Zweites Kind genauso lieben wie das Erste? Und erstes Kind nicht vernachlässigen?

    • (1) 05.03.16 - 20:41

      Hallo an alle Urbanier!

      Ich beschäftige mich seit der Geburt meines ersten Kindes mit dem Gedanken an ein zweites Kind. Eigentlich wollte ich immer nur ein Kind und war davon überzeugt. Bis meine Tochter uns das Leben so bereicherte.

      Ich bin unendlich dankbar ein so tolles kleines Mädchen zu haben und bin so stolz. Nie hätte ich gedacht, dass ein Mensch so tief empfinden kann. Ich liebe sie so abgöttisch. Ich kann es einfach nicht in Worte fassen... sie ist so klasse.

      Nun bin ich Mitte dreißig und so langsam mache ich mir Gedanken wie es nun weiter gehen soll mit der Familienplanung. Vom Gefühl her wäre ein zweites Kind schön... noch einmal so tolle Erfahrungen machen.

      Doch da schwingt auch so viel Angst mit. Zum einen, dass ich unsere Kleine (die jetzt natürlich der Mittelpunkt quasi darstellt) dann nach der Geburt des 2. Kindes vernachlässige oder eben zum anderen, dass ich das zweite Kind nicht wie das erste lieben kann. Kann man so viel Liebe denn überhaupt teilen oder nochmal empfinden?

      Ich bin mal ehrlich: In vielen Familien gibt es bei den Kindern gerade den einen Liebling... ist oft so und kenne genug Familien in den das so ist!

      Ich meinerseits bin ein absoluter Gerechtigkeitsfanatiker (alle sollen zu gleichen Teilen bekommen)... da ich nichts mehr hasse, wenn eine Person bevorzugt oder benachteiligt wird (egal mit was!!!!)... das gibt mir die leise Hoffnung, dass ich gerecht bin zu den Kindern (egal ob Liebe, Zuneigung, Geschenke u.s.w.).
      Manchmal denke ich... in diese Welt noch ein Kind zu setzen, ist eine noch größere Verantwortung als vielleicht mit einem Kind... denn ich denke, dass es vielleicht auch schwieriger ist zwei Kinder in Obhut zu haben und durch das Leben bis zu ihrer Selbständigkeit zu begleiten (denn besser wird es nicht werden in Zukunft). Ich meine damit, dass Schule, später das Studium/Ausbildung, ja auch fordert oder dann eben Hobbys oder oder oder...

      Ich musste es mir einmal von der Seele schreiben. Danke fürs Lesen und "Zuhören".

      LG ella

      • (2) 05.03.16 - 21:03

        Mach dir keine so großen Sorgen, ich weiß es ist leicht gesagt mir ging es genauso vor und auch in meiner zweiten Schwangerschaft, ich hatte meiner Großen ein super schlechtes Gewissen gegenüber. Auch sie war unser absoluter Mittelpunkt, das Kind das es laut Ärzten nicht geben dürfte und mit dem wir nicht gerechnet haben es je zu bekommen.
        Dann kam Wunsch Kind zwei, sogar mit der Absoluten Wunschgeburt bei uns zu Hause, und ihn habe ich auch einfach geliebt. Wir haben jetzt zwei kleine Mittelpunkte, ich kann Gefühlsmäßig absolut keinen Unterschied feststellen. Jeder für sich ist in meinen Augen perfekt, auch wenn ich mir der "Schwächen" meiner beiden bewusst bin. ( die Große hat eine Wortfindungsstörung die wir aber gut im Griff haben und gerade mit 3 jetzt super Fortschritte macht und der kleine Schielt sehr stark und hat schon mit 4 Monaten eine Brille bekommen und wird wohl min. eine OP vor sich haben ).
        Egal, wir sind froh beide zu haben und möchten keinen missen.

