Helikoptermutter - Was versteht ihr darunter?

    • (1) 15.07.16 - 08:23

      Hallo zusammen,

      ich lese immer wieder in diversen Beiträgen das Wort „Helikoptermutter“. Dabei geht es oft darum, dass Männer ihre Frauen als solche bezeichnen und ihnen oft die Schuld daran geben, dass es keine Paarbeziehung mehr gibt.
      Dabei fallen oft Sätze wie z.B. „Wir hatten schon so lange keinen S*x mehr, weil meine Frau eine Helikoptermutter ist.“

      In diesem Zusammenhang frage ich mich

      - Was macht in euren Augen eine Helikoptermutter aus?

      - Sind „Helikoptermütter“ eher eine Erfindung der Gesellschaft, denen man dann auch die Schuld in die Schuhe schieben kann, wenn die Beziehung nach der Geburt eines Kindes nicht mehr funktioniert?

      Mich würde wirklich interessieren, wie ihr eine „Helikoptermutter“ definiert und welche Erfahrungen ihr mit solchen Mütter gemacht habt?!

      Meiner Meinung nach, kann man das nicht wirklich pauschalisieren.
      Oft lese ich, dass Mütter als „Helikoptermütter“ abgestempelt werden, weil sie z. B. ihre Kinder in die Grundschule bringen.

      Es folgen Argumente wie „Du traust deinem Kind nichts zu. Du kannst es nicht immer beschützen. So wird es ja nie selbstständig.“
      Dabei macht es für mich schon einen Unterschied, ob ich mein Kind mit 6 Jahren alleine in Berlin zur Schule gehen lasse, oder zusammen in einer kleinen Gruppe in einem Dorf.

      Kurz zu mir:
      Ich würde mich nicht als „Helikoptermutter“ bezeichnen. Meine Tochter (21 Monate) darf vieles selbst ausprobieren und ich stehe nicht immer hinter ihr, damit sie z. B. nicht irgendwo runterfällt.
      Sie übernachtet regelmäßig alle 6-8 Wochen für einen Tag bei Oma/Opa und mein Partner und ich haben so einen Tag am Wochenende für uns.
      Sie geht, seit sie 12 Monate alt ist zur Tagesmutter und ich bin wieder Vollzeit eingestiegen.

      Unsere Tochter schläft in ihrem eigenen Bett in ihrem Zimmer, darf jedoch jederzeit zu uns ins Bett kommen, wenn sie das möchte.
      Und ja, wenn meine Tochter zur Schule geht, würde ich sie wahrscheinlich die Anfangszeit begleiten (aber nicht bis zum Klassenzimmer). Leider ist bei uns in der Gegend vor einigen Jahren ein kleines Mädchen auf dem Nachhauseweg verschwunden und wurde anschließend tot im Wald aufgefunden. Das hat mich doch geprägt.

      Ich freue mich über eure Berichte.

      Liebe Grüße, ellathebee #blume

      • Das kann man sogar offiziell als Definition auf Wikipedia nachlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Helikopter-Eltern

        Ansonsten ist die Definition natürlich subjektiv. Es gäbe kaum diese unendlichen Diskussionen mit den eigenen Müttern, Schwiegermüttern und Freunden, wenn jeder seine Kinder absolut gleich erziehen würde. Und was dem Einen seine "behütete Erziehung" ist eben dem Anderen sein "Helikoptern".

        Für mich:
        - sie kreisen jederzeit ums Kind
        - halten dabei andere Personen fern, weil sie nicht kompetent genug sind sich zu kümmern
        - mischen sich in alle Belange des Kindes ein, selbst wenn das Kind alleine klar käme

        - unterdrücken damit die eigenständige Entwicklung des Kindes und die Fähigkeit sich zu lösen

        - verbeißen Kritiker, die mit dem Kind zu tun haben und zum Loslassen auffordern
        - kompensieren damit nicht selten ihre Angst nicht mehr gebraucht zu werden
        - stellen ihr eigenes Leben völlig auf das Kind ein und vernachlässigen dabei nicht selten sich, den Partner, Freunde und die Arbeit und erwarten, dass man diese überzogene Priorität des Kindes akzeptiert und möglichst unterstützt

        An der Grundschule meines Kindes hatten Eltern, die keinen Termin hatten, Hausverbot. Genau dafür, dass die Heli-Mama nicht noch die Federtasche auf dem Tisch richtet.

