Ist man nur "Familie" wenn alle blutsverwandt sind?

    • (1) 28.08.16 - 18:48

      Hallo
      Etwas blöder Titel aber ich wusste nicht ganz wie ich mein Anliegen besser in wenige Worte bringen konnte.
      Wir beschäftigten uns schon eine ganze Weile intensiv mit dem Thema Kinder, und zwar in alle Richtungen, auch Adoption.
      Unteranderem haben wir dadurch auch einige Eltern kennne gelernt.

      Da waren auch einige dabei die immer "Adoptivkind" betonten. Auch in ganz normalen Gespräch über andere Themen wurde die Adoption immer deutlich erwähnt und auch, als mehrere Kinder vorhanden waren, immer deutlich differenziert.

      Vorallem ist mir eine Aussage im Kopf geblieben bei der es um den kleinen Altersunterschied ging. Die Kinder waren nur 2 Jahre ausseinander und ich sagte das sie da sicher ordentlich auf Trapp gehalten wurden.
      Ihre Antwort lautet etwas wie "Naja, xy ist ja nur unser Adoptivkind. Bei unserer Prinzessin war alles ganz anders". Darauf folgte dann eine Lobesrede über die Prinzessin.
      Ich hatte zwar nicht den Eindruck das xy schlecht behandelt wurde, lieblos und total untergeordnet würde es jedoch treffen. Etwa wie als ob Prinzessin das Lieblingskind wäre mit dem zusätzlichen faden Beigeschmack das xy adoptiert ist.
      Das ist jetzt meine Beobachtung, ich will über diese Eltern nicht urteilen, jedoch hat es mich als Außenstehende schon erschrocken.
      Auch in anderen Bereichen habe ich ich erfahren und gehört das auf dem "Adoptiv" rumgeritten wird.
      Eine andere Mutter hat mir erzählt das der Kontakt zwischen ihnen und ihren Eltern wegen der Adoption irgendwann zebrochen ist. Ihre Eltern verstanden nicht wie sie dieses damals noch kleine Wesen als ihr leibliches ansehen konnte und #bla .
      In den letzten Tagen habe ich ein paar Mal zufällig etwas über die Tochter von Tom Cruise und Nicole Kidman gehört bzw. gelesen. Auch da wurde immer dick und fett "Adoptivtochter" betont.
      Ich persönlich war tatsächlich der (naiven?) Meinung das man nicht blutsverwandt sein muss um eine "Familie" zu sein.

      Ist das denn nicht so ? Denke ,ich/wir das einfach weil wir keine Kinder, weder leiblich noch sonstwas, haben?
      Tanten/Onkel zählt man ja auch zur Familie obwohl diese ja "nur" mit dem jeweiligen Blutsverwandten zusammen sind.
      Wie seht ihr das ? Habe ich einfach ein paar viele negative Erfahrungen gemacht oder ist die Allgemeinheit tatsächlich so eingestellt ?

      Liebe Grüße #blume

      • Hallo
        Ich habe eine Tochter die nicht mein leibliches Kind ist. Als sie ganz klein war, war ihre Mutter noch im Bild. Diese hat sich aber aus dem Staub gemacht und seitdem habe ich sozusagen die Mutterrolle übernommen.
        Bis sie dann auch fest bei uns wohnte dauerte es aber noch eine Weile und anfangs war es für mich schon irgendwie komisch zu sagen "mein Kind". Das war letztendlich aber nur Gewöhnungssache denn auch noch nicht ausgesprochen war sie schon nichts anderes als ein eigenes Kind für mich.

        Sie weiß selbstverständlich Bescheid und war was das ganze anging auch die entspannteste. Für sie sind wir die Eltern, das wir nicht ihre leiblichen Eltern sind ist dabei völlig egal.
        Wir kümmern uns um sie, wir sind für sie da,... und machen einfach das was Eltern halt machen. Die anderen Kinder sind ihre Geschwister.
        Unsere Freunde und nahe Bekannte wissen über das ganze natürlich auch Bescheid aber auch für sie sind wir ganz klar die Eltern. Auch die gesamte Familie sieht das so.
        Bei allen anderen stelle ich sie einfach als meine Tochter vor und wenn irgendwie die Frage leiblich/nicht leiblich/.. aufkommt sage ich auch deutlich UNSER Kind.
        Was andere dann schlussendlich denken ist mir mittlerweile zu 100% egal. Wir wissen das wir das richtige getan haben, sie ist glücklich und wir erst recht :-)

        LG

      Ich kann wenig Beobachtungen beisteuern. Die Cousine meiner Mutter hat leibliche Zwillingskinder und einen kleinen Jungen den sie angenommen hat.
      Sie hat viel über das Thema geredet mit mir weil ich es interessant fand und alles nicht einfach für sie war. Aber ihren Mann und sie habe ich nicht differenzieren sehen. Da wurde gespielt, getobt, getröstet, auch mal geschimpft: alles gleichermaßen. Und ich konnte auch bei den Kids untereinander null Differenzen erkennen, dass der kleine Bruder mehr ausgegrenzt wurde als die Zwillingsschwester oder so.
      Mich hat es im Gegenteil sogar sehr berührt zu sehen wie anhänglich der Kleine mit seiner (nichtleiblichen) Mama war und wie süß und liebevoll sie mit ihm umging.

