Schwiegereltern - wie noch helfen

    • (1) 07.09.16 - 10:26

      Hallo Zusammen,

      ich hätte ja nie gedacht, dass ich mal hier wegen meinen Schwiegereltern schreibe, denn wir haben eigentlich überhaupt kein Verhältnis zu einander. Sie wohnen 600km weit weg. Mein Mann ist bei denen ausgezogen, als er 18 war und dann auch noch gleich in eine andere Stadt.

      Ich selbst habe die beiden bisher vielleicht 8-10mal immer nur für ein paar Tage gesehen, daher habe ich kein Verhältnis zu ihnen.

      Jetzt ist es so, dass die beiden natürlich auch nicht jünger werden. Aber in den 17 Jahren in denen ich die beiden jetzt kenne, gab es immer nur ein Thema: Krankheiten. Wenn sie anrufen gehts im großen und ganzen nur darum, dass SM diese Krankheit hat und SV jene. Wer von beiden wann zu Arzt muss und welche Untersuchung wann gemacht werden muss.

      Das Ganze hat sich noch verschlimmert, seit die beiden in Rente sind.

      Vor ein paar Jahren, also zu Beginn der Rente, haben sie dann auch eingeführt, dass sie morgens lange im Bett bleiben um später zu frühstücken und dann damit das Mittagessen einzusparen. Es ist nicht so, dass die beiden Millionäre wären aber sie sind auch nicht so arm, dass sie sich kein Mittagessen leisten können.

      Ja es reicht sogar noch für diverse Urlaube - man hat aber den Eindruck, dass sie nicht in Urlaub fahren um zu entspannen, sondern um sich krank zu machen. Meine SM verträgt das Autofahren schon nicht - welcher Urlaub wird gebucht ? - natürlich eine Kreuzfahrt. Ebenso hat sie Probleme mit ihrem Kreislauf und der Hitze, wo fährt man da am besten wohl in Urlaub ? - na klar, nach Dubai.

      Das sind nur kleine Beispiele aber so ist deren komplettes Leben.

      Hinzu kommt, dass sie dort immer einsamer werden. Alte Bekannte von früher sind entweder schon gestorben oder mit ihren Kindern in den Westen ausgewandert. Sie haben also praktisch keine Bekannte/Freunde mehr dort.

      Seit Jahren fragen wir sie immer wieder, ob sie nicht zu uns ziehen möchten. SM sagt dann, würde sie ja gerne aber der SV will nicht. SV sagt das gleiche nur umgekehrt. Dann kommen mal Anrufe, nach dem Motto, sucht uns mal eine Wohnung. Dann wieder doch nicht. So geht das nun schon seit Jahren.

      Am Sonntag dann das letzte Telefonat mit SM und meinem Mann. Sein Vater würde sich nicht mehr anziehen und den ganzen Tag nur noch im Schlafanzug rumlaufen - er wäre krank.

      Ich weiss bald wirklich nicht mehr ob die beiden wirklich krank sind oder ob es nur Depressionen sind. Das Schlimme daran ist ja auch die Entfernung. Wir können nicht mal eben morgens hin und abends zurückfahren. Und auch für ein Wochenende ist die Entferung schon zu viel. Wir sind beide berufstätig, könnten also erst samstags hin und müssten sonntags wieder zurück.

      Und wenn wir da dann dort sind, hocken wir zu fünft in einer 50qm Wohnung und treten uns nur auf die Füße. SM bekommt dann Migräne wegen dem Stress und mein Mann und sein SV haben sich permanent in den Haaren. Es ist alles kein Zustand.

      Mir tun die beiden einfach nur leid aber mehr wie ihnen anzubieten, dass sie her kommen sollen, können wir doch auch nicht. Mein Mann macht sich natürlich auch Gedanken und hätte auch gerne noch etwas Zeit mit seinen Eltern verbracht - nur wie kann man sinnvoll auf sie einwirken ?

      LG
      Tiffy

      • Hallo!
        Ich schreibe jetzt mal ganz kurz und knapp, was ich dazu denke:

        Ich finde, deine Schwiegereltern sind Erwachsene Menschen und müssen selber den ersten Schritt tun und wollen, um etwas zu ändern. Sie werden ja jetzt nicht beide gleichzeitig völlig dement sein und handlungsunfähig.