        Grüße Küstenkönigin

        • Ich würde Deinen Part noch ergänzen um die Punkte:

          - ziehen Kinder in alle Entscheidungen ein als wären sie gleichberechtigte Partner mit dem gleichen Erfahrungsschatz wie ein Erwachsener (z.B. Wahl der Grundschule, auf die sie gehen sollen, Autokauf, Festlegung des Urlaubsziels,)
          - es werden dem Kind Erwachsenenbedürfnisse unterstellt, die es weder hat noch formulieren könnte (z.B. "der größte Wunsch meines 6jährigen Sohnes ist es, über Hamburgs Mönckebergstraße zu schlendern",...,)
          - glauben ihren Kindern jede noch so wirre Geschichte und ergreifen stets und immer Partei für ihr Kind
          - denken andauernd, ihr Kind wird in allen Lebenslagen falsch und ungerecht behandelt (vor allem in der Schule)

          LG, Cherish

      (5) 15.07.16 - 09:11

      Wir sind dann wohl keine HelikopterEltern.
      Unsere Kinder haben von Anfang an in ihren eigenen Zimmern geschlafen, wenn es dann mal zu einem blöden Traum kam durften/dürfen sie selbstverständlich auch bei uns ins Bett.

      Sie dürfen Spielen, Klettern, Matschen wie sie möchten und gehen allein von der Schule heim 3x die Woche ist der Jüngste (7) dann sogar für 45 min. Allein im Haus.
      Die Tochter (11) fährt mit dem Bus allein in die Stadt und trifft sich dort mit Freundinnen zum Eisessen da wir aber eher Ländlich wohnen und die nächsten größere Stadt auch nur 10.000 Bewohner zählt finde ich das nichteinmal dramatisch.

      Seit ihrem 9 Lebensjahr geht die Tochter sogar allein zum Schwimmen ins Freibad oder Hallenbad manchmal nimmt sie sogar ihren Bruder mit wenn ich später nach komme.

      Wir Eltern haben immer regelmässiges Sex gehabt und den genossen.

      Meine Schwester hingegen behütet ihre Tochter ziemlich da wird 5x den Abend angerufen wenn die kleine bei uns Schläft, ob alles gut ist, ob Sie Gegessen hat.... etc. Meine Schwester weint auch bei jedem Schritt den die kleine in Richtung Grösser werden tut, sei es der Geburtstag der kleinen, der Abschied aus der Krabbelgruppe oder der erste Tag im Kindergarten....
      Das finde ich wiederum manchmal sehr Anstrengend da es doch noch weit aus andere Themen gibt über die man sich Unterhalten kann als immer nur die Kinder.

      Meiner Meinung nach merkt man den Überbehüteten Kindern auch an das ihre Eltern HelikopterEltern sind.

      Meist sind es Neunmalkluge Kinder die sich meist bei den Erwachsenen aufhalten, ständig dazwischen Reden, zu allem ihren Senf dazu geben müssen und später dann Probleme damit haben wenn Mutti Ihnen dann nicht mehr die volle Aufmerksamkeit zukommen lässt.

    Das ist ein sehr schwieriges und kontroverses Thema...
    Ich wurde schon als Helikoptermutti bezeichnet, nur weil ich es vertrete, zu stillen.
    Für mich schränkt eine Helikoptermutti lhr Kind durch ihr Tun erheblich in seiner Entwicklung ein; keine Freiheiten, keine eigenen Erfahrungen, ständige Überwachung und vergisst dabei ihre eigenen Interessen und erst recht die ihres Partners. (Ich glaube mittlerweile sogar, dass meine eigene Mutter dieser Gattung angehört.)

    Aber ich bin keine, das weiß ich.

    Mein Sohn "darf" auch mal auf die Nase fallen.
    Mit 13 Monaten kam er in die Krippe, einen Monat später bin ich wieder vollzeit arbeiten gegangen. Alle 4 Wochen übernachtet er bei seinen Großeltern und ich habe absolut keine Vertrauensprobleme, wenn jemand anderes (eine mir bekannte Person) auf ihn aufpasst.

