Plötzlich nicht mehr gut genug

    • (1) 13.01.16 - 15:10

      Gleich mal vorweg; natürlich kann jeder sein Kind nennen wie er will, sich treffen mit wem er will und grundsätzlich auch machen was er will. Aber ich denke immer, man sollte doch einen gewissen guten Ton nicht vergessen, etwas Benehmen, und nicht ständig andere grundlos vor den Kopf stoßen.

      Dann zum Thema: eine langjährige Freundin von mir (23 Jahre) ist im Oktober Mutter geworden. Wir sind ganz gut befreundet, sie und ihr Mann sind beide Paten bei unseren Kindern. Es musste bei der SS etwas nachgeholfen werden, weil es über 15 Jahre nicht geklappt hat (Aussage der Freundin). Aber die IVF klappte sofort und die SS lief relativ problemlos bis auf die üblichen Wehwehchen ab (Übelkeit am Anfang, dicke Beine am Ende und Sodbrennen mitten drin). Aber: ab dem letzten SS-Drittel hat sie sich so verändert, dass ich sie gar nicht wieder erkenne.

      Irgendwie lief das plötzlich ganz komisch: natürlich sind wir letztendlich alle froh, wenn die SS rum und das Kind da ist, weil es ja sehr beschwerlich wird. Aber sie übertrieb dann doch: es wurde bei jedem Schritt so laut gestöhnt, dass es auch alle mitbekamen und sich umdrehten. Sie ließ sich von ihrem Mann stützen und kommentierte auch jeden Schritt zusätzlich noch lautstark: wie schrecklich das sei und dass hoffentlich bald mal alles zu Ende ist. Aber eine Babyparty für sie lehnte sie bei einer Freundin mit der Begründung ab, sie wolle nicht im Mittelpunkt stehen. #kratz

      Dann war für uns klar, dass sie nicht groß heiraten wollten, lieber nur die beiden heimlich still und leise - und das ist auch völlig okay. Doch dann erfahren wir plötzlich von der Hochzeit von jemandem, der mit ihr eigentlich so gar nichts zu tun hatte (gemeinsame Bekannte, die sie aber nicht mochte). Das hat uns schon überrascht. Als ich das meiner anderen Freundin (keine gemeinsame Freundin von uns!) erzähle, sagt die zu mir: "Das wusstest du nicht? Das hat sie mir auf dem Geburtstag von deinem Großen erzählt, ganz im Vertrauen - aber ich dachte, du wüsstest das..." Gefragt habe ich zwar nicht, aber besagte Freundin meinte dann doch sich auf dem Geburtstag meines Mannes erklären zu müssen: "Vielleicht wurde ja unser Telefon abgehört..." Da wurde ich langsam sauer. Wie gesagt: grundsätzlich kann jeder machen, was er will, aber ich lasse mich ungerne anlügen oder verarschen.

      Es lepperte sich dann: sie zeigte meiner Freundin auch die Fotoserien "Nackt mit Babybauch", "Neugeborenenshooting im KH" und gab ihr den Kleinen auf den Arm, kaum dass sie bei uns in der Tür standen. Ich bin jetzt keiner, der ständig jedes Kind halten muss, aber so in der Summe finde ich das schon komisch. Und als Krönung kam dann noch, dass sie darauf bestehen, dass ihr Nachwuchs mit vollem Vornamen angesprochen wird. Das ist dann ungefähr so, aber ich hab es wegen der Anonymität etwas abgeändert: Arwen-Jella Theodora. Wer das nicht tut, wird gnadenlos korrigiert und als "zu blöd um es richtig zu machen" tituliert. Zuerst habe ich gedacht, das sei ein Witz... Ergebnis: keiner redet mehr mit ihr geschweige denn über ihr Kind. Hab ich so auch noch nicht gehabt. Außerdem weiß sie alles besser, angefangen damit, dass ich ja in meiner Erziehung so ziemlich alles falsch gemacht habe, was man falsch machen kann und endet damit, dass Belgische Waffeln steinhart statt fluffig sein müssen, weil "ist so!" Facebook wird mit Bildern zugekleistert, wo vorher selbst ein Bild von ihrem Hund undenkbar war - kurz gesagt: sie fällt kopfüber in jedes sich bietende Klischee und alle anderen sind eh doof. Sie ist die Einzige, die je schwanger war, je ein Kind bekommen hat und vor allem: die Einzige, die es richtig macht! Das war früher ganz anders... :-(

      Und dann kommt leider auch noch hinzu, wie sie über das Kind redet: es ist so schrecklich anstrengend, schreit nur aus reiner Boshaftigkeit, um sie zu ärgern und an den Rande des Wahnsinns zu treiben, wenn sie das vorher gewusst hätte, hätte sie niemals Kinder bekommen, zum Glück bleibt es ein Einzelkind, weil den Scheiss macht sie nicht nochmal mit... usw.

