Wenn Mütter gehen

    • (1) 21.09.16 - 21:07

      Ich habe gestern im ZDF einen Beitrag aus der Reihe 37 Grad gesehen.
      Es ging dabei um Mütter, die sich vom Partner getrennt haben und die Kinder sind beim Vater geblieben. Bisher bin ich immer davon ausgegangen, dass Kinder nun mal bei einer Trennung bei einem Elternteil bleiben, egal ob der Vater oder die Mutter auszieht.
      Und dass es sowohl für den Mann, der geht als auch für die Frau, die geht sicher schwer ist, die eigenen Kinder nur noch am Wochenende zu sehen.
      Das was da gezeigt wurde, geht den ganzen getrennten Männern genauso, nur redet keiner drüber.
      Außerdem hat mich überrascht, dass die Frauen aus ihrem Umfeld, gerade von anderen Müttern, so angegriffen wurden.
      Wenn ein Mann geht muss er sich ja auch nicht solche Vorwürfe von anderen Männern anhören.
      Ich finde es für die Kinder immer schlimm, wenn eine Familie zerbricht, aber dabei ist es doch letzten Endes egal ob sie beim Vater oder der Mutter bleiben.

      In beiden Fällen werden die Kinder den anderen Elternteil vermissen.
      Oder meinen die Mütter vielleicht, dass die Kinder schlechter mit einer Trennung von der Mutter zurecht kommen als mit der Tatsache, dass der Vater im Alltag fehlt?
      Wenn dem so ist, könnte man auch unterstellen dass diese Frauen sich zu wichtig nehmen und die Rolle des Vaters kleinreden wollen.
      Als meine Tochter 10 war, haben mein Mann und ich uns getrennt, ich bin sehr weit weg gezogen.

      Meine Tochter ist zunächst bei meinem Mann geblieben, hatte gerade erst die Schule gewechselt.

      In der Pubertät, mit 14, ist sie dann auf eigenen Wunsch zu mir gezogen.
      Vorher hab ich sie oft nur einmal im Monat gesehen, ich habe sie sehr vermisst, aber als sie dann bei mir war, ging es ihrem Vater auch nicht anders...
      Ich denke wenn man nicht weiß, warum ein Paar sich entschieden hat, bei wem die Kinder bleiben , sollte man mit Verurteilungen aufpassen. Denn die meisten Eltern versuchen im Sinne der Kinder zu entscheiden, wenn eine Trennung ansteht.
      Wenn ein Kind also beim Vater bleibt, war das meist eine gemeinsame Entscheidung der Eltern oder wenn das Kind alt genug ist, auch unter Einbeziehung von dessen Vorstellungen.
      Ich war überrascht, dass die Frauen so negative Erfahrungen gemacht haben, mit der Entscheidung die Kinder beim Vater zu lassen.
      Das habe ich so nicht erlebt.
      Glück gehabt? Vielleicht, aber mein Umfeld ist auch offen und tolerant, selbst meine konservative Mutter hat mich nie verurteilt.

      Wie seht ihr das?
      Ist es wirklich ein Zeichen, dass diese Frsurn schlechte Mütter sind und darf man sie ungefragt so angehen? Ist es heutzutage bei den hohen Scheidungsraten immer noch inakzeptabel wenn die Kinder eben nicht bei der Mutter bleiben?

      Oder kann es nicht durchaus Fälle geben wo die Kinder nicht automatisch besser bei der Mutter aufgehoben sind sondern der Vater einfach im Alltag derjenige ist, der mehr Stabilität bietet?

      • Hallo
        Ich habe es gestern auch gesehen und musste dabei gleich an eine Einstellung denke dieich hier immer wieder lese, die Mutter ist der absolut wichtigste Mensch für das Kind und das Nonplusultra. Der Vater, naja ist halt der Vater der irgendwie an der Zeugung beteiligt war und weniger jemand der genau so gleichwertiges Elternteil ist wie die Mutter.
        Dafür habe ich absolut kein Verständnis. Ich fühle mich gegenüber dem Vater meiner Kinder nicht in einer anderen Position nur weil ich die Kinder "ausgetragen" habe.
        Bei einer Trennung habe ich auch klar das Gefühl das es meist so ist das es die Väter sind die die A...karte ziehen, eben weil sie der Vater sind.
        Wir selbst haben uns im Frühjahr getrennt und zu dem Zeitpunkt war ich sogar noch schwanger. Das 50/50 Modell finde ich persönlich ansprechend, umsetzbar wäre es bei uns aber leider nicht das er in einem anderen Bundesland wohnt und es Arbeits/Betreuungstechnisch nicht umsetzbar wäre ohne das es die Kinder sind die darunter leiden.
        Was die Kinder angeht haben wir es zum Glück ganz schnell geschafft uns zusammenzureissen und einen regelmäßigen Umgang (mehrmals die Woche) zu klären. Auch für die kleinsten mit gut 3,5 Monaten. Das ist aber auch ein Punkt wo ich bei der ein oder anderen Person, am meisten eigentlich auf Urbia, auf Unverständnis gestoßen bin. "Ein Kind gehört doch zu seiner Mutter" #augen