    >>- Was macht in euren Augen eine Helikoptermutter aus?<<
    sie nehmen ihren Kindern die Luft und erdrücken sie mit Liebe und Anforderungen

    (10) 15.07.16 - 10:47
    Fishing for compliments ?

    Hallo!

    Nun da Du Dir nichts unter Heilikopter-Eltern / - Mütter vorstellen kannst (so ist wohl Deine Frage gemeint?), aber mal ganz klar meinst: "Ich würde mich nicht als „Helikoptermutter“ bezeichnen. " kann ich nur daraus schliessen, dass Du aus diesem Forum die Heiligsprechung haben willst keine Helikopter-Mutter zu sein, auch wenn Du mal planst Dein Kind (in ca. 5 Jahren!!!#gaehn) auch mal in die Grundschule zu begleiten.

    YES!!!! Du bist keine Helikopter-Mutter #fest#fest#pro#pro, aber da Du "wieder Vollzeit eingestiegen" bist, könnte es sein, dass Du eine Rabenmutter bist!!! - #gruebel#gruebel#gruebel#nanana#nanana#nanana

    Was machst Du nun mit diesen "Auszeichnungen" und "Qualifikationen"?

    Mach Dein Ding so wie Du und Deine Familie es braucht und lass den Rest der Menschheit sich über Deine Mutter-Qualifikation den Kopf zerbrechen!

    LG, I.

    • Ernsthaft? #augen

      Wo habe ich bitte geschrieben, dass ich mir nichts darunter vorstellen kann? Ich habe gefragt, wie IHR das definiert, da es wohl viele Definitionen dafür gibt.

      Ich habe mit keinem Satz geschrieben, dass man eine Helikoptermutter ist, wenn man x und y tut. Schließlich definiert das jeder andres. Zudem habe ich geschrieben, dass ich persönlich finde, dass ich keine bin. Heißt ja nicht, dass das andere (die eine andere Definition pflegen) genauso empfinden...

      >> dass Du aus diesem Forum die Heiligsprechung haben willst<<
      Was für ein totaler Blödsinn, sorry! So etwas würde ich mich auch nur mit Graunick trauen zu schreiben! #klatsch

      Wenn du doch schon so schön urteilen kannst, dann trau dich doch das wenigstens mit deinem normalen Nick.

      Alles andere ist doch eher wenig ernst zu nehmen #winke

      • Helikoptereltern sind diejenigen, die eigentlich nicht sein wollen und um es zu manifestieren in vollkommen determinierten Abläufen "die Kontrolle" aus der Hand geben um sich selber auf die Schuler klopfen zu können, dass sie die Selbständigkeit der Kinder fördern!

    Wie konntest du in dieser Kategorie anonym schreiben? Ich sehe diese Option auf meinem Smartphone nicht...

Hallo,

man kann auch als Helikoptermutter Sex haben. Ich wüsste nicht, warum das eine das andere ausschließen sollte.

Ich habe eine Bekannte mit 4 Kindern (Nr. 5 unterwegs), die ist extrem überfürsorglich, aber Probleme auf Paarebene gibt es da nicht.

Ich glaube, eher das Gegenteil ist der Fall. Wenn eine Frau sehr karrierebewusst ist, ihren Kindern und sich früh Freiräume schafft, kann das eher zu Problemen in der Beziehung führen (ich sage kann nicht muss).

Wobei helikoptern für mich auch beinhaltet, bei jedem Pups auch in der Schule aufzuschlagen, notfalls auch die Lehrer verklagen, wenn ihr Schatzilein überraschenderweise nicht fürs Gymnasium geeignet ist ("Frau Müller muss weg" fällt mir da ein).

Ich verfahre in Bezug auf mein Kind nach dem Motto "So viel wie nötig, so wenig wie möglich"

Manche meinen, das sei schon viel zu viel, andere (und da gehört z.B. auch meine Familie dazu) meinen, es sei viel zu wenig

Aber das sieht wohl jeder anders.

Mein Mann und ich haben so viel Sex, wie es geht. Wobei ich sicherlich nicht mehr hätte, wenn ich mich weniger um meine Tochter kümmern würde. Bei mir hat das mit dem Alter und mit manchen "Frauenproblemchen" zu tun.

GLG

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