Auswandern

    • (1) 07.07.16 - 19:37

      Hallo
      Wir haben aufgrund der Arbeit meines Mannes die letzten Jahre in England verbracht und ziehen diesen Sommer wieder nach Deutschland.
      Geplant war das wir erstmal länger dort bleiben aber so wie es jetzt aussieht ist es nur eine mehr oder weniger kurze Zwischenstation.
      Wir wissen noch nicht genaues außer das es diesmal definitiv nicht ein Land in direkter Nähe zu Deutschland wäre.
      Auf der einen Seite ist die Freude schon groß, vorallem bei den Jungs, aber auf der anderen Seite mache ich mir schon so meine Gedanken.
      Alles in allem ist England Deutschland relativ ähnlich und die Nähe ist natürlich auch nicht zu verachten.
      Jetzt kommen aber vorallem Länder mit komplett anderer Kultur in Frage. Auch das ein oder andere in dem man als Frau nichts bis sehr wenig ist.

      Mein Mann hat Vorfahren in & aus einem Land in dem das mit der Gleichberechtigung noch nicht so wirklich läuft, im Vergleich ist es dort aber doch um einiges besser für eine Frau.
      Unser Favorit wäre Südamerika. Asien wäre sicherlich auch toll.
      Mal sehen was es wird.
      Es ist wirklich echt kurios, mit der Nachricht ist die vorhandene Freude auf Deutschland ziemlich geschrumpft. Sollte ich nicht Heimweh haben?
      Was die Kinder angeht kann sich nur unser Großer (10) wirklich an das Leben in Deutschland erinnern. Als er mal gefragt wurde wo er sich zuhause fühlt hat er "Die Welt" gesagt #gruebel.
      Der Kleine hat jetzt schon gefragt ob wir überhaupt erst nach Deutschland müssen :-(
      Gibt es hier noch andere die ausgewandert sind oder es tun wollen/werden?
      Wie ist es euch ergangen ?
      Weshalb seit ihr ausgewandert oder wieder zurück gekehrt?
      Wo fühlen sich die Kinder zuhause?

      Liebe Grüße #winke

      • Hallo
        Wir sind als Grundschüler aufgrund der Arbeit meines Vaters ausgewandert. In die USA.
        Unsere Mutter hat bei der selben Firma dort einen Job bekommen.
        Es ist definitiv Heimat für uns geworden!

        Die Erfahrungen die wir gemacht haben, haben uns mehr als geprägt. Wir haben dort schließlich die interessanteste Phase unseres Lebens durchlebt.
        Zurück gekommen bin ich mit der gesamten Familie, und Mann&Kind, nach dem Studium.

        Vor ein paar Monaten habe ich ganz klar gesagt das ich nie wieder auswandern wollte weil ich mich hier nicht weg will aber im Moment hätte ich irgendwie nichts gegen einen Ortwechsel (vielleicht auch nur auf Zeit). Jedoch nicht in die Usa.
        Meine Älteste ist 19 und bei ihr merke ich gerade schon so eine kleine Identitätskrise. Eigentlich wäre sie diesen Sommer in die USA gegangen zum studieren aber das klappt nicht. Dazu kommen ein paar private Sachen.
        Aber irgendwo muss sich wohl jeder in dem Alter erstmal finden.
        Die anderen sind noch zu klein um diese Frage zu beantworten.
        Mein Fazit ist jedenfalls positiv. Für uns war es eine große Bereicherung.

        LG

      Hallo
      Wir sind letzten Sommer aus Deutschland ausgewandert in die Emirate.
      Ich wollte nie weg aus Dtl und war völlig fertig...
      Gegangen sind wir weil es sich anbot in der Firma meines Mannes im Sitz in Dubai zu arbeiten.
      Wir haben das aber forciert weil wir fanden in einem islamischen Land ist es für uns von der Lebensweise her besser und einfacher, gerade im Bezug auf die Kinder und Schule.

      Sich an das Klima zu gewöhnen ist schwer. Ich war nie Sommerfan. Jetzt geht nichts mehr ohne Klimaanlage. 25 Grad nennen sich hier Winter.
      Ohne meine Eltern zu sein finde ich bis heute ätzend. Ohne soziales Netz ist man recht einsam. Und man kann sich vorher schwer vorstellen wie das runter zieht.

      Ich würde gern zurück aber andererseits finde ich es gerade für die Kids einfach viel besser da wo wir nun leben.
      Meine Kids sind zufrieden. Ich denke das sind Kinder immer solange die Eltern konsequent und selbstsicher hinter der Entscheidung stehen, sie eben ihre Eltern und ihr Kinderzimmer und Schule/:Freunde haben.

