Gibt es hier Eltern, die selbst Scheidungskinder sind - bitte um Erfahrungen

    • (1) 23.06.16 - 23:58

      Ihr Lieben,

      mich beschäftigt seit Monaten die Frage, ob Scheidungskinder tatsächlich zwangsläufig unglücklich und/oder gar "geschädigt" ins Leben gehen, wenn sie die Trennung der Eltern erleben müssen und eben nicht in einer "klassischen" Familie aufwachsen können.

      Was mich sehr verunsichert ist, dass bekannte Menschen wie z. B. Jesper Juul der Meinung sind, dass Scheidungskinder bzw. Kinder Alleinerziehender zwangsläufig zu Schaden kommt, man als Alleinerziehende lediglich versuchen kann, den Schaden möglichst gering zu halten. Letztlich den Boden unter den Füßen weggezogen hat mir jedoch ein Bericht über folgendes Buch (ich hoffe, man darf hier einen Link zu Amazon einstellen - sonst bitte löschen, sorry): https://www.amazon.de/Kind-sein-zwischen-zwei-Welten/dp/3873876736/ref=pd_sim_14_13?ie=UTF8&dpID=51sTN1gAvvL&dpSrc=sims&preST=_AC_UL160_SR114%2C160_&refRID=W79VJM44R7RQWJ1EQHJF

      Daher möchte ich einfach einmal hier fragen - vielleicht gibt es hier Leute, die als Scheidungs-/Trennungskind aufwuchsen und mir dazu erzählen möchten, wie sie es erlebt haben. Interessant wäre natürlich auch zu wissen, wie die Rahmenbedingungen dazu waren (Alter, wie lief die Trennung ab, gab es Kontakt zu beiden Elternteilen danach, musste die Mutter/Vater Vollzeit arbeiten, gab es andere Bezugspersonen wie Oma, Tanten, Opa usw.). Denkt Ihr, Euer Leben wäre "besser verlaufen" wenn Ihr in einer "intakten" Familie aufgewachen wärt...?

      Natürlich ist jedes Leben anders, jeder erlebt es individuell und die Rahmenbedingungen sind sehr verschieden...trotzdem wäre es hilfreich für mich.

      Lieben Dank,
      Martina

      • (2) 24.06.16 - 00:17

        Hallo,

        ich bin in chaotischen Verhältnissen aufgewachsen. Ich versuche es mal kurz und geordnet zu schildern.

        Im Alter von wenigen Wochen gab mich meine Mutter (damals 19, psychisch labil) voll und ganz zu ihrer Mutter, meiner Oma. Mein Vater (damals 36, Akademiker) hatte keine Chance auf ein Aufenthaltbestimmungsrecht. Elterliche Scheidung folgte.

        Bis ich sechs war lebte ich bei Oma, hatte Umgang mit Mutter und Vater. Zwischenzeitlich lernte meine Mutter den späteren Stiefvater kennen. Als ich sechs war zog meine Mutter mit Stiefvater ins MFH über Oma, Opa und mir ein. Später zog ich in Mamas Wohnung mit ein.

        Bruch zwischen Mama und Oma als ich 14 war. AuszuG mit mir, Kontakabbruch zu Oma.

        Schlimme Jahre mit Mutter und Stiefvater. Ich zog mit 17 aus.

        Kontakt zur Oma bestand wieder, zum Vater immer.

        Tja, damals kam mir das immer normal vor. Mein Vater kam mich IMMER in der Mittagspause besuchen, egal, wo ich wohnte. In meiner Erinnerung war ich jeden Mittwoch und Sonntag bei ihm, nie über Nacht. Angeblich war das aber nicht so regelmäßig.

        Aus anderen Gründen besteht heute kein Kontakt mehr zur Familie, das liegt aber an deren Misshandlungen mir gegenüber.Mit Papa hatte ich später immer selten aber guten und unproblematischen Kontakt. Er ist leider schon tot.

        Die Scheidung meiner Eltern allein war sicherlich nicht das schlimmste.

        Dennoch teile ich die Ansicht, dass eine elterliche Ehe schon sehr schlecht sein muss, dass für Kinder eine Trennung besser ist. Das ist aber nur mein subjektives Gefühl.

        LG

        Hallo,
        ich habe zwar selber noch kein Kind, aber ich antworte dir trotzdem mal, denn ich bin ein Scheidungskind und ich möchte mal behaupten, ich habe keinen Schaden davon getragen.
        Meine Eltern haben sich getrennt als ich ca. 8 war. Anfangs war ich regelmäßig bei meinem Vater zu Besuch. Das ist allerdings irgendwann eingeschlafen. In meiner Erinnerung war es so, dass er irgendwann kein Interesse mehr gezeigt hat. Manchmal überlege ich, ob meine Mutter da vielleicht etwas mehr hätte hinterher sein sollen, aber eigentlich bin ich der Meinung, dass das Interesse von ihm aus hätte kommen müssen.
        Heute habe ich keinen Kontakt mehr zu ihm und mir geht es dabei wirklich gut. Ich kann mich nicht erinnern, dass es mir jemals an irgendwas gefehlt hat.

