Ehemann möchte mich nicht ins Grundbuch eintragen lassen

    • (1) 21.02.16 - 10:51

      Hallo, ich bräuchte eure Meinung zu meiner Situation.
      Mein Mann und ich sind seit gut 2 Jahren verheiratet und ich bin nun in der 12. Woche schwanger. Vor der Hochzeit haben wir einen Ehevertrag mit Ausschluss eines Vermögensausgleichs gemacht. Ich verdiene viel weniger als mein Mann und fand das zwar nicht sehr romantisch aber OK. Damals war kein Kind geplant.
      Im Frühjahr/Sommer wollen wir nun ein Haus kaufen. Eigentlich müsste ich sagen: mein Mann möchte ein Haus kaufen, denn er besteht darauf, als alleiniger Besitzer im Grundbuch eingetragen zu sein.

      Seit ich schwanger bin, missfällt mir das immer mehr. Ich finde es nicht OK!
      Mein Mann findet es anmaßend und ungerechtfertigt von mir, einen Miteintrag zu fordern. Ich fände 30% für mich und 70% für ihn gerecht. 10% Eigenkapital hat er schon.
      Er findet hingegen, dass ich zufrieden sein kann, dort wohnen zu können. Die Nebenkosten, Internet und Telefon würde ich als Ausgleich allein zahlen (ca. 400 Euro).

      Da er weiter arbeiten geht und sicher auch am Wochenende mit seiner Tochter aus erster Ehe Hausaufgaben macht oder das Schwimmbad besucht, werde ich sowohl den Haushalt als auch die Kinderbetreuung zu 95% allein meistern müssen. Einen anderweitigen finanziellen Ausgleich wird es sicher nicht geben, da das Geld jetzt schon recht knapp ist.

      Sobald ich meine Meinung hierzu äußere, heißt es, ich sei berechnend. Mein Mann hat mir sogar vorgeworfen, ich würde das Kind dazu nutzen, um den Ehevertrag auszuhebeln.
      Das macht mich unendlich wütend und traurig. Ich merke, wie immer mehr von meiner Liebe zu ihm abstirbt. Aber daran hat er die größte Schuld.
      Auch das versteht er nicht oder will es nicht verstehen. Ich habe langsam auch kein wirkliches Interesse mehr, ihn an der Schwangerschaft teilhaben zu lassen. Da kommt allerdings auch nicht viel von ihm. Er hat schon eine Tochter. Mittlerweile glaube ich, dass sie der einzige Mensch ist, den er wirklich liebt. Gerade bin ich z.B. sehr stark erkältet. Mein Mann käme nie von sich aus auf die Idee, mit dem Hund Gassi zu gehen. Dafür musste ich ihm Geld versprechen. Liebe sieht anders aus.

      Bisher hat er mich aber wirklich nicht ausgenutzt.
      Ich mache den kompletten Haushalt und spiele in einem seiner Ensembles (was ich freiwillig nicht tun würde), dafür bekomme ich 500€. Als Ausgleich für die Miete bezahle ich nur ca. 250€ Nebenkosten.
      Allerdings verdient er natürlich auch etwa 10 mal so viel wie ich.
      Man muss noch dazu sagen, dass ich wegen ihm von der Stadt aufs Land gezogen bin und hier wenig Möglichkeit habe, noch mehr dazuzuverdienen. Ich gebe Musikunterricht, aber die Schülerzahl ist eben doch limitiert.
      Mein Mann verlangt natürlich auch, dass ich eine Woche nach der Entbindung wieder unterrichte. Wie das genau mit einem Baby funktioniert und ob ich dann überhaupt körperlich und seelisch dazu in der Lage sein werde, weiß ich nicht.
      Solche Sachen sind ihm aber auch egal :-(
      Mittlerweile bin ich einfach nur noch zu müde, um über das Hauskaufthema zu streiten. Das ist ihm sicher recht, denn so will er es haben: ich soll meinen Mund halten und keine Ansprüche stellen.

      Traurig.

      • Mich interessiert eigentlich nur warum du dir das antust und noch bei ihm bist??????

        Ich bin geschockt!

        Ich würde ihn mit seinem Haus ziehen lassen!

