Pflegemütter hier?

    • (1) 09.07.16 - 15:11

      Hallo,

      mein Mann und ich haben beschlossen ein Pflegekind auf zunehmen, das JuA war bereits da und hat einen Hausbesuch gemacht, noch wissen wir nicht welches Kind wir bekommen . Wir haben eine Altersspanne von 0 - 6 angegeben , Geschlecht egal. Wie bereitet man sich am besten vor? Oder erstmal abwarten? Wir haben uns noch nichts angeschafft, auch kein Autositz o.ä. Wie habt ihr das so gemacht?

      • (2) 09.07.16 - 15:15

        Ich gehe davon aus, dass ihr keine Bereitschaftspflege , sondern als Dauerpflegestelle vorgesehen seid? Seid ihr nicht bei einer Schulung gewesen?? Normalerweise lernt ihr das Kund ja erstmal kennen und dann kann das Zimmer etc hergerichtet werden.

        • (3) 11.07.16 - 14:22

          Ja wir haben uns auf eine Dauerpflegestelle beworben. JUA war schon bei uns , Schulungen sind auch gemacht. Gar nichts da haben finde ich nicht so toll deswegen wollte ich mich mal umhören wie es andere Pflegemütter gemacht haben. Danke für die Antworten#winke

          • (4) 11.07.16 - 17:06

            Aber es macht keinen Sinn jetzt was zu kaufem???? Ihr bekommt das Kind ja nicht plötzlich. Das wird angebahnt und in dieser Zeit könnt ihr dann kaufen!

      (5) 09.07.16 - 15:40

      Mein Vater und meine Stiefmutter sind Pflegeeltern. Der Junge ist allerdings schon 13, weil sie keine kleinen Kinder mehr so gerne wollten, worüber sich das JA aber natürlich sehr gefreut hat, da diese oft schwerer zu vermitteln sind und meine Stiefmutter auch noch Fachkraft ist. Plätze haben sie theoretisch für bis zu 3 Kinder.

      Was den Sitz und so angeht musst du dich eigentlich noch nicht darum kümmern, kannst es aber wenn du willst. Aber wenn du ihn jetzt schon holst musst du ihn selber bezahlen. Wenn ihr ein Kind zur Pflege bekommt, dann übernimmt das JA sämtliche Kosten. Sitz, Zimmer, Kleidung, etc...

      Und bei der Altersspanne von 0-6 ist manches ja auch schwierig zu holen, weil ihr es ja eben nicht wisst.
      Am Ende kommt ein Baby zu euch und ihr habt nen großes Bett und einen großen sitzt geholt. Genauso andersrum ihr habt nur Babysachen geholt und bekommt ein 5 jährigen kind.

      Ich würde erstmal einfach abwarten, wann sich das JA meldet und dann könnt ihr alles noch mal genau mit Ihnen besprechen.

      Es kann auch gut sein, dass die Eltern des Kindes die meisten Sachen zur Verfügung stellen, wenn es geht.

      Ich weis nicht unter welchem Aspekt ihr gerne ein Kind aufnehmen wollt, aber grade bei dem Alter das ihr bevorzugt, wird wenn es geht und keine Gefährdung vorliegt immer versucht das Kind auch wieder ins Elternhaus zurückzuführen.

      Das sollte dir in meinen Augen immer bewusst sein, falls ihr ein Pflegekind nehmen möchtet falls ihr selber keine bekommen könnt oder so.

      Es kann immer sein, dass das Kind nicht ewig bei euch ist und wieder nach Hause kommt und der Elternkontakt ist auch normalerweise sehr wichtig.

      Aber jetzt kannst du eigentlich noch kaum was planen. Es gibt wirklich einfach zu viele Möglichkeiten warum ein Kind kommt und wie lange es bleibt.

      LG

      (6) 09.07.16 - 17:01

      Hallo,

      also zunächst müsstet ihr ja auch einige Schulungen durchlaufen, oder? So ist das zumindest in unserer Stadt in NRW: Man meldet sich, wird begutachtet und dann über mehrere Monate intensiv geschult. Und dann muss man warten.

