Was wird aus sensiblen Babys

    • (1) 17.06.16 - 07:47

      Hallöchen,

      ich stelle die Frage mal hier rein, weil ich davon ausgehe, dass hier ganz viele Mütter mit erwachsenen Kindern unterwegs sind, und ich erinnere mich ganz dunkel, es gab schon eine ähnliche Frage, was aus ehemaligen Schreibabys wird :)

      Nun, mein Baby ist für mich völlig unkompliziert: schreit so gut wie nie, schläft gut, trinkt gut, ist fröhlich, lacht viel. Ich kann mit ihm viel unternehmen(Auto, Trage, KiWa, Cafés, Freunde besuchen, Besuch empfangen, Grillen, Shoppen etc., oder ach viel daheim sein, und ihn beim Haushalt zuschauen lassen. Er kann sehr gut zuschauen, kann genauso gut alleine spielen wie mit uns. Wenn ihm was nicht passt, kann er das gut zeigen, ohne gleich ins Gebrüll überzugehen. Ich habe quasi immer Zeit zu reagieren. 3-4 Stunden/Tag braucht er natürlich 100% Mama- oder Papa-Aufmerksamkeit. Aber das finde ich völlig in Ordnung.

      Wenn wir aber irgendwo sind, muss Mama oder Papa immer als "Anker" herhalten. Bei Menschen die er mag, wo er sich wohlfühlen, nehmen ihn andere auf den Arm und spielen mit ihm. Aber solange eine der Bezugspersonen in Sichtweite ist. Bei Menschen die er weniger mag, wo er sich unwohl fühlt geht er nicht zu anderen auf den Arm, bleibt lieber bei einer der Bezugsperson. Babysitting, Fremdbetreuung ist schwierig. Geht max. 1h. Er ist aber erst 4,5 Monate alt.

      Ich weiß, es gibt Babys, die kann man schon mit 2-3 Monate zum Babysitter geben. Die gehen von Arm zu Arm und jeder kann soviel bespaßen, wie er will. Das ist mir aber egal. Ich bin mit meinem Baby zufrieden und habe es mir auch nie anders vorgestellt. Auch mein Mann findet unseren Sohn gut so wie er ist. Auch er sagt, anders soll es gar nicht sein.

      Nun... wir kriegen aber ständig zu hören, dass unser Sohn ein totales Sensibelchen ist.

      - Seitens unserer Hebamme (als Tip --> gebt gut Acht auf ihn. Klingt neutral),
      - seitens unserer KiÄ (fragend --> ob wir das nicht irgendwie beeinflussen wollen, negativer Beigeschmack)
      - seitens meiner Eltern (vorwurfsvoll --> Warum ihn nicht "abhärten" und einfach mal für nen halben Tag "abgeben", extrem negativ und unzufrieden)

      Worüber ich nun nachdenke: Für uns site s ok, dass unser Sohn so ist, wie er ist. Wir haben keine Probleme mit ihm. Wir verstehen auch nicht so recht, warum ihn alle als sensibel ansehen. Für mich würde sensibel bedeuten, dass es viel schreit, immer unzufrieden ist, auf alle Reize überfordert reagiert. Dass er immer Mama/Papa zumindest im Blickfeld/Hörweite braucht finden wir beide angemessen in diesem Alter.
      Da aber schon seit Wochen auf uns eingeredet wird, dass er so sensibel ist, lasse ich mich doch etwas verunsichern. Wie wird er später? Wird er selbstbewusst sein, oder "an Mamas Rockzipfel" hängen? Wird er immer so fröhlich und entspannt bleiben, oder irgendwann doch weinerlich? Ist es echt so schlimm, dass er nicht ohne Mama oder Papa bleiben kann?

      - Hatte jemand so ein Baby?
      - Wie war es im Kleinkindalter?
      - Wie war es bei der Kita-Eingewöhnung? (Unser soll mit 2 Jahren in die Kita)
      - Wie war es mit dem Schuleintritt?