      Muss ich das alles auf die "Hormone" schieben??? Aber anscheinend hat sie ja auch gar keine "Lust" mehr darauf sich mit uns "abzugeben". Bin echt traurig, dass es anscheinend so enden soll...#gruebel

      Da geht eine Freundschaft zu Ende.
      Lass los.
      So würde ich es machen.

      L G

      White

      Hallo

      Das tut mir echt leid für dich. Ich wäre auch geknickt und traurig.

      Aber ich würde das abschreiben, das wars mit der Freundschaft leider.

    • Das tut mir sehr leid für dich :-( nach so vielen Jahren meint man eigentlich es ist eine Freundschaft für die Ewigkeit aber manchmal passiert es doch und eine Person ändert sich so das es nicht mehr geht

      Ich würde den Kontakt einschränken und abwarten, vlt. Kriegt sie sich ja wieder ein.

      Hallo,

      das kenne ich. Ich hätte mein Kind nicht im Griff, ich sei eine Glucke, ihre Schwangerschaft war die schlimmste.... Irgendwann kamen dann Entschuldigungen, als ihr Kind gleich alt wurde wie meines damals oder der Junge dann doch wilder wie ihr erstgeborenes Mädchen wurde, aber es ging so weiter in dem Stil.

      Sie war sogar meine Trauzeugin, aber ich musste den Kontakt abbrechen, ging mir gar nicht gut damit. Traurig darf man sein, klar, aber du änderst die Leute nicht.

      LG

      Hey,

      oft verändert sich der Freundeskreis, wenn man Kinder bekommt. Bekommen dann die anderen auch Nachwuchs, findet manch einer auch wieder zusammen.

      Bei euch erscheint mir das anders. Doch wenn ich das lese, sage ich offen und ehrlich, dass ich diese Freundschaft beenden würde. Ich glaube kaum, dass ihr eine Zukunft haben werdet. Alleine der Punkt mit der Hochzeit würde mich schon sehr stutzig machen.

      Bei mir ist vor wenigen Jahren eine 17-jährige Freundschaft zerbrochen. Aber gut, meine ehemalige Freundin meinte, dass wir schon wieder zueinander finden und sie mir immer eine gute Freundin bleiben würde und sich meldet zwecks Treffen. Eine Aussage wie so oft, habe ich nachgefragt wurde ich vertröstet, von sich aus kam nie was. Es kam immer mehr dazu und als ich dann über ganz andere erfahren habe, dass sie paar Monate zuvor geheiratet hat, war für mich alles vorbei. Es geht mir besser, seit ich mir selbst gesagt habe, dass es vorbei ist und alle Kontaktdaten gelöscht oder auch gesperrt habe.

      Ich habe mich lange genug damit gequält, bis zu diesem Schritt hat es weitere 2-3 Jahre gedauert. Das ist es nicht wert, daher würde ich es an deiner Stelle nicht so lange mitmachen.

      Alles Gute! #liebdrueck

      LG erdbeerchen

      Also wenn sie sich auf einmal so veränderte und auch andere vor dem Kopf stößt scheint es bei euch wirklich nicht mehr zu passen. Da solltest du dir überlegen was du dir unter einer Freundschaft vorstellst und ob du so weitermachen willst. Vielleicht habt ihr euch wirklich in eine andere Richtung entwickelt OK, nicht zu ändern.

      Ela

      "Sie ist die Einzige, die je schwanger war, je ein Kind bekommen hat und vor allem: die Einzige, die es richtig macht! Das war früher ganz anders..."

      Kenne ich gut - und kann es Dir nachfühlen - bei manchen Frauen lösen Schwangerschaften Reaktionen aus, die zahlreiche Verwandte und Bekannte nicht nachvollziehen können.
      Ich dachte volle 13 Jahre lang, dass ich ein wirklich gutes Verhältnis zu meiner Schwiegertochter habe und hab immer gesagt, mein Sohn hat die genau richtige Frau für ihn gefunden.
      Vor 2 1/2 Jahren dann - ab der späten Schwangerschaft und als das Kind da war, machte ich nur noch alles falsch und gerade sie, die als Kinderlose laufend ungefragt Erziehungsratschläge in der Familie austeilte, war nun die Helikoptermama, die den kleinsten und vorsichtigsten Tipp oder Hilfsangebot bereits als übergriffig ansah.
      Kontakt wurde abgebrochen - ich habe keinen Sohn mehr - und einen Enkel, auf den ich mich riesig gefreut hatte, damit auch nicht. Das verstehen auch wirklich viele Leute aus der Familie nicht. Was will man machen? Nichts - so schlimm es ist.
      LG Moni

      • (12) 14.01.16 - 10:19

        Moin Moni!