      Anschaffen würde ich jetzt noch nicht viel, außer natürlich Grundmöbel für das vorgesehene Kinderzimmer. Ihr wisst ja zu diesem Zeitpunkt wirklich noch nichts und selbst Dinge wie ein Babybett oder einen Rausfallschutz bekommt man zur Not kurzfristig und teilweise auch als vorübergehende Leihgabe von der Pflegekinderstelle bis man selbst was hat.

      Viele Grüße,
      lilavogel

    • (7) 09.07.16 - 18:12

      Ich würde mich noch gar nicht vorbereiten. Ihr wisst ja nicht, wann ein Pflegekind kommt und welches Alter und Geschlecht es sein wird.
      Gerade die kleineren Kinder möchten die meisten Pflegeeltern großziehen.
      Das kann Monate dauern.
      Habt Ihr den Pflegekurs gemacht? Ich habe ihn vor vielen Jahren gemacht, aber da wurden mir gehörigst die Augen geöffnet, so dass ich danach kein PK mehr haben wollte.

      • (8) 09.07.16 - 20:56

        Warum wolltest du plötzlich keines mehr?

        • (9) 10.07.16 - 14:27

          Ich habe verstanden, dass nahezu alle Pflegekinder psychisch stark vorbelastet sind und weit hinter der Entwicklung anderer Kinder gleichen Alters zurück liegen.
          Es war eine Pflegemutter im Kurs, die mehrere Pflegekinder hatte und erzählt hat, dass eines der Kinder immer den Kopf an die Wand gehauen hat bis es blutete.

          Sie war nur unterwegs von Psychologen zur Ergotherapie zum Logopäden.
          Weder Job noch Zeit für sich war möglich.
          Ich fühlte mich schon beim zuhören völlig überfordert.

          • Die Cousine meiner Mutter hat ein Kind in Pflege aufgenommen als es noch ein Baby war.
            Dennoch hat sie solche Erfahrungen machen müssen wie von dir beschrieben. Das Kind ist verhatensauffällig, entwicklungsverzögert und braucht viiiel Zuwendung, psychologische Betreuung etc.
            Sie hat noch 2 eigene Kinder, kaum älter. Und sie arbeitet nicht. Sie sagt wenn sie gewusst hätte was da auf sie zukommt hätte sie es nicht gemacht...

            Sie kannte doch die Herkunftsgeschichte des Kindes, oder? Eigentlich kann man anhand der Herkunftselternbiografie ganz gut absehen, was auf einen zukommt bzw. wie man das Kind begleiten sollte. Auch sollten mindestens drei Jahre Altersunterschied zwischen den Geschwistern liegen. Drei Jahre Elternzeit ist bei Kindsannahme bei uns auch ein Muss.

        Das ist völlig übertrieben. Viele Kinder haben große Päckchen zu tragen, das stimmt. Die meisten angenommenen Kinder entwickeln sich aber bei guter Begleitung normal. Wir hatten gerade wieder Pflegekinderfest in unserer Stadt, die Mehrheit der Kinder sind gut in ihren Familien angekommen und fühlen sich glücklich.

        Mich freut immer an meisten all die jetzt erwachsenen Pflegekinder zu sehen, die so positiv von ihrem Aufwachsen berichten. Das bestärkt mich immer wieder.

        Mein Mann ist immer etwas angesäuert, wenn angenommenen Kindern gleich ein Mega-Trauma und eine verpfuschte Zukunft plus Identitätsstörung nachgesagt wird. Nur, weil er nicht bei seiner biologischen Mutter aufgewachsen ist, hat er nicht per se einen an der Klatsche.

