Wenn man keinen Vater hatte...

    • (1) 06.03.06 - 23:56

      Möcht emich gerne mit anderen austauschen, die auch ohne Vater aufgewachsen sind. Es tut mir so weh wenn ich Freunde in meinem Alter sehe, die einen Verantwortungsvollen Vater haben. . Aber seitdem wir ein Kind möchten, mache ich mir eher Gedanken, dass es keinen Opa haben wird. Heute habe ich meine Freundin mit ihrem Vater und der kleinen getroffen... Er war so lieb zu seiner Enkelin, dass ich irgendwie unterm Reden abgeblockt habe, weil ich es nicht ertragen konnte... Jetzt hab ich ein schlechtes Gewissen weil er sihc nicht einmal von mir Verabschiedet hat... Hoffe er denkt nichts negatives. Manchmal ist es so, dass ich das Gefühl bekomme mir vorzustellen, wie bestimmte Männer sich Väterlich kümmern. Ich schäme mich dann so in deren Gegenwart, weil ich Angst habe sie merken es. Als Kind habe ich immer von Männern geträumt, die mir etwas Aufmerksamkeit schenkten, dass sie die Fürsorge übernehmen.Wollte bloß mal wissen ob es jemanden auch so geht und wie ihr damit umgeht. Danke

      • moin scarlett,
        meine kids haben einen opa, leider möchte dieser keinen kontakt.
        dafür verwöhnt er das enkelchen seiner stieftochter.
        meine kids stört das nicht, denn sie leben ihr eigenes leben, kommen damit klar, auch ohne den opa.

        grüßle
        wolf

        (3) 07.03.06 - 08:46

        Meine Kinder haben 3 Opa´s. Der Vater meines Mannes wohnt im Ausland, daher wenig Kontakt außer telefonisch. Mein stiefvater zeigt eigentlich garkein Interesse. Tja, wer nicht will, der hat eben schon. Dann ist da noch mein leiblicher ater, den ich leider erst vor 1 1/2 Jahren kennenlernen durfte. Er IST Opa mit Leib und Seele. Leider ist auch die Entfernung 600km, so beschränken sich Besuche auf 2-3 x im Jahr. Ansonsten kommen Päckchen, liebe anrufe usw.

        LG
        magda

        Hallo Scarlett,

        da erkenne ich mich wieder, in dem was du schreibst.

        Meine Eltern haben sich getrennt, da war ich 3 Jahre alt. Mein Vater hatte wohl noch Besuchsrecht, aber als ich 6 Jahre alt war, hörten die Besuche auf. Meine Mutter war sehr dominant und sagte einfach, seine Besuche täten mir nicht gut. Ob da was Wahres dran war weiß ich nicht, denn ich hab keine Erinnerung mehr daran.

        Ich hab, auch durch "Gehirnwäsche" meiner Mutter, damals einen richtigen Hass auf meinen Vater aufgebaut. Es kamen nochmal Kontaktaufnahmeversuche von seiner Seite, als ich 16 und 18 war, aber ich wollte nicht.
        Erst als ich 24 war, traute ich mich, den Kontakt aufzunehmen. Erst war alles gut und alle haben sich gefreut, aber nach und nach gab es Schwierigkeiten und vor 5 Jahren brach der Kontakt erneut ab. Ich bin nun 36 J. alt. Ich hab das Gefühl, er wollte eine andere Tochter. Da spielten verschiedene Lebensweisen und Vorstellungen eine Rolle. Ich war auch enttäuscht. Ich hatte mir einen starken Vater gewünscht, der um mich kämpft und mir zur Seite steht. Da ich, mal kurz gesagt, mit meiner Mutter auch kein Glück hab, hab ich gehofft, wenigstens einen guten Kontakt mit meinem Vater aufbauen zu können.
        Vor 2 Jahren hab ich nochmal einen letzten, schriftlichen Versuch gestartet, es kam keine Antwort.
        Ich denke, da gibt es viele Verletzungen auf beiden Seiten und er ist einfach nicht stark und willens genug, mit mir in Kontakt zu treten. Das tut mir ab und zu auch noch weh. Und wenn ich andere Väter mit ihren erwachsenen Töchtern sehe, dann bin ich auch manchmal traurig.
        Und dann diese doofe Merci-Werbung. Wo gezeigt wird, wie die Tochter mit einem liebevollen Vater aufwächst, der sie begleitet durch alle Zeiten des Lebens, Hochzeit etc. und dann schenkt die erwachsene Tochter ihrem Papa die Merci-Packung. Je nach Stimmungslage kann es auch schon mal passieren, dass mir die Tränen kommen.
        Meine Tochter hat zum Glück ihren Papa und von meinen Schwiegereltern aus, einen guten Opa und Oma. Wenigstens etwas und da bin ich sehr froh drum.