        Das ist mir aber herzlich egal, die Kinder haben Mama und Papa und selbstverständlich dürfen sie auch mit ihrem Papa "jetzt schon" Zeit alleine verbringen.
        Mein Umfeld (sprich Familie,Freunde und gute Bekannte) sehen das zum Glück alle ähnlich, irgendjemand dahergelaufenes zähle ich darunter jetzt nicht.
        Ich habe mich in den letzten Monaten viel mit dem Thema beschäftigt und auch einige andere Elternteile die getrennt sind kennen gelernt. Dabei habe ich ganz unterschiedliche Geschichten gehört und auch ganz unterschiedliche Lösungen. DIE Lösung gibt es keinesfalls.

        LG

        • Hallo,

          grundsätzlich finde ich, nehmen Mütter sich oft viel zu wichtig. Insbesondere die, die sich voll und ganz ihren Kindern verschrieben haben. Viele Frauen sind nach der Trennung auch nicht bereit zu reflektieren, dass zwar sie "diesen Drecksack" gerne loswerden wollen, aber die Kinder einen ganz andere Perspektive auf ihren Vater haben.

          Ich würde dennoch sagen, dass die Lebensumstände jeder einzelnen Familie entscheidend sind. Wenn ein Kind mit einem Elternteil viel Zeit verbringt und den anderen Elternteil nur sporadisch sieht, wäre der Verlust des Elternteils, mit dem er viel Zeit verbringt, sicher schwerer zu kompensieren.

          Daraus sollte dieser Elternteil nicht ableiten, dass der andere verzichtbar ist.

          Ich würde mir für Trennungen wünschen, dass Mütter reflektierter damit umgehen, dass Kinder eigenständige Bedürfnisse und Gefühle haben und dass Kinder einen eigenen "Trennungsanwalt" bekommen, der für ihre Bedürfnisse zuständig ist und sich dafür einsetzt, dass die durchgesetzt werden.

          Grüße Küstenkönigin

      Hallo

      >>Oder meinen die Mütter vielleicht, dass die Kinder schlechter mit einer Trennung von der Mutter zurecht kommen als mit der Tatsache, dass der Vater im Alltag fehlt?<<

      Ich sag jetzt mal ganz mutig dass es eben häufig genau so ist.

      Dass der Vater im Alltag fehlt kennen ja viele Familien auch ohne Trennung so. Mein Mann ist zum Beispiel oft nur am Wochenende zu Hause. Selbst wenn er abends heim kommt sehen sie ihn vielleicht nur noch kurz auf dem Weg ins Bett. Er war noch nie wirklich mit den Kindern alleine, regelmäßig oder für länger. Ich bin immer da, für all ihre Belange zuständig. Und bei prozuental mehr Familien ist es wohl so dass die Mutter mehr da ist als der Vater. Daher verstehe ich das von sich auf andere schließen.

      Verurteilen würde ich keine Frau die ihre Kinder beim Mann lässt, ungewöhnlich oder überraschend würde ich es wohl finden.
      Meine Tochter kam damals nicht gut damit klar als mein Mann 9 Monate Praktikum 500km weg von uns machte. Aber ich will mir gar nicht ausmalen wie es für sie wäre ohne mich. Das ist nicht arrogant, nur realistisch.

      Auch fremdbetreut zu sein am Nachmittag kennen sie gar nicht.
      So ne Trennung ist für Kinder aber immer hart, egal bei welchem Elternteil sie anschließend leben.

      Ich finde es immer grausam, wenn Kinder ein Elternteil praktisch verlieren, wenn sich die Eltern trennen, egal ob Mutter oder Vater. Für uns käme das überhaupt nicht in frage, wir würden im Falle einer Trennung (die hoffentlich nie passiert ;-)) das Wechselmodell praktizieren. Ich persönlich könnte meine Kinder nicht beim Vater zurücklassen, genauso gut könnte ich mein eigenes Herz irgendwo zurücklassen, würde aber auch nicht einsehen, die "Alltags- und Erziehungsmama" zu sein während mein Mann den Wochenendspassvater gäbe. ;-) Ich verurteile aber auch niemanden, weder Männer noch Frauen. Man muss schauen wie die schonendste Lösung für die Kinder ist.

      • (7) 22.09.16 - 20:25

        "Das kommt für uns überhaupt nicht in Frage... wir würden das so und so machen...!"

        Ja das sagen ALLE die die Situation nur von außen betrachten ...