        Manchmal hätte ich mir allerdings eine Mutter gewünscht, die nicht Vollzeit arbeitet, da sie an Schulveranstaltungen etc. häufig nicht teilnehmen konnte.
        Ich denke, dass die Scheidung meiner Eltern und dem finanziellen Kampf meiner Mutter, den ich nie mitbekommen habe als Kind, sicher zu meiner heutigen Lebenseinstellung beigetragen haben. Ich könnte mir nie vorstellen, wenn ich mal Kinder habe, länger als ein Jahr zu Hause zu bleiben, um mich in keine finanzielle Abhängigkeit zu begeben.

        Mir war schon immer wichtig, dass ich gut verdiene und im Notfall auch alles alleine finanzieren kann.

        Also zusammengefasst habe ich sicherlich die ein oder andere Einstellung aufgrund der Scheidung meiner Eltern, aber ich glaube nicht, dass das negative sind, die Nicht-Scheidungskinder nicht auch haben könnten.
        LG

        (4) 24.06.16 - 06:04

        Ich bin ein Scheidungskind und ich war 12 als sich meine Eltern getrennt haben. Als ich nur den Anfang deines Posts gelesen haben, durchschoss ein ganz lautes JA! durch meinen Kopf. Für mich zumind. war es furchtbar und ich habe dadurch einen "sitzen". Das Verhältnis zu meiner Mutter ist problematisch und im Vergleich zu anderen mutterkindbindungen eher schlecht. Sie ist halt meine Mutter weil sie meine Mutter ist, aber es könnte auch eine Tante für mich sein. Der zweite Gedanke war aber, dass das auch immer sehr von der Situation abhängt. Wie läuft die Trennung ab oder gibt es neue Partner, wie sieht der Umgang mit beiden Eltern aus. Wichtig ist dabei auch wie die Situation vorher war. Ich denke man sollte alle diese Punkte bei der Frage mit einbeziehen.

        Liebe Grüße
        Nuppi

      • Was ist eine "intakte" Familie?
        Eine Patchwork-Familie, in der liebevoll und respektvoll miteinander umgegangen wird, ist für die Kinder wesentlich gesünder und wertvoller als eine Familie, bei der die Eltern nur noch "wegen der Kinder" zusammenbleiben und es fast Mord und Totschlag wie Eiseskälte gibt.
        Ich bin selber kein Scheidungskind, wäre aber froh gewesen, wenn sich meine Eltern getrennt hätten und ich bei meinem Vater hätte bleiben können.
        Im Familien- und Bekanntenkreis habe ich aber beide oben erwähnten Fälle mehrfach erlebt.
        Nein, Scheidungskinder müssen ganz sicher nicht ein Fall für den Psychologen werden, wenn die Eltern verantwortungsbewusst damit umgehen und die Kinder nicht als Waffe benutzt werden gegen den anderen,
        Ich finde auch, je kleiner die Kinder sind, desto weniger folgenreich ist es, natürlich nur, wenn sie danach nicht noch ewige Kriege miterleben. Ich selber bin in erster Ehe geschieden, meine Kinder waren 1 und 4 Jahre alt. Beide hatten - auf eigenen Wunsch - nie mehr Kontakt zum Vater und akzeptierten meinen zweiten Mann eigentlich von Anfang an, den ich 3 Jahre nach der Scheidung kennenlernte. Der beste Beweis dafür ist doch, dass meine Tochter vom sooo stolzen "Stief"papa zum Traualtar geführt werden wollte - ein wunderbarer Moment, den wir alle nie vergessen werden #verliebt Beide Kinder sprachen übrigens nie vom "Stiefvater", sondern nur von Papa....
        LG Moni

        • Ganz vergessen - meine Kinder sind heute beide in ca. 15jährigen stabilen Beziehungen, verheiratet, mit Kind. Beide sind, nach kleineren "Übungs-Flops der frühen Jugend" bei ihrer ersten wirklichen großen Liebe geblieben. Keine Beziehungsängste.
          LG

      (7) 24.06.16 - 09:15

      Darf ich als Nicht-scheidungskind auch was dazu schreiben?

      Als Kind und auch noch als Erwachsener wäre es am besten und schönsten, wenn die Familie eine Art sicherer Hafen wäre, ein Ort wo man sich sicher, geliebt und unterstützt fühlt.

      Bei ner Scheidung kann dieses Gefühl natürlich leicht bröckeln und es ist sicher für die Eltern nicht einfach diese Sicherheit weiterhin zu vermitteln.

      Aber es gibt auch viele andere Lebensumstände, die diese Sicherheit ins Wanken bringen können, zB Erkrankung eines Elternteils oder Geschwisterchens , Schicksalsschläge... Und jede dieser Veränderung beeinflusst die Entwicklung der Persönlichkeit. Wie es den Menschen prägt, was es aus ihm macht, ob es zu ner positiven oder negativen Entwicklung führt hängt von so vielen Faktoren ab.

      Ich denke es hängt viel an den Eltern wie schlimm es für die Kinder wird, aber ein Schrecken ohne Ende (wenn die Eltern sich nur noch zoffen) kann ja auch keine gute Alternative sein.

      Also die Freundinnen von mir, die Scheidungskinder sind, empfinde ich nicht als "schwer geschädigt" und würde es eher etwas flapsig formulieren "sind wir nicht alle ein bisschen Bluna?" (hoffe, Du verstehst was ich damit meine). Trotzdem würde ich mir als Elternteil gut überlegen wann und wie ein Trennung gestaltet werden kann, damit die Kinder möglichst wenig darunter leiden.
      Schreiben die von dir genannten Pädagogen denn etwas darüber wie es möglichst gut hinzubekommen ist?