      Ich denke meine Große (8) vermisst wie ich viel an Dtl. Aber sie ist glücklich hier.

      Ich vermisse vor allem Dinge der deutschen Mentalität: Ordnung, Zuverlässigkeit, Organisation, Pünktlichkeit.

      Aber auch verschiedene Lebensmittel.
      Und ich vermisse Regen und Kälte. Wind...
      Bürgersteige, Fußgängerzonen open air, Fahrrad fahren...
      Aber dafür haben wir ein sehr angenehmes Leben vom Lebensstandard her und ich könnte jetzt viele Vorzüge der Emirate aufzählen.

      Ein richtiges dritte Welt Land würde für mich nicht in Frage kommen, wo nur wenig importiert wird, man auf vieles verzichten muss, und man von Armut umgeben ist.
      Mein Mann kommt aus Marokko und würde dort gerne eines Tages leben. Da tue ich mich zum Beispiel schwer.

      • Hallo
        Weißt du schon wie lange ihr dort bleibt?
        Die Firma meines Mannes hat auch Standorte im mittleren Osten, ja einfach auf der ganzen Welt, aber die sagen mir ehrlich gesagt gar nicht zu. Insbesondere in ein Land würde ich für kein Geld der Welt einen Fuß setzen.
        Das Klima ist auch ein Punkt. Da habe ich bisher noch gar nicht wirklich dran gedacht #zitter
        England ist da ja wie Deutschland. Recht wechselhaft aber doch weniger sehr heißen Tage als in Deutschland.
        Mein Großer war 5 als wir hergezogen sind und er vermisst ernsthaft nichts. Gut, die Familie aber das wars.
        Auch die Schule hier hat im super gefallen.

        Der Kleine (6) ging hier ja eigentlich auch schon zur Schule. Es wird für ihn deshalb sicher erstmal sehr komisch in das deutsche Schulsystem zu fallen.
        An der Deutschen Mentalität fehlt zumindest in England nichts #rofl
        Die Leute stellen sich hier für ALLES in Schlangen. Wirklich alles.
        Da würde sich auch niemals jemand rum schummeln.
        Was den Rest angeht kann ich auch nicht klagen.
        Was für eine Schule besuchen eure Kinder denn ? Sprechen sie fließend arabisch(?) ?

        Liebe Grüße

        • Hallo

          In den Emiraten sind über 80% Zugewanderte und es gibt so viele Europäer hier dass sie quasi ihre eigenen combounds und auch deutsche Schulen etc. haben.
          Ich kriege zumindest immer mit dass sich auch die meisten nichtmuslimischen Europäer und Amis in den Emiraten sehr sehr wohl fühlen.
          Der Arbeitsmarkt hat hier was verlockendes. Der Lebensstandard ist sehr sehr hoch.
          Geld machen und es ausgeben sind die Dinge die man hier sehr gut tun kann...

          Wir sind unbefristet hergekommen.

          Visa muss man alle 2 Jahre verlängern. So lange man seine Festanstellung hat kein Problem.

          Schulen gibt es unzählige. Alles immer in weiten Entfernungen und mit Stau, prinzipiell. Anstrengend.

          Es gibt so viele Autos! Und ohne Auto heht ja hier nichts...

          Na zumindest wsren unsere Kids jetzt auf einer Schule mit british curriculum. Sie werden auf eine arabische wechseln.
          Das Arabisch kommt hier nämlich sonst sehhr kurz. Sie können kaum arabisch.

          Grundsätzlich hat man hier auch das größere Problem wenn man kein englisch kann.

          >> Insbesondere in ein Land würde ich für kein Geld der Welt einen Fuß setzen.<<

          Was wolltest du sagen? Welches Land?

          • Hallo
            Sowas muss man halt mögen.
            Meins ist das nicht wirklich, auch nur mit dem Auto rum zu kommen wäre keine schöne Vorstellung.
            Wie kommt es das sie kaum Arabisch können ? Weil du hast doch geschrieben der Papa kommt aus Marokko.
            Was meinst du mit "Was wolltest du sagen?".
            Mit dem angesprochenen Land meine ich Saudi Arabien.

            LG

            • Irgendwie fehlte ein Wort daher hab ich deinen Satz nicht kapiert.

              Ja mein Mann war nie so viel zu Hause wie ich und wir haben zu Hause immer alle miteinander deutsch gesprochen.