        Ich hasse Menschen die meinen nur weil sie mehr verdienen einen höheren wert als andere zu haben. Ekelhaft da bekomme ich Ausschlag!

        Bei ihm würde ich nicht eine Minute länger bleiben!

        Ich (und ich rede nur von mir!!) würde meinen "Bauch" nehmen und gehen!

        Ich wünsche dir viel Kraft!!!!!!!

      Ich war der Meinung, dass Dinge die während der Ehe angeschafft werden eh anders behandelt werden und somit im Ehevertrag nicht komplett ausgeschlossen werden können.

      Vielleicht solltest du mal einen rechtlichen Rat einholen.

      Für normale Angestellte gilt, dass diese 8 Wochen nach der Geburt erst wieder arbeiten dürfen. Früher würde ich das auch auf keinen Fall machen. Eine Geburt ist anstrengend und auch ein kleines Baby.

      Wenn ich das so lese, wäre es vielleicht besser für dich, wenn du gehst solange du noch kannst.

      • (5) 21.02.16 - 19:38

        doch, nennt sich modifizierte zugewinngemeinschaft. hier kann der zugewinnausgleich für bestimmte ereignisse ausgeschlossen werden, z.b. im falle der scheidung. auch der vermögens ausgleich kann ausgeschlossen werden.
        haben wir auch so geregelt im ehevertrag
        v

        (6) 22.02.16 - 10:40

        Das ist die gesetzliche Regelung. Aber bei einem Ehevertrag mit Ausschluss des Vermögensausgleichs ist eben diese Regelung ausgehebelt. d.h. im Fall der Scheidung bekommt sie nix.

    Was passier wenn noch mehr Kinder kommen? Darfst du die Arbeit ihm dann in Rechnung stellen?

    Musste echt Kopfschütteln als ich das gelesen habe!!!!

    Kann dir nur sagen wie es bei uns ist: Es war von vornherein klar das, wenn wir heiraten und ab dem 1. Kind, uns alles Geld gemeinsam gehört. Ich bin auch mit meinem Mann und Kind für 3 Jahre ins Ausland gegangen, in der Zeit durfte ich nicht arbeiten, was hätte ich dann gemacht? Also, das Gehalt meines Mannes war und ist immer für die ganze Familie gedacht. Natürlich auch wenn ich was dazu verdient habe oder dazu verdiene kommt das in die Familienkasse - alles andere ist mit Kinder ja auch sehr umständlich.

    Inzwischen haben wir 3 Kinder, bald 4 Kinder, ein Eigenheim und ich bin nicht erwerbstätig, mein Mann verdient gut und wir sind der Meinung das mein Mann das GEld verdient und ich das "Geld" in Form von Kindererziehung und allem anderen eben leiste - wir sind gleichberechtigt und jeder leistet auch seinen Teil für die Familie - ohne den anderen würde es nicht funktionieren.

    Dein Mann ist berechnend und euer "finanzielles" Verhältnis sehr eigenartig.

Ich frage mich ernsthaft warum du diesen Mann überhaupt geheiratet hast??

Ich verdiene auch weniger als mein Mann trotzdem haben wir ein Familieneinkommen und ein gemeinsames Konto. Von diesem Konto werden die Raten für das gemeinsame Haus bezahlt. Etwas anders zu machen war auch für meinen Mann nie Thema, dafür sind wir eine Familie! Da geht es nicht um ausnutzen sondern einfach darum gemeinsam ein schönes Leben zu haben. Seit unsere Tochter auf der Welt ist, bin ich zu Hause (geplant für 2 Jahre) aber dafür muss ich keinen Ausgleich leisten. Und dann bezahlst du ihn fürs Gasse gehen....hört sich alles sehr traurig an...

Es klingt nicht nach einer Beziehung bzw ehe bei euch....er bezahlt dich für den Haushalt mit 500€? Klingt eher wie eine billige Haushaltskraft die man nebenbei noch geheiratet hat.

Nimm dein Kind und geh das ist doch kein Zustand so! Dieser Mann nutzt dich nur aus..

Ich verstehe das richtig, das Dein Mann auch noch Dein Arbeitgeber ist?

