Wenn Mütter gehen

    • (1) 21.09.16 - 21:07

      Ich habe gestern im ZDF einen Beitrag aus der Reihe 37 Grad gesehen.
      Es ging dabei um Mütter, die sich vom Partner getrennt haben und die Kinder sind beim Vater geblieben. Bisher bin ich immer davon ausgegangen, dass Kinder nun mal bei einer Trennung bei einem Elternteil bleiben, egal ob der Vater oder die Mutter auszieht.
      Und dass es sowohl für den Mann, der geht als auch für die Frau, die geht sicher schwer ist, die eigenen Kinder nur noch am Wochenende zu sehen.
      Das was da gezeigt wurde, geht den ganzen getrennten Männern genauso, nur redet keiner drüber.
      Außerdem hat mich überrascht, dass die Frauen aus ihrem Umfeld, gerade von anderen Müttern, so angegriffen wurden.
      Wenn ein Mann geht muss er sich ja auch nicht solche Vorwürfe von anderen Männern anhören.
      Ich finde es für die Kinder immer schlimm, wenn eine Familie zerbricht, aber dabei ist es doch letzten Endes egal ob sie beim Vater oder der Mutter bleiben.

      In beiden Fällen werden die Kinder den anderen Elternteil vermissen.
      Oder meinen die Mütter vielleicht, dass die Kinder schlechter mit einer Trennung von der Mutter zurecht kommen als mit der Tatsache, dass der Vater im Alltag fehlt?
      Wenn dem so ist, könnte man auch unterstellen dass diese Frauen sich zu wichtig nehmen und die Rolle des Vaters kleinreden wollen.
      Als meine Tochter 10 war, haben mein Mann und ich uns getrennt, ich bin sehr weit weg gezogen.

      Meine Tochter ist zunächst bei meinem Mann geblieben, hatte gerade erst die Schule gewechselt.

      In der Pubertät, mit 14, ist sie dann auf eigenen Wunsch zu mir gezogen.
      Vorher hab ich sie oft nur einmal im Monat gesehen, ich habe sie sehr vermisst, aber als sie dann bei mir war, ging es ihrem Vater auch nicht anders...
      Ich denke wenn man nicht weiß, warum ein Paar sich entschieden hat, bei wem die Kinder bleiben , sollte man mit Verurteilungen aufpassen. Denn die meisten Eltern versuchen im Sinne der Kinder zu entscheiden, wenn eine Trennung ansteht.
      Wenn ein Kind also beim Vater bleibt, war das meist eine gemeinsame Entscheidung der Eltern oder wenn das Kind alt genug ist, auch unter Einbeziehung von dessen Vorstellungen.
      Ich war überrascht, dass die Frauen so negative Erfahrungen gemacht haben, mit der Entscheidung die Kinder beim Vater zu lassen.
      Das habe ich so nicht erlebt.
      Glück gehabt? Vielleicht, aber mein Umfeld ist auch offen und tolerant, selbst meine konservative Mutter hat mich nie verurteilt.

      Wie seht ihr das?
      Ist es wirklich ein Zeichen, dass diese Frsurn schlechte Mütter sind und darf man sie ungefragt so angehen? Ist es heutzutage bei den hohen Scheidungsraten immer noch inakzeptabel wenn die Kinder eben nicht bei der Mutter bleiben?

      Oder kann es nicht durchaus Fälle geben wo die Kinder nicht automatisch besser bei der Mutter aufgehoben sind sondern der Vater einfach im Alltag derjenige ist, der mehr Stabilität bietet?

