Drittes Kind - Pro & Kontra?

    • (1) 25.03.16 - 06:32

      Guten Morgen ihr Lieben,
      ich weiß nicht, ob ich in diesem Forum richtig bin, aber ich versuche einfach mal mein Glück.
      Ich bin Mama von 2 Kindern, 5 und 8 Jahre alt. Meine erste Tochter kam spontan zur Welt, eine wunderbare Geburt und tolle erste Lebensjahre. Die zweite Tochter ließ auf sich warten, erst nach 12 Monaten wurde ich schwanger nach etlichen Arztbesuchen. Die Schwangerschaft war unangenehm und die Geburt (BEL endete nach 6 Std. Wehen im Kaiserschnitt) schrecklich, ich litt 3 Jahre unter postpartaler Depression.

      Nun geht es mir gut, ich kann endlich mein Familienleben genießen und da die Spirale im Sommer raus muss, dachten wir, ob wir es vielleicht auf ein drittes Kind ankommen lassen #verliebt Wie bei den anderen Kindern stellt sich nun natürlich die Frage, schafft man es psychisch, schafft man es finanziell, wie gehen die Geschwister um ... ? Platz im Haus hätten wir und das Auto ist als 7-Sitzer auch groß genug :-p Aber ich bin jemand, der auch mal Zeit für sich braucht. Ich kann nicht 24h am Tag für Kinder da sein, ich brauche auch mal Zeit für mich und Zeit als Paar, nicht immer nur Eltern sein. Daher frage ich mich, ob es mir vielleicht zu viel wird mit drei Kids? Andererseits sind die beiden großen dann zur Schule, ich könnte mich also voll aufs Baby konzentrieren und noch einmal die Zeit genießen.

      Vielleicht mögt ihr Mehrfachmamis mal berichten, was euch letztendlich dazu bewogen hat, euch für ein drittes Kind zu entscheiden? Und würdet ihr es wieder so entscheiden? Nicht falsch verstehen, jede Mami liebt ihr Kind und niemand würde es missen wollen, aber trotzdem kann es ja sein, dass jemand es mit zweien einfach trotzdem besser fand ... Ich bin hin und her gerissen. Ich habe ja noch etwas Zeit, erst im Juni habe ich den Termin für die Spirale, also mindestens so lange wirds eh nix mit der Kinderplanung ;-)

      lg

      • Hallo,

        also unsere Kinder sind 9 und 2 (im Juli 3) und wir bekommen Ende Juni Nr. 3.

        Wir haben auch lang hin und her überlegt, grad weil die Große schon aus dem gröbsten raus ist und sich die beiden auch mal allein beschäftigen können.

        Ich bin nämlich auch jemand, der auch mal ein bisschen Zeit für sich braucht.

        Letztendlich haben wir gesagt, wenn wir noch ein Kind bekommen, dann JETZT. Nicht erst wieder in ein paar Jahren, denn irgendwann möchten wir aus dem Wickel- /Kindergartenalter wieder raus sein;-)

        Was ich bei uns auch ganz toll fand (und das ist bei dir ja ähnlich), dass eure großen schon so groß sind dass du dich ganz auf das kleine konzentrieren kannst und auch noch zwei super Aufpasser hast wenn du mal schnell unter die Dusche springen willst. Ich fand das eine große Hilfe und unsere ältere hat es total genossen.

        Bei dir spielen ja noch andere Sachen mit rein, die doofe letzte Geburt zum Beispiel. Das muss ja nicht wieder so laufen aber ich versteh deine Angst schon.

        Ihr habt ja noch ein bisschen Zeit drüber nach zu denken ;-)

        (3) 25.03.16 - 09:59

        Hallo,

        ich glaube kaum, dass Du hier eine Mutter findest, die Dir sagt, dass sie das dritte Kind bereut. Denn wenn ein Kind mal da ist, wir es sich richtig anfühlen. Klar werden Mütter vielleicht berichten, dass es deutlich anstrengender ist, aber bereuen kann man ein Kind doch nicht wirklich.