        Nur ich fühl mich so ganz ohne Herkunftsfamilie doch manchmal allein.

        Also, du bist nicht die Einzige mit solchen Gedanken und Gefühlen. Ich stell mir auch manchmal bei Filmen oder einfach so im Leben bei älteren Männern vor, wie es wäre, wenn der und der jetzt mein Papa wär oder einfach ein väterlicher Freund.

        Jetzt ist es doch ziemlich lang geworden.

        Liebe Grüße,

        Christiane

      • Hallöchen,

        ich denke nicht, dass eine glückliche Kindheit von einem Opa abhängig zu machen ist.

        Ich bin auch ohne Opa groß geworden, hatte nur eine Oma, die auch noch 350km weg wohnte.

        Luna hat auch keinen Opa, denn mein Vater und mein Schwiegervater sind beide schon verstorben. Ebenso meine Schwiegermutter, die ich nicht mal kennengelernt habe. Also wird auch Luna mit nur einer Oma groß (die wohnt dafür aber um die Ecke).

        Dafür hat Luna den besten Papa der Welt!! Und einen super-tollen Onkel, der sie über alles liebt (und umgekehrt ;-))

        Gruß

        Karen

        Hey Scarlett,

        ich glaube, bei dir ist es wichtig zu wissen, wie alt du warst, als dein Vater ging und warum du ohne Vater aufgewachsen bist. Denn du scheinst deinen Vater sehr zu vermissen, du scheinst keine männliche Bezugsperson gehabt zu haben. Und das projektierst du jetzt auch auf dein Kind.

        Ich selber bin auch ohne Vater aufgewachsen. Mein Vater starb, als ich 6 Jahre alt war, allerdings hat er sich vorher schon nicht wirklich mehr um uns gekümmert, so dass meine Mutter und er schon 1 Jahr geschieden waren als er starb. Sein Interesse galt mehr dem Alkohol als uns. Damals war ich auch traurig, weil ich es nicht verstand, ich war einfach noch zu klein. Ich war auch neidisch, alle anderen hatten einen Vater und nur ich hatte keinen.
        Aber im Lauf der Zeit, als ich älter wurde, habe ich immer mehr von meinem Vater erfahren, wie er war und was er getan hat. Und ich kann bis heute nicht verstehen, dass meine Mutter ihn so sehr geliebt hat, dass sie bis heute alle Männer mit ihm vergleicht und leider keiner diesem unbewussten Vergleich standhalten kann! Denn meine Mutter ist einsam, sie hätte gerne wieder einen Mann an ihrer Seite und das schon sehr lange. Immerhin ist sie seit 20 Jahren Witwe und alleine. Aber unbewusst vergleicht sie halt immer noch, dazu kommt dass sie selten mal raus geht. Wohin auch? Und mit wem? Ihre Freundinnen sind alle verheiratet. ^^

        Naja, auf jeden Fall finde ich, dass meine Mutter mich und meine Schwester und meine beiden Pflegeschwestern (und ganz viele Tagespflegekinder im Lauf der letzten 22 Jahre) auch sehr gut alleine großgezogen hat und dass sie ihre Sache sehr gut gemacht hat! #liebe

        Ich bin mittlerweile auch verheiratet und unser Sohn ist jetzt fast 2 1/2 Jahre. Er hat nur einen Opa, den Vater von meinem Mann, er sieht ihn auch öfter und der Opa hängt auch an ihm, aber dafür kann der Opa nicht so mit ihm spielen oder ihn auf den Arm nehmen, weil er es einfach nicht mehr schafft. Er freut sich immer, wenn wir mit dem Kleinen kommen, aber er hat keine Kraft mehr sich wirklich lange und gut mit ihm zu beschäftigen oder mit ihm zu kuscheln. Aber anscheinend reicht meinem Sohn das trotzdem alles, er liebt seinen Opa und freut sich jedes WE, wenn wir zu ihm fahren! ;-)

        Dafür wird er von meiner Mutter und meiner Oma total verwöhnt. Und von meiner Schwester und meinem Schwager. Und von einigen Freunden von uns. #freu

        Ich glaube, du selber hast den Wunsch in dir, deinem Kind einen Opa "zu besorgen". Aber es gibt nunmal Kinder, die haben keinen Vater und andere, die haben keinen Opa! Dann gibt es halt auch welche, die haben alles. Aber man kann es nicht ändern. Es sei denn, du suchst dir einen "Ersatz-Opa" in eurer Stadt für deinen Sohn, sowas wird ja manchmal auch angeboten!