      • Hallo
        Ich habe es gestern auch gesehen und musste dabei gleich an eine Einstellung denke dieich hier immer wieder lese, die Mutter ist der absolut wichtigste Mensch für das Kind und das Nonplusultra. Der Vater, naja ist halt der Vater der irgendwie an der Zeugung beteiligt war und weniger jemand der genau so gleichwertiges Elternteil ist wie die Mutter.
        Dafür habe ich absolut kein Verständnis. Ich fühle mich gegenüber dem Vater meiner Kinder nicht in einer anderen Position nur weil ich die Kinder "ausgetragen" habe.
        Bei einer Trennung habe ich auch klar das Gefühl das es meist so ist das es die Väter sind die die A...karte ziehen, eben weil sie der Vater sind.
        Wir selbst haben uns im Frühjahr getrennt und zu dem Zeitpunkt war ich sogar noch schwanger. Das 50/50 Modell finde ich persönlich ansprechend, umsetzbar wäre es bei uns aber leider nicht das er in einem anderen Bundesland wohnt und es Arbeits/Betreuungstechnisch nicht umsetzbar wäre ohne das es die Kinder sind die darunter leiden.
        Was die Kinder angeht haben wir es zum Glück ganz schnell geschafft uns zusammenzureissen und einen regelmäßigen Umgang (mehrmals die Woche) zu klären. Auch für die kleinsten mit gut 3,5 Monaten. Das ist aber auch ein Punkt wo ich bei der ein oder anderen Person, am meisten eigentlich auf Urbia, auf Unverständnis gestoßen bin. "Ein Kind gehört doch zu seiner Mutter" #augen

        Das ist mir aber herzlich egal, die Kinder haben Mama und Papa und selbstverständlich dürfen sie auch mit ihrem Papa "jetzt schon" Zeit alleine verbringen.
        Mein Umfeld (sprich Familie,Freunde und gute Bekannte) sehen das zum Glück alle ähnlich, irgendjemand dahergelaufenes zähle ich darunter jetzt nicht.
        Ich habe mich in den letzten Monaten viel mit dem Thema beschäftigt und auch einige andere Elternteile die getrennt sind kennen gelernt. Dabei habe ich ganz unterschiedliche Geschichten gehört und auch ganz unterschiedliche Lösungen. DIE Lösung gibt es keinesfalls.

        LG

        • (3) 22.09.16 - 07:59

          Hallo,

          grundsätzlich finde ich, nehmen Mütter sich oft viel zu wichtig. Insbesondere die, die sich voll und ganz ihren Kindern verschrieben haben. Viele Frauen sind nach der Trennung auch nicht bereit zu reflektieren, dass zwar sie "diesen Drecksack" gerne loswerden wollen, aber die Kinder einen ganz andere Perspektive auf ihren Vater haben.

          Ich würde dennoch sagen, dass die Lebensumstände jeder einzelnen Familie entscheidend sind. Wenn ein Kind mit einem Elternteil viel Zeit verbringt und den anderen Elternteil nur sporadisch sieht, wäre der Verlust des Elternteils, mit dem er viel Zeit verbringt, sicher schwerer zu kompensieren.

          Daraus sollte dieser Elternteil nicht ableiten, dass der andere verzichtbar ist.

          Ich würde mir für Trennungen wünschen, dass Mütter reflektierter damit umgehen, dass Kinder eigenständige Bedürfnisse und Gefühle haben und dass Kinder einen eigenen "Trennungsanwalt" bekommen, der für ihre Bedürfnisse zuständig ist und sich dafür einsetzt, dass die durchgesetzt werden.

          Grüße Küstenkönigin

      Hallo

      >>Oder meinen die Mütter vielleicht, dass die Kinder schlechter mit einer Trennung von der Mutter zurecht kommen als mit der Tatsache, dass der Vater im Alltag fehlt?<<

      Ich sag jetzt mal ganz mutig dass es eben häufig genau so ist.

      Dass der Vater im Alltag fehlt kennen ja viele Familien auch ohne Trennung so. Mein Mann ist zum Beispiel oft nur am Wochenende zu Hause. Selbst wenn er abends heim kommt sehen sie ihn vielleicht nur noch kurz auf dem Weg ins Bett. Er war noch nie wirklich mit den Kindern alleine, regelmäßig oder für länger. Ich bin immer da, für all ihre Belange zuständig. Und bei prozuental mehr Familien ist es wohl so dass die Mutter mehr da ist als der Vater. Daher verstehe ich das von sich auf andere schließen.

