Ein Leben ohne Kinder - was für ein schöner Gedanke

    • (1) 12.05.16 - 13:02

      Hallo,

      ich schreibe nicht anonym, weil ich es feige finden würde und ich weiß, dass hier ein Shitstorm losgehen wird, was mir aber ehrlich gesagt so etwas von egal ist.

      Ich ertappe mich immer öfter dabei, dass ich mir wünsche, keine Kinder zu haben. Und dieses Gefühl passt nicht zu mir. Schon immer wollte ich viele Kinder, ich habe nachts geweint, weil die beiden Ältesten von ihrem bevorstehenden Auszug erzählten. (In 2-5 Jahren) und hatte Angst vor dieser Ruhe.

      Jetzt sieht es so aus, dass ich es nicht mehr erwarten kann, dass das Haus endlich leer ist. Ich bin am Limit mit meiner Kraft und sehne den Tag herbei, an dem das letzte Kind das Haus verlassen wird. Keinerlei Hilfe im Haushalt, gestern z.B. bat ich, sie sollten doch mal die zusammengelegten Hosen ansehen, weil ich nicht weiß, welche wem gehört. Mit dem Ergebnis, dass keiner der drei nachgesehen hat. Sogar das ist zu viel. Ich erkläre, ich schreie, ich mache und tue. Fünf Kinder und keinerlei Hilfe. Wisst ihr, was hier für ein Saustall herrscht? Ich arbeite zwar von zu Hause aus, verdiene aber viel zu wenig für die Zeit, die ich investiere. Das Geld reicht hinten und vorne nicht mehr. Unterhalt für das dritte Kind wird mir verweigert und nun geht es sehr bergab. Es hat immer irgendwie gereicht, jetzt nicht mehr. Der Haushalt, die Arbeit, der Fernkurs. Alleine die Selbstständigkeit müsste ich von 6 bis 2 Uhr nachts ausführen, damit Geld in die Kasse kommt und nicht nur so wenig. Wir können uns nichts mehr erlauben und schon gar nicht einen Familienausflug unternehmen, weil nicht alle im Auto Platz haben. Das Geld für die Bahn fehlt auch. Also können wir nur noch etwas hier im Ort unternehmen. Manchmal bereue ich, dass ich die dritte zu uns geholt habe, aber ich weiß, dass ich, wenn sie geblieben wäre, ich nie mehr ein ruhiges Gewissen gehabt hätte und nervlich noch mehr am Ende wäre wie jetzt schon. Gestern bat ich meine Tochter, mir einen Waschlappen zu bringen, da ich mich verletzt hatte zum kühlen. Hat sie gemacht, und dabei die Restwäsche vom Stapel in den Schmutz gelegt. Da kam ich noch nicht dazu, weil ich der Jüngsten hinterherrennen musste. Gestern bin ich um 21 Uhr vor Erschöpfung eingeschlafen, weil mir 2-4 Stunden Schlaf, manchmal 6 Stunden (Ausnahme) nicht mehr reichen.

      Meine Kraft ist am Ende. Nicht mehr am Limit, am Ende. Tode erstehen wieder auf, mein Freund oder Ex meldet sich nicht mehr, mein Schwager in Spe vereimert mich und gibt sich als Bruder des "Toten" aus. Leider hat meine Psychiaterin keine Zeit für mich, sie meinte nur, ich würde viel durchmachen und schickte mich mit Beruhigungstabletten und einer Entschuldigung für die wenige Zeit wieder nach Hause.

      Wer einen Tipp für mich hat, sehr gerne. Aber nicht, den Kindern den Marsch zu blasen, das hilft seit Jahren nicht.

      Wer mich fertigmachen möchte, nur zu, hilft dem Frustabbau derjenigen und ich erkenne schon an den Nicknamen, dass nichts positives geschrieben werden wird und überlese das.