      • (2) 17.06.16 - 08:13

        Wie du dein Kind beschreibst würde ich es nicht als besonders sensibel sondern als ganz normales Baby ansehen.
        Könnte höchtest sein, dass andere dein Baby anders empfinden und du dir da was "schön" redest. Dass du bereits von Hebamme, Arzt und Eltern darauf angesprochen würdest finde ich merkwürdig und passt eigentlich nicht zu dem Kind, dass du beschreibst.

        Ein 4 Monate altes Kind muss nicht ohne Bezugsperson bleiben. Man kann aber versuchen den Kreis der Bezugspersonen zu erweitern, dass eben nicht nur mama und Papa Bezugspersonen sind, sondern auch Oma und Opa. Das war mir persönlich sehr wichtig.
        Kommt aber auch auf die familiären Gegebenheiten, Zeit, Entferung usw. mit an.
        Mit 4 Monaten hab ich mein Baby aber auch nicht einfach so einen halben Tag abgegeben. Das hätte ich selber gar nicht ausgehalten vor Sehnsucht.

        • (3) 17.06.16 - 08:36

          vielleicht hilft es zu verstehen, wenn ich die Situationen schildere:

          Hebamme: kein besonderes Ereignis. Sie hat es einfach mal nebenbei gesagt. Es klang auch nicht negativ oder so, sondern als ein Ratschlag.

          KiÄ: als er mal schlecht getrunken hat - Schub - wollte ich ihn zur Sicherheit mal doch durchchecken lassen. Da hat sie ihn mal komplett untersucht, samt Abhören, Reflexe testen, Ohren checken.... und irgendwann war er doch unzufrieden, da war irgendwas zw. Meckern und Weinen. Und dann fiel der Spruch, dass er ja soooo sensibel ist.

          Meine Eltern: Sie wollen ihn halt ständig für sich alleine haben, aber er mag sie nicht. Auch wenn ich da bin, fängt er schon nach 15-20 Minuten an, bei ihnen zu quengeln, dreht sich von ihnen weg, weint irgendwann, wenn ich ihn nicht nehme. (Sie sind aber so.... "Oh Baby ist da. Wir haben ihn eine Woche lang nicht gesehen, jetzt müssen wir das in 1-2h aufholen, was wir in 7 Tagen verpasst haben" alle möglichen Spielzeuge aufeinmal, Singen auf höhen Tönen, Tiergeräusche je lauter desto besser, Herumtragen, hin und her reichen - das alles ohne Pausen - er ist schlichtweg überfordert) Und sie sind enttäuscht, dass sie ihn alleine betreuen können.

          Von Freunden, Schwiegereltern oder anderen Mädels aus meinem Gebrutsvorbereitungskurs zu denen wir engen Kontakt halten, haben wir allerdings nie gehört, dass unser Kleiner sensibel wäre.

          Ob ich ein falsches Bild habe: weiß nicht. Ich selbst finde meinen Sohn ok, frag mich halt nur, in welche Richtung sich das entwickeln könnte.

          Kreis der Bezugspersonen erweitern: klingt vernünftig. Ich wüsste nicht wie... meine Eltern mag er schlichtweg nicht. Er ist da jedes mal völlig überfordert. Sie schaffen es ja nicht mal 5 Minuten ruhig zu sein und "normal" (=>ohne schrilles Singen und laute Tiergeräusche) mit ihm zu reden. Und Schwiegereltern sehen wir nur alle 2 Wochen. Ist zu selten :(

          • (4) 17.06.16 - 13:16

            Dann sag deinen Eltern doch das einfach so!

            Dass sie nicht so laut sein sollen und wenn nur einer Tiergeräusche machen soll. Schließlich sind sie dann bei dir zu Gast. Dort hast du das sagen. Wenn es deinem Sohn offensichtlich nicht gefällt.