        Es klingt so traurig, was dir passiert ist. Ich habe schon oft deine netten, hilfreichen Kommentare gelesen und obwohl ich dich natürlich nicht kenne, bin ich mir sicher, dass du so etwas nicht verdient hast.
        Ich selbst bin mit meiner SchwieMu so gar nicht auf einer Wellenlänge, aber sie ist eine sehr liebe Oma für meine Töchter und ich würde diese besondere Beziehung nie stören wollen.

        Fühl dich gedrückt!
        LG nobyna

        • (13) 14.01.16 - 12:10

          Danke - finde ich sehr anständig von Dir, dass wenigstens Deine Kinder eine Omi haben dürfen!
          Aber selbst das kriegt meine Schwiegertochter nicht mehr hin. Mittlerweile sage ich, selber schuld - denn ich würde ja auch zum Hüten zur Verfügung stehen - hab meine Enkelin sogar schon krank gehabt, als Mama arbeiten musste. Wäre alles kein Problem. Tja....
          LG Moni

    Ich danke euch für eure Antworten.

    Ich habe den Kontakt jetzt auch erst mal weitestgehend runter geschraubt. Sie hat Anfang Februar noch Geburtstag, da werde ich ihr noch gratulieren und dann warte ich mal ab. Ich bin traurig und es ärgert mich auch, wie sie sich verhält, aber ich weiß, ich kann es nicht ändern. Ich denke, ich habe die Veränderung nicht ausgelöst, aber ich habe es auch nicht verdient mich nach so langer Zeit grundlos so abstrafen zu lassen. Daher wird das wohl dann das Ende sein...schade.

    Blöd ist auch, dass wir uns danach noch weiter sehen werden, weil unsere Männer im selben Verein und selber Mannschaft Fußball spielen und da auch regelmäßig was mit den ganzen Familien oder die Frauen untereinander was unternommen wird. Aber da sind ja auch nicht nur die dann dabei, sondern auch andere, die mich/uns durchaus ohne Vorbehalte mögen. Und auch denen ist sie leider schon negativ aufgefallen. Scheint also nicht nur meine Einschätzung zu sein.

    Danke euch! #blume

    • Das ist echt traurig aber wird sich wohl nicht ändern, jedenfalls nicht jetzt. Ich könnte mir vorstellen, dass die vorher wo sie noch ohne Kind war sich alles rosig gemalt hat.

      Oh ich erinnere mich an meine erste Zeit mit Baby. Ja, wie wahr ich hatte die rosa rote Brille auf habe von so vielen schönen Dingen geträumt mit meinem Baby ruhig spazieren gehen, den Einkauf mache ich mit links und natürlich nicht Jogging Hose sondern Vernunft in Jeans, morgens duschen während kiddy noch schläft und träumt. Den ersten Kaffee am morgen genießen und den Tag vor allem ohne Arbeit mit Baby genießen kuscheln und schmusen.

      Und schwupps neun Monate weiter der knallharte Aufprall in der Realität. Augenringe an der Tagesordnung, dauermüde Normalzustand. Duschen auf 5 min reduziert, Kaffee würde regelmäßig kalt, spaziergänge nur unter schreienden Begleitmusik und schmusen und kuscheln max ein paar Minuten weil Mama mit samt Kind eingeschlafen ist. Wäsche Berge so hoch wie noch nie und Chaos in der Wohnung dass man nicht mehr weiss wo man anfangen soll. Die ersten Monate haben mich überfordert und ich war ziemlich dünnhäutig. Jede Form von Kritik bzw Rat wurde von mir abgeschmettert schließlich bin ich die Mama und weiss was richtig ist und natürlich ich will alles perfekt machen. Mein denken am Anfang später änderte sich auch diese Ansicht. Ich habe später erst gemerkt das auch andere Menschen meinem Kind gut tun und mir die Auszeit, wenns auch nur ne Stunde zum einkaufen war ebenfalls enorm geholfen hat.

      Sicherlich benimmt man sich nicht gegenüber Freunden so wie deine Freundin das tut, aber eventuell ist sie selber überfordert und damit es eben keiner merkt wird halt bissig reagiert und alles andere ist doof. Sie baut sich vielleicht gerade eine Welt auf die nur sie sehen will damit sie nicht zugeben muss wie schwer es ihr fällt tatsächlich Mutter zu sein auch so Aussagen dass sie kein Kind mehr will und das das Kind boshaft ist und sie ärgern will, sie sagt es vielleicht genauso um zu vermeiden das jemand ihre Hilflosigkeit erkennt. Das irgendjemand denkt sie schaffe es nicht.

      Daran kannst du nix machen sie muss da selber raus kommen und vielleicht wenn sie mal ganz alleine da steht wird sie wach und überdenkt ihr Verhalten.

      Aber im Moment bleibt dir leider nix als sie in Ruhe zu lassen und weil sie dir damit nicht gut tut die Distanz zu wahren. Aber ein recht traurig und wütend zu sein hast du alle mal.

      Ich hoffe das es dir bald besser geht auch ohne deine Freundin.

      Alles Gute

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