Und er bezahlt Dir für Haushaltführung und Ensemble-Mitgliedschaft 500€ + Deinen Mietanteil - 250€ Eigenbeteiligung.
Sorry, egal wer wieviel hat und sich beteiligt, das hört sich eher nach einer Geschäftsbeziehung denn einer Liebesbeziehung an. Und zudem noch nach einer Geschäftsbeziehung, in der Du die Scheinselbstständige bist.

Zieh' aus und lass' einen Anwalt die Unterhaltsverpflichtungen Deines Gatten ausrechnen.

Grüsse
BiDi

Was ist denn das für eine Partnerschaft? Wenn mein Partner mit dem Hund geht, muß ich ihn dafür bezahlen?

Es wird vom Partner genau gerechnet, was ist meine Arbei wert und was ist seine Arbeit wert. Ich glaube, Du hast einen knöchernen Geizhals geheiratet. War vielleicht ein Fehler, ist nun mal aber so.
Mach ihm mal klar, dass die Arbeit zu Hause nicht weniger wert ist als bezahlte Arbeit. Wenn er so sehr rechnet, wäre ich nicht bereit, ihm zuliebe Arbeit ( spielen im Ensemble) zu übernehmen. Dafür steckt er Dir dann mal 500.-Euro zu, die Du dann wieder brauchst, um Eure Nebenkosten zu bezahlen. Was für ein verqueres System lebt Ihr denn?
Du glaubst doch nicht im Ernst, dass das so weiter gehen kann, wenn Du den Nachwuchs hast. Da wird man nicht alles in Euro und Cent ausrechnen können.

Du scheinst Dir auch schon die Sichtweise Deines Mannes angewöhnt zu haben. Du meinst, er habe Dich nicht wirklich ausgenutzt.
Für mich stellt sich das aber total anders dar. Du bist die billige, willige Arbeitskraft Deines Mannes. Komisch, irgendwie wundert es mich garnicht, dass er schon einmal verheiratet war, es würde mich auch nicht wundern, wenn er ein drittes mal heiratet.

Ich bin zwar ein Mann, mit dem Kinder kriegen ist es bei mir so eine Sache. Ich würde mir aber, wenn ich dazu in der Lage wäre, KEINESFALLS vorschreiben lassen, wann ich nach der Entbindung wieder zu arbeiten habe. Das wäre GANZ ALLEIN meine Entscheidung.

Wie Du schon schreibst, Liebe sieht anders aus.
Du bist für ihn günstiger als eine Angestellte, hast weniger Rechte und bist nicht an Tarife gebunden.

Jetzt lass Dich nicht noch verar....., indem er das Haus alleine kauft und es nur ihm gehört. Du hast teil an der Erwirtschaftung Eures Familienvermögens, Ehevertrag hin- oder her. Deine Arbeit ist genausoviel wert wie seine, auch wenn sie nicht bezahlt wird.

Dein Mann hat wohl nicht verstanden, dass nicht alle Werte in Geld auszudrücken sind.

Wenn Hauskauf, dann ist das Eigentum 50 : 50, gerade wegen des Ehevertrages. Sei vorsichtig, damit Du nicht irgendwann sehr ernüchtert aufwachst.
Gruß Bernd

"...... ich soll meinen Mund halten und keine Ansprüche stellen....."

Diese Einstellung muss sich doch schon vor der Ehe abgezeichnet haben, man heiratet ja kaum nach wenigen Wochen des Kennenlernens.
Da frage ich mich schon, warum Du das mitgemacht hast.
Ehevertrag mit Ausschluß des Vermögensausgleichs - na klasse, das KÖNNTE ich noch verstehen, wenn jemand das Schloß seiner Väter absichern wollte, aber so? Womöglich auch noch auf den Versorgungsausgleich(Rente) bezogen?
Bist Du eigentlich von irgendjemandem beraten worden, auch von dem Notar, auf was Du Dich da einlässt? Wenn ja, war das einfach ziemlich blauäugig.
Verzicht auf Vermögensausgleich schließt aber meiner Ansicht nach nicht die gesetzliche Unterhaltspflicht aus. Dann sollte mal jemand Deinem Mann klarmachen, wieviel er für Dich und ein Kind Unterhalt zahlen muss bei seinem Bestverdienergehalt! Vielleicht öffnet ihm das dann mal die Augen, dass er Dich schlimmer als eine Putzfrau behandelt.
Dieser gibt man auch Extrageld, wenn sie mit dem Hund Gassi geht. Allerdings dürfte er nicht mal von der verlangen, dass sie eine Woche nach der Geburt arbeitet - dafür gibt es nämlich Gesetze.
Wach auf und wehr Dich - notfalls mit Hilfe Deiner Eltern oder sonst jemandem, der ihm mal klarmacht, was er für ein Despot ist.

