Familie finanziell unterstützen

    • (1) 24.03.16 - 09:13

      Guten Morgen ihr Lieben!

      Ich bin hier zwar hauptsächlich stille Mitleserin, habe jetzt aber doch ein Thema, welches mich belastet und bitte um eure ehrliche Meinung dazu!

      Ich entschuldige mich gleich vorweg für den langen Text! #sorry

      Und zwar geht es um die Familie meines Mannes. Mein Mann (28) und ich (22) sind seit 5 Jahren zusammen und seit 3 Jahren verheiratet. Er kommt ursprünglich aus Nigeria und der größte Teil seiner Familie lebt noch dort. Seit 1 Jahr hat er hier eine Arbeitsgenehmigung und auch schnell einen Job gefunden.

      Seitdem geht es uns finanziell sehr gut, wir haben beide gute Jobs, eine günstige Wohnung und sozusagen keine Sorgen.

      Seine Familie weiß natürlich, dass er sich hier ein gutes Leben aufgebaut hat und auch gut verdient. In Nigeria müssen sie von dem Leben, was sie selbst anbauen können und auch verkaufen. Strom gibt es selten und auch kein fließendes Wasser, aber es geht ihnen soweit gut.

      Ich habe jetzt die "Befürchtung", dass bei finanziellen Sachen, immer mein Mann herangezogen wird. Letztes Jahr im Oktober war die Beerdigung seiner Oma und es wurde erwartet, dass er sich natürlich beteiligt, aber da sein kleiner Bruder kein Geld hat, solle er bitte für beide bezahlen! Wir haben uns hier auf 500€ geeinigt, da ich sagte okay, eine Beerdigung ist eine Ausnahmesituation.

      Ein paar Monate später musste sein Papa operiert werden und auch hier solle bitte mein Mann einspringen. Auch hier sagte ich noch okay, ich kenne seinen Vater und weiß, dass er wirklich Probleme mit den Augen hat. Da es um die Gesundheit geht, haben wir ihn natürlich unterstützt.

      Doch vor ein paar Tagen rief seine Schwester, welche in Amerika lebt, an und meinte, sie hätte gerne, dass ihr Vater sie für 6 Monate besucht (ihre Mutter ist schon dort), da sie sich schon lange nicht mehr gesehen haben. Sie können sich den Flug von ca 1400,- nicht leisten und mein Mann soll doch bitte 500,- dazuzahlen!

      Hier habe ich ganz deutlich gesagt, dass ich dies überhaupt nicht einsehe! 1.erwarten wir in den nächsten Tagen unser 1. Kind #baby, 2.bekommen wir im Dezember eine neue Wohnung, wo noch ein Teil der Anzahlung fällig ist, und 3.sehe ich gar keinen Grund, weshalb wir uns hier beteiligen müssen!?

      Mein Mann möchte es immer allen recht machen und kann schlecht nein sagen, schon gar nicht zu seiner Familie. Er hat natürlich gesagt es ist ihm klar, dass dies nicht geht und wird es seiner Schwester so mitteilen, doch ich weiß, dass es ihm nicht leicht fällt. Und irgendwie habe ich jetzt ein schlechtes Gewissen #gruebel

      Meint ihr ich übertreibe und es wäre nur fair, seine Familie hier zu unterstützen, da es uns finanziell gut geht? Bzw wo sind die Grenzen? Ich bin mir sicher, dass mein Mann in Zukunft jedes Mal gefragt wird, wenn wir keine Grenzen setzen #schwitz, möchte aber auch nicht immer die Böse sein.... #zitter

      Danke an alle, die sich das ganze #bla durchgelesen haben, würde mich über eure Meinungen freuen!

      GLG #danke

      • Hallo,

        lebensnotwendige Dinge würde ich unterstützen. Andere Dinge nicht unbedingt, wobei ich sogar bereit wäre, mtl einen bestimmten Betrag fix zu überweisen und "meiner" familie zu erklären, dass sie überlegen sollen, was sie damit machen wollen. Also z.B. für die Schule, Miete, Verpflegung, Arztkosten etc. aber eben davon dann auch solche Sachen wie einen Flug in die USA ersparen müssten, weil es darüber hinaus nichts geben würde. Ich selbst habe eine Patenkind in Kenia, welches ich mtl mit 20€ unterstütze, sodass ich weiß, wie die Zustände dort sind und dass trotz größter Anstrengungen oft kein besseres Leben ohne Unterstützung möglich ist.

        vg, m.