        (3) 05.03.16 - 22:37

        Hallo
        Diese liebe muss man nicht aufteilen, sie verdoppelt sich

        Und sorry, aber ich glaube nicht, dass du viele Familien kennst, ihn denen ein Kind bevorzugt wird
        Sowas gibt es sicher aber das ist, behaupte ich jetzt mal, die Ausnahme

        Du siehst das nur von außen, nur durch solche einzelenen Situationen kannst du sowas nicht beurteilen

        Du kennst den Alltag der Familien nicht

        Man liebt beide Kinder über alles, manchmal ist das eine schwieriger, manchmal das andere

        Manchmal braucht das eine mehr Aufmerksamkeit, manchmal das andere

        Genau gleich behandelt man die Kinder nicht, denn jedes hat eigene, andere Bedürfnisse

        Aber es läuft , es klappt, man merkt welches Kind was braucht, und Geschwister sind einfach eine unglaubliche Bereicherung #verliebt

        Die Angst, das zweite Kind nicht genauso lieben zu können hatte ich übrigens auch

        Ich vermute dass irgendwie jede Mutter diese Gedanken hat

        Aber es ist nicht so :-)
        Ich habe damals meine zweite Tochter bei der Geburt auf der Brust liegen gehabt und das Gefühl war nicht weniger stark als bei der ersten Geburt

        Und auch im Alltag ist das so

        Klar, ich könnte beide abwechselnd ab und an schütteln ;-) aber das hat ja mit der Liebe nichts zu tun

        Also mach dir nicht soviel Gedanken, das wird schon klappen, wie bei den meisten anderen Familien auch

        LG Silke

        Ich habe drei Kinder und nein ich liebe nicht alle gleich aber jedes auf seine Art und Weise!

        Ehrlich gesagt, kann ich es mir auch schwer Vorstellen, dass es so viele Familien geben soll bei denen ein Kind bevorzugt wird. Das kann ich mit meinen Mutterinstinken gar nicht verbinden und finde ich sehr traurig wenn so etwas der Fall ist :-(

        Das mit dem "gleich behandeln" ist schon relativ und kommt sehr auf die Situaton an... Wir achten schon darauf, dass wir alle drei gleich behalndeln, z.b. hat jedes Kind ein Sparkonto wo mit 18 der selbe Betrag drauf ist, was dann für Führerschein, kleines Auto, Wohnungseinrichtung oder sonst was genutzt werden kann...

        Im Alltag ist das schon wieder relativ, jeder Bekommt z.B. Geschenke zu Weihnachten das kann aber vom Wert schon mal ganz unterschiedlich sein weil sich noch keiner des "Wertes" bewusst ist und wir möglichst das schenken was sie sich wünschen.

        Der große hatte leztes Jahr eine riesen Geburtstagsfeier mit 12 Kindern, wir hatten den Raum der Spielgruppe angemietet und eine Dino Mottoparty veranstaltet.

        Der mittlere hat nur 2 gute Freunde im Kindergarten die er einladen möchte, dafür brauhe ich keinen Raum, das machen wir entweder bei uns zuhause oder wir machen einen Ausflug.

        Mini geht noch gar nicht in den Kindergarten und hat somit nur die Geburtstagsfeier mit der Familie.

        Der große ist auch bisher der einzige der ein eigenes Hobby hat. Ich möchte den mittleren und am besten später alle drei in unserem Sporverein anmelden weil ich gerade bei dem Mittleren der Meinung bin er braucht ein sportliches Hobby wo er sich auspowern kann ... Bisher kann er sich aber in fremder Umgebung noch nicht von mir lösen #gruebel warten wir ab vielleicht kommt es noch... Solange besuchen wir zusammen die Spielgruppe da haben alle spaß :-)

        Ich will damit sagen, jedes Kind hat andere Bedürfnisse und interessen gleich behandeln ist da nicht immer das richtige.

        Solche Beispiele werden dir sicher viele erzählen können, gerade wenn die Kinder einen großen Altersabstand haben oder verschiedene Geschlechter sind etc.

      Hallo, wir haben bisher nur ein Kind aber wir wünschen uns sehr ein zweites. Du schreibst doch selbst, dass du es dir nicht hättest vorstellen können einmal so zu lieben. Auch ich dachte ich könne nie solche tiefen Gefühle empfinden und wurde mit der Geburt unserer Tochter eines besseren belehrt. Und genauso wie du es dir derzeit nicht vorstellen kannst noch einmal so zu lieben, würdest du wohl auch da eines besseren belehrt.
      Die Liebe zu einem Kind ist ja nichts Greifbares. Sie ist einfach da. Und genauso wäre es sicherlich bei einem weiteren Kind.

      Barrik

    • (7) 06.03.16 - 12:52

      Hallo Ella!