              2sprachige Erziehung hat bei uns so nicht geklappt. Ich kann halt auch gar kein arabisch.

            Schade, dass du etwas ablehnst was du gar nicht kennst.

            Ich habe selber einige Zeit mit Kindern in Saudi Arabien gelebt und es war toll. Natürlich haben in der Familie am Anfang auch einige genauso reagiert wie du. Aber ich wollte eigentlich gar nicht mehr aus Saudi weg. Natürlich hat man als Frau ein paar Einschränkungen , kein Auto fahren und Kleidungsvorschriften, aber ich konnte mich sehr gut damit arrangieren.

            Nein, mein Mann hat keine Millionen verdient.

            In wenigen Wochen ziehen wir nach Deutschland, nach über 10 Jahren Ausland in verschiedenen Ländern. Unsere Kinder haben nie in Deutschland gelebt. Keine Ahnung wie lange wir in Deutschland bleiben, aber wir sehen es nur als Zwischenstation.

            LG

            • Mich würde ganz ehrlich interessieren was denn an Saudi arabien dann so toll war? Also was überzeugt einen dort zu leben bei all den (für mich) doch recht gravierenden Einschränkungen?

              • Welche Einschränkungen hatte ich ?

                Mir fallen nur 2 ein :

                - dass ich nicht Autofahren durfte
                - Dass ich in der Öffentlichkeit eine Abaya anziehen sollte, wenn ich keine Probleme mit der Polizei haben möchte.

                Gibt es welche, die ich vielleicht vergessen habe ?

                Oh ja, kein Alkohol. Ich trinke sowieso nicht. Von daher für mich keine Einschränkung.

                Schweinefleisch. Esse ich auch nicht, auch schon vorher nicht.

                Was gibt es noch ?

                Was uns überzeugt hat dahin zu gehen. Ganz einfach : Mein Mann wurde vor die Wahl gestellt : Innerhalb eines Monats arbeitslos oder einen 2,5 Jahresvertrag in Saudi mit einem Europäischen Arbeitsvertrag ( sprich, kündigungsfrist, Krankenversicherung etc.) und gleichen Gehalt wie vorher und in der gleichen Firma. Heisst, er kennt alle Prozesse etc.

                zusätzlich wurde ein bestimmter Betrag für die Miete zur Verfügung gestellt, wovon wir dann eine Wohnung gesucht haben, die da rein passt, sodass wir mietfrei wohnen konnten.

                Und einen Flug pro Jahr in die Heimat für die gesamte Familie.

                wir wussten also , dass es nur für begrenzte Zeit ist, aber dadurch, dass wir mietfrei wohnen konnten, brauchte ich nicht zu arbeiten und konnte viel Zeit mit den Kindern verbringen und an meiner beruflichen Weiterbildung in Form eines Fernstudiums arbeiten.

                An Saudi selbst fand ich toll, die Sprache zu lernen, ( ok bin immer noch nicht fliessend, aber auf dem weg dahin), die Menschen kennen zu lernen, neues Essen zu probieren, es gibt gefühlt an jeder Ecke eine Riesen Shoppingmall ( wenn man sowas mag) mit Indoorspielplatz, es gibt Museen, es gibt Märkte ( Obst, Kleidung, Flohmärkte, Tiermärkte) , man trifft viele verschiedene Nationalitäten, wir haben einige tolle Freundschaften schliessen können, es gibt viele Compounds ( auch europäische oder amerikanische ), wo man auch ohne Abaya rumläuft, teilweise sogar verboten sind, und wo man den Eindruck hat, irgendwo zB in Spanien oder USA im Restaurant zu sitzen, einige von meinen Bekannten wohnen dort, die sind oft so riesig , dass die wochenlang gar nicht vom Compound runter sind, weil alles was sie brauchen, gibt es dort ( Restaurant, Ärzte, Schulen, Kindergarten, Sportzentrum, ihre Freundinnen, Supermarkt) ..... uvm.

                Was ich in den fast 3 Jahren erlebt habe, kann ich schlecht in wenigen Sätzen zusammenfassen. Nur so viel, das Bild was die Mainstreammedien von Saudi Arabien einem zeigen, ist nicht das gesamte Saudi, sondern auch noch vieles andere mehr. Viele positive Sachen, die einfach gar nicht berichtet werden.