      Verurteilen würde ich keine Frau die ihre Kinder beim Mann lässt, ungewöhnlich oder überraschend würde ich es wohl finden.
      Meine Tochter kam damals nicht gut damit klar als mein Mann 9 Monate Praktikum 500km weg von uns machte. Aber ich will mir gar nicht ausmalen wie es für sie wäre ohne mich. Das ist nicht arrogant, nur realistisch.

      Auch fremdbetreut zu sein am Nachmittag kennen sie gar nicht.
      So ne Trennung ist für Kinder aber immer hart, egal bei welchem Elternteil sie anschließend leben.

      Ich finde es immer grausam, wenn Kinder ein Elternteil praktisch verlieren, wenn sich die Eltern trennen, egal ob Mutter oder Vater. Für uns käme das überhaupt nicht in frage, wir würden im Falle einer Trennung (die hoffentlich nie passiert ;-)) das Wechselmodell praktizieren. Ich persönlich könnte meine Kinder nicht beim Vater zurücklassen, genauso gut könnte ich mein eigenes Herz irgendwo zurücklassen, würde aber auch nicht einsehen, die "Alltags- und Erziehungsmama" zu sein während mein Mann den Wochenendspassvater gäbe. ;-) Ich verurteile aber auch niemanden, weder Männer noch Frauen. Man muss schauen wie die schonendste Lösung für die Kinder ist.

      • (7) 22.09.16 - 20:25

        "Das kommt für uns überhaupt nicht in Frage... wir würden das so und so machen...!"

        Ja das sagen ALLE die die Situation nur von außen betrachten ...

        Keine Ahnung haben wie es ist mit Kind durch Trennung zu müssen aber genau wissen wie es funktioniert #pro

        Ganz großes Kino

        Das ist genauso für den Popo wie Erziehungsweisheiten von Kinderlosen

    Ich persönlich würde das auch nicht verurteilen, meine Schwägerin und ihr Ex haben auch entschieden, dass die gemeinsame Tochter bei ihm bleibt.
    Alle sind damit soweit glücklich und das ist doch die Hauptsache.

    Sollte es - Gott bewahre - bei meinem Mann und mit mal soweit sein, werden wir (das haben wir schon so beschlossen) es so handhaben, wie meine andere Schwägerin (ja die Scheidungsrate in seiner Familie ist hoch ;-)):
    sie und ihr Mann teilen sich das Sorgerecht, mit allem drum und dran. Also nicht so, dass er nur am Wochenende die Kinder hat und somit keinen Alltag mit dem üblichen Wahnsinn. Alle 3 Tage wird gewechselt. Bei jedem Elternteil haben sie ihre Zimmer.

    Ich finde das klasse, denn ich sehe das oft, dass den Vätern die "Spaßtage" bleiben und die Mütter den Alltagswahnsinn allein bewältigen müssen.

    (9) 22.09.16 - 07:55

    Es ist eben leider "selbstverständlich", sollte es zu einer Trennung kommen, ist meist der Mann der Gelackmeierte, der gehen muss, weil die Mutter sagt, das Kind bleibt bei ihr. Und danach wird der Mann angefeindet, warum er denn die Familie verlassen hat.

    Ich kenne zwei Väter, die das Kind bei sich haben, statt bei der Mutter. In einem Fall, war das Kind groß genug selbst zu entscheiden und für sie war die Mutter an der Trennung schuld (wobei sie tatsächlich recht hatte) und ist deswegen bei Papa geblieben.

    Bei dem anderen Fall stecke ich leider nicht so tief drin, um dazu eine Aussage machen zu können, weiß aber, dass er regelmäßig gefragt wird, warum das Kind nicht bei der Mutter lebt und er sich jedesmal erklären muss.

