Die Mutter meines Freundes....Frustposting

    • (1) 22.06.06 - 13:24

      Hallo!

      Ich muss mir mal was von der Seele schreiben um danach vielleicht wieder klarer zu sehen.

      Mein Freund und ich sind nun 3 Jahre zusammen.
      Im ersten halben Jahr wohnten wir noch in verschiedenen Städten und sahen uns nur am Wochenende.
      In der Zeit habe ich ihn 3 mal besucht und habe dort auch kurz (!) seine Eltern kennengelernt (er wohnte noch zuhause bei den Eltern).
      Es war recht nett, aber kein wirkliches Interesse der Eltern da.
      Nachdem ich in seine Stadt zog, sah ich die Eltern immer mal wieder am Wochenende (wobei wir da die meiste Zeit in seinem Zimmer verbrachten) und zu Familienfesten.
      Ein lockerer Kontakt halt.
      Nun ist es so, dass mein Freund quasi bei mir eingezogen ist... nicht wirklich offiziell, aber er hat mehr Dinge bei mir als bei sich und verbringt jede Nacht bei mir.
      Soviel zur Vorgeschichte.

      Tradition der Familie ist es, an Geburtstagen immer schön Essen zu gehen...Kaffe und Kuchen vorher inclusive.
      Ich fand die Treffen immer recht schön, ich mag diese Familie!

      Ich bin es von zuhause leider nicht gewohnt, dass so ein Aufwand um einen Geburtstag gemacht wird...zudem verbinde ich mit meinem Geburtstag nichts Gutes (an meinem 12. Geburtstag brach der Kontakt zu meinem Vater ab).
      An meinem ersten Geburtstag in dieser Familie, wurde ich eingeladen und durfte mir ein Restaurant aussuchen.
      Mir war dies unangenehm, dass die Familie für mich soviel Geld ausgibt. Es sind immer 7 Personen die Essen gehen!
      Aber ich liess mich breitschlagen.
      Das nächste mal wünschte ich mir einfach einen gemütlichen Nachmittag bei ihnen mit meinem Leibgericht (welches die Mutter meines Freundes wirklich perfekt kochen kann!) als Essen.
      Das wurde schon murrend aufgenommen, weil man ja so gerne essen geht und die Familie dann "mal wieder" beisammen ist (als Erklärung: zwei Wochen vor mir hat mein Freund Geburtstag und eine Woche vorher sein Bruder.....).
      Dieses Jahr wurde ich natürlich wieder gefragt, wo ich denn essen gehen wollen würde. Ich sagte, dass ich nicht feiern möchte.
      Auch sagte ich, dass es mir unangenehm ist, so im Mittelpunkt zu stehen.
      Zudem hatte der Bruder gebeten, seine Geburtstagsfeier nachzuholen, da er die WM-Spiele nicht verpassen möchte - an meinem Geburtstag spielte Deutschland!
      Mein Freund wurde dann noch von seinen Eltern gefragt was ich mir wünschen würde und er nannte ein eher praktisches Geschenk - zugegeben wir können es recht gut brauchen ;-) ...aber ich sagte eigentlich auch vorher, dass ich mir nichts großartiges wünschen würde, denn die Eltern übertreiben es immer recht gut (preismässig) - auch das ist mir unangenehm.
      Nun rief die Mutter meines Freundes einen Tag nach meinem Geburtstag Abends hier an, weil sie mich ja am Tag zuvor nicht erreichen konnte (ja...sie rief Nachts um 23.30 an und da hatte ich wirklich nicht mehr die Lust ans Telefon zu gehen!).......
      Ich bekam eine ordentliche Standpauke, was ich mir denn dabei denke würde nicht zu feiern und ob ich die Familie nicht mögen würde.
      Ich würde ja mein Leben vergeuden, wenn ich nicht feiere etc.
      Mein Einwand, dass es mir einfach unangenehm ist, wenn MEIN Geburtstag gefeiert wird und ich ansonsten sehr gerne bei den Feierlichkeiten der Familie bin, wurden einfach überhört.
      Ebenso wurde gefragt, wann ich denn gedenke mein Geschenk abzuholen...........sehr liebevoll! Die Bemerkung "Naja manche wünschen sich halt materielles - also praktisches und andere wünschen sich eben persönliche Dinge" war auch sehr nett, hatte ich mir doch eigentlich nichts gewünscht :-(

      Dazu muss man sagen, dass die Mutter immer mal wieder spitze Bemerkungen mir gegenüber gemacht hat, wenn mein Freund nicht da war.
      "Meinst du nicht, dass du dir mal einen vernünftigen Job besorgen solltest?" (ich lebe z.Zt von Nebenjobs und Unterstützung meiner Familie),
      "Man würde sich ja garnicht richtig kennen" (ja wie denn auch, wenn kein Interesse ihrerseits besteht? Wenn ich anfange von mir zu erzählen, dann heißt es "ja sowas gibts hier in unserer Familie nicht" und es wird sich einem anderen Thema zugewandt).

