Wie verhalte ich mich meinem schwierigen Neffen gegeüber?

    • (1) 08.02.16 - 13:49

      Besser gesagt, handelt es sich um den Sohn vom Bruder meines Mannes, er ist 6 1/2, im Herbst eingeschult worden, da hatte ich noch Hoffnung, dass es vielleicht etwas besser/leichter wird mit ihm, aber bisher --> Fehlanzeige!

      Ich würde ihn als hyperaktiv, launisch, aggressiv und 100 % unfolgsam beschreiben. So ein Kind wie ihn, hab ich noch kein Zweites getroffen und ich hab früher Schwimmkurse für Kinder in seinem Alter gegeben ;-)
      Seine Schwester wird jetzt 10 und ist das komplette Gegenteil von ihm, brav, lieb, artig, ein Sonnenschein #schein Wahrscheinlich ist genau das der Knackpunkt, denn meine Schwägerin und mein Schwager müssen/mussten bei ihr wohl nie hart durchgreifen und es ist ja oft so, dass Geschwister grundverschieden sind.
      Jedenfalls sind sie mit ihm im Schnitt 1 x im Monat im Krankenhaus, zum nähen, kleinere Operationen, sonstiges. Und warum? Weil er nicht hört, bzw. ihm z. T. auch keine Grenzen gesetzt werden und er turnen und toben kann, wie er möchte. Sogar meine Schwiegermutter konnte sich kürzlich einen Kommentar nicht verkneifen, sie hatte 2 Söhne, aber mit beiden zusammen nicht so viel Ärger wie jetzt ihr Enkel allein macht.

      Ein weiteres Beispiel: Meine Schwiegereltern wohnen mit Schwager + Schwägerin + Kinder im selben Haus, daher sind die Kinder oft bei ihnen. Sie wollen/müssen mal wieder Wohn- und Esszimmer renouvieren, haben dies aber bislang aufgeschoben, auf "wenn der Kleine etwas vernünftiger ist". Hallo!? Wir waren auch Kinder und haben gespielt und sicher nicht immer sofort auf´s Wort gehört, aber renouvieren musste garantiert niemand als wir aus dem Gröbsten raus waren. Eine neue Couch gab´s jetzt trotzdem und auf der sollte absolutes Hüpfverbot herrschen - ich glaub es dauerte 2 Wochen --> #huepf#huepf #klatsch Sowas von inkonsequent! Kein Wunder, er hat ja auch mit keinerlei Konsequenzen zu rechnen. Hat er Fernsehverbot, schaut er trotzdem, meine Schwägerin merkt das, brabbelt vor sich hin "... eigentlich hat er ja Fernsehverbot" und beachtet es nicht weiter #klatsch

      So, nun ist es aber so, dass sie eben auch öfter mal bei uns eingeladen sind. Zuletzt am Wochenende am Geb. unseren Sohnes, hier macht er dann z.B. die Geschenke unseres Sohnes kaputt, oder beschädigt unsere Einrichtung beim Fußballspielen im Haus :-[ Die Wände haben nun Flecken, eine Lampe wurde in Mittleidenschaft gezogen und das Schlimmste ist, mein Mann würde aus Angst/Respekt seinem Bruder gegenüber NIE eine Entschädigung dafür verlangen. Daher und auch grundsätzlich, weil es mir sicher auch nicht recht wäre, wenn jmd. meinem Kind Vorschriften macht, sage ich auch nichts, aber solange er in unserem Haus ist, ist mir unwohl #zitter#wolke
      Wie verhalte ich mich ihm, bzw. seinen Eltern gegenüber?