        Allerdings habe ich auch das Gefühl bei dir, dass du auch selber erstmal mit dem Verlust deines Vaters fertig werden musst. Denn du kommst mir so vor, als ob du den Verlust nie wirklich verkraftet hast.

        Ich wünsche dir ganz viel Kraft!

        LG,

        Alraune

        PS: Wenn du magst, schreib mich über meine VK an, dann können wir weiter mailen und du kannst mich fragen etc. wenn du Fragen hast weil wir beide ohne Vater aufwuchsen.

        • hi,

          danke für dein liebes Angebot. Also als ich 9 war ist mein Vater weggezogen. Ich habe aber als Jugendliche in einem Wohnheim gewohnt, was Familienersatz war, und hatt dort 5 Jahre eine männliche Bezugsperson.

          Heute weiß ich , das ich mich innerlich schon lange von meinem Vater gelöst habe, denn mein zukünftiger Mann ist dieser männlichen Bezugsperson von damals ähnlich wie die Faust aufs Auge. Jetzt ein paar Tage danach wird mir klar dass es eher dieses Großfamiliengefühl ist das ich vermisse von früher. (Meine Mutter ist aus dem ehemaligen Jugoslawien) . Als Kind waren wir ganz oft unten, und ich habe die riesige Verwandtschaft geliebt.
          Da diese Freundin aus Rumänien ist, erinnert mich das immer daran. Damals sind wie irgendwann nicht mehr runtergefahren. Ich muss dazu sagen, ich habe schon eine männliche Bezugsperson, der wie ein Vater ist.

          Was schön ist, ist zu wissen, dass mein Freund ein lieber Vater wird.

          Aber ich finde es so Klasse was deine Mutter alleine geleistet hat. Schade dass sie sich keinen Mann mehr sucht. Aber irgendwie auch schön dass sie ihn so geliebt hat. Biete ihr mal an es über eine Zeitungsannounce zu versuchen;-)

          Gruß

      Liebe Scarlett,
      ich kann Deine Gefühle verstehen. Die Wunschvorstellungen kenne ich. Wenn ich dann mal so nachdenklich bin oder einen Kloß im Hals habe, bin ich oft ehrlich und sage Dinge wie: ich beneide Dich um Deinen fürsorglichen Vater, mir fehlt das manchmal. Die meisten erschrecken erst, können das aber eher nachvollziehen, als eine plötzliche Gereiztheit und ein Ausweichen meinerseits, welches sie persönlich nehmen würden/könnten.
      Gerade mit dem Kinderwunsch macht frau sich Gedanken über die Familie. Mir tut es sehr leid, dass mein Kleiner nur ein Paar Großeltern hat, die leider schon etwas älter sind.
      Schon zur Hochzeit dachte ich, wie wird es wohl werden, eine Hochzeit ohne meine Eltern. Sie sind beide verstoben und ich vermisse sie sehr. Es wäre so schön gewesen, wenn mein Vater mich hätte führen können.
      Aber weisst Du was: ich habe meine Hochzeit sehr genossen und mich an allen Leuten gefreut, die da waren und mit mir glücklich waren. Da hatte meine Traurigkeit wenig Platz.
      Genauso geht es mir mit meiner Familie. Während die Trauer, das 'was wäre wenn' und das Vermissen nie ganz weggehen wird, wird es doch immer mehr von meinem Glück in meiner Ehe und mit unserem Sohn überlagert.
      Alles Gute
      Mare

      • hallo Mare,


        danke für die Antwort. Ich denke auch das das vermissen in Glück umlagert. Ich habe einen lieben Mann

        es ist für mich komisch, wenn der Vater die Tochter zum Altar bringt. Darüber hab ich noch nie nachgedacht.

    hallo
    dein bericht könnte von mir sein.
    Ich hatte zwar einen Vater aber nur bis ich 12 war.
    Da haben sich meine Eltern scheiden lassen
    und er ist verschwunden, er ist nirgends gemeldet
    und scheint einfach nirgends auf.
    Ich und mein Schatz haben auch einen sehr starken kiwu
    und ich wünsche mir auch so sehr das mein baby einen opa hat, viel. weil ich auch nie einen opa hatte,
    aber leide kann ich es nicht mal von meinem vater erwarten da er starker alkoholiker ist.
    Mir tut es oft weh, wenn mein Schatz manchmal zu seinem Vater geht und ihm um Rat fragt oder so,
    dann seh ich mir öfter leid.
    Wenn du reden willst, immer gerne!
    achja bin 19!

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