Zwei unter zwei

    • (1) 08.09.16 - 21:58

      Hallo alle zusammen,

      ich habe zwei wunderbare Söhne - 20 Monate und 1 Monat jung. Und irgendwie habe ich einen ganz fiesen Hänger :-(. Es fühlt sich an als würden wir uns zerreißen aber keinem der beiden richtig gerecht werden.

      Wie gerne würde ich mit dem Großen mehr spielen, mit dem Kleinen mehr kuscheln. Der Kleine schläft nur im Tragetuch, sonst schreit er. Und so richtig spielen kann ich also während ich ihn trage - was viele Stunden am Tag ausmacht - auch mit dem Große nicht. Jeden Abend fühlt es sich an, als hätte ich zwar den Tag gemeistert, aber kein Kind hat das bekommen was es braucht. Die Bedürfnisse der zwei sind so furchtbar gegensätzlich, es ist eine Kunst dafür zu sorgen, dass Mini schlafen kann, und Maxi beschäftigt wird (er ist wirklich laut und Mini wacht ständig auf wenn er freudig kreischt oder wütend schreit ..). Ein kleines Baby ist so ein Alltagsentschleuniger, während ein Kleinkind ein absoluter Beschleuniger ist.

      Mir ist wirklich oft zum heulen. Mein Mann arbeitet im Schichtdienst, zur Zeit hat er Urlaub, aber bald geht es wieder los und ich habe echt Panik.

      Eine Frühschicht bekomme ich gewuppt... Aber eine Spät- und Nachtschicht, ich weiß gar nicht wie. Abends brauchen beide die volle Aufmerksamkeit - aber stören sich gegenseitig, also kann ich aucu nicht einfach beide mit ins Familienbett nehmen. Und nachts sind beide schwierig - nicht selten fangen Sie zeitgleich an zu schreien. Und dann?! Ich kann mich ja nicht zerteilen?

      Vielleicht ergibt sich alles von alleine, klar. Aber im Moment fühlt es sich alles so mies an.

      Kann mir jemand Mut machen, dass das so normal ist und alles irgendwann besser wird?

      Liebe Grüße
      jada mit den zwei Rabauken

      • (2) 08.09.16 - 22:12

        Ich muss das jetzt einfach fragen aber wie hast du dir das bei der Planung vorgestellt? Wenn ich Kinder in einem geringen Abstand bekomme, dann hat man dafür ja Gründe. Genauso natürlich bei großem altersabstand. Hast du dir da keinen Plan gemacht? Mal Oma um Hilfe bitten oder so?

        • Gar nicht! Unser großer kam nach jahrelangem Kampf mit vielen künstlichen Befruchtungen zu uns, und der kleine ist einfach so passiert.

          ich muss gestehen, dass ich damals auch nicht besonders weit gedacht habe--ich wollte halt 2 kinder in kurzem abstand, damit sie sich näher sind. heute weiß ich, dass das quatsch ist, aber man kann halt nicht immer ALLES voraussehen.

      Hallo Jada,

      mit zwei so kleinen Zwergen ist das Leben kein Zuckerschlecken..Da kannst du jede Mama fragen....Wie oft war ich verzweifelt und hab mich hinterfragt....

      Man hat das Gefühl viel zu tun ( was man auch wirklich macht ) und doch keinem gerecht zu werden...
      Aber das, was deine Kinder wirklich brauchen gibst du ihnen : Liebe und Geborgenheit

      Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, daß es mit der Zeit besser wird ( daß du dir dann andere Sorgen machst und andere Probleme auftreten verschweig ich dir an dieser Stelle lieber #rofl )

      Mir half in dieser Zeit immer, manches mit Humor zu nehmen und auch mal fünfe gerade sein zu lassen...

      Mittlerweile - die Kiddies sind schon aus dem Gröbsten raus und die Probleme sind anderst gepolt - hab ich die Lässigkeit der Jugend ein Stück weit übernommen und machs wie mein Mittlerer immer sagt, wenn ich Hektik mache : Mama,calm down und chill etwas, sonst brauchst du im Alter Herztropfen " #zitter#rofl

      LG #winke

      • Vielen Dank für deine Antwort.