            Schön finde ich alles Erwachsenene zu visualisieren. Setz dich neben deine Eltern und grabbele ihnen im Gesicht herum, singe laute Kinderlieder und mache Tiergeräusche ohne Pause :D und dann erkläre Ihnen danach, dass dein Kind das genauso nervt wie du sie eben gerade! ich beobachte sowas so oft! :D ich bin deswegen zurückhaltender bei Kindern, damit ich nicht noch der 5. bin, der mit dran rumzerrt :D

          • (5) 18.06.16 - 13:23

            Meine Schwiegermutter ist auch so eine. Keine Sekunde ist mal Ruhe. Immer wird gesungen. Ich kenne bestimmt 90% aller Kinderlieder. Und das in einer Lautstärke. Und immer wird ums Kind gesprungen. Ich finde es dann ganz natürlich das ein Baby da weg möchte und weint. Ich hab es oft gesagt, nützt aber nichts. Aber ich bin immer dabei und "rette" mein Kind.

      (7) 17.06.16 - 08:24

      Guten Morgen kaaz,

      unser Sohn wird am Montag 27 Jahre alt und ich kann dir sagen wie er als Baby und Kind war: Er hat nicht viel geweint, war auch ein relativ zufriedenes Baby, wenn....Ja WENN man seine Bedürfnisse erfüllt hat! Sprich, er wollte viel getragen werden, schlief bis zum 2. Lebensjahr nicht ohne Hilfe (tragen, stillen; trinken, Arm). Er war sehr anhänglich (besonders mir gegenüber) und war nicht gerne alleine, spielte auch nicht viel alleine (also nicht wie deiner). Mangels Betreuungsmöglichkeiten war er aus nicht gewohnt bei anderen Menschen (ohne uns Eltern) zu bleiben. Er blieb/schlief das erste mal mit 3 Jahren bei seiner Oma. Und das mit Schwierigkeiten.

      Im Kindergarten fiel ihm die Trennung von mir auch schwer. Sogar in der Grundschule hatte er bei der Klassenfahrt noch furchtbares Heimweh und wir waren kur davor ihn abzuholen. Und er schlief auch lange bei uns im Bett (ein).
      Wirklich besser wurde es erst, als er mit der Jugenfeuerwehr das erste mal verreiste.
      Da muss irgendwie ein Knoten geplatzt sein und von da an wurde er "selbständiger".
      Heute ist er ein selbstbewusster junger Mann - der sich wenig zuhause blicken lässt, aber unser Verhältnis ist sehr gut! - steht mit beiden Beinen fest im Leben und Beruf und hat wenig Ängste.
      Ich habe mich von Sprüchen wie du sie hörst (leider) auch verunsichern lassen und nicht immer sofort auf mein (Mutter)-Herz gehört, letztendlich aber dann doch den Bedürfnissen meines Sohnes nachgegeben, weil ich seine Tränen und Leid nicht ertragen konnte wenn ich ihn - aufgrund Kommentaren von Aussen - "abhärten"/zwingen wollte.

      Er ist ein sehr feinfühliger empathischer Mensch, der sich aber auch abzugrenzen weiß, obendrein ehrlich, was ihn oft mit Autoritäten zusammenstossen lässt.
      Was davon Anteil unserer Erziehung und was "Anlage" ist vermag ich nicht zu sagen.

      Ich würde an deiner Stelle weiter machen wie bisher und Kommentare und Rat-Schläge von aussen ignorieren. Für irgendwen ist es eh immer verkehrt was du tust.
      Und wenn du gegen deine Überzeugung und dein Herz handelst würdest du es eh hinterher bereuen (war bei mir jedenfalls so).
      Und jedes Kind ist eh anders. Was bei einem passt, kann beim anderen verkehrt sein.
      Du "siehst" dein Kind und seine Bedürfnisse und erfüllst diese.....das ist das Wichtigste.

      Alles Gute
      Rudyline

      • (8) 17.06.16 - 08:37

        Danke für deine Worte...