        Hallo,

        darf ich mal fragen, wo sie das restliche Geld her bekommen? Ich meine, da fehlen ja zum Flug immerhin noch 900 Euro.

        lg

        Tja, sowas hätte dir eigentlich klar sein müssen VOR der Heirat. Dein Mann kommt aus einem völlig anderen Kulturkreis. Dort gibt es (meines Erachtens) kein Versicherungssystem und kein soziales Netz. Die Versicherung und das soziale Netz von Menschen dort sind ihre Kinder - und so wachsen diese Kinder auch auf. Deinem Mann wurde von Geburt an eingebläut, dass er jederzeit seine Herkunftsfamilie zu unterstützen hat. Diesen Spagat zwischen dir und seiner Herkunftsfamilie ... er wird sich nicht für dich entscheiden.

        Rede mit deinem Mann. Findet zusammen eine gute Lösung. Die Eltern werden immer älter und älter - was glaubst du, wie viel dein Mann hier noch zahlen wird?

        Mein Ex kommt aus Pakistan - gleiches Problem, wobei wir dem Ganzen sehr zeitig einen Riegel vorgeschoben haben. Mein Schwiegervater bekommt monatlich eine Rente, die reicht noch nicht mal für die Miete, geschweige denn Essen/Trinken - Strom, fließendes Wasser ist eh Luxus und eher weg als da. Dann kommen noch die ganzen Bestechungsgelder, die zu zahlen sind (ja, wir haben es in Deutschland doch relativ gut - da kommt niemand und will ein Monatsgehalt haben, dass er erstmal das Formular bearbeitet).

        Wir haben monatlich einen bestimmten Betrag an meine Schwiegis überwiesen. Das musste reichen. Für alle anderen laufenden Kosten waren wir nicht mehr zuständig.
        Flüge zu meiner Schwägerin (also die Schwester meines Ex) nach Amerika mussten diese auch selbst bezahlen. Ist uns egal, wie sie das ansparen. Wer sich das leisten will, muss es halt zahlen (aktuell sind meine Schwiegis gerade in den USA und genießen es ;-)).
        Dringend notwendige medizinische Kosten haben wir auch übernommen, wenn es eben zu teuer war (z.B. OP) und die Kosten nicht vom normalen Unterhalt gedeckt werden konnten.

        Wenn wir kein Geld hatten, haben wir das auch umgehend weitergegeben. Also in deinem Fall hätten wir gesagt: "Wir bekommen eine neue Wohnung, außerdem kommt das Baby bald - sorry, wir haben derzeit kein Geld." In dem Fall wäre es aber eine Ausnahme...

        Nur: Wenn du mit deinem Mann glücklich werden willst und du möchtest dass er auch glücklich ist, solltet ihr dieses Problem möglichst bald lösen. Alternativ trennt ihr euer Geld. Dann zahlt jeder einen bestimmten Betrag in die Haushaltskasse (er zahlt dir auch "Unterhalt" für die Betreuung) und von seinem Restgeld kann er dann seine Familie unterstützen. Er wird das definitiv immer wollen/immer müssen und die Summen werden nur ansteigen. Es gibt dort kein Versicherungssystem und dein Mann ist eben als Kind dafür zuständig. Das wird von ihm erwartet UND er hat diese Erwartungshaltung auch an sich selbst.

        • Das restliche Geld würde vom Rest der Familie übernommen werden. Er hat noch 4 Geschwister, wovon seine Schwester für nigerianische Verhältnisse sehr gut lebt.

          Natürlich haben wir uns von Anfang an darüber unterhalten und mein Mann hat auch gesagt, er kam nach Österreich um hier ein besseres Leben zu haben und seine eigene Familie zu gründen. Und dazu steht er auch.

          Wir haben ein gemeinsames Konto, welches ich verwalte und er würde nicht auf die Idee kommen, Geld hinzuschicken. Es kam auch von ihm aus noch die Frage auf, ob wir seiner Familie etwas schicken können, außer eben er wird danach gefragt. Dann wird aber gemeinsam darüber entschieden! Ich habe seine Familie in Nigeria besucht und es geht ihnen gut, sie leben von dem was sie anbauen und auf Märkten verkaufen.

          Wenn gesundheitliche Dinge anfallen ist es mir natürlich klar, zu unterstützen. Nur bei dem Flug nach Amerika sehe ich es einfach nicht ein und natürlich hat mein Mann ein schlechtes Gewissen seiner Familie gegenüber wenn er ablehnt. Und obwohl es für ihn gar nichts zu Diskutieren gab, als ich sagte es geht nicht, habe ich ein schlechtes Gewissen ihm gegenüber....