    Es ist aber leider auch ganz oft so, dass die Frauen mit den Kindern gehen und der Mann da steht und sich rechtfertigen muss, weil es eben genau die Mütter sind, die meinen ohne Papa geht schon, aber nicht ohne Mama. Es ist in Zeiten, in denen sich die Väter genau so um die Kinder kümmern, viel Arroganz der Frauen dabei.

    (10) 22.09.16 - 08:01

    Hallo,

    ich habe gerade nur einen kurzen Artikel zu diesem Thema gelesen.
    Ich kann auch aus persönlicher Erfahrung sprechen.

    Meine Schwester hat sich getrennt und die Tochter beim Papa gelassen, weil meine Schwester einen neuen Freund und mit dem ein Kind bekommen hat.

    Um ehrlich zu sein hat man das Gefühl der neue Freund fand meine Nichte (inzwischen 13 Jahre) als störend in seiner neuen perfekten Familie und hat alles dafür getan.

    Meiner Nichte geht es im Prinzip gut, auch ihr Vater hat eine neue Freundin und sie hat auch einen Sohn mit gebracht.... Die neue Freundin kümmert sich super und auch vom Papa bekommt sie alles.... aber ich sage euch: meine Nichte leidet! Sie versteht es nicht.

    Meine Schwester ist nun auch 700km weg gezogen, so dass meine Nichte nur noch 3 mal im Jahr zu ihrer Mama kommt...

    Ich kenne wirklich beide Seiten und kann euch sagen dass es für das Kind eine Katastrophe ist!

    ich selber bekomme nun mein zweites Kind und würde meine Kinder NIEMALS beim Vater lassen! Obwohl er ein toller Vater ist!
    Aber die Kinder wachsen im Bauch einer Mutter und die entscheidet vieles aus dem Bauch heraus, was Väter nicht so machen (können)! Und Mütter sind viel einfühlsamer....ich finde das kann ein Vater nicht geben.

    Ist meine persönliche Meinung! Aber ich kann euch sagen es schmerzt sehr.... der Gedanke wie es meiner Nichte ergeht und wie kalt das Verhältnis zu Ihrer Mutter geworden ist.... Meine Nichte leidet sehr und ich hoffe dass sie bald ihren Weg findet....

    Lg
    Costa

    • (11) 22.09.16 - 08:05

      Ich habe vergessen zu erwähnen dass meine Schwester ohne Probleme noch mind. 3 Jahre im Nachbarort wohnen bleiben können.... Sie hatte definitiv keinen Zwang....war aber scheinbar so egoistisch in die Nähe ihrer alten Heimat zukommen.

      Das stößt einfach nur auf Unverständnis.....

      ich selber bekomme nun mein zweites Kind und würde meine Kinder NIEMALS beim Vater lassen! Obwohl er ein toller Vater ist!
      Aber die Kinder wachsen im Bauch einer Mutter und die entscheidet vieles aus dem Bauch heraus, was Väter nicht so machen (können)! Und Mütter sind viel einfühlsamer....ich finde das kann ein Vater nicht geben.

      Väter machen vieles ANDERS - nicht SCHLECHTER!!! Wo ist das Problem? Mir würde jetzt nichts einfallen ausser stillen, was ein Vater nicht kann.

      Aber das ist genau das, was die TE meinte - viele Mütter halten sich einfach für unverzichtbar. Den Kindern täte es wohl manchmal besser, es wäre nicht so. Dem Vater und der Partnerschaft ebenso.

      • Also als Frau kann ich sagen, dass ich ziemlich wenig einfühlsam bin.
        Ich bin ein Kopfmensch.
        Der Vater meiner Tochter war immer besser im Trösten, Tränen trocknen und nachts aufstehen.

        Ich konnte das nie so wie er.
        Und ehrlich, das Kind war zwar in meinem Bauch aber das hat für mich jetzt bindungstechnisch null Bedeutung. .es ist halt biologisch so, aber Mutter wsr ich erst nach der Geburt . Genau wie mein Mann Vater wurde.Ich hatte ihm da nix voraus.