        Du hast natürlich recht: Humor ist wenn man trotzdem lacht ;-). An meinen Ansprüchen muss ich wohl tatsächlich etwas arbeiten, eigentlich schon seit Geburt des Großen, dann wäre manches einfacher.

    Ich würd Dir empfehlen rauszugehen, ab in den Zoo, auf den Spielplatz, völlig egal, Hauptsache raus. Da kann der Kleine in Ruhe im Tragetuch kuscheln und der Große was mit Dir erleben.

    Dass sie gegensätzliche Bedürfnisse haben kann gut so bleiben. Das ist bei meinen beiden ( 5 und 8 ) auch oft so. Es ist aber für eine glückliche Kindheit auch nicht nötig und nicht einmal förderlich, jedes Bedürfnis sofort erfüllt zu bekommen.

    Da Du offenbar gerade auf ein Mama-Burnout zusteuerst (das ist sehr häufig der Fall, wenn das zweite Kind ankommt), würde ich Dir raten, so viel wie möglich hiervon umzusetzen:
    - Ansprüche runterschrauben.

    - Hilfe holen, und wenn es nur eine Stunde Kinder parken bei der Oma ist, damit Du mal zum Friseur kannst. Oder Dir von einer Schwester mal die Bude durchwischen lassen. Oder Dir von der Nachbarin mal das Essen kochen lassen. Oder...
    - Das Gute sehen, alles was Du geschafft hast oder was von alleine geklappt hat, nicht die dreckige Wäsche, die noch einen Tag länger liegt. Nach der kräht in ein paar Jahren kein Hahn mehr.
    - Wenn Du Lust dazu hast, eine Kur beantragen. Die drei Wochen haben schon vielen geholfen, einen neuen Blick und mehr Lebenslust zu bekommen.

    Davon abgesehen: Nach meiner Erfahrung spielen die beiden sich aufeinander ein.
    Ich habe meine beiden immer gemeinsam ins Bett gebracht. Die Große hat gelernt, auch einzuschlafen, wenn die Kleine Geräusche macht, die Kleine hat gelernt, dass auch die Grosse Geräusche macht. Wir hatten ein Familienbett für alle, und die beiden haben sich so aneinander gewöhnt, dass sie später gemeinsam ausgezogen sind und immer noch zusammen schlafen.
    Ich hab oft der Großen abends vorgelesen, während ich die Kleine gestillt habe (in jedem Arm eine), so sind beide zur Ruhe gekommen. Nachts habe ich eine gestillt, die andere hat meine Hand auf den Rücken bekommen.
    Vielleicht hilft bei Euch Musik (Traumsternorchester fanden wir alle toll, das hat sogar mir geholfen, mich zu entspannen), ihr werdet Euren Weg finden. Probier einfach aus, wozu Du Lust hast. Deine Kinder sind enorm anpassungsfähig, wenn Du etwas gefunden hast, womit Du Dich wohl fühlst und entspannst, dann werden sie sich dran gewöhnen.

    Du schaffst das auf jeden Fall, Du fängst ja gerade erst an, in das Leben mit zwei Kindern reinzuwachsen. Für mich war es am schwierigsten zu lernen, Abstriche zu machen. Von der Supermum musste ich mich auch verabschieden, aber je größer die Kinder werden, desto toller ist es, Geschwisterkinder zu haben.

    • Das stimmt! Wir sind sowieso soviel draußen wie möglich, aber bei der Hitze im Moment ist das alles nicht so toll - vielleicht liegt es auch daran dass ich gerade so durchhänge..

      Meine Familie ist leider keine Hilfe, meine Schwiegermama hilft wo sie kann, wohnt aber 300 km entfernt..

      Wie funktioniert das denn mit so einer Kur? Und ich weiß gar nicht, ob das so schön für den Großen wäre, er würde Papa ganz schön vermissen..