        Ihr könnt nichts weiter tun, als abzuwarten und ab und an nachzufragen, ob und was ihr tun könnt. Ich finde man kann und sollte sein Leben im Alter selber planen, wenn einem nicht ganz plötzlich ein Unfall/schwere Krankheit den Strich duch macht.

        Lg Sportskanone

        Wenn dein Mann mit ihnen Zeit verbringen will, dann versucht eine Wohnung in einer Seniorenresidenz, im betreuten Wohnen oder ähnlichem zu finden.
        Habt ihr was in Aussicht, dann informiert die Schwiegereltern und dann sollen sie sich entscheiden.
        Menschen so wie du sie beschreibst, muß man an die ziehende Hand nehmen und getroffene entscheidungen auch umgehend durchziehen.
        Sie werden immer einen Grund finden, warum die einst getroffene Entscheidung doch nicht so gut ist....
        Ich finde die Idee für eine Unterbringung in den betreuten Wohnen u.ä insofern gut, weil eine evt Betreuung deiner Schwiegereltern dann nicht voll auf euch lasten würde und deine Schwiegereltern da sicher auch Anschluss finden werden.

        • Danke für Deine Antwort.

          Nur Seniorenresidenz oder betreutes Wohnen kommt finanziell eher nicht in Frage. So üppig ist die Rente der beiden nun auch nicht. Zudem sind sie ja eigentlich noch fit.

          Sie sagen zwar immer, wenn sie mal ins Altenheim müssen, dann in eines in unserer Nähe. Derzeit können sich aber noch gut alleine versorgen.

      Meine persönliche Erfahrung: das anbieten wird nichts bringen weil beide nicht wollen. Meine Eltern wohnen auch weiter weg von uns, inzwischen nur noch zu zweit in einem großen Haus und kommen kaum noch vor die Tür. Als ich schwanger wurde war meine Mutter sehr traurig...bei der Entfernung würde sie ihr Enkelkind ja eh kaum sehen....da wir eh Eigentum gesucht haben, war unser Vorschlag ein Zweifamilienhaus....sie haben zugestimmt und wir haben über 1 Jahr gesucht....was soll ich sagen. Nichts hat ihnen gefallen - alles war eben nicht so perfekt wir ihre jetzige Wohnung....heute glaube ich sie wollten einfach nicht. Daher haben sie auch sofort zugestimmt als wir die Möglichkeit hatten unser Traumhaus (efh) zu kaufen.

      Es gibt sie einfach, die alten Leute die man nicht mehr "verpflanzen" kann. Ich mache mir heute immer wieder mal Gedanken was ist wenn sie mal ernsthaft krank werden....ein Umzug von uns kommt nicht in frage...aber sie sind erwachsen und habe sich so entschieden.

      Eine betreute wohneinrichtung wäre vllt eine Idee, aber auch das müssen sie wollen. Ansonsten...ich weiß ja nicht wo die beiden wohnen aber vllt könntet ihr mal einen Kurzurlaub dort machen (mit Hotel) damit dein Mann Zeit mit ihnen hat und ihr trotzdem nicht nur aufeinander hängt,

      • Noch sind sie ja nicht pflegebedürftig. Sie rennen ja auch nur von Arzt zu Arzt, weil eben meist keine Krankheit gefunden wird.

        Kurzurlaube haben wir da schon gemacht aber immer weiter eingestellt. Wie schon geschrieben, ist dies auch nur ein einziges Gejammer.

        Es passiert da ja dann dort nichts. SM ist vom Besuch so gestresst, dass sie sich krank ins Bett legt und SV ist dann so besorgt um die SM, dass er auch neben der Spur läuft.

        Irgendwie war uns die Zeit und das Geld, was so ein Trip kostet dann auch zu schade.

        Zumal sie in Sachsen-Anhalt wohnen da der Hund begraben ist. Man kann sich dort auch nicht wirklich sinnvoll beschäftigen. Gerade wenn man ein Kind oder jetzt Teenager dabei hat.

        • (7) 08.09.16 - 12:10

          das mit dem in S-A wohnen finde ich gerade etwas unsachlich :-p ich weiß, du meinst es wahrscheinlich nicht so, aber das wurde sehr unglücklich ausgedrückt!