Alles Gute für Dich und Dein Kind - und mach bitte so nicht weiter, stell Dich endlich auf die Hinterbeine, Du bist doch eine kluge Frau. Irgendwann verlierst Du ja jegliche Achtung vor Dir selber.
LG Moni

  • Ui, hätte nicht gedacht, dass so viele hier antworten!
    Danke!
    Dann bin ich also doch nicht ganz auf dem Holzweg.
    Mein Mann ist nicht wirklich geizig, aber da wir recht hohe Ausgaben haben, kann er es sich trotz des wirklich guten Gehalts vielleicht einfach auch nicht leisten, mir mehr Geld oder Zugriff auf sein Konto zu geben. Er zahlt ja alleine für die Tochtet ca. 900-1000 Euro pro Monat (Alimente, Urlaub etc.) Unsere Miete ist auch hoch.
    Naja, die Regelung mit den 500 Euro ist für mich OK. Bis vor ca. anderthalb Jahren habe ich gar nichts bekommen (wir leben seit fast 5 Jahren zusammen) und hatte auch die gleichen Pflichten. Teilweise musste ich mir dann Geld leihen, um den Hund impfen zu lassen.

    Er steht halt auf dem Standpunkt: wenn du weniger arbeitest, hast du eben auch weniger Geld. Es ist aber einfach verdammt schwer, in diesem Kuhkaff mehr Schüler zu bekommen. Und ohne Auto kommt man hier kaum weg.
    Er hat mir aber z.B. ganz am Anfang auch Geld gegeben, um Ausbildungsschulden zu zahlen. Er wurde von seiner ersten Frau finanziell abgezogen. Sie verdiente auch weniger, aber durch das gemeinsame Konto hatte sie immer Zugriff auf sein Geld und hat extrem viel verpulvert (ich bin eher sparsam). Natürlich waren beim gemeinsamen Haus auch beide im Grundbuch eingetragen. Ehevertrag gab es damals nicht. Vielleicht will er jetzt einfach alles besser machen?
    Aber wenn er bei der Sache mit dem Grundbuch nicht einlenkt, kann er sich das Haus sonstwohin stecken.
    Ich habe ihm, als ich eure Antworten gelesen habe, gesagt, dass wir das mit dem Haus vielleicht einfach lassen sollten. Er versteht die Welt nicht mehr und wollte wissen warum.
    Tja, wenn so ein intelligenter Mann nicht auf den Grund kommt, kann ich auch nicht mehr helfen.
    Er meinte ja letzte Woche schon mal, dass wir den Grundbucheintrag vielleicht nach ein paar Jahren ändern könnten. Und warum nicht jetzt direkt beim Kauf?!? Hauptsache, ich gebe jetzt erst mal Ruhe....
    Seit ich schwanger bin, ist alles so kompliziert. Ich kann mich gar nicht wirklich freuen.
    Und dass ich direkt nach der Geburt unterrichten soll, finde ich auch unmöglich. Andererseits könnte ich dann natürlich meine Schüler behalten. Es macht schon Sinn. Irgendwie. Auch wenn man sicher eine Woche nach der Entbindung noch in einer Art Ausnahmezustand ist.
    Momentan geht es mir eher um das Haus! Wenn er da einlenken würde, wäre ich schon zufrieden. Und vielleicht würde es doch ganz schön werden zu dritt. Er ist nämlich ein sehr sehr guter Papa. Zumindest bei seiner Tochter.
    Naja, man hat doch immer Hoffnung!
    Den Hund wollte natürlich ich. Deswegen fühlt sich mein Mann nicht zuständig. Ist ja auch OK. Nur fände ich es völlig normal, im Fall einer Krankheit der Ehefrau mal einen Gassigang abzunehmen. Ohne erst nachzufragen oder eine Entschädigung anzubieten.

Top Diskussionen anzeigen