Enttäuscht vom Vater

    • (1) 17.09.16 - 23:45

      Hallo,

      ich weiß ehrlich gesagt nicht ganz, wie ich anfangen soll.

      Ich bin 18 Jahre alt und wohne seit meinem 10. Lebensjahr mit meiner Mutter zusammen, da meine Eltern sich zu diesem Zeitpunkt getrennt haben. Er hatte direkt eine neue Partnerin an seiner Seite, mit der ich anfangs auch ganz gut klar kam. Jedes zweite Wochenende habe ich bei ihm verbracht und wir sind oft gemeinsam- auch zu dritt- in den Urlaub gefahren. Mein Vater hat immer eine sehr wichtige Rolle in meinem Leben gespielt, da ich mit ihm über alles reden konnte, wir viel Spaß zusammen und nie wirklich Streit hatten. Das Verhalten der Partnerin hat sich jedoch ins Negative verändert, um es genau zu sagen, hat sie mich des öfteren indirekt beleidigt, hat Aussagen gebracht, die einfach nicht Not tun. Mein Vater hat all dies mitbekommen, jedoch nie was gesagt. Ich bin jedoch nicht weiter darauf eingegangen, weil ich mir dachte, ich sehe sie nur alle zwei Wochen, das passt schon. Letztes Jahr im September war es dann jedoch so weit, dass ich mit ihrem Verhalten nicht mehr klargekommen bin und mich meinem Vater anvertraut habe. Er hat es jedoch nicht verstanden und gesagt, ich könne ja nicht verlangen, dass sie sich trennen, was ich nie angedeutet habe(!)

      Ich bin in der Nacht nach Hause zu meiner Mutter gefahren, weilt ich dort nicht bleiben wollte. Mich hat es sehr beschäftigt, dass ich Streit mit meinem Vater hatte. Wir haben weiterhin geschrieben und uns gesehen, jedoch nicht bei ihm Zuhause. Im Februar diesen Jahres habe ich mich selbst verletzt, weil ich es nicht mehr ausgehalten habe, was im Nachhinein eine wirklich blöde Idee war!!!

      Als meine Mutter dies herausfand, hatten wir ein Gespräch zu dritt. Er hat Dinge gesagt, die mich verletzt haben, wie keine Worte zuvor. Er hat gesagt, wir halten Kontakt. Der letzte Kontakt war Anfang März, er wollte mir jedoch nur mitteilen, dass seine Partnerin und er gut im Urlaub angekommen sind, worauf ich (bei whatsapp) nicht geantwortet habe!

      Am 26.09.2015 war ich das letzte mal Zuhause bei meinem Vater. Im Februar habe ich ihn zuletzt gesehen, und all das nur, weil ich meine Meinung gesagt habe. Das erste Mal, nach 8 Jahren!

      Ich bin am Boden zerstört, werde mich jedoch nicht bei ihm melden und Kontakt anfragen, wegen den Dingen, die er gesagt hat.

      Ich habe mir zwei tattoos stehen lassen, die- mit- für ihn bestimmt sind. "I'm not afraid to walk this world alone" und "Stop trying so hard for people who don't care".

      Ich wollte einfach mal fragen, ob jemanden ähnliches passiert ist und wie ihr damit umgeht. Danke im Voraus. Grüße, Nina

      • Liebe Nina,

        Es war sehr mutig von dir, deinem Vater zu sagen was du denkst. Nicht jeder kommt gut mit der Wahrheit zurecht. Dein Vater muss sich auch damit abfinden, dass sein Mädchen erwachsen geworden ist. Das ist nicht immer leicht. Dennoch denke ich dass du dich nicht verstecken brauchst, nur weil du gesagt hast, dass seine Partnerin dich mit gewissen Aussagen verletzt hat.