          • Und wie lange können das die Eltern noch? Überlege doch mal! Die Eltern werden auch nicht jünger und gerade in diesen Ländern "verbraucht" man sich so schnell und ist sehr schnell auf Hilfe angewiesen.
            Überlegt euch ein Konzept für die Zukunft. Stellt KLARE Regeln auf UND TEILT SIE AUCH ALLEN MIT!

            Klar geht es dir akut um die Reise nach Amerika, aber das ist nicht das Ende, sondern erst der Anfang.

            Ich weiß nicht, wie alt dein Mann und seine Geschwister sind, mein Ex hat insgesamt noch 5 Geschwister. Er hat für all seine Geschwister die Hochzeiten bezahlt - und wer sich in diesen Ländern auskennt, weiß wie teuer das ist, da ist eine deutsche Hochzeit mit Brautkleid & Co. ein billiger Spaß dagegen. Dieses Jahr ist nun noch die Verlobung des jüngsten Bruders und nächstes Jahr heiratet er - dann sind die Riesenbeträge vorbei...hoffentlich.
            Die Geschwister haben es bei ihm auch versucht: Sie fingen an Forderungen zu stellen. Teure Geschenke, irgendwelches sinnloses Zeug sollten wir mitbringen. Das ging von Unterwäsche, über Olivenöl, Handcreme, Shampoo,...und Kiloweise Schokolade. Jedes mal mindestens 30-40 kg Schokolade. Schon ganz am Anfang haben wir das gestoppt. Geschenke müssen freiwillig gegeben werden. Sie bekommen heute noch jeder eine Tafel Schokolade jedes Mal. Darauf können sie sich eigentlich verlassen ;-). Es gibt auch noch ein Geschenk für ein Neugeborenes oder bei Hochzeit,...- definitiv aber nicht bei einem "normalen" Geburtstag.
            Ich kann euch nur raten, im Voraus schon jetzt festzulegen, was ihr macht und was nicht. Ihr werdet sonst arge Schwierigkeiten bekommen.

            Es ist keine schlechte Lösung den Schwiegis monatlich Geld zu überweisen - oder legt selbst für die Schwiegis monatlich einen kleinen Geldbetrag zur Seite, den sie für solche Dinge abfordern können. Die Kosten für den Geldtransfer sind bei uns ziemlich hoch - ich nehme an es wird bei euch nicht anders sein.

            • Vielen Dank für deine Meinung :)

              Du hast bestimmt recht, dass die Amerikareise erst der Anfang ist. Bis jetzt sind noch keine Forderungen als eben Beerdigung, Operation und Amerikareise gekommen, aber ich vermute eben auch, dass das nicht so bleiben wird, wenn wir nicht beginnen, klare Grenzen zu setzen.

              Seine Geschwister sind zum Glück alle bereits verheiratet :D

              Wir sind einfach beide vom Charakter her so, dass wir es allen Recht machen wollen.

              Kleidung bekommen sie auch öfter von uns, wenn mein Mann jemanden kennt, der runterfliegt.

              Aber das ist auf alle Fälle eine gute Idee, dass wir monatlich etwas zur Seite legen, falls es dringend benötigt wird und wir dann nicht mit so "riesen" Beträgen überrumpelt werden :) Auf diese Idee bin ich noch nicht gekommen!

              Vielen Dank!

      Die Beerdigung, die OP , das sind Dinge wo ich auch jederzeit sagen würde "Gib ihnen das Geld" wenn ich es erübrigen könnte ohne selber dann in Engpässe zu kommen.

      Aber wenn die Schwester ihn in Amerika haben will, dann soll sie das auch zahlen! Oder zahlt sie auch 500€ dazu wenn seine Eltern euch hier in Deutschland besuchen kommen wollen (vielleicht nach der Geburt eures Babys?)
      Also unterstützen ja, aber nicht bei allem und jedem. Ihr seid ja nicht deren Dukatenesel.

      Ich möchte hierzu auch noch kurz meine Meinung sagen. Das wichtigste wurde ja schon gesagt, ihr müsst ganz klar Grenzen setzen denn ihr seit nicht der Dukatenesel.
      Zur Flugreise nach Amerika würde ich nichts dazu zahlen eben weil sie zu seiner Schwester fliegen und nicht zu euch! Soll seine Schwester die Flugreise ihren Eltern doch selbst bezahlen. Was habt ihr mit dem Flugzeug ins Amiland zu tuen?

      Was anderes wäre es die Eltern würden euch besuchen kommen wollen. Dann würde ich den Flug bezahlen.

      Liebe Grüße

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