        Wir haben uns trotzdem bewusst gegen ein drittes Kind entschieden. Wir können jetzt so viele Dinge als Familie wieder machen. Das tut uns sehr gut. Skifahren, Kino, Schwimmbadbesuche etc. die mit Baby schwierig wären. Wir haben keine Familie, die uns ein Baby hierfür einfach mal abnehmen könnte. Somit wäre ich wieder häufiger bei Unternehmungen außen vor und er Papa mit den beiden Großen alleine unterwegs. Das will ich nicht. Ich will möglichst viel mit meinen beiden Kindern erleben, solange sie das noch wollen. Jeden Moment mit ihnen genießen, da die Zeit ohnehin so schnell vergeht. Für einen Nachzügler zu einer Zeit in der die Großen kein Interesse mehr an Unternehmungen mit ihren Eltern haben, bin ich zu alt. Somit bleibt es bei zwei Kindern und ich werde die Zeit mit Ihnen so intensiv wie möglich versuchen zu erleben.

        Viele liebe Grüße
        svala

        Hallo
        Ich hatte eine Tochter und wurde dann dadurch das wir unsere Nichte aufgenommen haben ganz "unverhofft" mit der Schwangerschaft 3fach Mutter.
        Ich finde der Unterschied von keinem Kind zu einem ist viel dramatischer.
        Klar wirst du anfangs etwas mehr Stress haben aber alle Kinder werden älter und schlafen, ich kann ehrlich gesagt nicht sagen das ich 24 Stunden gefordert bin.
        Ich bin jetzt sogar noch mal schwanger und das obwohl ich dachte bei einem (bzw. eben 2) Kind bleibt es, die nächsten Jahren werden sicher anstrengender aber das ist ja alles kein Dauerzustand.
        Ich bereue jedenfalls nichts.

        LG

      • Hallo, unsere Töchter sind 12 und 10 und vor sechs Wochen kam unser Sohn zur Welt. Wir haben seit 2009 immer wieder überlegt, aber es passte nie ganz. Im Mai letzten Jahres haben wir spontan gesagt, wie versuchen es, und ich wurde gleich schwanger. Wir fühlen uns jetzt komplett als Familie, die Mädchen lieben ihren Bruder, und ich bin so entspannt, was ich bei den Großen nicht immer war. Vormittags habe ich Zeit für das Baby, und nachmittags fügt er sich gut ein, denn der Alltag muss ja weitergehen. Das ist natürlich mehr Aufwand als vorher, denn die Kinder haben Hobbies und Freunde, und da wir ländlich leben, müssen sie oft gefahren werden. Aber es war die absolut richtige Entscheidung.

        Und du bist erst 30! Da hast du noch massig Zeit. Das würde ich nicht von der jetzigen Spirale abhängig machen. LG

        Hallo,

        ich hatte nach beiden Kindern auch starke Probleme mit meinem Seelenleben, auch wenn es niemand als Depression diagnostiziert hat. Bei meiner Tochter war es sogar noch schlimmer/länger als bei meinem Sohn. Und ich weiß genau, dass ich diese Zeit nie nie wieder erleben möchte. Es hat mich viel Kraft und Zeit gekostet, wieder "gesund" zu werden und ich rede hier von ca 1,5 Jahren und nicht von 3 Jahren wie bei dir. In dieser Zeit habe ich sie nie richtig genießen können, weil ich viel mit mir zu tun hatte. Natürlich habe ich sie versorgt und geliebt, aber ich hatte bei keinem Kind die perfekte Babyzeit und mein Großer hat meinen Gemütszustand mitbekommen. Wenn ich an deiner Stelle wäre, dann würde ich es bei 2 Kindern belassen und mich freuen, dass ich trotz eines langen Kampfes (und 3 Jahre sind lang) geschafft habe, wieder gesund zu werden.

        Ich kann aufgrund eigener Erfahrungen nicht nachvollziehen, dass du dir (und deiner Familie, denn die trägt es letztendlich mit) das nochmal antun würdest bzw. das Risiko eingehen würdest, noch einmal an einer Depression zu erkranken.

        vg, m.

      • An deiner Stelle würde ich kein weiteres Kind mehr bekommen, wenn die Gefahr besteht dass du dann mit 3Kindern an einer Depression erkrankst. Auch schreibst du dass du Zeit für dich brauchst . Was ist wenn du keine mehr hast? Auch ist es ein Trugschluss zu glauben alles wird einfacher je älter die Kinder werden. Es ist genau umgekehrt. Auch finanziell sind 3 Kinder heutzutage ein Luxus den man sich leisten können muss.