      Ich muss ehrlich zugeben dass ich es mir für mich selbst grad gar nicht vorstellen kann. Dass ich das so einfach könnte. Ich denke einfach gerade ich würde einen Unterschied spüren und nicht verhindern können. Aber natürlich "ungeprobt", ich kann es nicht sicher wissen.

      In deinem beschriebenen Fall tut mir das Adoptivkind sehr leid und "die Prinzessin" kriegt sicher mit wie ungleichmäßig die Verteilung der Zuneigung ist und könnte ins selbe Rohr blasen... tragisch sowas so offensichtlich zu tun...
      Andererseits können wir bei Fremden auch nur auf die Fassade glotzen. Adoptivkinder sind oft schwer gebeutelt und psychisch ordentlich vorbelastet wenn sie zur neuen Familie kommen. Das darf man anstrengend finden. Man sollte es aber nicht am Kind "auslassen".

      Hallo,

      ich würde sagen, du hast ausgesprochen schlechte Elternexemplare getroffen. Mich schütteltst schon wenn Eltern davon sprechen, dass sie Prinzessinnen bzw. Prinzen haben, dies mit Bezug auf ein eigenes Kind mit einem angenommenen Kind, nee.

      Ich kenne Eltern die Tagespflege, Bereitschafts-, Dauerpflege und Adoptionskinder haben, aber immer sind es ihre Kinder und werden von allen so behandelt. Die Bereitschaftspflege ist sicherlich hierbei die besondere Herausforderung, da sie ja eigentlich nicht Familie ersetzten sondern "nur" ein kurzfristiger sicherer Hafen darstellen soll.

      LG Reina

      • (7) 29.08.16 - 15:29

        Meine Kinder sind auch mit zwei Mädchen befreundet die in einer Pflegefamilie wohnen und wenn man ich nicht wüsste, dass es "nur" Pflegekinder sind, würde man sie für eine ganz normale Familie halten.

    Hallo!
    Eltern, die differenzieren, sollten vom adoptieren Abstand halten.
    Wer als Eltern das "Adoptiv" immer betont, will da wohl von mangelder Erziehung ablenken.

    "Wir können ja nichts dafür, dass er/sie so ist, ist ja adoptiert"

    Ich kenne mehrere Eltern mit nichtleiblichen Kindern. Keiner von denen betont das, ganz im Gegenteil, alle möchten in der Öffentlichkeit kein Aufheben darum machen, zum Wohl des Kindes.

    Finde ich sehr eigenartig, deine Bekanntschaften.

    Lg Sportskanone

    • Hallo
      Ich glaube nicht das es ihr um die Erziehung geht.
      Wir haben uns schon mehrmals, in unterschiedlichen Situationen, mit und ohne Kinder getroffen.
      Wenn ein Kind nicht erzogen ist dann aber definitiv Prinzessin, wir waren zum Beispiel Eis essen und es hieß sie dürfen sich je 3 Kugeln aussuchen.
      Für Prinzessin ein Drama, sie macht einen riesen Aufstand und will lieber irgendeinen Becher und was passiert "Ok Schatz dann bekommst DU halt einen Becher!".
      Während xy sich ganz lieb beim Kellner bedankte, hatte sie schon etwas an ihrem Becher auszusetzen und sagte dem Kellner " der sieht ja blöööd" aus.
      Das war natürlich nur eine Momentaufnahme aber es deckt sich mit den anderen Treffen und der Erzählungen der Mutter
      ("Unsere Prinzessin ist ja schon immer soooo toll willenstark. Wenn sie etwas nicht will schreit sie schonmal oder wirft uns was nach. Das kenne ich von xy ja gar nicht. Die redet dann ja immer ohne lauter zu werden")
      Falls die Frage kommt warum wir uns schon mehrmals getroffen haben: die Mutter finde (fand?) ich anfangs echt nett und sie hat das ganze ja nicht sofort auf den Tisch gepackt. Außerdem wohnt sie auch in meiner Nähe und da sieht man sich auch mal im Supermarkt.

      Liebe Grüße

    Genauso. Ich habe zwei angenommene Kinder und natürlich sind wir eine Familie.

Von den Leuten mit denen du Kontakt hast, solltest du dringend Abstand nehmen!

Familie entsteht im Herzen und ist nicht von einem Verwandtschaftsverhältnis abhängig!

Hallo!
Ich habe zwei (leibliche) Kinder, wuerde ich noch eins adoptieren, waere dies auch mein Kind und ich wuerde mein bestes tun, alle drei gleich zu behandeln auch gar nicht gross drueber reden, dass es adoptiert ist.

Mein Mann und ich sind ja auch nicht blutsverwandt, aber wir sind Familie :P

Also ich hab deinen Beitrag jetzt nur überflogen aber will kurz antworten.

Ich bin der Meinung man kann auch Familie sein ohne Blutsverwandtschaft. Denn wenn es auch bei manchen Adoptivkinder geben mag kann man schon deshalb Familie sein weil man sich um die Kinder kümmert wie eigne. Sich um sie sorgt, in guten und in schlechten Tagen für sie da ist! Es sind wohl im Fall Tom Cruise in erster Linie die Medien die das hervor heben. Ob es die betroffenen Personen auch tun ist eine völlig andere Sachen. Mag auch auch biologisch KEINE Familie sein ist man es in der Regel MORALISCH schon.

Ela

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