        << Ich habe mich von Sprüchen wie du sie hörst (leider) auch verunsichern lassen und nicht immer sofort auf mein (Mutter)-Herz gehört, >>

        Ich will auch auf mein Herz hören, sollte ich auch :)

    (9) 17.06.16 - 08:35

    Hallo,

    Du machst dir zu viele Gedanken um "ungelegte Eier"!

    Dein Baby ist 4,5 Monate alt, er wird euer Leben definitiv noch auf den Kopf stellen!

    Niemand kann dir sagen wie er sich entwickelt, wir sind doch zum Glück "noch " alles Individuen!!

    Ein weiteres Geschwisterkind kann ihn in andere Bahnen lenken, ein Umzug, etc...

    Nimm dein Kind als Wundertüte. Es wird vielleicht so bleiben wie du es dir wünscht, könnte sich aber auch völlig anders entwickeln.

    Mein 4 Kind ist auch 4 Monate jung.

    Als Babys waren die Geschwister ähnlich im Verhalten. Heute 4-9 Jahre, sind alle extrem unterschiedlich. Jeder hat sich persönlich in eine andere Richtung entwickelt, hat andere Interessen, verschiedene stärken und Schwächen.

    Grade das finde ich unheimlich spannend an "Familie"; die Vielfalt und das nicht vorhersehbare, die Überraschung und die Spontanität!

    Mit freundlichen Grüßen

    (10) 17.06.16 - 09:48

    Hallo!

    Achje, ich finde das klingt alles total normal. Er ist doch noch so klein.
    Aus dem kann noch ALLES werden.

    Meine Tochter war als Baby total gelassen. Ich war 3 Jahre Zuhause und sie hatte mich immer um sich herum. Ich hab mir viel Zeit gelassen und es auch genossen. Trotzdem ist sie schon mit 6 Jahren alleine mit Freundin und deren Mutter weg gefahren über 4 Tage, hat ohne Probleme bei Kindergartenübernachtung und co mitgemacht. Obwohl sie als Baby nie woanders geschlafen hat, bzw. ohne mich.

    Kika hat damals bei ihr etwas länger gedauert. Ich hab sie hingebracht und bin dann 2-3 Std. geblieben. Aber eigentlich nur Hintergrund. Gespielt hat sie direkt mit anderen Kindern. Dann brauchte ich sie nur noch hinbringen.

    Ganz ehrlich: In dem Alter von deinem Sohn erzieht man noch nicht.

    Da gibt man dem Baby was es braucht.
    Also hör auf den Herz und nicht auf irgendwelche Bemerkungen von anderen. Ihr seit doch so glücklich und das alleine zählt.

    LG Sonja

    (11) 17.06.16 - 10:11

    Also ehrlich gesagt, verstehe ich nicht, was daran sensibel sein soll, wenn ein Baby von 4,5 Monaten nicht gerne begrabscht, langwierig untersucht und lautstark betüdelt werden will und das dann auch kund tut. Das ist doch völlig normal.

    Wichtig sind - nicht nur in den ersten Lebensmonaten - Mama und Papa, dann kommt laaaange nichts.

    Schön, wenn man Oma und Opa oder andere mögliche Bezugspersonen in der Nähe hat, aber auch die spielen in dem Alter nur die 3. Geige.

    Wir haben keine Großeltern, die ihr Enkelkind jede Woche sehen - oft nur 3-4x pro Jahr. Onkel und Tante sehen wir auch recht selten. Trotzdem hat unsere Tochter innigen Kontakt zu allen, und das obwohl sie sich zurückgehalten und an unsere "Regeln" gehalten haben.