        LG

        Hallo,
        Also wir haben uns auch länger Gedanken gemacht bezüglich 3. Kind. Mir ist die Entscheidung echt nicht leicht gefallen, es sprach einiges dagegen, aber mein Herz war dafür. Letztendlich wurde ich schwanger und der Zwerg kam, als die Großen 3 und 5 waren (mein großer Stiefsohn mit damals 13 lebt auch noch bei uns).

        Jetzt wird der Kleine bald 2 und ich finde es toll mit 3 (bzw 4) Kids und würde es immer wieder so machen.
        Klar kommt manchmal der Gedanke auf, das es leichter wäre, wenn es den Kleinsten nicht gäbe, aber ich fühle mich erst komplett, seit es ihn gibt.

        Ich war die ersten 1,5 Jahre von Kind 2 auch sehr angeschlagen - hatte lange mit der Geburt gehadert und konnte zwei Kids gleichzeitig kaum gerecht werden, der Große war ja noch keine 2,5. Zudem das schlechte Gewissen, zu wenig Zeit mit dem Großen zu haben und beruflicher Stress.

        Bei Kind 3 war vieles besser. Die beiden Großen brauchten wenig Unterstützung und Bespaßung, sie hatten sich gegenseitig. Die Geburt von Kind 3 hat mich mit der Geburt von Kind 2 versöhnt und ich konnte/kann Kind 3 richtig genießen. Ich finde meine 3 Kinder entspannter als damals meine 2 Kinder :-)

        Klar, Zeit für sich hat man nicht mehr so viel, wenn der Kleine Beschäftigung will, aber dafür spielt er mittlerweile auch mal bei den Großen im Kinderzimmer mit.

        Das einzige Manko ist, das der Kleine derzeit noch nicht auswärts übernachtet. Tagsüber nehmen Oma und Opa auch mal alle drei Kids zusammen. Ohne den Kleinen hätten mein Mann und ich sicher mehr Zeit zu Zweit. Aber das wird sicher in den nächsten Jahren wieder mehr.
        Und ok, Urlaub ist wesentlich teurer und selbst Ferienwohnung mit 3Schlafzimmern und 6 Betten sind schwieriger zu finden.

        Manchmal teilen mein Mann und ich uns auf, so dass einer den Zwerg beaufsichtigt und der andere was mit den Großen macht (Spiele, kleinere Ausflüge, Bücherrei, Kino, Skifahren oder so). Damit die Großen nicht ganz zu kurz kommen.

        Klar ist der Alltag auch mal stressig und ich hab nicht die Zeit und Nerven jede Kleinigkeit zu hinterfragen ("Wie, ihr habt heut im Kiga einen Film geschaut?", "Wieso hat die Lehrerin das als falsch angestrichen, ich hätte das so wie du beantwortet!") - sowas läuft nebenher und solang die Kids keine großen Probleme haben, mach ich keine draus. Trotz der vielen Kinder sind trotzdem flexibel und spontan. Ich hab außerdem das Gefühl, das den Kids die Geschwister wirklich gut tun.

        Und irgendwie finde ich es toll, eben keine 0815 Familie zu sein ;-).

        Natürlich müsst ihr eure Entscheidung selber treffen. Aber ich bin absolut pro 3. Kind!

        Ich hätte vorher keine Ruhe gefunden, weil ich im Herzen noch eins wollte und die Contrapunkte eher Kopfsache waren (was sagen die Familie?, was sagt das Stiefkind?, soll ich jetzt wirklich nochmal aussteigen?, was meinen die Vorgesetzten?,...). Im Endeffekt waren die Sorgen unbegründet :-)

        Ich wünsche euch, dass ihr die für euch richtige Entscheidung trefft.
        Alles Liebe,

        Natascha

        Hallo!

        Ich habe keine Erfahrung mit 3 Kindern, habe bislang selbst erst ein Kind von 10 Monaten.

        Jedoch war in der (vor-?)letzten Eltern-Zeitschrift ein Artikel über eine Mutter, die nach der Geburt des 2. Kindes auch eine Wochenbettdepression bekommen hat, sich aber dennoch irgendwann noch einmal für ein 3. Kind entschieden hat. Sie hat über ihre Erfahrungen ein Buch geschrieben ('Wie kann ich dich halten, wenn ich selbst zerbreche' von Ulrike Schrimpf).