(14) 22.09.16 - 08:30

Ich verstehe nicht, warum es oft nur die Option Vater ODER Mutter gibt. Ich bin ein scheidungskind und meine Mutter zog aus. Sie blieb aber im gleichen Ort wohnen, mein Bruder und ich blieben bei unserem Vater wohnen, aber waren dienstags und donnerstags bei unserer Mutter. Unsere Eltern haben bewusst das geteilte sorgerecht gewählt, damit wir uns nicht entscheiden mussten und nicht aus unserem zu hause gerissen wurden. Meine Mutter zog bewusst nicht weit weg, damit wir so wenig Veränderungen wie möglich erlebten. Wir hatten jederzeit die Wahl, wann wir wo sein wollten. Alle wichtigen Entscheidungen die ins Kinder betrafen, treffen sie auch weiterhin gemeinsam. Sie haben NIE von uns verlangt, zwischenmenschlichen von Ihnen wählen zu müssen. Das würde ich mit bei Scheidungen mehr wünschen, dass die Eltern das wohl des Kindes über ihre eigenen Bedürfnisse und Verletzungen stellen. So wie meine Eltern.

(15) 22.09.16 - 09:01

Ich persönlich denke es hängt auch oft vom Alter des Kindes ab. Unser Sohn War bei der Trennung 6 Monate alt und ich hab ihn voll gestillt. Es wäre also gar nicht möglich gewesen, dass er bei Papa bleibt, da er auch flaschenverweigerer war und sich nur in den Schlaf stillen ließ.

Sind die Kinder älter ist es nochmal was anderes.

Wir waren bei der Scheidung 3,5 und 7 und wurden alle auch vom Richter gefragt was uns lieber ist. Ich und mein kleiner Bruder blieben bei mama und meine ältere Schwester wollte zu unserem Vater. Sie war aber auch immer ein papakind.

Eine zeitlich hatten unsere Eltern auch das wechswlmodell. Das ist für die Eltern voelleicht "schöner" weil sie die Kinder alle noch viel sehen, aber als Kind ist es der horror. Wir wussten nie so richtig wo wir jetzt hingehören und es War einfach nur doof. Sie haben alle 14 Tage gewechselt.
Würde ich meinem Kind also nie antun muss ich ggestehn.

Wenn die Kinder alt genug sind können u d sollten sie natürlich selbst entscheiden dürfen, was wir auch durften. Dabei muss man als Eltern dann aber weiter gut im Gespräch bleiben damit man es als Kind nicht so versucht dahin zu gehen wo weniger Stress ist, was wir auch alle drei mal probiert haben.

Es ist schwierig als Scheidungskind und auch für die eltern. Verurteilen sollte man keine entscheidung, denn wenn es gut gemacht wird wird auf die Bedürfnisse von allen und hauptsächlich der Kinder bei der Entscheidung geachtet.

Ich bin nur froh, dass sein Papa und ich uns wieder neu verliebt haben und jetzt wieder zusammen sind. Das ist für den kleinen schöner und für uns auch :-)

Aber es hängt als immer von ganz vielen Faktoren ab und da muss man einfach gucken wie gesagt.
Die Eltern entscheiden hoffentlich in den meisten Fällen gemeinsam was das beste für das Kind ist und auch dem Kind seine Meinung sollte ernst genommen werden je nach alter.
Andere geht es gar nichts an und sie haben darüber auch nicht zu urteilen. Man kann nie alles genau wissen wie es zu den Entscheidungen kam.

LG

Kenne zwei Beispielfälle aus dem näheren Bekanntenkreis:
Einmal "Wechselmodell" - die zwei Mädels, bei der Trennung 10 und 12 Jahre alt - 14 Tage Papa/14 Tage Mama. Das Ende vom Lied, die Mädels wussten überhaupt nicht mehr, wohin sie eigentlich gehörten, wurden störrisch (wohl eher verzweifelt) waren unendlich schlecht in der Schule - und flüchteten sehr oft zur Oma, die zwischendrin stand.
Heute sind sie 5 Jahre älter und leben bei der Mutter. Vater hat schon lange eine neue Frau, bekam mit dieser schnell ein Baby und die Mädels bekamen das Gefühl, in der neuen Familie überflüssig zu sein.