    Unsere Tochter ist vom ersten Moment an immer bei mir und/oder Papa gewesen. Bis heute war ich nur ganze wenige Nächte von ihr "getrennt", wenn der Papa mal alleine mit ihr bei Opa zu Besuch war. Wir waren lange die einzigen Bezugspersonen, und es hat nicht geschadet, auf all ihre Bedürfnisse einzugehen. Babysitter haben wir nie gebraucht, unsere Tochter war/ist immer bei (mind. einem von) uns. Das mag allerdings mit unserem Alter und unserer langen gemeinsamen Zeit "vor dem Kind" und unserer langen Kinderwunschzeit zu tun haben. Wir haben nicht das Gefühl, etwas zu verpassen, haben auch genug Paarzeit für uns.

    Ganz im Gegenteil:

    - Kindergartenstart mit 2 3/4 -> nach 10 Minuten am ersten Tag durfte ich gehen, das war die ganze Eingewöhnung
    - Turnen, Musikschule und alle anderen Aktivitäten, die ab einem bestimmten Alter alleine bewältigt werden sollten: kein Problem (da war eher ich es, die damit Schwierigkeiten hatte)
    Das Zauberwort ist Urvertrauen.

    Weil wir ihr immer die Sicherheit gegeben haben, die sie brauchte, kann sie sich jetzt auch gut von uns entfernen. Kein Geklammere am Rockzipfel, kein Gejammere etc.
    Sie weiß ja, dass sie immer zu uns zurück kann.
    Klar gibt es auch bei uns immer mal wieder Drama. Aber das ist meist schnell vorbei.

    Ihre Erzieherin (Montessori-Pädagogin im Gemeinde -KiGa) hat mal ganz nett gesagt: "Sie haben eine besonders innige Bindung zueinander. Das sieht man leider zu selten, denn es ist für die Entwicklung der Kinder so wichtig. Nur wer sich so geborgen fühlt, kann auch alle sein Möglichkeiten ausschöpfen."

    Genau so sehe und erlebe ich das auch.

    Übrigens: Unsere Kinderärztin war da immer ganz anders: die hat von Anfang an gesagt, sie versucht, so wenig wie möglich an den Kindern "rumzuwurschteln" und machte nur die aller nötigsten Handgriffe für die Untersuchung und immer - soweit möglich - auf Mamas/Papas Schoss. Weil die Kleinen das einfach nicht mögen und sie nicht will, das schon ein so kleines Menschlein Angst vorm Arzt bekommt. Sie hat also versucht, vertrauen aufzubauen - was ihr auch gelungen ist. Unsere Tochter macht nicht mal beim Impfen einen Muckser. Also da war bei Euch wohl eher die Kinderärztin "unsensibel".

    Das das natürlich nicht für alle Kinder gleichermaßen so gilt, ist wohl auch klar. Manche brauchen einfach nicht so viel Nähe zu Mama/Papa. Aber bei einem Säugling zu sagen, er sei zu sensibel? Unbegreiflich.

    (12) 17.06.16 - 11:03

    huhu,

    Ich möchte dich etwas beruhigen. Ich finde dein Sohn ist ein "normales" kleines Kerlchen, das nicht zu sensibel ist.

    Zum Vergleich, Hagrid ist hochsensibel, von Anfang an hat er extrem reagiert. Und ich durfte mir sooo viel anhören.

    Unterwegs sein? Nur im Tragetuch! Und auch nur, wenn das Tuch ihn komplett verhüllt hat, das ihn Niemand sehen konnte und er im Dunklen war .Ich musste ihn die ersten 7 Monate quasi dauertragen! Kinderwagen wurde nie akzeptiert, zu laut, zu hell, zu viele Eindrücke. Autofahren klappte erst mit 4-5 Monaten, ohne Dauergebrüll. Geschäfte, Cafés, Menschenmengen machen ihn heute noch nervös, dass er möglichst schnell wieder gehen will.

    Zu Hause hingegen brauchte er viel Zeit für sich. zu viel Animation und bespielen haben ihn nervös gemacht. Er hat quasi nur 2 Dinge akzeptiert, entweder im Tragetuch liegen, oder in seiner Schaukel (ohne Musik und Geräusche), alles andere war zu viel.