        Jede Schwangerschaft und Geburt ist anders, es ist nicht gesagt, dass du nach einem 3. Kind wieder an Depressionen leidest. Wenn du in der Schwangerschaft bereits eine Hebamme hast, die von deiner Vorgeschichte weiß, wird sie genauer auf dich achten und erste Warnzeichen erkennen.

        Wie du dich auch entscheidest, ich wünsche dir alles Gute!

        Viele Grüße
        Schneckenherz #herzlich

        Hallo,

        ich kopiere (und ergänze mal meine Antwort von kürzlich!). Meine Kinder sind nun 13, 10 und 7. Und vorneweg, nein, ich bereue nicht, aber es ist anders. (Meine Kinder sind alle toll - die besten Kinder der Welt :-D und gerade der dritte ist ein sehr aufgeschlossenes und witziges Kind, der unser Leben wirklich bereichert). Nun aber das ABER

        Man merkte schon bei Schwangerschaft und Geburt, dass das dritte Kind gesellschaftlich einfach nicht so akzeptiert ist. Beim ersten Kind überschlugen sich z.B. die Freunde meiner Eltern, wir bekamen Dutzende Glückwunschkarten ... bei der dritten Schwangerschaft gab es durchaus auch Reaktionen wie "wolltet ihr das so?" oder "ihr habt doch schon beides (also "Junge und Mädchen". Um das mal materiell in Zahlen zu fassen: Zur Geburt meiner Tochter haben wir fast 700€ bekommen, zur Geburt des dritten Kindes nicht mal 50€. Auch bei mir auf der Arbeit war die Reaktion sehr verhalten "deine Karriere kannst du nun knicken". Und so war es auch ...

        Du bist keine "Standardfamilie" mehr. Was mich auch ärgert ist, dass z.B. bei vielen Aktivitäten "Familienkarten" zwei Erwachsene + zwei Kinder beinhaltet und das dritte Kind dann wieder den vollen Kindertarif bezahlt. Hier in Baden-Württemberg bekommst du so einen "Landesfamilienpass" - der hilft aber nicht so viel. Beispielsweise darfst du einmal im Sommer für den Wintertarif in die Wilhelma (großer Zoo in Stuttgart). Bis du da aber hingegurkt bist ... ist die Ersparnis zwar nett, aber so richtig "arme" Familien, wenn sie nicht gleich in Stuttgart wohnen, können sich vermutlich die Anfahrt schon gar nicht leisten. Irgendwie wird das dritte Kind wieder deutlich teurer als das zweite.

        Das mit dem Auto ist auch so eine Sache. Als wir unser "Studentenauto" verkauft haben und auf den obligatorischen 7 Sitzer umgestiegen sind, habe ich echt geschluckt, was der so an (Mehr)benzin braucht. Wir brauchten auch wegen des Campings was größeres.

        Reiseanbieter kannst du vergessen ... auch Ferienwohnungen sind oft so auf vier ausgerichtet und das arme dritte Kind schläft dann auf Sofa oder Ausziehcouch. Wir haben uns dieses Jahr einen schönen Picknickrucksack gekauft (wir müssen ja immer alles mitschleppen ... wegen des Geldes) und ja ... es waren nur vier Teller und Tassen und so drin.Als wir in Frankreich waren und für eine Woche nach Südengland wollten (mit der Nachtfähre) ... richtig, es gibt nur zweier und vierer Kabinen.

        Urlaub ist sowieso so ein Ding... es gibt schlicht kaum bezahlbare Angebote für Leute mit mehr als zwei Kindern (klar, du kannst zwei Hotelzimmer mieten, aber das ist fianziell bei uns nicht drin....). Und wir müssen ja zur Ferienzeit weg. So enden wir entweder in einer Ferienwohnung (da hast du dann wieder alles am Hals), in einem Hotel mit Jugendherbergsstandard (oder gleich in der Jugendherberge) oder auf einem Campingplatz....Sind kürzlich für einige Tage in München gewesen ... meine Große wollte unbedingt in die Therme in Erding. Da haben wir einen Tagesausflug draus gemacht. Kostenpunkt: Alleine der Eintritt 5x30€. Dann die Fahrt dorthin. Dann die Übernachtung (ca. 200€). Also an einem Tag 400€ ausgegeben bzw. mehr. Wir müssen ja noch essen, etc.