        • Oftmals werden die Kinder ja aus dem Elternhaus rausgenommen, weil das Kindswohl gefährdet ist.
          Und das macht das JA nicht mal eben so. Die Dame vom JA hat mir mal erzählt, dass es eine Patin für ein Kind gibt, das bei einer drogenabhängigen Mutter aufwächst. D.h.das Kind lebt bei der Mutter und geht dann zur Patin, wenn es der Mutter sehr schlecht geht.
          Ich glaube nicht, dass man dieses Kind mit einem Kind vergleichen kann, dass behütet aufwächst.
          Ein Ehepaar, dass in meinem Kurs war, hat schon während des Kurses ein PK bekommen. Hier handelte es sich um eine kleine Tochter einer 19-jährigen Frau, die sich einfach nicht bereit für ein Kind fühlte und lieber Party machen wollte.
          Sie hat es freiwillig in Pflege gegeben und dieser Fall geht ja noch.
          Aber meistens ist es deutlich schlimmer.

          • Ja, wir haben "schlimmere" Herkunftsgeschichten um uns herum. Die Kinder sind umso toller. Und selbstverständlich gibt es "Baustellen". Ich persönlich finde es aber wahnsinnig bereichernd diese Kinder zu "sehen", sie zu begleiten und sie in eine positive Zukunft starten zu lassen.

            Vielleicht habe ich aber auch eine andere Haltung zum Thema. Mir ist es völlig wurscht, ob ein Kind auffällig ist oder gar ein Handicap hat. Jedes Kind ist ein Individuum mit einem Anrecht auf ein liebendes, geborgenes Zuhause. Mich schrecken weder Ergo, noch Logo, noch Traumatherapie.

Uns haben die Seminare eher noch bestärkt Dauerpflegekinder aufzunehmen. Unsere Große kam direkt aus der Geburtsklinik und wird jetzt fünf. Wir haben sie mittlerweile adoptiert. Unsere Kleine kam mit ein paar Wochen und ist jetzr ein Jahr alt. Richterlich ist sie uns bis zur Volljährigkeit zugesprochen, auch das Sorgerecht liegt nicht bei der Herkunftsmutter.

Wir würden es immer wieder tun. Es ist so toll die Entwicklung der Kinder zu sehen. In ein paar Jahren möchten wir in die Bereitschaftspflege.

Mein Mann war erst Pflege- und dann Adoptivkind. Noch mehr Bestärkung für diesen Weg zum Kind.

  • Hallo
    Wenn die Frage zu privat ist kann ich das völlig verstehen aber mich würde interessieren in wie weit eure Kinder,also besonders die große, Bescheid wissen bzw. wie sie mit dem Wissen aufwachsen das es die Herkunftseltern gibt.
    Ich frage weil meine Nichte seit Kleinkindalter quasi unser Kind ist. Hat aber natürlich eine völlig andere Vorgeschichte und sie ist damit auch anders aufgewachsen als wäre sie sofort nach Geburt bei uns gewesen.

    LG

    • Beide Kinder wissen bescheid und für die Große ist es ganz normal eine Bauchfrau und einer Mama zu haben. Sie hat auch Kontakt zur Herkunftsfamilie. Die Kleine auch. Wir gehen da ganz selbstverständlich mit um. Mein Mann ist offen adoptiert aufgewachsen, er kennt seine Geschichte und er ist weder traumatisiert, noch unglücklich. Ganz im Gegenteil - er wollte immer Kinder annehmen. Ich auch. Wir haben und bewusst gegen leibliche Kinder entschieden.

      Im Freundeskreis haben wir auch zweimal Verwandschaftspflege.

      • Darf ich fragen warum GEGEN leibliche Kinder ? Was sind da die Nachteile?
        Die Cousine meiner Mutter dachte Jahre lang sie koennte keine Kinder kriegen und wollte daher ein Kind aufnehmen.

        • Es gibt keine Nachteile. Aber da mein Mann glücklich adoptiert ist, ich nichtleibliche Geschwister habe und in unserer Stadt händeringend annehmende Eltern gesucht werden, haben wir uns für diesen Weg entschieden. Und nicht bereut.

          Im Gegenteil. Wenn unsere Kinder etwas älter sind, möchten wir in die Kurzzeitpflege. Ich habe auch meinen beruflichen Fokus in Richtung Pflege/Adoption verschoben. Es fühlt sich privat und beruflich einfach richtig an. Es erfüllt mich/uns.

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