Zweiter Fall eines heute erwachsenen Mannes. Seine Mutter verließ ihn und seine Schwester, als die beiden 3 und 5 Jahre alt waren wegen eines neuen Mannes. Die Kinder wuchsen bei den recht alten und recht strengen Großeltern auf, da der Vater beruflich in der halben Welt unterwegs war und es nicht anders ging. Er bemühte sich schon um die Kinder, war aber wenig da. Erst nach vielen Jahren schaute die Mutter mal wieder nach den Kindern. Ein gutes gewachsenes Verhältnis kam nicht mehr auf - wie auch? Beide haben meiner Ansicht nach ihren Knacks damals bekommen, jeder auf eine andere Weise, ohne hier näher darauf eingehen zu wollen.
Wenn ich mir die zwei kleinen Kinder vorstelle, in DEM Alter von der Mutter verlassen zu werden, könnte ich heute noch heulen. Für mich unvorstellbar.

Ich streite wirklich nicht ab, dass es Kinder auch beim Vater gut haben können, besonders wenn die Mutter von mir aus suchtkrank ist oder schwer depressiv oder was weiß ich. Allerdings muss der Vater dann auch wirklich Zeit aufbringen können und vielleicht auch noch Unterstützung haben, evtl. von einer lieben Oma, Schwester oder egal - Mädels brauchen einfach auch eine Frau zum Aufwachsen.
LG Moni

(18) 22.09.16 - 10:27

Huhu #winke

Ich glaube, dieses "ein Kind gehört zur Mutter" ist einfach in vielen Köpfen noch starr verankert und daher wird es als unnormal angesehen, wenn bei einer Trennung die Kinder beim Vater bleiben. Ich glaube, das geht in eine ähnliche Richtung wie Elternzeit des Vaters (und ich meine nicht 1-2 Monate z.B. nach der Entbindung). Sooo selbstverständlich ist das immer noch nicht. Obwohl sich schon vieles geändert hat wird doch oft noch die Mutter als Hauptbezugsperson propagiert. Das sieht man doch auch daran, dass Mütter gefälligst ein schlechtes Gewissen haben müssen, wenn sie Vollzeit arbeiten und die Kinder nicht ständig sehen, bei Vätern hingegen ist das normal, da heißt es " er engagiert sich ja so, damit es seiner Familie gut geht..."

Ich bin selbst ein Scheidungskind, blieb damals bei meiner Mutter. Es gab keine Umgangsregelung, ich konnte meinen Papa sehen, wann ich wollte. Er war Fernfahrer, da hätte ich gar nicht bei ihm bleiben können. Und sollte es bei meinem Mann und mir mal soweit kommen, wird unsere Tochter vermutlich auch eher bei mir sein. Mein Mann arbeitet im 4-Schicht-System mit nur einem freien Wochenende im Monat. Hier wäre dann sowieso eine flexible Regelung nötig. Ob ich mir vorstellen kann, meine Tochter doch ganz beim Papa zu lassen, wenn es für sie besser wäre? Es würde mir vermutlich das Herz zerreißen, aber da wird es den vielen Papas auch nicht anders gehen.

Urteilen sollte man nicht, egal wie ein Betreuungsmodell nach einer Trennung aussieht. Die Eltern werden sich (hoffentlich) Gedanken gemacht haben und das Beste für die Kinder wollen. Was ich nicht verstehen kann ist einfach ganz zu gehen, mit wenig bis gar keinem Kontakt. Aber das gilt für Mütter und Väter!!!

LG
Jessi

(19) 22.09.16 - 12:27

Ein gutes, gesundes Aufwachsen beim Vater gelingt nur, wenn dieser die nötige Zeit aufbrachte (um bereits ein enges Verhältnis aufbauen zu können) und künftig auch aufbringt (um es zu erhalten).