        Die typische Wohung hat auch drei oder vier Zimmer - da fehlt eins. Zudem scheint die Wohnungssuche mit drei Kindern ein Horror zu sein (bin glücklicherweise nicht betroffen), da du eben nicht zum Wunschklientel vieler Vermieter gehörst.

        Ich denke, dass hat sich gegenüber der 70er Jahre einiges geändert, in meinem Jahrgang gab es "3 Kinder" noch öfter. Ein Freund meines Vaters hat mich in der dritten Schwangerschaft (er hat auch drei Kinder) so flapsig angeredet "gib es zu ... ihr wollt nur kostenfrei ins Freiband". Als ich nachgefragt habe, stellte sich raus, dass man damals wohl wirklich als "kinderreiche Familie" dauerhaft kostenfrei ins Freibad kam. Ist aber egal, das Freibad gibt es nicht mehr ... bis zum nächsten fahren wir fast 20 Kilometer und die rechnen pro Person ab (es sei denn, du bist Bürger ihrer Stadt, dann gibt es eine Familienkarte).

        Mein Kollege (auch drei Kinder) hat nun den gesamten Winter seinen Wohnwagen umgebaut ... weil ... du ahnst es ... es gibt kaum welche mit vernünftigen Schlafplätzen für drei Kinder .... Auch Brettspiele. Oft braucht man vier Mitspieler.

        Jetzt, wo die Kinder größer sind, ist es so, dass wir als Familie nur noch sehr wenig machen. Das war anders, als die Kinder noch richtig klein waren. Da fand ich es zweitweise wirklich toll und harmonisch. Wir haben dann so ein typisches "Dorfwochenende" gehabt, samstags Kuchen gebacken, sonntags waren wir in der Kirche und dann haben wir uns mit Freunden zum Kaffee getroffen oder etwas unternommen. In der Zeit habe ich mir auch sehr ein viertes Kind gewünscht. Das Programm war für alle einfach das gleiche. Das geht nun nicht mehr.

        Wir haben sehr darauf geachtet, dass jedes Kind eigene Hobbies hat, egal, ob es für uns passt oder nicht. Dafür "bezahlen" wir jetzt: Ständig hat nun jemand irgendeinen Wochenendtermin, sei es Kirche, Fußball, Orchesterprobe, Lernen für eine Klassenarbeit, etc. So geht ein Elternteil da hin, das zweite Elternteil macht was mit den anderen beiden Kindern. Und ehrlich ... wenn ich dann mal keinen Termin habe, dann liege ich wachkomaähnlich sonntagmittags auf dem Sofa. Bei uns ist am Sonntagmittag noch viel "Schule" aufzuarbeiten. Da schaut man mal die Ranzen richtig durch, plant und die Kinder lernen auf Klassenarbeiten.

        Dann hat meine Tochter (die älteste) ganz klar Teenieinteressen ... Es ist total schwer, all das unter einen Hut zu bringen, sie findet das, was wir früher sonntags so gemacht haben (Zoo, Geocaching, Wandern, Spielplatz) sehr tröge. Da musst du ständig ein zweites Programm bieten (oder gar keins) oder was finden, was alle interessiert. Ist bei uns gerade das Schwimmbad. Oft ist es so, dass sie sonntags nun einfach zu Hause "chillt". Auch im Urlaub ist es sehr schwer, sie für etwas zu begeistern. Als 5er Familie sind wir nur noch sehr selten unterwegs und wenn, dann meckert oft einer, weil ihm das Programm nicht passt (oder es passt wirklich nicht).

        Drei ist auch eine etwas doofe Zahl. Bei mir sind bei beiden Kleinen eine Einheit wie Pech und Schwefel. Meine Tochter tut mir da echt Leid, es ist wirklich so, dass sie außen vor ist. Um das auszugleichen, darf sie öfters zu Unternehmungen einfach Freunde mitnehmen. Das ist okay bzw. war bisher okay, aber nun hast du eben statt einem dann zwei motzige Teenies dabei, was die Sache nicht einfacher macht.