      Ich hatte mich immer über diese Bemerkungen geärgert, aber sie so hingenommen im Glauben, sie meine es nur gut....

      Was auch auffällig ist: Sie haben mir noch nicht das "Du" angeboten...die Freundin des Bruders (genauso lange zusammen wie ich mit meinem Freund) sagt schon Mama und Papa zu ihnen.

      Alles einzelnd betrachtet nicht weiter schlimm, aber im Gesammtbild macht es mich sehr traurig.

      Nach dem Gespräch, habe ich nur den Hörer meinem Freund in die Hand gedrückt und musste mich weinend ins Bad zurückziehen.

      Mein Freund kann die Welt nicht mehr verstehen, steht aber voll hinter mir und möchte nun mit seiner Mutter ein ernstes Wort reden.
      Ich will aber nicht, dass er sich mit ihr verkracht...
      Man hat nur eine Familie!

      Grad auch in Bezug darauf, dass mein Freund und ich eine Zukunft planen (alles noch seeeeeeeeeeeeeehr weit entfernt, also keine konkrete "Bedrohung" für seine Mutter), finde ich mein Verhältnis zu ihr wirklich sehr sehr traurig!

      Mache ich wirklich alles falsch??


      traurige Grüße

      *wurzelzwergi*

      • Huhu!

        An sich verstehe ich deine Einstellung. Sie ist acuh durchaus gerechtfertigt doch möchte ich etwas zu bedenken geben.

        Die Art und Weise wie diese Familie wirklich "Familie" lebt gefällt dir und sagt dir doch zu oder? Du magst alle beteilligten und willst auch dazu gehören? Warum stößt du ihnen dann aber so oft auch vor den Kopf?

        Ich kann nachvollziehen dass es vll. etwas unangenehm ist dass sie deinen Geburtstag finanziell unterstützen aber tun sie das nicht freiwillig und auf Grund ihrer familiären Tradition? Nicht um dir zu schaden!

        Du beschwerst dich nicht richtig dazu zu gehören. Aber wundert dich das denn bei Sätzen wie

        >>Mein Einwand, dass es mir einfach unangenehm ist, wenn MEIN Geburtstag gefeiert wird <<

        Sie wollen doch auch an deinem Leben soweit teilhaben und du lässt sie nicht. Du willst zur Familie gehören dann vrehalt dich doch auch so - und weise nicht ab nur weil sie finanzielle anstatt mentale Hilfe anbieten.

        LG sissy

        • Danke für deine Antwort!

          Natürlich hast du in gewisser weise recht.
          Aber ich denke sie wollen mir eine Freude machen?
          Was habe ich von einem Tag an dessen Ende ich FROH bin, dass er vorbei ist???
          Die Lösung (letztes Jahr), dass sie für mich nicht das teure Restaurant zahlen, sondern wir einfach einen netten Abend haben mit Hausmannskost und Gesellschaftsspielen, war für mich ok. Der Abend war schön. Aber auch das war ja nicht gern gesehen.
          Sie hatte mir letztes Jahr ganz klar gesagt, dass sie diesen Abend doof fand. Es war ja garkein Geburtstag.

          ....................................



          Liebe Grüße

          *wurzelzwergi*

          • Mal davon abgesehen, dass Du es nicht gewohnt bist, im Mittelpunkt zu stehen und gefeiert zu werden, was ist daran denn so schlimm?
            Ich sehe es nämlich ähnlich wie die Vorrednerin, Du stösst die Leute vor den Kopf und wunderst Dich dann, wenn Du ausgegrenzt wirst.
            Hält man beim Essen gehen denn eine Rede auf Dich? Oder sitzen eh alle nur zusammen und futtern, dabei bekommst Du Geschenke und das ist dann schon fast alles an Aufmerksamkeit? Oder wie läuft das?

            Ich glaube, die Familie nimmt einfach materielle Dinge sehr wichtig, aber trotzdem auch die Geselligkeit. Und packt anscheinend jede Gelegenheit beim Schopfe irgendwo zusammen zu sitzen und zu plaudern, das finden sie wohl gemütlich. Und wie man so schön sagt: Andere Länder, andere Sitten.. was noch viel deutlicher schon in anderen Familien zu Tage kommt. ;-)

            • Hallo witch!

              Ich danke dir für die Antworten, es ist schön Antworten zu lesen von "neutralen" Leuten, denn es bringt mir ja nichts, wenn ich mir immer wieder MEINE Argumente vor Augen halte. So ändert sich nichts.