          Zu deinen Schwiegereltern: Es gibt leider Menschen, die sind einfach so und werden immer so sein. Sich selbst bedauern. Am besten alles so belassen. Das ist nur Gift und kann einen mächtig runterziehen. Wenn sie nicht wollen, haben sie Pech. Für deinen Mann tut es mir auch leid, aber was nützt ihn der häufige ( wahrscheinlich anstrengende und negative Kontakt ) dann? Eine Baustelle mehr.

          Glaube mir: Du bist dir überhaupt nicht im Klaren, was du willst und rennst gerade in dein Verderben.

          Ich bin gerade in einer ähnlichen Situation wie du. Aber da geht es um Menschen, die ich richtig, richtig doll liebe. Und auch das wird - sollte es so kommen und die beiden ziehen zu uns - in den nächsten Jahren mit Sicherheit nicht einfach oder einfacher.

          Wenn du schon keinen Bock hast, sie zu besuchen, wie sollst du dann die Verantwortung vor Ort übernehmen?

    Meine Eltern (Haus) und Schwiegereltern (sehr kleine Wohnung) wohnen noch ein ganzes Stück weiter weg.

    Trotzdem sehen wir uns regelmäßig, auch in den Jahren, wo meine Kinder geboren wurden.
    Wenn wir sie besuchen (und dafür bieten sich ja die verlängerten Wochenenden/Feiertage) prima an, dann nehmen wir uns eine Ferienwohnung. Für meine Eltern/Schwiegereltern wäre es sonst auch zu viel Streß - verständlich in dem Alter.

    Komisch, dass ihr euch so selten seht. So könnt ihr natürlich auch nicht beurteilen, was Deinem Schwiegervater tatsächlich fehlt. Aber dass man sich in einer Familie gegenseitig um einander kümmert, sollte eigentlich selbstverständlich sein.
    Ich habe jetzt auch nicht gerade die Traum-Schwiegermutter und vieles nervt mich an ihr. Trotzdem gehört sie zur Familie und da hilft man sich gegenseitig (z.B. bei Arztbesuchen, im Haushalt usw.)

    • Ich würde ja unterstüzten. Wir hätten ihnen hier sogar ein kleines Häuschen in unserem Ort mit Garten gekauft - ein großer Traum der beiden.

      Als es dann soweit war - nein doch nicht.

      In meiner Seite der Familie wird sich auch geholfen und unterstützt wo es geht aber irgendwie nehmen sie sich halt auch selbst viel raus.

(11) 07.09.16 - 12:38

Meinst du das ernst ?

"ob die beiden wirklich krank sind oder ob es nur Depressionen sind."

  • (12) 07.09.16 - 12:46

    Ganz grosses sorry. Das war wirklich mehr als unglücklich ausgedrückt. !!!

    Ich meinte, ob sie wirklich körperliche Gebrechen haben, das können wir nicht beurteilen.

    • (13) 07.09.16 - 12:50

      Okay... ja.

      Im Grunde sind es Erwachsene Menschen, die sich selbst um ihr Leben kümmern können.
      Und man macht sich nur verrückt, wenn man da in gedanken ständig um deren probleme kreist... wenn Sie nicht zu euch ziehen wollen, dann könnt ihr auch im Alltag nicht helfen.

Ich kann dir mal von meiner Oma berichten.Mein Opa ist plötzlich verstorben,meine Oma war seit Jahren fast komplett blind, hinzu kam das sie abhängig von Schlaftabletten war und dadurch viele Halluzinationen hatte.

Sie wohnte in Mecklenburg-Vorpommern,am Ars.. der Welt. Meine Tante wollte sie nicht aufnehmen also musste mein Vater was tun. Sie haben Ihr eine Wohnung im selben Dorf gesucht und ist her gezogen.Damit begann das ganze Drama.Meine Oma hat sich auf Grund von ihrem Tabletten Konsum nicht sehr Kooperativ gezeigt. Sie war der Meinung das alle sie beklauen wollen und das meine Mutter sie vergiften will.
Das ganze haben sich meine Eltern ein Jahr angehört.Dann kam Oma auf die Idee das sie ja wieder zurück könnte.(sie hatte da ein Haus was zum Verkauf stand) In einer Nacht und Nebel Aktion ist sie wieder gegangen. Sie hatte sich eine Spedition gesucht die für sie den Umzug macht und die sie gleich mit nehmen.
Tja da sass sie dann, 600 km weit entfernt mitten in der pampa.Es hat 2 Monate gedauert dann hat sie einen Betreuer vom Gericht bekommen.sie ist dann recht schnell ins Heim gekommen wo sie auch im selben Jahr verstarb. Sie war schon immer sehr sehr schwierig, sie ist hier aber einfach nicht klar gekommen.Diese alltäglichen Dinge haben sie überfordert. Selbst ein Konto bei der Bank war ihr fremd,sie besass damals keins und hat das Geld zu hause gesammelt. Unvorstellbar,für sie normal.