                Ich will die schlechten Sachen nicht einfach vom Tisch kehren. Wir haben auch viele Menschen getroffen, die echt Schicksale hinter sich hatten. Todesstrafe ja gibt es, gibt es aber in vielen anderen Ländern auch. Vielleicht nicht unbedingt auf dem Marktplatz wo jeder hinkommen kann und sich das angucken kann.( es gibt sogar Eltern , die ihre Kinder dorthin mitnehmen. )

                Für viele unverständlich, aber ich muss noch dazu sagen, dass wir vor Saudi auch schon aus Deutschland weg waren, und mit der Arbeitslosigkeit man nicht in die "soziale Hängematte " gefallen wären, sondern eben erstmal wirklich kein Geld reingekommen wäre.

                Hätten wir in Deutschland gelebt und ich hätte gewusst, mit der Arbeitslosigkeit kommt dann erstmal Arbeitslosengeld rein, Kindergeld etc. Wäre es vielleicht eine andere Diskussion gewesen.

                Natürlich hätte ich meinen Mann auch alleine schicken können. ( er hätte dann Büro und ein 1 Zimmerapartment gesehen ) Und ich wäre mit Kind(ern) in unserem Haus geblieben und hätte einen halbtagsjob noch gebraucht. Und 2,5 Jahre von meinem Mann getrennt zu sein und den Kindern den Vater vorenthalten bis auf einen Besuch pro Jahr... das war für mich keine Option. Aber viele Männer haben wir dort kennengelernt, deren Familien das so praktizieren.

                Daher für uns persönlich war es die richtige Entscheidung dort für eine begrenzte Zeit zu leben.

                • Gut für dich waren es "nur" 2 Einschränkungen - für mich wären der Verzicht auf mein Glas Wein zum Essen und kein grillen mehr schon Sachen die mich auf Dauer stören würden. Für die Schwangerschaft zB war das kein Problem - aber über Jahre wegen etwas an das ich persönlich nicht glaube? Auch mit dem tragen der Abaya hätte ich wohl ein Problem...

                  Natürlich hat wahrscheinlich (fast) jedes Land auch seine positiven Seiten und wenn man anpassungsfähig ist kann man ganz gut leben. Ich denke aber auch das man sowas nicht umbedingt kennen lernen muss, um zu wissen das man es für sich persönlich ablehnt.

                  Das ihr euch dafür entschieden habt kann ich aber auch verstehen - eine wirkliche Wahl hattet ihr ja nicht, bzw keine mit tollen Aussichten. Wenn es jetzt bei uns so wäre - 3 Jahre eine solche fernehe oder zusammen nach Saudi....ich wüsste jetzt adhoc nicht wie die Entscheidung ausfallen würde. Aber wenn man die wahl hat finde ich den Ausschluss solcher Länder vollkommen ok.

            Finde deine Antwort "erfrischend anders" muss ich sagen.
            Du hast sicher eine ordentliche Stange Lebenserfahrungen sammeln können, das ist so was Tolles wenn man die Welt wirklich kennen lernt, und zwar nicht nur als Tourist...

            Ich habe ja damals auch so ablehnend reagiert, egal ob man mir gesagt hätte China, Venezuela oder Nigeria, ich hätte grundsätzlich gesagt "nicht für eine Millionen".
            Ich glaube diese Einstellung haben doch viele Menschen in Dtl. Und eigentlich ist es sehr sehr schade weil man aus meiner heutigen Sicht so viel verpasst.
            Auch die islamischen Staaten werden da doch zu Unrecht vorverurteilt als Lebensraum auch für Nichtmuslime.

            Ich hatte damals als ich selbständig war einige Kundinnen die Kleidung suchten bei mir um nach Saudi Arabien zu gehen. Für länger oder nur auf Geschäftsreise.
            Und manchmal haben sie vom Land erzählt. ..

            Ich bin selbst noch nicht dort gewesen und möchte dort als Muslima selbstverständlich mal hin.
            Aber ich gebe zu dass sogar ich mich jetzt schwer tun würde mit dem Gedanken dort leben zu müssen. Aus 2 einfachen Gründen: Meine Eltern könnten mich nicht ohne weiteres besuchen wie in die Emirate sondern bräuchten Einladung / Visum. Und Auto fahren bedeutet mir halt schon was, ich mach es gern und ohne Auto geht ja im mittleren Osten nichts. Sicher arrangiert man sich auch damit: Taxi, chauffeur...
            Ich konnte mich an Verzicht auf Fahrrad fahren und in der Natur zu Fuß gehen ja auch gewöhnen....
            Ansonsten glaube ich dir natürlich sofort dass man sich in Saudi super wohl fühlen kann. Ist ja von way of living nich so anders als in den VAE.

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