      Ich kann dir mit Sicherheit sagen, du schreibst so liebevoll und herzlich über deine Tochter, ein Mutterherz liebt alle Kinder gleich. Egal wie viele. Mein Bruder hat 5 Kinder! Eine riesengroße Verantwortung. Aber wenn ich mit ihnen zusammen bin sehe ich und spüre ich wie groß die Liebe untereinander ist. Klar ist nicht immer alles Sonnenschein und Jucheeeeeee aber das positive übertrifft immer. Wir selber haben drei Mädels, unsere Erstgeborene ist leider als Frühchen gestorben. Wir lieben unsere Mädels über alles. Jede ist anders aber sie werden gleich geliebt und behandelt. Ein weiteres Kind wird euch bereichern und schön finde ich für Kinder immer mit Geschwistern aufzuwachsen.

      Alles Liebe.
      Gabi

      (8) 06.03.16 - 20:16

      Hallo,

      ich kenne aktuell keine Familie näher, wo ich das Gefühl habe, dass ein Kind bevorzugt behandelt wird.
      Meine Großeltern haben meinen Onkel als Stammhalter meiner Mutter vorgezogen, aber das ist 50 Jahre her.

      Ich war mir auch erst nicht so sicher, ob man mehrere Kinder gleich lieben kann, aber wir haben jetzt zwei Kinder und jedes ist auf seine Weise toll. Mit der Großen (8,5) kann man schon richtig gut über anspruchsvollere Sachen diskutieren. Sie ist sehr wissbegierig und absolut zuverlässig.
      Der Kleine (6) hat viel Phantasie, ist diplomatischer als die Große und irgendwie einfach süß.
      Beide sind total verschmust und anhänglich.
      Einen Dickkopf haben beide allerdings auch. ;-)

      Beide sind mal eifersüchtig auf den anderen. Daher denke ich, wir sind wohl, insgesamt gesehen, ziemlich gerecht.

      Die beiden lieben sich auch untereinander und spielen viel zusammen. Natürlich zanken sie auch, aber wenn sie sagen, wer für sie die wichtigsten Menschen auf der Welt sind, kommt Mama, Papa und der Bruder bzw. die Schwester.
      Ich selbst habe keine Geschwister und finde das schade.

      Natürlich braucht so ein Baby erstmal viel Aufmerksamkeit, aber deswegen muss das ältere Kind ja nicht abgemeldet sein. Bei uns saß die Große z.B. immer daneben, wenn ich den Kleinen gestillt habe, und ich habe ihr was vorgelesen.

      LG

      Heike

      Hier sind schon viele tolle Sachen geschrieben worden. Möchte noch hinzufügen, dass es einem Kind auch gut tut, nicht immer das Epizentrum aller Relevanz zu sein, sowohl was die Erwartungen angeht als auch das Maß der Aufmerksamkeit betreffend.
      Unsere Kinder sind zudem dicke Freunde und beste Kumpels und lieben es, den besten Freund immer im Haus zu haben.
      Langweilig wird es bei uns nie und die spielen auch ganz kreativ. Und mein Mann und ich können am Sonntagmorgen ein bisschen ausschlafen oder im Bett lesen, herrlich.

      (10) 07.03.16 - 13:14

      Hallo Ella

      Nun, ein zweites Kind bereichert die Familie sicher. Und besonders entlastet es auch das erste Kind, wenn dieses so sehr das Zentrum der Familie darstellt. Da hilft ein Geschwister ungemein.

      Du wirst das zweite Kind natürlich auch lieben! Genauso? Kann ich nicht sagen. Ich finde, man liebt jedes Kind anders. Nicht mehr oder weniger, sondern anders. Das ältere, weil es schon mehr kann und man mit ihm so viel neues erlebt. Das Jüngste, weil es oft viel leichter geht, weil es einem die Chance gibt, Dinge nochmals bewusster zu erleben, bei denen man beim ersten Mal noch nicht so entspannt war. Den Jungen, weil er so sportlich ist, das Mädchen, weil man mit ihr shoppen kann (oder umgekehrt, ich bin da ganz genderneutral... :-).

      Es ist jedes Kind anders. Aber beide werden von dir und deinem Partner sein. Warum sollte da für das zweite weniger Liebe da sein?

