Als ich von der Sache hörte, sind wir dagegen angegangen, ich habe mir sofort einen Anwalt genommen und wir haben dem Vormundschaftsgericht unsere Bedenken formuliert. Meine Schwägerin wurde dann relativ schnell als Betreuerin abbestellt und eine "neutrale", fremde Betreuerin wurde eingesetzt.

So weit, so gut - das Problem ist jetzt, dass mein Bruder und meine Schwägerin unheimlich gut lügen. Sie haben über verschiedene Manipulationen hinbekommen, dass die Betreuerin sehr eng mit ihnen zusammen arbeitet. Zwar ist die Betreuerin nicht so neutral, wie wir gehofft hatten, aber zumindest ist die Situation jetzt transparenter. Für die Betreuerin wäre es natürlich gefährlich, irgendwelche unlauteren Dinge zu veranlassen.

Was aber bleibt ist, dass meine Mutter furchtbar unglücklich darüber ist. Sie war vorher eine autarke Persönlichkeit, in ihre Dorfgemeinschaft eng eingebunden. Jetzt wirkt sie gebrochen, weil Andere über sie bestimmen. Zur Zeit ist sie in Kurzzeitpflege in einem Pflegeheim und ich habe schreckliche Angst, dass das nur der Anfang ist, dass sie sie bald fest in ein Heim geben :'-(

Ein guter Anwalt ist wirklich wichtig und Kontakt zu Senioren-Verbänden etc.

Zu den Postings bezüglich "Entmündigung gibt es nicht mehr": Ja, der Begriff ist juristisch nicht mehr korrekt, sicher heißt es jetzt Betreuung. Aber nur weil ein Wort schöner klingt, macht es für den Betroffenen keinerlei Unterschied - Entmündigung ist genau das, was meine Mutter empfindet. Ein Schraubendreher wird auch nicht zu einem anderen Werkzeug, nur weil er nicht mehr Schraubenzieher heißt.

Gleichzeitig wurde ich mit entmündigt, weil ich meine Mutter nicht mal mehr abholen darf, wann ich will, um mit ihr Ausflüge zu machen. Es ist so traurig, dass so etwas in unserer Gesellschaft passiert.

Liebe Grüße,
Gela