      LG
      Bianka

      (8) 24.06.16 - 09:45

      Hi,
      nein, man muss also Scheidungskind nicht "geschädigt " sein.
      Meine Eltern sind beide Scheidungskinder und haben sich scheiden lassen als ich vier oder fünf war. Auf Grund einiger ungünstiger Umstände (unter anderem Wohnungsknappheit) sind wir, meine Mama und ich, sofort zu meinem Stiefvater gezogen und ich bekam umgehend meine Schwester(seine Tochter)vor die Nase. Drei Jahre später kam mein Bruder zur Welt. Mit meinem Stiefvater hatte und habe ich ein sehr merkwürdiges Verhältnis. Das zu erläutern würde aber ausufern. Meine Stiefschwester und ich hatten Höhen und Tiefen und haben heute sporadisch Kontakt. Das es meine Bruder gibt ist super und wir haben eine sehr innige Beziehung, trotz großer Entfernung. Nun hat meine Mama es nicht mehr bei meinem Stiefvater ausgehalten. Aich das zu erklären wäre zu lang. Ob ich bei meinem leiblichen Vater besser dran gewesen wäre? Sicher nicht, wir haben bos heute Kontakt, bis ich16war war ich jedes zweite Wochenende dort.
      Nein man ist nicht geschädigt oder hat es schwerer. Was hat man als Kind davon wenn die Eltern nur streiten? Da in unseren Familien fast alle geschieden sind, hoffen wir diesen Kreis nun endlich zu durchbrechen. Denn immer alles doppelt zu feiern nervt.
      Aber beziehungsunfähig oder geschädigt fühle ich mich nicht.

      (9) 24.06.16 - 09:59

      Hallo,

      Meine Eltern trennten sich als ich 10 war.

      Es war keine schöne Trennungen. Mein Vater war ein Alkoholiker und schlug meine Mutter. Mein Vater zog aus, als wir nicht daheim waren, Als wir nach Hause kam, war die Wohnung leer.

      Danach hat uns mein Vater noch ein paar mal abgeholt und das war es dann.

      Meine Mutter musste damals Vollzeit arbeiten, anders hätte sie uns nicht ernähren können. Es gab dann noch meine Oma und viele Bekannte meiner Mutter.ein paar Jahre später lernte sie ihren neuen Mann kennen. Er ist übrigens ein ganz toller Stiefvater und hat mir schon mehr geholfen als mein wirklicher Vater damals.

      Ich habe keinen Schaden davon getragen, würde ich sagen.
      Ich war zwar lange zeit sehr eifersüchtig (mein Vater war auch noch ein notorischer Fremdgeher), aber das ist weg.

      Ich bin glücklich verheiratet und wir haben zwei Kinder.

      Lg

      (10) 24.06.16 - 10:22

      ich bin ein scheidungskind und war zu dem zeitpunkt 5 jahre alt und ein papakind. ich wurde gezwungen bei meiner mutter zu leben. gearbeitet hat sie nicht.

      mein vater hat mich regelmässig jeden sonntag abgeholt, meine eltern haben nicht böse übereinander gesprochen. sie haben im rahmen ihrer möglichkeiten versucht, das beste für mich rauszuholen.

      es war trotzdem beschissen.

      (ich muss aber dazu sagen, dass meine mutter zwar kein schlechter mensch, aber als mutter eine niete ist)

      ABER: wenn ein partner z.b. aggressiv ist und/oder gewalt und/oder sucht im spiel ist, dann ist eine scheidung für ein kind wesentlich gesünder als das fortführen der beziehung. ein klima, in dem jeden tag gestritten wird und/oder das kind sogar angst haben muss, schadet definitiv mehr.

      (11) 24.06.16 - 10:29

      Hallo!

      Ich denke es ist nicht die Scheidung, sondern der Umgang der Eltern damit.
      Meine Eltern haben sich getrennt als ich ca 11 war, für mich war das völlig ok. Ich habe zu beiden guten Kontakt, sie verstehen sich auch gut. Laden sich Gegenseitig zum Geburtstag usw ein.
      Mein Vater hat damals unter der Trennung sehr gelitten, das war für mich schwer mitanzusehen.

      Meine Mutter hat sich von einer Affäre in die nächste gestürzt. Das hat mich wirklich mitgenommen, da sie ihre wirklich zahlrichen Bettbekanntschaften immer mit nach Hause gebracht hat.

      Allerdings war ich immer froh, dass ich die Streitereien zu Hause nicht mehr mitanhören musste.
      Du siehst also, mein Problem war nur das Verhalten meiner Eltern, dass man einem jungen Teenager so nicht zumuten sollte.

      LG

      (12) 24.06.16 - 10:49

      Hallo,
      meine Eltern haben sich getrennt, als ich 3 war. Meine Mutter hatte eine Wochenbettdepression, die sie nie wieder loswurde (oder die sich weiter entwickelte....) Sie lebt seit nun 32Jahren in Wohnheimen, zwischendurch auch immer wieder in psychatrischen Stationen. Nachdem sie erst das Sorgerecht bekam (damals, DDR...), sich aber überhaupt nicht für mich interessierte (z.B: nicht zu verabredeten Treffen kam, ihre Tür nicht öffnete usw.) wurde es schließlich doch meinem Vater zugesprochen. Ich habe seither keinen Kontakt zu ihr, ab und zu hat sie mal geschrieben. Sie wollte mich wohl auch sehen, bekam dann als Auflage nur unter Aufsicht - so wichtig war es ihr dann doch nicht.