      • Hi Du,
        ich möchte nicht lange darauf eingehen wie, weshalb, warum aber wir haben auch ein sehr schwieriges Kind in der Familie. Leider kann ich den Jungen auch überhaupt nicht leiden. Er ist wirklich kein bisschen Liebenswert und extrem auffällig in allem. Ich gebe mir trotzdem Mühe ihn nicht komisch oder anders zu behandeln. Ich finde es selbst sehr schade, dass dieses Kind so ist, hab ein schlechtes Gewissen, dass ich ihn wirklich unsympathisch finde und ich an der Situation auch nichts ändern kann. Ich gebe den Eltern schon manchmal Tipps und weiße sie vorsichtig auf Fehler hin. Den Jungen schimpfe ich schon, wenn er was kaputt macht, meinem Kind weh tut usw. Und auch wenn er sich sonst eigenartig, unfair, aggressiv etc. verhält bekommt er von mir ein Feedback. Das mache ich aber mit jedem Kind - nicht nur mit ihm. Ich finde es wichtig eigene Grenzen zu zeigen und auch auf Regeln hinzuweisen. Gerade wenn es die Eltern nicht schaffen. Und ich finde die Eltern müssen das auch aushalten. Natürlich muss man es nicht übertreiben oder ein Kind zum weinen bringen aber ohne Feedback glauben sie ja es ist in Ordnung. Und das ist es eben oft nicht.

        Hi,
        ich habe auch so einen Neffen.

        Außer er macht mit 7 noch in die Hosen, das kommt noch dazu.

        Da ich ihn immer im Blick haben, kommt, bevor was zerschlagen werden kann der Spruch, "DAS kannst Du bei Euch zu Hause machen". "Benehm Dich, Du bist nicht daheim", "Das bezahlst du von deinem Taschengeld". usw. usw. usw.

        Es werden die "guten" Spielsachen von den Jungs weg geräumt, sonst fliegen doch wieder die Brocken.

        Er war bisher auch mehr im Krankenhaus als irgendjemand den ich kenne. Er wurde mit 6 Jahren und 3 Monaten eingeschult. Wer ihn nicht kannte, dachte er wäre 4 Jahre.

        Man kann eingreifen, weil es die eigenen Eltern nicht sehen wollen. Außer ausladen, kann man wohl nichts weiter tun, oder?

        Alles Gute
        Claudia

        • (4) 08.02.16 - 14:56

          "Benehm Dich," - hoffentlich sagst du das nicht so.

          Bin ja der Meinung, dass man den Imperativ auch beherrschen sollte, wenn man ihn verwendet.

          • (5) 08.02.16 - 15:00

            Wenn Du mir noch erklärst was ein Imperativ ist, könnte ich ihn evtl. anwenden.

            Das "benehm Dich", wird übrigens gebrüllt, kurz bevor die Brocken fliegen.

            • (6) 08.02.16 - 15:09

              Das Wort heißt: "Benimm"!

              Wenn man es schon durch die Gegend haut, dann ja wohl korrekt.

              Imperativ = Aufforderungs-/Befehlsform eines Verbs

          • (9) 08.02.16 - 15:13

            Imperativ= Befehl oder Aufforderung
            Da heißt es dann nicht "Benehm Dich" sondern "benimm dich"
            Der Imperativ wird aus der 3.Person Singular gebildet.

            Also "er benimmt sich..." Imperativ: "Benimm dich" und nicht "benehm dich"
            Anderes Beispiel: "er liest" Imperativ: "Lies das Schild" nicht "les das Schild"

        (10) 09.02.16 - 09:23

        Danke!

        So verbreitet wie der falsche Imperativ mittlerweile ist, habe ich mich schon gefragt, ob womöglich eine Reform stattgefunden hat, die ich verpasst habe ...

        XD

        • (11) 09.02.16 - 09:27

          #rofl

          Aber wahrscheinlich wird das bald so sein. Es müssen nur so viele Leute wie möglich machen und er Duden nimmt es auf ;-)

          • (12) 09.02.16 - 14:44

            Kein Wunder, dass der Imperativ den Bach runter geht. Viele scheitern ja schon am normalen Konjugieren der Verben.
            Gerade heute wieder auf dem Pausenhof: "Frau XY, der Kevin tretet mich andauernd!" #schock

        (13) 09.02.16 - 14:45

        Viele scheitern am Imperativ schon deshalb, weil ihnen die Verbkonjugation nicht gelingt.