    Wenn wir irgendwo zu Besuch waren, lag er im Tragetuch, er wollte von Anderen nicht angeguckt werden, keiner durfte ihn anfassen oder gar ansprechen. Und das ist tatsächlich noch heute so.

    Mittlerweile ist Hagrid schon 3.5J alt. Einiges wurde besser, einiges ist geblieben. Er ist ein selbstbewusstes Kerlchen, setzt sich notfalls lautstark durch und trotz wie Jeder andere. Aber sobald wir in unbekannten Situationen sind, wird er ganz still, will auf den Arm und bleibt da eine halbe Ewigkeit, bis er sich sortiert hat, die Situation einschätzen kann und genug Mut gesammelt hat. Und auch dann geht er nur, wenn ich an seiner Seite bin.

    Die Kitaeingewöhnung war schwierig. Er musste bereits mit 10 Monaten in die Kita, da hatten wir das unglaubliche Glück, dass die Erzieherin eine 1 zu 1 Eingewöhnung machen konnte, es waren damals einfach viele Kinder krank. Trotzdem haben wir 6.5Wochen gebraucht, bis Hagrid wirklich angekommen war. Und danach durfte nur "seine" Erzieherin sich um ihn kümmern, alle anderen Erzieherinnen wurden missachtet, angeschriehen, gehauen.

    Mit 3 Jahren hat er die Kita gewechselt, seine jetzige Kita ist ein Glückgriff, kleine Gruppe, traumhafter Betreuungsschlüssel und eine riesige Toleranz. Sie akzeptieren Hagrid wie er ist. Er bekommt so viele Auszeiten, wie er braucht, darf (mit seiner Erzieherin) in der Gruppe bleiben, wenn alle Kinder rausgehen und es ihm zu viel ist.

    Hagrid ist ein extrovertierter- Hochsensibler Junge, mit alle seinen Macken, Ängsten und Ritualen. Und ich kann mir kein tolleres Kind vorstellen #verliebt

    (13) 17.06.16 - 11:17

    Dein Sohn klingt völlig normal! Lass die anderen reden#winke

    Vielleicht hilft es ja mal Deine Eltern zu spiegeln...komm rein umarme sie, küssen sie, quatsch sie voll, spiele Musik, umarme sie wieder, quietsche, lache und das mal konstant 10min ohne Pause...ich denke dann verstehen sie es besser ;-)

(15) 19.06.16 - 08:08

So wie ich es rauslegen,ist er ein ganz normales büblein.
hört sich alles normal an.
Ich habe 7 Kinder und alle sind unterschiedlich.

Ich beschreibe mal meinen 7 jährigen.der hat eine sensible ader;)
er saugt alles auf was passiert.bekommt alles mit.
Er reagiert extrem sensibel darauf,wenn jemand etwas passiert.ist sofort besorgt.
Wenn mein Mann und ich zb rumalbern und er meint "Mama tut dabei was weh,kann es vorkommen das er zu weinen beginnt.
Bei Ironie muß man aufpassen .Er fasst es als ernst auf .Er ist immer besorgt um einen
.
Auf der anderen Seite ist er ein zappelphilipp.
Immer fit.kaum müde.
Kann nicht stillsitzen...

lacht sehr viel.
kümmert sich liebevoll um seine kleinen geschwister.
total süß.
Er ist sehr verkuschelt.

Also ich finde ihn sehr sensibel.sensiebel sein ist eine positive Eigenschaft.