      Ich bin bei meinem Vater aufgewachsen, meine Großeltern lebten auch im Haus. Es ging mir gut, ich hatte eine schöne Kindheit. Eventuell bin ich etwas burschikos geraten - mit Make up, Taschen, Schuhen, langen Nägeln.... kann ich so gar nichts anfangen. Später hat mein Vater eine neue Frau gefunden. Wir haben uns viele Jahre nicht so gut verstanden, sie war aber auch sehr jung und war dann plötzlich in dieser Mutterrolle. Heute ist unser Verhältnis ganz ok.

      Ich denke nicht, dass ich dadurch Schaden genommen habe. Aber vor allem bin ich mir sicher, ich hätte eine weniger schöne Kindheit gehabt und einen Knacks bekommen, wenn sie zusammen geblieben wären. Und das erlebe ich auch heute häufiger: Da soll den Kindern nicht der Vater oder die Mutter genommen werden... aber dann wachsen sie zwischen Eltern auf, die sich nicht lieben, manchmal noch nicht mal mögen und nicht respektvoll miteinander umgehen können. Das ist doch nicht besser... Lieber ein Ende mit Schrecken...
      Es passt halt manchmal nicht.

      Erstrebenswert ist doch dann eher, das man sich weiter gemeinsam um die Kinder kümmert und sachlich miteinander reden kann. Manchmal geht auch das nicht. Aber auch die Kinder haben nicht autmatisch einen Knacks....

      (13) 24.06.16 - 11:56

      ... Mein Mann hat als Kind erleben müssen, dass sich seine Eltern WOCHENLANG anschwiegen, sich geringschätzten und den andern schlecht hinstellten. Es wäre wohl besser gewesen, sie hätten sich getrennt. In Kriesensituationen kann er auch heute plötzlich nichts mehr hören. Passierte aber seit er Erwachsen ist nur noch 2x. (Ja, ja, wir kennen uns schon lange..) Als Kind fand er das normal...

      Ich habe eine Scheidung mit 5 durchgemacht. .eine Mutter hat mir beim Kinderpsychiater gesagt, dass ich die Wolfs-Figur bei der Kleinen-Mädchen-Figur ins Bett stecken soll. Wusste zwar nicht warum, habs aber gemacht. Sie hat dann im Laufe der Jahre ein Monster-Bild von ihm in uns gepflanzt. Als ich ihn heimlich suchte, erwartete ich einen Wolf zu finden. Er war ein gemütlicher, übergewichtiger Familienvater... Der aber offen zugab, an der Scheidung seine Schuld mitzutragen. Aber dass er wegen meiner Wolfsgeschichte die Reputation, den Job und die Freunde verloren hat. Und das Sorgerecht. Damals machte man das so... Ich kann mich an die Wolfsgeschichte erinnern - obwohl ich kaum Erinnerungen habe. Es wurde mir SEHR eindringlich mitgeteilt, dass ich den Wolf ins Kinderbetr zu legen habe. Ich glaube auch von der Psychiaterin. Aber da ich mich nicht mehr genau erinnere wer alles dort war, kann ichs nur annehmen...
      Dann mit 10 die nächte Scheidung vom Adoptivvater. Hat 5 Jahre gedauert. Bis ich 15 war. Mit vielen psychologisch begleitetem Irrsinn...

      Hat mich viel gelehrt: ich wusste alles über strategische Alianzen, Zweckfreundschaften, psychologische Manipulation, Selbstmarketing und Neutralität aus der Position des Schwächeren bevor ich das in der Managerausbildung lernte...

      Ich brauchte Jahre um bei neuen Freundschaften nicht vom ersten Moment an vorauszusetzen, dass man sich eh bald aus den Augen verlieren wird.

      Wie wäre ich ohne die Scheidungen? Weniger Selbstbewusst, weniger misstrauisch? Weniger versessen, selbständig zu sein?

      Ich weiss es nicht. Heute mag ich mich. Ich war ein streckenweise sehr unglückliches Kind, ein in mir verlorener Teenager, der nur im Pferdestall lachen konnte - hatte aber immer Freunde... ich zog aus, sobald ich 18 war. Ich sehe meine zwei Haupt- und die danach folgenden Väter sporadisch. Meine Mutter öfters. Wir machen viel zusammen. Ich habe sie wieder gern. Aber ich würde ihr niemals vertrauen.

      Deine Frage kann man nicht beantworten. Es gibt Fälle wo eine Scheidung gut ist. Oft geht aber vergessen, dass es nachher nicht zwingend besser ist. Der angenommene Störfaktor ist dann zwar ausser Haus - aber ich fands mit fünf nicht so prikelnd, mir mein Mittagessen selber machen zu müssen, weil die Mutter erst mal eine Ausbildung machen musste. Das hat keiner so kommen sehen - für ihre Familie war damals eine Scheidung ein so grosser skandal, dass sie ihr null geholfen haben. Die ersten Jahre, bis sie wieder verheiratet war. Danach war es für einige Jahre die schönstmögliche Kindheit. Und ab zehn wieder fürchterlich.