        Mich stresst die Schule total ... ich weiß noch, dass ich mitunter sehr gestresst war, als meine Kids klein waren. Im Sommer waren wir viel draußen, oft einfach auch im Wald spazieren, wo niemand verloren gehen konnte. Und um 19 Uhr waren alle (zumindest in der Theorie) auf dem Weg ins Bett. Mein drittes Kind war "das perfekte Baby" - im ersten Jahr war er überhaupt keine Belastung, er war zufrieden, gluckste vor sich hin und machte alles mit. Von 19 - 23 Uhr gehörte damals der Abend "mir". Welch Luxus! Das ist heute nicht mehr so. Ich denke, dass ist das, was viele Leute so als "mitlaufen" bezeichnen. In der Schule läuft eben niemand mehr mit.

        Nun komme ich irgendwann zwischen 13 Uhr und 14 Uhr von der Arbeit ... und alles bricht sofort über mich herein. "Ich blick die Mathehausis nicht". "Ich habe mein Deutschbuch in der Schule vergessen." "Vergiss nicht, ich habe um 15.00 eine Orchesterprobe.". "ich brauche morgen ein Kuchen". "Ich brauche für Morgen 10 verschiedene Blätter von Laubbäumen, eine 1 bekomme ich aber, wenn ich 20 finde!". "Ich bin in der Gruppenarbeit mit X eingeteilt, die lebt aber 15 Kilometer von hier und es fährt kein Bus", "Ich habe voll vergessen, zu sagen, dass ich zwei Tagen einen Mathekurztest schreibe und ich blicke es nicht".

        Wir Erwachsenen sind mittags meistens zu zweit (voll der Luxus). Einer (Homebase) steht als Nachhilfelehrer zur Verfügung, der andere macht die Außentermine mit Kind(ern). Das geht dann so bis 18 Uhr. Dann Abendessen und meistens muss ich dann selbst noch an die Arbeit ... oder was im Haushalt machen ... oder es findet mal wieder ein Elternabend oder ähnliches statt. Um 21 Uhr kollabiere ich oft auf dem Sofa. Ich bin dann zu müde, endlich mal was zu machen, was ich möchte! Ich habe sehr sehr wenig freie Zeit, einfach für mich zu sein ... und ich merke, dass mich das auslaugt. Das liegt aber auch daran, dass ich Vollzeit arbeite. Ich habe ein Jahr mal so reduziert, dass ich einen freien Tag hatte und habe den Morgen für mich genutzt. Das war wunderbar, aber ist leider derzeit finanziell nicht machbar.

        Finanziell muss man planen wie ein Fuchs ... jeder kleine Fehler/ Faulheit wird total teuer. Früher habe ich gerne mal 12-14 Stunden gearbeitet, kam heim, rief den Pizzaexpress an, entspannte den restlichen Abend ... das geht nun nicht mehr. Einmal Pizzaexpress kostet heute ca. 50€. Also doch lieber selbst kochen ... Da kommst du nach langer Fahrt am Urlaubsort an und würdest am liebsten Essen gehen ... weißt aber, dass das mit fast 100€ zu Buche schlägt und stellst dich dann eben doch selbst in die Küche, weil du nicht weißt, was die nächsten Urlaubstage noch so bringen. Der Aspekt "Geld" läuft immer als HIntergrundprogramm mit - und das, obwohl es uns echt nicht schlecht geht. Wir können z.B. in Urlaub ... ich kenne Leute, die haben kapituliert und bleiben einfach daheim.

        Letzten Sommer hat mir ein Freund angeboten (wohnt im Außenort von Paris), wir könnten zwei Nächte bei ihm zwischenübernachten. Er selbst war gar nicht da. Da war mir wieder klar, dass wir doch eine "Kleingruppe" sind. Wir haben ihm natürlich was mitgebracht. Er hatte uns einen sicheren Abstellplatz fürs Auto organisiert (20€). Wir fuhren mit der Metro nach Paris (75€ für uns alle!). Dort haben wir verschiedene Dinge angeschaut. Abends waren wir 250€ ärmer. Und das, obwohl die Übernachtung kostenfrei war (!) und wir bei ihm Kochen konnten. Es geht immer alles x5. Ständig musst du abwägen.