Unser jüngster sohn(2,5 jahre auch sensibel)
war als baby nur ruhig und ausgeglichen.
Seine Zwillingsschwester eher aufgedreht und hat als Säugling mehr geweint und wollte nicht angefasst werden.
Ich dachte immer er wird nie aus sich rauskommt.falsch.er tobt jetzt mit den anderen rum und zieht sich nicht mehr so zurück.
Er hat bis zu seinem zweiten Geburtstag rum keine fremden an sich ran gelassen.wollte nur auf den arm.hat bei "stress" (fast alles hat ihn gestresst) gejuckelt.also ist auf alle viere und hat rum gewackelt.weiss nicht wie ich es beschreiben soll.
Dies ist jetzt vollkommen weg.
Er geht auf andere zu.redet sogar mit vielen;)
nur nicht mit dem kinderarzt;-)

er ist besorgt wenn seine kleine Schwester schreit(4 wochen jung)
wenn ich mich anhaue oder ähnliches muss er mich gleich betüddeln.

Wenn ich recht nachdenke,haben alle meine Kinder eine sensible ader.

So wird es bei allen Menschen sein.der eine mehr der andere weniger.

Sei stolz darauf wenn es dein Sohn ist.da muß man nichts daran ändern.
Er muß nicht zu anderen wollen.geht zb deine Mutter zu fremden die sie nicht mag ?bestimmt nicht.
Dein Sohn hat das Recht darauf zu zeigen was er nicht will!!!
Da gibt es nichts zu ändern nur weil er klein ist.
Es ist seine Entscheidung und er hat ein Recht darauf!
unterstütze ihn dabei das sein"nein" durchgesetzt wird.

hört sich alles toll und harmonisch an was du schreibst.

(16) 20.06.16 - 19:48

Hallo,
mein sensibles Schreikind, daß 24h am Tag getragen werden wollte und nur auf mir eingeschlafen ist, geht inzwischen in die 3. Klasse. Seit er 2 Jahre alt war, will er bei weitem nicht soviel kuscheln wie sein 18 Monate jüngerer Bruder. Kam recht plötzlich ohne Anlass, als hätte er als Baby genug gekuschelt. Seit er 3 Jahre alt ist, schläft er in seinem eigenen Bett - durch einen Umzug konnte ich das konsequent umsetzen und ich hab zwar immer daneben gesessen, bis er schlief, aber wir hatten unser Ehebett wieder für uns. Kita-Eingewöhnung mit 3,5 Jahren war etwas schwieriger, hat 6 Wochen gedauert. Aber nach weiteren ca 6 Monaten war er wirklich dort angekommen und von 08 bis 15 Uhr gern dort. Er ist ein ruhiges, selbstbewusstes Kind mit vielen Freunden die ihn als klugen zuverlässigen Freund schätzen. Er malt und bastelt gern und gut, braucht aber klare Zeitstrukturen. Noch mit 7 saß er heulend auf dem Boden 'das ist mir zuviel Stress!', als ich die Reihenfolge Abendessen - duschen EINMAL umdrehen wollte. Die Scheidung seiner Eltern hat er mit 5 Jahren praktisch ohne Probleme 'mitgemacht', seit 4 Jahren ist er im Wechselmodell mit seinem Bruder eine Woche bei mir, eine Woche beim Vater. War anfangs auch mal tricky, weil er zwischendrin Heimweh nach dem anderen Kinderzimmer hatte (nicht das Elternteil, er wollte zu bestimmtem Spielzeug oder Buch #schmoll), aber nie wirklich ein Problem. Urlaub - geht nur maximal 1 Woche dann hat er heftiges Heimweh und will nach Hause. Ich auch, kann ich also nachvollziehen.

Also: ich hab ein selbstbewusstes, fröhliches, aber auch weiterhin sensibles weil mitfühlendes Kerlchen von 9 Jahren hier. Ich bin froh, daß ich alle Bedürfnisse gestillt habe mit Tragetuch, in meinem Bett schlafen, alle 2h stillen obwohl andere sagten ich verwöhne ihn. Er erkennt Bedürfnisse von anderen oft direkt und besser als ich. Oder wenn eine Situation gefährlich ist für ein anderes Kind sieht er das schneller als ich und sagt das direkt. Daher werde ich mein drittes Kind genauso verwöhnen wie die ersten 2.
LG, Kaja

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