      Danke für deine Ratschläge - ich werde das sowieso ausprobieren müssen, beide im Familienbett zu haben - bisher hören sie beide die Flöhe husten. Der Große zahnt und schreit oft nachts kurz, der kleine schreit direkt lauthals los wenn er Hunger hat.

      • Bei uns hat das Schreien schnell nachgelassen. Dadurch, dass sie bei mir geschlafen hat, hab ich ja gemerkt, wenn die Kleine unruhig wurde und stillen wollte. Meistens hatte ich sie schon an der Brust bevor sie laut werden konnte.

        Mit der Familie hatte ich leider auch kein Glück, meine Eltern sind selbst pflegebedürftig und keine Hilfe. Meine Schwestern haben oft Hilfe angeboten, aber ich bin jemand, der sich schwer tut, es auch anzunehmen, wenn ich denke, ich schaffe es noch selbst.

        Für die Kur kannst Du bei Deinem Hausarzt einen Antrag stellen. Selbst wenn der auf Anhieb nicht durchkommt, haben die meisten beim Widerspruch Erfolg.
        Hier ist eine Kurklinik mit einem sehr guten Ruf, vielleicht kannst Du Dich ja da mal ein bisschen einlesen, da steht viel wissenswertes auf der Seite:

        http://www.kurklinikmiramar.de/

        Für Deine Kinder ist es am besten, wenn es Dir gut geht und Du entspannt bist. Und dort hat man ja Erfahrung mit kleinen Kindern, die noch nie von Mama getrennt waren, da laufen nur Leute wie Du und ich herum. ;-)

        • Vielen lieben Dank! Ich informiere mich mal :).

          Leider hat es mit dem stillen nicht funktioniert, ich bin zwar wirklich schnell mit der Flasche fertig, aber er hat irgendwie die Eigenart gar nicht unruhig zu werden (er schläft auch direkt neben mir) sondern direkt zu schreien .. Auch am Tag ist er sehr unruhig und schreit relativ viel, was es natürlich nicht einfacher macht.

      (13) 12.09.16 - 19:04

      Hey,
      ich habe selbst zwei Kinder (3 Jahre und 4 Monate) und habe über eine Kur nachgedacht, weil ich vor ein paar Wochen auch dachte, ich drehe völlig durch. Mir haben aber Kurberaterinnen und ehemalige Patientinnen gleichermaßen davon abgeraten.
      Um Anwendungen in der Kur durchführen zu können, müssen beide Kinder in die Betreuung. Mein 3 jähriger würde ohne Eingewöhnung sicher nicht gehen und mein Baby würde ich so früh noch gar nicht abgeben wollen.
      Außerdem ist man da ja drei Wochen lang quasi allein für beide Kinder zuständig. Für mich war die Zu Bett geh Situation zuhause der Horror und das dann alleine? 3 Wochen lang? Unvorstellbar!
      Ich werde das wohl nochmal ins Auge fassen, wenn die Kleine 1,5 oder 2 ist. Dann macht es sicher mehr Sinn.

      LG

Hey,
Fang bloß nicht an,dich und deine Familienplanung zu verteidigen...

Ich kann dich verstehen wenn du schreibst dass es dich zerreist. Aber glaub mir:Es wird jeden Tag besser. Unser Großer ist 2,9 jahre und der Kleine 11Wochen und es wird jede Woche entspannter und einfach toll zu sehen, wie beide jetzt schon spielen. Wir machen es so, dass ich erst den kleinen einschlafstille während der Große noch spielt oder auf dem Topf sitzt,im gleichen Zimmer. Dann den kleinen ins Schlafzimmer und den Großen ins Bett, derweil sollte das Baby zufrieden sein :) so der Plan. Und nachts:eins nach dem anderen...
Viele Grüße,minipups

  • Danke für deine Antwort.

    Schön zu lesen dass es mit der Zeit "einfacher" wird :). Der Kleine schreit recht viel, und ich versuche natürlich vor allem genau das zu vermeiden .. Was auch gut klappt, aber dabei habe ich das Gefühl, dass der Große zu kurz kommt..

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