      Heute muss man mit 5 nicht mehr alleine Mittagessen. Der Staat hat Einrichtungen für alle Lebenslagen. Aber der Loyalitätskonflickt.... Ich bin mit 18, als ich auszog, noch fast 5 cm gewachsen. Physisch. Ich war plötzlich frei. Meine letzten zwei Milchzähne fielen aus und wuchsen problemlos nach. Ich bekam die Periode... Dabei hätte ich den Druck daheim nicht mal als so arg bezeichnet. Kinder gewöhnen sich echt an alles. Aber heute weine ich manchmal beim gedanken an das kleine Kind, dass alleine vorm Kühlschrank steht, die Haare nass vom Schnee, die Socken klamm und rutschig, die Hose nass und ein kaltes Joghurt isst. Daneben meine "grosse" Schwester, die versucht die Situation schön zu reden. Dann knuddle ich meine Kids ab und sie finden mich doof und bekommen so auf ihre Art ein Kindheitstrauma. Es ist halt wie es ist... und ein Heim oder so hätte alles schlimmer gemacht. Es war halt einfach eine Kindheit. Ich wusste, was anders war als bei anderen Familien, wünschte es mir aber nicht anders.

      Meine Schwester und ich sind heute beides gut ausgebildete Frauen im Berufsleben, sie im sozial-schulischen, ich in der Werbung, liebende Mütter und Ehefrauen in erster, über zehnjähriger Ehe. Engagiert in der jeweiligen Gemeinde, hilfsbereit, belastbar, etwas zu stolz, anschaulich, wir hinterfragen oft das Glück statt es zu geniessen, brauchen viel Sicherheit - also rundweg normal. Wir glucken nicht aufeinander aber so jede Woche müssen wir uns schon sehen. Ihre Kinder sind mir neben den meinen das Wichtigste. Also alles normal.

      (14) 24.06.16 - 12:55

      Ich finde, die Frage ist so falsch gestellt.

      Die Frage müsste wenn dann heissen warum und unter welchen Umständen die Scheidung stattfand. Denn: eine Scheidung/Trennung hat ja einen Grund.

      Würde es mir besser gehen, wenn ich in einer intakten Familie aufgewachsen wäre? Nun, das kann ich nicht beantworten, weil ich dann andere Eltern gehabt hätte. Die Eltern, die mich gezeugt haben, konnten zusammen nicht intakt funktionieren. Unmöglich. Dh. entweder ich wäre das Kind einer anderen Mutter/Vater oder ich wäre unglücklich aufgewachsen, weil meine zwei offensichtlich nicht funktionalen Elternteile mir zwar ein äusserlich intaktes aber kein gesundes Familienleben hätten bieten können. So müsste man in den meisten Fällen mit zu vielen unbekannten Variablen kalkulieren, um eine Verlässliche was-wäre-wenn-Aussage treffen zu können.

      "Intakte Familien" beruhen einfach nur auf der Grundlage, dass Mutter und Vater besser zusammenpassen und miteinander harmonieren. Natürlich sind das bessere Voraussetzungen für Kinder, gesund grosszuwerden. Das liegt einfach in der Logik der Sache.

      Des Weiteren vertrete ich fest die Ansicht, dass das Leben einen zu dem macht was man am Ende ist. Also könnte ich für mich nie die besser/schlechter Aussage treffen. Ich bin zufrieden mit mir und dem Ort wo ich heute stehe, vielleicht ist genau DAS aber gerade wegen meiner Kindheit als Scheidungskind so gekommen und nicht trotz? Vielleicht hätte es mich eher kaputt gemacht, wenn meine offensichtlich inkompatiblen Eltern zum Schein die intakte Familie geblieben wären? Ich habe keine Ahnung.

      (15) 24.06.16 - 13:19

      Durch den Alkoholismus unserer Mutter und die Scheidung unserer Eltern sind meine Schwester und ich (beide über 40) geschädigt, keine Frage.

      Ich bin zwar kein Scheisungskind, aber ich habe eine Kollegin. Die sagte mal, dass sie und ihre Geschwister so froh waren, als sich ihre Eltern trennten, denn damit hörte endlich dieses Gestreite auf.
      Und es gibt ja auch Familien, da stirbt ein Elternteil.
      Der Mann meiner Schwägerin wurde in der Schwangerschaft seiner Frau schwer krank und starb als die Kleine 1,5 war. Ich glaube, dass sie trotzdem ein gesunder, zufriedener Mensch werden kann.

      Kinder spüren es doch auch, wenn es in der Beziehung zwischen Mama und Papa nicht mehr funktioniert und auch dafür können sie sich verantwortlich fühlen.

      Ich denke deshalb, dass Kinder damit klarkommen können, wenn die Eltern sich vernünftig trennen und es schaffen, das Kind als Verbindung, die immer bleibt zu akzeptieren.

      (17) 24.06.16 - 14:55

      Oh man, wie kann man sich auf so etwas einlassen? #zitter
      Ich bin Scheidungskind mit allem drum und dran, ich fand es gut, dass niemand so richtig für mich Zeit hatte, so konnte ich mich mit meinen Freunden etc. treffen.
      Aus mir ist was geworden und ich habe keine "Schäden" davongetragen, wenn ich aber teilweise die wohl behüteten Menschenkinder um mich drum herum sehe, bei denen ich mich zum Teil frage, wie sie es schaffen, ihren Alltag zu meistern, frage ich mich, ob man diese ganzen Fragen etc. nicht mal anders herum stellen sollte.