        Geld ist eh so ein Ding. Ich sollte gar nicht jammern, aber es sind diese Beträge zwischen 20€ und 40€, die sich total summieren. Gerade hatte meine Tochter noch Schuhgröße 39 und wir haben 250€ für neue Schuhe ausgegeben (mehrere Paare), dann hat sie auch schon 40. Also wieder das Spiel. Geigenstunde (60€ im Monat), Zahnspange, Busfahrkarte, Sportverein, Klassenfahrt, Geburtstagseinladung ... Und so geht es dauerhaft. Ein großes Auto brauchst du auch. Die Räume müssen geheizt werden. Ständig läuft die Waschmaschine. Und ständig braucht jemand irgendwas. An Karneval - gab es in den Schulen ein Motto (freundlicherweise jedes Jahr ein anderes!) ... du willst nicht, dass deine Kinder die doofen sind und bist mit mindestens 60€ dabei (wenn du Teile gebraucht bekommst!). Bei uns waren es dieses Jahr 100€. Für nichts im Prinzip.

        Also versuchst du andere Strategien, z.B. Kleider gebraucht kaufen. Da musst du dann auf Flohmärkte, etc = noch weniger Zeit. Oder deine Tochter bekommt von einer Freundin von dir drei ausrangierte Jeans und fünf Pullis geschenkt und du tröstest sie, weil sie gerade so Liebeskummer hat. Ich unterhalte ein ganzes Netzwerk für gebrauchte Kleidung ... und am Ende verschenken ... die richtig guten Teile versuchst du dann doch bei Ebay oder so loszuwerden = du brauchst wieder viel Zeit.

        Ich wünschte mir, ich hätte mehr Zeit. Auch für mich. Ich bin kürzlich (alle hatten Ferien) morgens mal alleine Schwimmen gegangen. Und hatte ein schlechtes Gewissen dabei. Mache ich genug? Verbringe ich genug Zeit mit dem Kind? Ich hätte doch noch mit X das kleine Einmaleins üben müssen? .... Das Abgrenzen ist schwierig, weil ja jeder eine Erwartung an dich hat. Als Mutter möchte ich unbedingt 100% geben, als Arbeitnehmerin muss ich mindestens 100% geben (auch da ein anderer Druck - so viele Jobs gibt es hier nicht, wir haben ein Haus, das wir nicht aufgeben könnten, meine Kids sind in der Gegend verwurzelt ...). Ich merke sehr oft, dass ich zuerst mich aufgebe. Ich kann nicht einfach eine Runde um den Block joggen (was ich gerne machen würde!), wenn mein Kleiner meine Hilfe in Mathe braucht.

        Du darfst als Dreifachmutter nie jammern. Denn du bist auch selbst Schuld. Zumindest im Job bei mir ist es so. Dann kommt gleich "ihr wolltet das doch so" während man auf die Einzelkindmama voll die Rücksicht nimmt :D. Das mit dem "Mitlaufen" ist nur so lange so, bis die Kinder unterschiedliche Wege gehen (also spätestens in der Schule). Im Kindergarten war es egal, ob ich einen oder zwei abgegeben habe ... in der Schule (und meine Kinder sind so urbiauntypische Nichtwunderkinder, die brauchen bei den Hausaufgaben unter anderem Individualbetreuung und müssen tatsächlich auf Klassenarbeiten lernen und üben ) ist das dann vorbei.

        Ich habe eine Arbeitskollegin, die wirklich frei sagt, dass ihr das vierte Kind fast das Genick gebrochen hat. Die ersten drei sind so "typische Akademikerkinder" ... schafften die Grundschule mit Bravour, spielten nebenher noch zwei Instrumente, gingen mühelos durch das Gymnasium - während sich das vierte echt schwertat und sie meinte, sie hätte mehr Arbeit (rein schulisch) mit ihm gehabt als mit den anderen drei zusammen.

        Ganz ehrlich ... wenn dann meine unverheiratete Kollegin aus dem Wochenende reinschneit, bin ich manchmal etwas neidisch. Und ja, ich liebe meine Kinder total. Aber diese dauerhafte Dreifachbelastung aus Mutter, Haushalt und Job ist wirklich zermürbend. Ich stehe wirklich um 5:45 auf und mein Tag endet um Mitternacht. Von 23 - 24 Uhr nehme ich mir eine Stunde für mich. Ich habe zwei Arbeitskollegen (ein Paar), die bewusst keine Kinder wollten. Die ackern 10 Monate im Jahr und nehmen den Rest Überstunden in der off-peak Saison, reisen um die Welt, erleben was, haben Hobbys, Freunde, Kurztrips am Wochenende. Dieses spontane fehlt mir total, in meinem Leben ist nichts spontan, ich muss mit Minuten knausern.