Das ist eben in den seltensten Fällen so, da meist beruflich als Hauptverdiener abwesend.

Somit ist die Mutter automatisch die stärkere Bezugsperson. Fällt diese plötzlich weg, und kann der Vater das nicht vernünftig auffangen - ist das für Kinder eine Katastrophe.

Väter sind nicht per se die schlechteren Bezugspersonen. Aber sie sind aus zeitlichen Gründen eben zu wenig präsent, als das sie das gleiche enge Verhältnis zu Kindern haben könnten.

Gruss
agostea

  • Hier ist es auch so--unfreiwillig das klassische Hausfrau Modell. Ich bin rund um die Uhr für die Kinder da, mein Mann geht den ganzen Tag arbeiten. Nächste Woche ist er die ganze Woche auf Dienstreise...beim letzten Mal fiel es den Kindern erst am Dienstag auf, dass Papa nicht nach Hause kommt #schein
    Er liebt seine Kinder, aber imFalle einer Scheidung wäre er jetzt nicht der Typ, der sich ums Sorgerecht kloppen würde-denke ich mal.

    (21) 22.09.16 - 19:33

    In dem Beitrag kam nur zur Sprache, dass die Väter es beruflich einrichten können.
    Aber einer sagte auch dass er nicht weiß ob er immer so für die Kinder da sein kann wie sie es brauchen.

    Die Mütter arbeiteten aber auch alle Vollzeit, eine hattw sogar drei Jobs und noch nicht mal am Wochenende frei.
    Und bei einer Trennung idtces doch so, dass die Frsurn meist auch arbeiten müssen und dann auch schauen müssen wie sie Arbeit und Kinder im Alltag unter einen Hut bringen.
    D.h. zeitlich gesehen haben die Männer dann im Vergleich zu den Frauen gar keinen Nachteil mehr.
    Ich sehe es außerdem auch nicht so, dass heure der Mann noch überall der Hauptverdiener ist.
    Die meisten Frauen arbeiten und immer mehr auch Vollzeit.
    Die Frauen, die Verantwortung übernehmen wollen und ehrgeizig im Beruf sind, sieht man dich immer häufiger.

    In meinem Freundeskreis arbeiten alle Frauen Vollzeit, da gibt es einige Selbständige wie mich, aber auch Anwältinnen, Zahnärztin und Lehrerin.

    Da wird die Familienarbeit zwischen den Eltern geteilt.
    Ich habe immer mehr gearbeitet als mein Mann.
    Wir haben uns die Betreuung unserer Tochter geteilt und auch großzügig auf Frendbetreuung zurück gegriffen.

    Auch meine Mutter und mein Vater haben sich die Familienarbeit immer geteilt.

    So wie du es beschreibst, sehe ich es in meinem Umfeld nicht.

(22) 22.09.16 - 13:26

Hallo,

ich würde sagen, es gibt Mütter,(nennen wir das Kind mal A) die ihre Kinder beim Vater lassen, weil eben beide Elternteile der Meinung sind, daß dies für das Kind besser ist. Die Gründe dafür können vielseitig sein... vlt. bleibt das Kind dadurch in gewohnter Umgebung, es ist eine Oma vor Ort, die mit einspringen kann.....
Dann gibt es aber auch Mütter, die eines Tages entscheiden, daß sie nun keinen "Bock" mehr auf Familie, geschweige denn Kind haben, ihre Sachen packen und alles hinter sich lassen.

Ich habe im näheren Umfeld beide Konstellationen mehr oder weniger miterlebt: Die Kinder sind heute im jungen ERwachsenenalter.

Kind A hat ein gutes Verhältnis zum Vater und auch zur Mutter. Es lebt noch heute beim Vater, hat eine Ausbildung abgeschlossen nachdem er die erste Ausbildung abbrach, die Oma wohnt nebenan. Sie hat sich in all den Jahren auch immer viel um das Kind gekümmert, auch wenn sie dabei schon Zeiten hatte, wo sie an ihre Grenzen kam. Ist ein netter junger Mann geworden, der nun auch eine feste Freundin hat...