      Ich liebe meine Kinder, jedes einzelne, aber manchmal wäre ich nicht sauer, wenn alle erwachsen und aus dem Haus wären. Geht es jemandem ähnlich? Diese Gefühle habe ich ab und zu seit wenigen Wochen und mich erschrecken sie.

      Grüße Babydestiny und jetzt Steine bereit und los.

      • Von mir bekommst du schonmal keine Steine. #liebdrueck Ich kann mir das sehr gut vorstellen, dass du total fertig bist bei so viel Stress. Immerhin hast du ja auch viele Kinder und manche sind schon mit 2 am Limit #zitter

        Hast du schon an eine Kur gedacht? Ich glaube das würde dir gut tun. Einfach mal ein paar Wochen weg von allem und ausspannen. Dann kann deine faule Bande zu Hause sehen, wie sie zurecht kommen. Die Älteren sind ja alt genug.

        Ich würde beim Hausarzt nachfragen. Alles Gute für dich. #klee

        Wie alt sind die Kinder denn? Hast Du Anspruch auf Transferleistungen? Bekommst Du Unterhalt für die Kinder?
        Du wirst etwas ändern müssen, wenn Dir der gegenwärtige Zustand nicht bekommt.

        Lg,
        Fina

        (4) 12.05.16 - 13:16

        Ich mach Dich nicht fertig, ich kann Dich verstehen ........ ich bekomme in meinem nächsten Leben definitiv keine :-D

        Meine Älteste ist schon ausgezogen und mein Mann und ich haben an diesem Tag ne Flasche Sekt aufgemacht ....... die Jahre davor waren einfach nur ätzend und Energie raubend.

        Aber das ist jetzt fast 2 Jahre her und inzwischen ist sie ein anderer Mensch...... jetzt merke ich, dass es doch nicht alles umsonst war was wir vorgelebt und an Erziehung geleistet haben.

        Es hat sich völlig entspannt und ich hab auch keinen Dauerhals mehr........... sie war wirklich extrem ätzend in der Pubertät, faul und streitsüchtig. Manchmal hätte ich Amok laufen können.
        Aber ....... es geht vorbei.#torte

        Ich freue mich definitiv auch auf die Zeit, wenn ich mit meinem Mann wieder alleine lebe.

        • Meine Älteste ist schon ausgezogen und mein Mann und ich haben an diesem Tag ne Flasche Sekt aufgemacht ....... die Jahre davor waren einfach nur ätzend und Energie raubend.

          Für diese ehrliche und hier bei ei-tei-tei-urbia überaus mutige Bemerkung bekommst Du von mir einen Orden - und das ist absolut nicht sarkastisch, sondern ganz ganz nett gemeint #sonne
          Als mein Sohn mit 27 auszog, war es zwar emotional nicht einfach (als er den Wohnungsschlüssel auf den Tisch legte, hab ich schon schwer geschluckt) aber da er uns zuvor 20 äußerst anstrengende Jahre geboten hat, waren wir auch froh, dass wir wieder andere Themen hatten. In den Jahren danach haben wir uns durch den Abstand wieder besser vertragen.
          LG Moni

          • (6) 13.05.16 - 06:45

            -----t, waren wir auch froh, dass wir wieder andere Themen hatten.---

            Oh ja, das stimmt.

            Ich verstehe mich mit meiner Tochter super und freue mich wenn sie zu Besuch kommt. Sie hat sich auch wirklich sehr zum Positiven geändert :-) ......

            Aber das ganze Drama vorher............ das war wirklich sehr anstrengend und der Auszug ......für uns alle ..... erstmal nur entspannend.

            Ich denke viele die schon erwachsene Kinder haben, werden sich da reinversetzen können.

            LG

      Hallo,

      vorweg: ich bin ungewollt kinderlos und kann eigentlich nicht mitreden.