      Wenn man so die Alben durchblättert bei anderen Familien fällt einem schon auf, dass beim ersten oft mehr Fotos gemacht werden, das Babybuch noch zuende geführt etc - beim zweiten ist vieles einfach schon mal dagewesen - aber das heisst nicht, dass man es weniger geniesst - man dokumentiert es einfach anders. Oder nicht mehr so intensiv. Beim zweiten Kind schafft man auch weniger an - nicht nur weil es halt eh schon da ist, sondern weil man werk wie doof es ist, 50 Franken für eine handflächengrosse Jeans auszugeben, wenn man auch einen Strampler nehmen kann... Man wird cooler.

      Dass die Kinder selber das Gefühl haben, man liebe das andere Geschwister mehr, liegt auf der Hand. Da wird dein Gerechtigkeitsgefühl noch oft in Frage gestellt werden. Aber das ist einfach so. Egal wie fair man ist.

      Ich denke, wenn es geht, ist ein Geschwister gut. Nicht nur wegen der Sozialkompetenz etc. Aber wenn ihr mal nicht mehr da seid, haben sie immer noch sich selber. Ich finde das beruhigend. Sie werden ein Leben lang verbunden sein. Freunde kommen und gehen. Familie bleibt. Sie können Paten sein untereinander, Freunde, Berater... Und ich sehe oft, dass Geschwisterkinder, egal wie sie daheim mal zoffen, ausser Haus froh sind, wenn sie sich haben. Am Strand in den Ferien - immer ist jemand da, der mitspielt, auf dem Hof, im Ferienlager - da ist immer jemand, den man schon kennt. Das hilft sehr. Und wenn sie von der Schule kommen und mal nicht abmachen wollen, können sie isch gegenseitig bespassen. Klar, die streiten auch - aber unsere können trotzdem die verrücktesten Projekte zusammen machen. Basteln, Kapla aufstellen etc. Das ist schön.

      Von Ein-Kind-Eltern höre ich oft, dass es nicht noch eins vertragen würde, weil es so schon hektisch ist. Aber das würde ich nicht unterschreiben. Zwei nehmen ja auch arbeit ab - man muss sie nicht immer bespassen. UND oft höre ich, dass die Eltern in den Ferien ständig im Kinderland hocken, weil das Kind allein nicht bleiben wollen, oder nur mit den Eltern dort spielen. Denn oft ist auch für Kids das Kontaktknüpfen nicht so leicht. Hat man zwei Kinder, spielen die zusammen im Sand, oder gehen zusammen in eine Ferienbetreuung.

      Auch die Schulferien in der Schule. Klar, Mädel und Junge.... da gehen sie kaum zusammen ins Fussballlager. Aber meine gehen zusammen ins Reitlager, Handballlager, Musiklager...

      Geschwister sind cool. Ich überlege gerade, was mir alles fehlen würde, hätte ich selber keine.

      Hey!
      Ich hatte ähnliche Sorgen. Und dann kam Sohn Nummer 2 und er war mir in den ersten Minuten sogar vertrauter als der Große zu Beginn (er sah auch einfach exakt so aus und damit viel bekannter als der Große als ich ihn zum ersten Mal sah#rofl).
      Jetzt nach eineinhalb Jahren zu viert ist es für mich immer unterschiedlich. Die meiste Aufmerksamkeit bekommt eigentlich der Große. Das führt dazu, dass der Kleine sich seine Aufmerksamkeit lauthals holt, was die Beziehung zu ihm bzw. meine Geduld ihm gegenüber manchmal belastet. (Ich glaube, erschwerend hinzu kamen die ersten Monate mit ihm als Schreibaby). Er will einfach immer das, was der Große gerade macht und auch wenn es augenscheinlich nicht geht, bekomme ich dafür das Frustgeschrei. Aber es gibt auch innige Momente, wo er mir sehr nah ist und in denen ich denke, der Spruch "Die anstrengendsten Kinder sind einem die nähsten" trifft irgendwie zu. An der Liebe ändert das alles nichts. Die empfinde ich beiden gegenüber immer und jederzeit. Sie sind beide super und schrecklich.:-p Dass man nicht in jedem Moment 100%ig bei beiden sein kann, weiß man ja schon von der Multitaskinglüge, aber damit kann ich gut leben. In der Summe, gleicht es sich schon aus und gerecht ist ja auch nicht, jeden gleich zu behandeln mit gleichem "Zeitaufwand", sondern jeden so, wie er es braucht. Und das schafft man genauso gut, wie man es auch mit einem Kind schafft. Und auch da trifft man nicht bei allem immer die richtige Dosis von allem.
      #winke

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