      So ich bin auch scheidungskind und selber jetzt alleinerziehend. Meine Eltern sind der kracher. Die haben sich scheiden lassen als ich 11 jahre alt war. Beide waren immer für mich da und zu beiden besteht tollee Kontakt, super Großeltern. Beide hatten neue Partner. Mein stiefvater war toll, leider verstarb er als ich 14 Jahre war. Meine mama hattr leider nur 1 1/2 Jahre Ehe mit ihm. Nun ja jetzt sind ca 15 Jahre vergangen und was soll ich sagen meine Eltern finden langsam auf Paar Ebene wieder zusammen. Nun ja so kann das leben spielen. Ich habe definitiv keinen schaden davon getragen, eher von den vielen Menschen die immer für mich da waren profitiert. Meine kleine hat einen super Kontakt zu ihrem Vater sehr eng und liebevoll und das ist super.

      Nur zu meiner teenie Zeit ist der Kontakt zum paps etwas eingeschlafen das lag aber daran das ich andere interessen und sachen im kopf hatte.

      Ich glaube es ist immer wichtig wie die getrennten Eltern damit umgehen. Die eigenen Gefühle, besonders die negativen gehören nach hinten gestellt, denn es hilft wenn das kind spürt das es sich nicht zwischen den Eltern entscheiden muss sondern das beide für ihr kind da sind.

      Hallo!

      Ich bin ebenfalls Scheidungskind, meine Eltern haben sich getrennt und scheiden lassen, als ich 14 war.
      Damals hat es mir den Boden unter den Füßen weggezogen!
      Die Trennung kam für mich sehr plötzlich im Urlaub, mein Vater ist einige Tage vor meiner Mutter und mir abgereist. Nachdem mein Vater dann einfach ausgezogen war, hat meine Mutter mir den Kontakt zu ihm verboten und ihn sehr schlecht gemacht. Ich habe ihn dann immer heimlich einmal die Woche besucht, habe auch mehrmals Termine mit ihm abgemacht, um z.B. mit dem gemeinsamen Hund spazieren zu gehen. Er ist nie aufgetaucht, hat mir auch nie Bescheid gesagt, dass er nicht kommt.
      Nachdem ich mitbekommen habe, wie schlecht er über meine Mutter und mich redet (wir wohnen in einem Dorf), habe ich den Kontakt komplett zu ihm eingestellt.
      Das ist nun 10 Jahre her.
      Letztes Jahr habe ich erfahren, dass er wegen etwas sehr Schlimmem verurteilt wurde, außerdem ist er Alkoholiker, hat seinen Job aufgrund der Verurteilung verloren und lebt wieder bei seiner Mutter.

      Das Zusammenleben mit meiner Mutter war auch nicht gerade schön (das war es allerdings vor der Trennung meiner Eltern auch nicht), sie ist scheinbar narzisstisch veranlagt - ich hatte den ganzen Tag Angst, mit was für einer Stimmung sie wohl wieder nach Hause kommen würde.
      Sie hatte 3 Jobs, damit wir über die Runden kommen und war dementsprechend gestresst.
      Dann hat sie irgendwann einen Mann kennengelernt, für den sie wirklich alles getan hat und für den auch ich alles tun musste, z.B. nach der Schule für ihn arbeiten.
      Leider hat dieser Mann sie von vorne bis hinten verar.... und ausgenutzt, was für mich (und auch für sie) die Hölle bedeutet hat.
      Es gab alles - von etlichen Selbstmordversuchen ihrerseits, mich würgen weil ich mir nicht zu helfen wusste und den Krankenwagen gerufen habe, über zahlreiche Zusammenbrüche etc. Ich wurde von ihr psychisch unter Druck gesetzt, damit ich bloß nicht auf die Idee komme, z.B. unseren Hausarzt einzuweihen.

      Das alles hat mich sehr geprägt, ich habe zeitweise unter Depressionen gelitten. Zum Glück habe ich es selber geschafft, mich aus dem Loch wieder raus zu holen - vergessen oder verzeihen kann ich das alles allerdings nie.
      In schwachen Momenten kommt alles hoch und ich kann den Schmerz kaum aushalten, diese Momente kommen aber glücklicherweise nur, wenn ich alleine bin und sind auch nach kurzer Zeit wieder vorbei.
      Ich kann niemandem vertrauen, habe starke Verlustängste und keinerlei Selbstbewusstsein.
      Sonst habe ich mein Leben trotz allem ganz gut auf die Reihe bekommen würde ich sagen - und ich weiß, welche Fehler ich bei meinem Kind auf keinen Fall machen werde!
      Kontakt zu meiner Mutter habe ich nur sporadisch und wegen meiner Tochter.
      Sie hat sich wieder gefangen, lebt alleine und tut so, als ob das alles niemals passiert wäre.

      Ich würde sagen, es kommt auf die Umstände der Trennung/Scheidung an und vor allem darauf, wie die Eltern damit umgehen.
      Ein Rosenkrieg, der auf dem Rücken des Kindes ausgetragen wird, kann das Kind traumatisieren - eine friedlich ablaufende Trennung, bei der das Kindeswohl an erster Stelle steht, kann manchmal der bessere Weg sein, als eine gefühl- und/oder respektlose Beziehung der Eltern.