      Ich lese in deinen Zeilen überhaupt nicht, dass du deine Kinder nicht lieben würdest.
      Deine Gesamtsituation scheint momentan mehr als bescheiden, ich lese eher heraus, dass du den Wunsch hast, mal zur Ruhe zu kommen, Zeit für dich zu haben und auch besser finanziell dazustehen. Dein Posting sagt mir, dass du da schon immer und gerade jetzt sehr viel zu schultern hast.

      Und ja, ich habe vollstes Verständnis dafür, dass du so denkst. Denn Kinder, die aus dem Haus sind, sind nicht aus der Welt. Nur die allgemeine und finanzielle Verantwortung würde in diesem Fall für dich entfallen. Deine Kinder hättest du ja trotzdem.
      Ich glaube im Übrigen nicht, dass du wirklich lieber gar keine Kinder hättest. Dieser Gedankengang ist m. E. deiner totalen Überlastung geschuldet.

      Ich habe zwar aus Mangel an Erfahrung als Mutter keinen Tipp für dich, wünsche dir aber trotzdem alles Gute.

      LG

      Nici

    Hallo,

    na bei 5 Kindern - kann ich voll verstehen, wenn das alles "to much" wird! Mir gehts mit meinen zwei jungen Erwachsenen mittlerweile ähnlich - ich kenn es - keiner schert sich was drum ob hier oder dort nun evtl. Hand angelegt werden sollte/könnte/dürfte. Ja - ich freunde mich auch immer mehr an mit dem GEdanken, daß sie eines Tages ihr eigenes Leben (sprich ihren eigenen Haushalt) führen werden! Denn eigentlich war ich ja schon von meiner Erziehung so weit "überzeugt", daß es mir mal nicht so gehen würde, wie es mir jetzt dennoch geht!
    Hab deine VK angesehen und kann dir nur einen Ratschlag geben: Versuche eine Mutter-Kind-Kur mit den zwei Kleinen zu bekommen und die Großen müssen dann eben sehen, wie sie es in den Griff bekommen. Hast du denn aktuell einen Partner, oder stehst du alleine da?

    Ich muß gestehen: Ich glaube, es gab Jahre, da war ich nicht anders. Ich habe zwar schon zuhause mitgeholfen, wir hatten Landwirtschaft, da hätte ich mir auch gar nicht zu sagen trauen: "ICh hab keine Lust" oder "Ich bin nicht da"... aber gerade im Haushalt (naja - ich wusste, dass ich Samstags alles durchwischen muß) - freiwillig habe ich da wohl keinen Finger gerührt.

    LG

    Hallo,

    oh je, lass Dich mal drücken.
    Und nein, es fliegt kein Stein. #herzlich

    Fünf Kinder - Hut ab.

    Ich war eben auf Deiner Visitenkarte - Deine älteren Kinder sind 21, 18 und 13.

    Die müssten in dem Alter wirklich sehen und kapieren, wie sehr Du Dir Deinen Allerwertesten aufreisst, damit Geld in die Kasse kommt.
    Aber so wie ich Dein Posting verstehe, rühren sie keinen Finger.

    Darf ich mal nachhaken, was sie genau machen?

    Was macht das älteste Kind gerade (21) und was macht das 18-jährige Kind?
    Verstehe ich es richtig, dass sie in 2-5 Jahren ausziehen wollen?
    Das bedeutet, mit ca. 23 - 26 und ca. 20 - 23?

    Die müsstest Du dringend mit in die Pflicht nehmen, da sie weiterhin in DEINEM HAUS wohnen. Das bedeutet, dass sie Dich auch im Haushalt entlasten.
    Verdienen sie schon Geld? - vielleicht solltest Du dann auch mal über Kostgeld nachdenken. oder evtl dass sie sich - wenn sie keinen Bock auf Mithilfe im Haushalt haben - eben an den Kosten für eine Putzfrau beteiligen.
    Mal sehen, in welchen sauren Apfel sie lieber reinbeißen.