Ein Jahr später ist meine andere Oma her gezogen.Sie hat von sich aus ihr Haus verkauft und wollte in die nähe der Kinder.Jetzt wohnt Sie in einer kleinen Wohnung und sie ist so froh das sie hier ist.

Ich will dir damit sagen,das sie das von sich aus müssen.Für die beiden ist hier alles fremd.Wartet drauf das Sie sagen sie möchten zu euch, sonst geht das ganze nach hinten los.Ladet sie doch sonst zum Urlaub mal zu euch ein.

Wobei der Osten natürlich viel viel schöner ist :-)

Ich habe jetzt leider niemanden mehr in der Heimat
Lg

Hallo

Alte Menschen werden manchmal so. Meine SE sind genauso. Es gibt im Grund nur noch ein Thema und das sind die Krankheiten.

Überlege dir sehr gut ob du sie in deiner Nähe haben willst.
bzw. WIE und WO sie dann leben werden.
Wenn sie umziehen verlieren sie auch noch die letzten Freunde. Alles ist neu und du/ihr werdet die einzigen Ansprechpartner vor Ort sein. Was das bedeuten kann brauch ich nicht extra schreiben.

Es geht nicht darum, dass man sich nicht um sie kümmern will, aber wenn man sich im Grund umd fast "fremde" Menschen sorgen soll, und sei es nur Einkäufe erledigen oder ähnliches, das sollte man sich sehr gut überlegen. Ständig erreichbar sein, evtl dann mal die Pflege übernehmen?!?!
Du kennst sie nur von Besuchen, sie dauerhaft ums Eck zu haben ist eine ganz andere Sache.

Ich habe meine Eltern und SE immer schon hier in der Nähe gehabt und hab sie immer noch, da weiß man wie sie ticken , meistens zumindestens, es macht die Sache ETWAS leichter, wenn auch nicht viel.

Es wurde hier schon geschrieben, erkundigt euch nach einer Einrichtung für betreutes Wohnen. Oft gibt es kleine Wohnungen die erstmal "nur" einen "Hilfeknopf" haben, dann ist schnell einer vor Ort. Dann gibt es auch Steigerungen, bei denen dann das Essen oder am Ende die Pflege mit dabei ist.
Es ist leider auch ein kleiner Dschungel und man muss sich umschauen und vergleichen, aber eine kleine Wohnung mit Aufsicht wäre sicherlich nicht schlecht. Dort sind andere alte und man sieht und trifft sich auch zu Veranstaltungen.

Diese Einrichtung muss ja nicht zwangsläufig bei euch in der Nähe sein. Es gibt genug, auch in der Gegend in der sie jetzt wohnen.

Ihr habt nach einem Haus ausschau gehalten? Bedenke, sie werden nicht jünger und schaffen oftmals nicht mehr alles. dh du müsstest dann ran.
Ich meine, mit einem Haus wären beide überlastet.

Ansonsten gibt es noch ambulante Pflege und Besuchsdienste. Dann können sie lange in ihrer Wohnung bleiben und es schaut sich immer mal jemand um.

Möglichkeiten gibt es viele. Nicht alle sind so teuer. Wobei es schon ins Geld gehen wird.

Vielleicht solltet ihr bzw. sich die Schwiegereltern über eine Pflegestufe informieren?!
Eine Altersdepression ist auch nicht ausgeschlossen, aber verklicker mal einem "gesunden " Menschen, dass er Hilfe benötigt oder sich mal in diese Richtung untersuchen lassen soll. "ich bin nicht verrückt! ich bin doch nicht blöd. ich hab nichts".
Der Arzt weiß es, du weißt es aber der Patient will es nicht annehmen.

Macht euch nicht verrückt. Erkundigt euch, gockelt viel ;), hört euch um, sprecht mit einem Arzt, oder noch besser, geht zu einer Beratungsstelle (Caritas oä). Deshalb muss man nicht gleich etwas machen, aber informieren kann man sich schon mal.

Gruß

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