        Nachdem ich all das geschrieben habe: Ja, ich liebe meine Kinder über alles. Ich wünschte nur, der Tag hätte 36 Stunden. Wenn ich das alles vorher gewusst hätte, ich hätte sie trotzdem bekommen. Aber unterschätze das Drumherum nicht.

        GLG
        Miss Mary

        • Ich habe drei Kinder in ähnlicher Konstellation und muss sagen dass ich eine Dinge wie Kosten für Urlaub, Freizeitgestaltung usw ähnlich sehe.
          Aber ich finde das sogar gut so.
          Die Kinder verabreden sich, gehen ihren Interessen nach und ich habe wieder viel Zeit für much.
          Auch das Schulthema läuft hier nicht so wie du es beschreibst.
          Da halte ich mich nicht dran auf.
          Ich habe noch nie bei Hausaufgaben geholfen oder für Klassenarbeit gelernt.

          Da fehlt mir die Zeit und der Nerv.

          • Da deine Einstellung zur Familie schon etwas "anders" ist wird es bei der dir auch mit noch weiteren Kindern keinen Einfluß auf deinen persönlichen Alltag haben. Die meisten setzen dann aber andere Prioritäten.

            • Anderrs?
              Ok anders als die Urbia Mütter vielleicht.
              Aber ich kenne einige die ihren Kindern nicht bei den HAUSAUFGABEN helfen weil die halt arbeiten oder auch nicht den Nerv darauf haben
              Ich kenne einige Familie mit drei oder vier Kindern dienten beide Vollzeit arbeiten und da läuft es ähnlich wie bei uns.
              Da mein Sohn eh ein Schulversager ist , wäre es auch verschwendete Zeit und außerdem sind Eltern meist eh schlechte Nachhilfe Lehrer.

              Meine beiden Töchter sind hochbegabt und gut in der Schule, da gibt es für mich nichts zu tun...
              Anders heißt nicht falsch...Schule ist Sache der Kinder,ich habe mein Abi, zwei Studien abgeschlossen und einen Doktor .
              Was meine Kinder der aus ihrem Leben machen ist deren Sache....man kann nun mal aus Scheiße kein Gold machen.
              friss oder stirb.
              entweder man hat es drauf oder nicht.

              Im Job schenkt einem keiner was.
              Das ist knallhart, und jemand der faul ist oder doof oder von Papi Nachhilfe braucht der wird es eh nicht packen. ..

              • Bei dir liest es sich, als ob deine Kinder ein Projekt sind, das abgearbeitet und delegiert wird. Wenn dieses Gefühl auch so bei deinen Kindern ankommt ist es nicht nur anders sondern schlimm. Kinder haben das Recht auf das Gefühl, dass sie für ihre Eltern das Wichtigste sind. Vermutlich hattest du das Gefühl auch nicht, ansonsten kann ich mir diese Gefühlskälte nicht erklären. Wenn für dich Geld, Erfolg und du selber immer an erster Stelle stehst, kannst du einfach nicht nachvollziehen wieviel mehr eine Familie bedeutet.

                Also bitte: Deine Kinder haben weder darum gebettelt, geboren zu werden noch darum, ausgerechnet von dir geboren zu werden. DU hast dich für 3!!! Kinder entschieden also kneif die Arschbacken zusammen und sorge dafür, dass deine Kinder, egal welche Voraussetzungen sie mitbringen, des bestmöglichen Start in ein eigenes Leben bekommen. Und wenn eines der Kinder ein "Schulversager" ist, dann bedeutet das, dass du alles dafür tust, damit er trotz dieses Defizites eine Grundlage bekommt, um später mal glücklich und selbstbestimmt zu leben. Dann wird er eben kein Abi machen oder studieren sondern mit deiner Hilfe eine Ausbildung machen und einen guten Beruf ergreifen.

                Achso: ein bißchen Liebe und Verständnis sind übrigens auch nicht verkehrt, wenn man Kinder in die Welt setzt. also schraub mal deine eigenes Ego ein bißchen runter und tu mal was für die kinder, die du wolltest oder zumindest bekommen hast.

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