Für Kind B - deren Mutter einfach so gegangen ist, auch danach nichts mit dem Kind mehr zu tun haben wollte - lief es anders. Der Vater hat sich ziemlich bald nach der Trennung eine Asiatin "geholt" mit der er noch zwei weitere Kinder bekam. Die Große fühlte sich wohl immer als 5.tes RAd am Wagen, kam in der 7. KLasse weg in ein Erziehungsheim. Bis dahin hatte sie viel mitgemacht und auch viel Ärger verursacht. Heute macht sie eine Ausbildung, wohnt jedoch nicht mehr beim Vater... eine Tante hält noch Kontakt zu ihr, aber auch nur wenn sie keine zu großen Probleme macht. DAs Mädel ist größtenteils auf sich allein gestellt.

Der Vater hat sich übrigens mittlerweile von der zweiten FRau getrennt... er arbeitet viel, denn er hat eben Unterhaltsleistungen am Hals.

Mir würden dazu noch ganz viele Beispiele einfallen... was ich damit sagen will: Es ist nicht alles entscheidend, ob das Kind nun bei Vater oder Mutter bleibt, weitaus entscheidender ist doch, ob ein Kind sich auch nach der Trennung von beiden Eltern weiterhin geliebt fühlen darf.

LG

Hallo,

für mich gehört ein Kind nach der Trennung zu beiden, weiterhin, aber mit klaren Absprachen.

Was ich immer sehr unverständlich finde ist, wenn Leute so unendlich weit voneinander wegziehen und es ihren Kindern unmöglich machen, auch mal spontan auf Besuch vorbeizukommen und sich über das Elternteil, bei dem sie wohnen, auszukotzen oder so. Klar gibt es manchmal Gründe, aber oft ist das so fadenscheiniges Wischi-Waschi.

Wir haben die absolute Bilderbuchtrennung in unserem Dorf und ich finde, das könnte ein Beispiel sein: Die Kinder leben zwar bei der Mutter, der Vater hat sie aber zweimal in der Woche mittags nach der Schule (er nimmt diese Mittage frei, sie arbeitet), kocht dann, schaut die Hausaufgaben an, etc. Die Wochenenden sind geteilt, so wie das Programm gerade ist (sehr flexibel, hat seine Mutter Geburtstag, gibt es auch mal zwei Vaterwochenenden, etc.). Die Kinder haben bei beiden ein Kinderzimmer und dürfen abends auch noch eine Stunde mit Papa raus und kicken ... zu schulischen Veranstaltungen gehen sie gemeinsam (obwohl sie inzwischen wieder neue Partner haben) und verhalten sich dort auch gegenüber ganz normal.

Was ich total schlimm finde sind Kinder, die nach der Scheidung nirgends mehr hingehören, weil keiner sie will. Gibt es bei uns auch einen Fall: Die Mutter fand unser Dorf schon immer Scheiße, der Vater zog weit weg und kann das Kind nicht nehmen, die Mutter zog in die nächste Großstadt und das arme Würstchen lebt bei der Oma. Du siehst dem Kind richtig an, wie verloren es ist (obwohl die Oma echt ihr bestes gibt).

GLG
Miss Mary

(24) 22.09.16 - 20:00

Ich finde es ebenso ok, wenn Kinder beim VAter bleiben.
ABer ich würde dann niemals soweit wegziehen, daß ich sie nur einmal im Monat sehe

lg

  • (25) 22.09.16 - 20:04

    Wir wollten eigentlich zusammen gehen.
    Ich hatte eine neue Stelle angenommen und es war so geplant dass wir alle drei gehen.

    Mein Mann hat dann aber gesagt, dass er nicht mitkommen wird und hat seinen alten Vertrag verlängert.
    Ich nin also nicht weggezogen, weil mir danach war, sondern weil es seit 1 Jahr fest geplant war.

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