        Siehe meine Antwort an Nele ;-)

        (14) 11.02.16 - 09:57

        Ja, so was kommt öfterS als man denkt.....

        #schwitz

        #rofl

    (16) 09.02.16 - 11:12

    "Bin ja der Meinung..."???

    "ICH bin ja der Meinung..."

    Wer im Glashaus sitzt....usw. usf.

    • (17) 09.02.16 - 11:24

      #gaehn

      Seh ich anders.

      Ich habe auf einen grammatikalischen Fehler hingewiesen.

      Du bemängelst gerade eine, für das schnelle Tippen gewählte, Kurzform.

Tja, "das musst du von deinem Taschengeld bezahlen" etc. kennt er eben nicht, das würden ihm Mami und Papi NIE antun. Im Gegenteil, oder ist das auch wieder einer der Gründe WARUM er so ist!? --> er wird mit Geschenken etc. überhäuft! Schon allein zum Nikolaus bekommt er 5 (!) Tüten voller Geschenke und prahlt dann an den Weihnachtsfeiertagen, dass er wohl noch bis Silvester, bzw. Ferienende damit beschäftigt sein wird alle Präsente vom Christkind auszupacken. Eltern + Großeltern verwöhnen ihn da so und weil wir das für unseren Kleinen nicht wollen, haben wir die Geschenkeanzahl auf 1 Stück pro Schenkender/schenkendes Paar beschränkt, alles was man drüber geben möchte für´s Konto. Gab dann auch Stuck, vonwegen undankbar usw. und meine Schwiegermama hat´s auch aktuell schon ignoriert/umgangen, indem sie ihm 1 Geschenk mitgebracht und eines bei sich stehen haben, wenn er dort zu besuch ist #klatsch

Irgendwie klar, dass ein Kind so wird, wenn es nur inkonsequente Erwachsene um sich hat und ich habe auch ein schlechtes Gewissen, weil ich ihn nicht leiden kann, aber ich trau mich trotzdem irgendwie nicht, ihn zurechtzuweisen. Mein Mann tut dies auch nicht, er erträgt es eben, aus Angst vor dem Echo seines Bruders. Dieser hat nämlich sogar schon den Kontakt zum Bruder seiner Frau widerum abgebrochen, weil er den Kindern den Umgang mit seinen Katzen verboten hat, weil diese sie quälten. Kann ich verstehen, aber das war der Grund, warum sie den Kontakt komplett abgebrochen haben.

  • Hi,
    da ist ja so richtig eine "Baustelle".

    Also, wir werden auch nicht mehr "geliebt". Bei uns ist es auch die Konstellation, Bruder vom Mann + Frau, liebes Mädchen + ungezogener Junge.

    Da sie öfters schon mal nicht zu Geburtstagen kommen, oder nur Teilweise, wird es sich hoffentlich bald erledigen. Denn wir legen überhaupt keinen Wert auf sie.

    Das der Bruder motzt, kennen wir auch.

    Lasst Euch nicht auf der Nase herumtanzen. Wenn sie den Kontakt abbrechen, ist doch gut, alles bleibt heil :-p

    SIE werden es schon merken, das sie mit Ihrem Prinz nicht weit kommen. Solange sie es aber nicht merken, gilt Schadensbegrenzung. Sie werden schon wieder angekrochen kommen, wenn Irgendjemand Fremdes, Lehrer/in, andere Eltern von Spielbesuch, auch mal was gesagt haben.

    Gruß claudia

Wir haben in etwa dasselbe Problem. Es handelt sich um den Sohn (5) der jüngeren Schwester meines Mannes. So ein Kind habe ich noch nicht erlebt und es tut mir Leid, aber ich will den nicht hier haben. Er macht unsere Sachen kaputt, schmeißt mit harten Dingen nach unserer Tochter und quält andere Kinder unserer Gäste.