    (Leben ist eben nicht nur Disco und Pommes!)

    Und was genau meinst Du mit "Tote stehen wieder auf?"
    Soll das heißen, Dein Schwager in spe ruft bei Euch an und gibt sich als ein Verstorbener aus? #schock
    Was soll der Mist, warum veräppelt er Dich?

    Und die Selbstständigkeit - bringt sie Dir wirklich etwas?
    Brauchst Du das dringend?

    Auch den Fernkurs - muss er jetzt sein oder könntest Du ihn auf einen späteren Zeitpunkt legen?

    Fragen über Fragen....es ist nicht einfach, Dir da mal eben was zu raten.

    Ich hätte jetzt normalerweise zu den typischen Entlastungen wie Tagesmutter, Putzfrau, etc geraten, aber das wäre eine finanzielle Geschichte und da sieht es lt Deinem Text ja schon mau aus....
    Wie es da mit besonderer Unterstützung/Förderung aussieht wegen Deiner vielen Kinder, damit kenne ich mich nicht aus.

    Vielleicht weiß ja da eine andere Urbianerin mehr darüber....

    LG

    Ich habe keine eigenen Kinder.

    Mich würde aus persönlichen Gründen eine Frage interessieren: Wirst du deine Kinder unterstützen wenn sie aus dem Haus sind?

    Meine Eltern ziehen gerade ihr eigenes Ding durch. Wenn ich etwas enttäuscht darüber bin, sagen meine Arbeitskolleginnen, ich tue ihnen Unrecht, schließlich bin ich erwachsen.
    Wenn ich sehe, wie engagiert meine Schwiegereltern sind, bin ich dennoch total enttäuscht.

    Wie siehst du das bei deinen Kindern für die du so viel aufopferst? Wenn sie mal irgendwo umbauen oder Kinder bekommen? Willst du dann für sie da sein oder liegst du ganzjährig auf Hawai? :D

    • Hallo,

      <<<<Mich würde aus persönlichen Gründen eine Frage interessieren: Wirst du deine Kinder unterstützen wenn sie aus dem Haus sind?>>>>
      Ich finde, wenn die Kinder aus dem Haus sind, und zwar allerspätestens dann, bin ICH dran! Das heißt nun nicht, daß ich sie keineswegs mehr bei unterstützen würde... ich weiß es noch nicht. Momentan denke ich´s mir so: Ich muß dann nicht auf meine Kinder oder Enkelkinder Rücksicht nehmen, wenn ich wirklich mal ein paar Wochen auf Hawai liegen möchte - ich muß meinen Wochenplan nicht nach den Bedürfnissen meiner Kinder auslegen - ich darf mir dann spontan einen Urlaub oder eine Auszeit gönnen - ich darf mein GEld für MICH ausgeben!
      Klar kann ich mir vorstellen, daß ich sie unterstützen würde, wenn sie meine Unterstützung wirklich brauchen könnten und würden (evtl. Haus, Garten, Kinderbetreuung) - aber ich werde mein Leben dann nicht mehr danach richten - zumindest ich momentan so darüber. Mal sehen wie es denn kommt.

      LG

      • (14) 12.05.16 - 13:49

        ....zumindest denke ich momentan so darüber .... (irgendwie sind in meiner Antwort ein paar Wörter untergegangen, sorry)

        Danke für die ehrliche Antwort.
        Dann habe ich bei den Schwiegereltern halt einfach etwas mehr Glück.
        Das vergisst man manchmal, dass Eltern auch ein eigenes Leben haben. Liegt vielleicht auch noch daran, dass die Schwester noch daheim wohnt und großzügig unterstützt wird.

        Aber gerade wenn die Eltern Kind Beziehung nicht immer so rosig ist, sieht man die Sachen gerne negativ. Das ist was das ich an mir ändern will :D :D

        Viel Spaß auf Hawai, du hast es dir mit 5 Kindern mehr als verdient.

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