        Wenn dich das alles so sehr wurmt, solltest du deinem Vater vielleicht mitteilen dass du enttäuscht bist und das du es sehr schade findest, das er sich zurück zieht. Genauso kannst du ehrlich sein und sagen, das du auf Besserung hoffst. Du weisst ja auch nicht was seine Partnerin ihm sagt, nachdem du den Mund aufgemacht hast.

        Ich habe an ein gutes Verhältnis zu meinem Vater gar nicht mehr geglaubt und heute bin ich fast 30 Jahre alt und habe eine Tochter. ... und siehe da, er ist ein super toller Opa, der allerdings auch erst mal damit klar kommen musste dass ich mittlerweile meine eigenen Wege gehe und auch mal andere Meinungen habe wie er. Du solltest jedenfalls weiterhin deine Meinung vertreten, dein Vater wird sich daran gewöhnen.

        Ich drücke dir die Daumen dass es besser wird.

        Alles gute

        Liebe Nina,

        nimm es mir nicht übel, aber man kennt jetzt nur deine Version der Geschichte. Es wäre interessant, was deine "Stiefmutter" erzählt.
        Ich bin auch eine "Stiefmutter" und mein "Bonuskind" zog mit 17 Jahren zu uns (wohnte vorher bei seiner Mutter, aber die Beiden kamen nicht mehr miteinander klar). Anfangs waren er und ich sehr bemüht, aber irgendwann ging es los. ICH hatte es satt, dass er mir auf der Nase herumtanzte, seinen Vater von hinten bis vorne vera..... es gab nur Stress wegen ihm...und auch meine Freundlichkeit/Geduld hat mal ein Ende. Mich wunderte in keinster Weise, dass seine Mutter soooo froh war ihn los zu sein....da hatte er sich mindestens genauso schlimm aufgeführt (weiß ich von meinem Mann und meiner Schwiegermutter).

        Er behandelte mich wie eine billige Putze, ließ sich den A....nachtragen. Lass dir gesagt sein, wenn einem das eigene Kind so behandelt, dann ist man selbst schuld. ABER wenn einem ein fremdes Kind so behandelt, so ist das eine ganz andere Hausnummer.

        Ich gehe jede Wette ein, dass DU auch deinen Teil dazu beigetragen hast.

        Warum bist du denn zu deinem Vater gezogen? Gab es Probleme mit deiner Mutter?
        Gab es auch mal ein Gespräch zwischen deinem Vater, deiner Stiefmutter und dir?

        Gott sei Dank ist er letztes Jahr in eine WG gezogen. Seitdem vertragen wir uns wieder echt gut. Er kann so sensibel und verständnisvoll sein, ist auch hilfsbereit, ABER auf Dauer kommt er weder mit seiner Mutter noch mit mir klar.

        Ich mag ihn wirklich, aber so muss ich mich von einem "Bengel, der noch grün hinter den Ohren ist" nicht behandeln lassen.

        Ach ja, deine Aktion mit diesem "aussagekräftigen" Tattoo halte ICH für kindisch/unreif. Trägst ja schließlich lebenslang mit dir rum.

        LG,
        incredible

      Liebe Nina,

      Ich kann dich gut verstehen meine Eltern haben sich getrennt da war ich 2 oder 3, ich blieb bei meiner Mutter und alle 14 Tage dann das Wochenende bei meinem Vater.

      Mein Vater hatte relativ schnell eine neue Frau und meine Mutter anfangs erstmal wechselnde Partner. Mit keinem bin ich irgendwie klar gekommen ABER ich war daran nicht unschuldig.

      Reflektiere mal dein Verhalten, du hast bestimmt auch etwas gemacht das deine Stiefmutter so zu dir ist. Sowas kommt nicht von ungefähr.

      Zu der Aktion mit den Tattoos, ich weiß nicht ob du dir das gut überlegt hast oder ob es ein Affekthandlung war. Ich hoffe nur das du es nicht bereust und das sage ich obwohl ich selber Tattoos habe ;)

      Ich wünsche dir sehr das sich alles einrenkt bei dir.

      Lg

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