              Es ist halt, dass man komplett immer im Mittelpunkt steht.
              Alle Gespräche drehen sich um einen etc.
              Es ist mir schlicht zuviel.

              Wie gesagt...an sich finde ich es immer ganz toll, aber eben nicht wenn es um mich geht.
              Und in jeder Minute bete ich, dass es bald vorbei ist und ich gehen kann und freue mich dann wieder auf die anderen Geburtstage, an denen ich mich unverkrampft mit ihnen unterhalten kann....

              Und wenn ich mich nicht ganz irre, ist nur die Mutter von diesen Feiern so begeistert.
              Für den Vater war es ok, als ich sagte ich möchte nicht groß feiern.
              Er ist auch eher bodenständig und fragt ob es wirklich nötig ist, dass er sich rasiert und schön anzieht, weil er da so garkeine Lust grad zu hätte ;-)
              Der kleine Bruder hat eh nie wirklick "bock" auf sowas und geht so schnell wie möglich wieder.
              Für den großen Bruder ist es nur eine Gelegenheit mal ordentlich wieder reinzuhauen.

              Aber was ist so schlimm, diesen Tag im kleinen Kreise zuhause zu verbringen gemeinsam mit ihnen ohne Geschenke (bzw nur Kleinigkeiten, worüber ich mich sehr freue und mich nicht schlecht fühle?)??

              Es wäre mir 100000mal lieber und ich würde mich freuen einfach mit ihnen Zeit zu verbringen.
              Aber dieses "rumgetüddel", bringt mich fast schon in einen Zustand von Panik.

              Warum stoße ich ihnen vor den Kopf, wenn ich ihnen sage, dass ich mich aufgrund meiner Kindheit in solchen Situationen unwohl fühle?
              Ich habe ihnen ja letztes Jahr die "kleiner Version" angeboten. Auch das wollten sie nicht.

              Warum nehmen sie das Angebot nicht an...wer weiß. Vielleicht gewöhne ich mich daran und finde gefallen auch an den "normalen" Veranstaltungen???


              Hach ...alles verzwickt

              LG

              *wurzelzwergi*

          Huhu!

          Wie gesagt ich versteh dich schon.


          Es ist immer schwer in eine Familie zu kommen und da auf Traditionen zu stoßen mit denen man aus eigener familiäer Sicht nichts anzufangen weiß.

          Bei mir und meinem Mann ist es genauso. Er hatte keine richtige Familie (Mutter früh -sagen wir- abgehauen, lebte die erste Zeit überwiegend bei der Tante, keine richtige Familienkultur) und dann traf er auf meine Familie wo schon die Planung der Weihnachtsfeiertage in nem Kraftakt enden und auch jeder Geburtstag großereignis ist.

          Mein Mann murrt immer noch vor jedem Fest ein bisserl, aber er liebt meine Familie will teil von ihr sein (immerhin wir sind auch noch verheiratet haben 2 Kinder) und wir werden ansonsten nicht von meiner Familie vereinnahmt. Es ist ansonsten wirklich locker, unverkrampte Besuche kein Muss jede Woche mindestens einmal auf der Matte stehen zu müssen (wie wir es von vielen Bekannten kennen).
          Darum kann er mit den "paar" stressigen Tagen im Jahr gut Leben. Sozusagen weiß er ja wofür ;-)

          Doch ungewollt hat er wohl eher eine List angewandt. Lange unserer Tradition gebeugt (und daran auch immer mehr gefallen gefunden) ist er mittlerweile so in "meine" Familie aufgenommen, dass er mittlerweile seinen Standpunkt besser vertreten kann. So hat er sich dieses Jahr erfolgreich gegen unseren Großfeiernorganisator (meine Mutter) durchgesetzt und nicht gefeiert - vor 3 Jahren noch hätte man ihn in der Luft zerrissen für solch einen Affront.

          Verstehst du was ich meine? Du schreibst dass eine gemeinsame Zukunft nicht ausgeschlossen ist. Vielleicht wäre es klug eine Zeitlang mit dem Strom zu schwimmen um sich dann seinen eigenen kleinen Damm inmitten des großen Wassers aufzubauen.

          Übringens dass dein Freund sich da nicht einmischen sollte da gebe ich dir vollkommen Recht. Den Konflikt mit seiner Mutter (ich denke sie wird das Familienoberhaupt sein so wie du es beschreibst) musst du alleine bewältigen. Auch das gehört zur Integration in eine Familie (leider #heul )

          LG sissy

    hallo, wir sind seit 9 jahren zusammen, 2 verheiratet und mein schwiegereltern haben mir noch nicht das du angeboten. mein mann sagt immer sag du zu meinen eltern, ich red halt immer um sie oder du rum.
    ok.wenn du deinen geburtstag nicht feiern nöchtest, sollten es dein fast schwiegereltern akzeptieren.

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