Er war immer Mamas Liebling und durfte alles, sogar den eigenen Hund quälen (Gott sei Dank haben sie das Tier mit Geburt des zweiten Kindes abgegeben), dabei ist er aber auch damals schon ständig bei Oma und Opa gewesen, auch über Nacht, die garnicht mit ihm klarkommen und ebenfalls keine Grenzen setzen.
Da das Verhältnis zu den Geschwistern meines Mannes eh nicht mehr so doll ist, wird die Schwester einfach nicht mehr eingeladen.

Und ich übertreibe nicht. Den ersten Geburtstag unserer Tochter haben wir im Garten gefeiert weil ich dachte, dass er da Nicht viel anstellen kann, aber es war der Horror. Greift man dann anstelle von Eltern und Oma durch, jammern sie nur "der Arme". Sry, aber selber Schuld.

Du ärgerst Dich über die fehlenden Grenzen im Elternhaus bzw bei Oma und Opa.

Aber in deinem eigenen Haus lässt Du zu, dass er Fußball spielt?
So lange, dass Flecken an den Wänden sind und eine Lampe kaputt geht?
Wo setzt DU denn die Grenzen?

Wenn sich Kinder (egal ob meine oder andere) hier nicht ordentlich benehmen, dann gibts ne Ansage. Mein Haus, meine Regeln.

Spielt jemand Ball im Haus, nehme ich den Ball kommentarlos an mich.

Wird getobt und randaliert, gibts die klare Ansage "nicht in meinem Haus! Draußen ist ein Spielplatz, da könnt ihr toben"

Ich verstehe nicht, dass Du dich über Inkonsequenz im Elternhaus aufregst und selbst nicht besser handelst!

  • ... genau das tue ich eben nur sehr ungern und um den Frieden zu wahren. Wie schon erwähnt, hat mein Schwager wg. ähnlichen Problemen mit seinem Schwager widerum gebrochen, weil dieser Verbote den Kindern gegenüber erteilt hat.

    Mein Mann erträgt es halt, bzw. sagt er findet es nicht so schlimm, aber ich denke, dass in Wahrheit die Angst dahinter steckt, dass er dadurch Probleme mit seinem Bruder bekommen könnte.

    • Genau das meine ich ja!
      Du kritisierst die Eltern des Kindes wg ihrer fehlenden Durchsetzungsfähigkeit.

      Aber ihr selber setzt euch nicht mal in eurem Haus durch!
      Offenbar gibt es in eurer Familie ein generelles Problem mit Durchsetzungsstärke. Die Eltern wollen nichts gegen das Kind sagen, die Großeltern nicht gegen Sohn und Schwiegertochter, ihr nicht gegen Bruder/Schwager...

      Und am Ende dieser dysfunktionalen Kette macht ein kleines Kind das einzig Richtige: er füllt den Part des Chefs aus, weil dieser Posten offenbar seit Jahren unbesetzt ist.

      Du kannst jetzt über das Kind meckern so viel Du willst: letztlich verhält es sich nicht abnormal oder ungesund sondern genau richtig.

      Ihr habt jetzt genau 2 Möglichkeiten: ihr lasst dem Kind aus Angst vor Streit seinen Chefposten; dann lerne, damit zu leben und nimms hin.

      Oder einer von euch beweist mal etwas Mumm und geht in die Konfrontation. Das wird Stress geben, ist letztlich aber offenbar dringend nötig und wird auf die kommenden Jahre gerechnet mehr Stress vermeiden als verursachen.

      Die Auswirkungen von Rangkämpfen kann man in jedem Hunde- oder Wolfsrudel beobachten. Schade, dass erst ein Kind kommen musste, dass euch euer dysfunktionales Agieren vor Augen führt. Aber noch ist es ja nicht zu spät.

      Also: Zähne zeigen und los! Viel Glück.

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