      LG
      rote.kirschbluete

      (20) 24.06.16 - 20:05

      Hallo!

      Dann erzähle ich dir mal von meiner chaotischen Kindheit :)

      Ich bin in Bosnien auf die Welt gekommen und da auch einige Jahre gelebt. Als der Krieg anfing ließen sich meine Eltern scheiden, bzw. kurz zuvor.

      Mein Vater verlangte, dass wir bei ihm leben, meiner Mutter stimmte zu weil sie ihn kannte :) 3 Tage später waren wir wieder bei der Mutter und der Krieg ging los. Da haben wir den Vater sehr selten gesehen weil er gekämpft hatte.

      Nach dem Krieg sind wir nach Kroatien gezogen - meine Mutter, meine Schwester, Oma, Onkel und ich.. Es gab kein Leben mehr dort wo wir waren. In Kroatien angekommen ging bald meine Mutter nach Deutschland damit wir überleben können und holte uns erst 1999 nach.. Also lebten wir Jahrelang mit der Oma, den Vater sahen wir 1-2 mal im Jahr.

      Dann wären wir in Deutschland :) wir lebten hier normal mit meiner Mutter die wieder geheiratet hatte und 1 Mal jährlich besuchten wir meinen Vater.

      Heute bin ich selbst verheiratet, habe ein Kind und bin wieder schwanger. Mit meinem Vater habe ich super Kontakt, wir hören öfter den je voneinander. Auch mit seiner neuen Familie ist alles toll. Meine Mutter hat aber auch nie ein schlechtes Wort über ihn verloren obwohl ich selbst mitbekommen habe was für ein Mensch er war.

      Meine Schwester hat allerdings ein riesiges Bindungsproblem aber ich muss dazu sagen, dass unsere Mütter keine einfache Frau ist. Sie ist manipulierend und versucht ihren Willen dadurch zu erreichen, dass sie uns schlechtes Gewissen macht.. Ich weiß nicht ob es besser wäre, wenn die sich nicht hätten scheiden lassen aber ich bin froh, dass sie es getan haben. Sie waren zu jung als sie geheiratet haben. Lebten bei den Eltern meines Vaters, wie es dort üblich ist... Die haben ihm Druck gemacht und meine Mutter müsste es ausbaden..

      Es kommt drauf an was man aus der Situation macht.. Ich kann mir vorstellen, dass die Kinder die Rosenkriege zwischen den Eltern mitbekommen und die von allen Seiten manipuliert werden eher einen Schaden davon tragen als wenn die Eltern vernünftig bleiben.. In dem Fall hat man halt 2 Familien :)

      (21) 24.06.16 - 23:21

      Ihr Lieben,
      ich möchte mich ganz herzlich bedanken - bei allen, die hier geantwortet haben. Leider schaffe ich es nicht, jedem einzeln zu antworten, obwohl ich das furchtbar gerne tun würde! Es sind so viele wertvolle Gedanken und Ansätze dabei - über vieles muss ich erst einmal in Ruhe nachdenken, sacken lassen...etwas daraus lernen.

      LIEBEN DANK!!!!!!!!!!!!!!
      Martina

      (22) 25.06.16 - 15:44

      Hallo,

      Ich war zum Scheidungsurteil 4 Jahre, meine Schwester 8 Jahre.

      Mein Erzeuger existiert für mich nicht! ich habe nicht eine einzige Erinnerung an die Zeit mit Vater. Meine Schwester schon, aber das sind keine guten Erinnerungen.

      Ein paar Mal nach der Scheidung gab es Besuche(wir beim Vater mit Oma und Opa väterl. Seist) war aber schnell Geschichte.

      Ich habe nie einen Vater vermisst. Den neuen Partner an Mutters Seite akzeptiert aber nie ein richtiges Papaverhältnis gehabt.

      Weder Vater noch wir Kinder haben je den Kontakt zueinander gesucht (30 Jahre). Unterhalt, Telefon etc gab es nie, völlig skurril, als wenn es "uns " nie gegeben hat.

      Ich denke das "er" noch lebt Ca 100 km von mir entfernt. Ich hoffe, dass ich niemals Post zum Thema Unterhalt bekomme, mehr verbinde ich nicht mit dem Thema.

      Zu den Großeltern hatten wir jedoch recht guten Kontakt, an den ich mich gern erinnere.

      Meinen Kindern wünsche ich einen Vater. Aber nicht auf Biegen und Brechen.
      Aus den wenigen Erzählungen schließe ich, dass ich ohne Vater eine schönere Kindheit hatte als mit.

      Mit freundlichen Grüßen

      (23) 25.06.16 - 16:05

      Hallo

      meine Eltern trennten sich als ich 12 Jahre alt war. Es gab vorher nie Streit bzw ich hatte nie welchen mitbekommen. Lt meinem Vater gab es auch nie streit oder irgendetwas was darauf hingedeutet hätte, dass meine Mutter veranlasste an einem frühen morgen einfach so bei nacht und nebel die Wohnung zu verlassen. Ich hatte an diesem frühen morgen den streit mitbekommen und bin aufgestanden. Meine Mutter war so in rage und ist aus der wohnung gestürmt. Mein vater sass da und hatte geweint. Ich hatte ihn noch nie so gesehen und war auch mit 12 Jahren total durch den wind. Ich bin dann bei meinem vater geblieben und musste ab da alles machen was der Job meiner Mutter war. Mein vater ging vollzeit arbeiten und ich hab mich neben der Schule um Haushalt und essen gekümmert. Daher mag ich es auch heute noch nicht zu kochen. Das verhältniss zu meiner Mutter war erstmal sehr schlecht und wurde dann so mit 16 Jahren wieder besser. Sie bekam mit einem anderen Mann nochmal ein Kind. Leider ist seit 10 Jahren tot. Mein Vater lernte auch nochmal jemanden kennen und es war ein hin und her in der Beziehung so das ich mit 19 Jahren ausgezogen bin. Mein Leben hätte ich mir schon anderst gewünscht zumal ich eigentlich keine bewusste Teenizeit hatte und von heute auf morgen erwachsen werden musste. Das gute daran ist aber das ich nie den Weg verloren habe und in der schule abgesackt bin. Allerdings muss man auch erwähnen das die Seele schon einen schaden genommen hat. Daher sehe ich es schon so, dass es kaum ein Scheidungskind gibt das unbeschadet aus diesem ganzen rauskommt.

      LG Hexe12-17

      (24) 25.06.16 - 19:48

      hallo,

      also meine mutter ließ sich scheiden da war ich nicht mal ein jahr alt. es gab kontakte zum meinem erzeuger - ja, allerdings liefen die nicht so ab wie es sich für ein kind in dem alter gehört (hat zb autos repariert und mich bei laufendem motor am auspuff stehen lassen). als meine mom das mitbekommen hat - war das thema mit dem kontakt für ihn erst mal erledigt. dann wollte sein papa (mein opa) kontakt, das hat sie auch erlaubt, das war auch super - an den opa denke ich heute noch sehr gerne und bin auch sehr traurig dass er recht früh gestorben ist.

      mit meinem "vater" bin ich nie richtig warm geworden - er hat nichts mit mir geredet ausser hallo und tschüss und war auch keine vertrauensperson. er hat schnell geheiratet und 2 kinder bekommen - mit denen kam ich auch nicht klar (wurden von meinen grosseltern natürlich bevorzugt).

      teils habe ich mich in meinem leben als halbwaise gefühlt - in der schule war ich eines der wenigen kinder die keinen papa hatten. das war schon exotisch damals, das spürte ich auch. während andere kinder von der schule abgeholt wurden (wenn stunden ausfielen etc) war ich immer auf mich alleine gestellt weil meine mutter arbieten war.

      insgesamt hat das ganze schon spuren hinterlassen, ich bin anderen menschen gegenüber eher skeptisch (erstmal) bin auch nicht auf viel gesellschaft aus. ich kenne allerdings auch andere - die gerne eher für sich sind und das nicht erlebt haben...ob ich dadurch jetzt einen schaden habe - ich denke das eher nicht, mit familie wäre es vielleicht schöner gewesen. mit meinem vater daheim wäre es schlimmer gewesen als ohne ihn, da bin ich sicher.

      ich denke wenn der papa sich interessiert und es kontakt gibt so dass das kind trotzdem seine eltern hat, auch wenn nicht unter einem dach ist das schon auch in ordnung. es sollte keiner über den anderen hetzten (was bei mir der fall war) und die kids bilden sich dann eh ihre meinung, wenn sie älter sind.

      liebe grüsse
      pudeline

      (25) 25.06.16 - 21:05

      Mein Mann ist ein Scheidungskind. Er war 5, da wurde sein kleiner Bruder geboren. Kurz danach hatte seine Mutter einen anderen Mann, hat die Scheidung beantragt. 2 Jahre später waren seine Eltern geschieden. Die Mutter ist mit dem Baby zu dem neuen Mann (100km weit weg) gezogen. Für den Kleinen hat sie sich das Sorgerecht mit ihrem Ex-Mann geteilt, den Großen (also meinen jetzigen Mann) wollte sie nicht und hat ihn beim Vater gelassen. Der stand dann plötzlich alleinerziehend da, keine Familie vor Ort, musste Vollzeit arbeiten und das Haus abbezahlen.

      Mein Mann ist ein gaaaanz lieber. Geradezu sanftmütig. Seine Mutter erzählt mir heute noch, dass er ein total unkompliziertes Kind war. Und sie hat ihn trotzdem nicht gewollt (hätte sich ja auch für ihn das Sorgerecht teilen können).

      Bei meinem Mann hat es dazu geführt, dass er lange nicht heiraten und Kinder haben wollte. Wollte ihnen nicht dasselbe antun, was ihm erfahren ist. Wenn er jetzt von Freunden hört, die sich scheiden lassen, dann ist er immer extrem traurig und "überprüft" gleich in unserer Beziehung, ob noch alles ok ist, weil er nicht dieselben Fehler machen will wie andere.

      Aber ansonsten hat die Scheidung seiner Eltern sich nicht negativ ausgewirkt. Er hat studiert, hat nen guten Job, ist ein sehr liebevoller Ehemann und Vater.

      Aber das Verhältnis zu seiner Mutter ist halt nicht optimal. Höflich distanziert, aber mehr nicht.

      Ich finde, wenn Eltern sich scheiden lassen, dann darf das nicht in totalem Hass enden. Sie müssen halt noch in der Lage sein über die Kinder zu reden/zu organisieren.

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