        Keine Ahnung haben wie es ist mit Kind durch Trennung zu müssen aber genau wissen wie es funktioniert #pro

        Ganz großes Kino

        Das ist genauso für den Popo wie Erziehungsweisheiten von Kinderlosen

    Ich persönlich würde das auch nicht verurteilen, meine Schwägerin und ihr Ex haben auch entschieden, dass die gemeinsame Tochter bei ihm bleibt.
    Alle sind damit soweit glücklich und das ist doch die Hauptsache.

    Sollte es - Gott bewahre - bei meinem Mann und mit mal soweit sein, werden wir (das haben wir schon so beschlossen) es so handhaben, wie meine andere Schwägerin (ja die Scheidungsrate in seiner Familie ist hoch ;-)):
    sie und ihr Mann teilen sich das Sorgerecht, mit allem drum und dran. Also nicht so, dass er nur am Wochenende die Kinder hat und somit keinen Alltag mit dem üblichen Wahnsinn. Alle 3 Tage wird gewechselt. Bei jedem Elternteil haben sie ihre Zimmer.

    Ich finde das klasse, denn ich sehe das oft, dass den Vätern die "Spaßtage" bleiben und die Mütter den Alltagswahnsinn allein bewältigen müssen.

    Es ist eben leider "selbstverständlich", sollte es zu einer Trennung kommen, ist meist der Mann der Gelackmeierte, der gehen muss, weil die Mutter sagt, das Kind bleibt bei ihr. Und danach wird der Mann angefeindet, warum er denn die Familie verlassen hat.

    Ich kenne zwei Väter, die das Kind bei sich haben, statt bei der Mutter. In einem Fall, war das Kind groß genug selbst zu entscheiden und für sie war die Mutter an der Trennung schuld (wobei sie tatsächlich recht hatte) und ist deswegen bei Papa geblieben.

    Bei dem anderen Fall stecke ich leider nicht so tief drin, um dazu eine Aussage machen zu können, weiß aber, dass er regelmäßig gefragt wird, warum das Kind nicht bei der Mutter lebt und er sich jedesmal erklären muss.

    Es ist aber leider auch ganz oft so, dass die Frauen mit den Kindern gehen und der Mann da steht und sich rechtfertigen muss, weil es eben genau die Mütter sind, die meinen ohne Papa geht schon, aber nicht ohne Mama. Es ist in Zeiten, in denen sich die Väter genau so um die Kinder kümmern, viel Arroganz der Frauen dabei.

    Hallo,

    ich habe gerade nur einen kurzen Artikel zu diesem Thema gelesen.
    Ich kann auch aus persönlicher Erfahrung sprechen.

    Meine Schwester hat sich getrennt und die Tochter beim Papa gelassen, weil meine Schwester einen neuen Freund und mit dem ein Kind bekommen hat.

    Um ehrlich zu sein hat man das Gefühl der neue Freund fand meine Nichte (inzwischen 13 Jahre) als störend in seiner neuen perfekten Familie und hat alles dafür getan.

    Meiner Nichte geht es im Prinzip gut, auch ihr Vater hat eine neue Freundin und sie hat auch einen Sohn mit gebracht.... Die neue Freundin kümmert sich super und auch vom Papa bekommt sie alles.... aber ich sage euch: meine Nichte leidet! Sie versteht es nicht.

    Meine Schwester ist nun auch 700km weg gezogen, so dass meine Nichte nur noch 3 mal im Jahr zu ihrer Mama kommt...

    Ich kenne wirklich beide Seiten und kann euch sagen dass es für das Kind eine Katastrophe ist!

    ich selber bekomme nun mein zweites Kind und würde meine Kinder NIEMALS beim Vater lassen! Obwohl er ein toller Vater ist!
    Aber die Kinder wachsen im Bauch einer Mutter und die entscheidet vieles aus dem Bauch heraus, was Väter nicht so machen (können)! Und Mütter sind viel einfühlsamer....ich finde das kann ein Vater nicht geben.

    Ist meine persönliche Meinung! Aber ich kann euch sagen es schmerzt sehr.... der Gedanke wie es meiner Nichte ergeht und wie kalt das Verhältnis zu Ihrer Mutter geworden ist.... Meine Nichte leidet sehr und ich hoffe dass sie bald ihren Weg findet....

    Lg
    Costa

    • Ich habe vergessen zu erwähnen dass meine Schwester ohne Probleme noch mind. 3 Jahre im Nachbarort wohnen bleiben können.... Sie hatte definitiv keinen Zwang....war aber scheinbar so egoistisch in die Nähe ihrer alten Heimat zukommen.

      Das stößt einfach nur auf Unverständnis.....

      ich selber bekomme nun mein zweites Kind und würde meine Kinder NIEMALS beim Vater lassen! Obwohl er ein toller Vater ist!
      Aber die Kinder wachsen im Bauch einer Mutter und die entscheidet vieles aus dem Bauch heraus, was Väter nicht so machen (können)! Und Mütter sind viel einfühlsamer....ich finde das kann ein Vater nicht geben.

      Väter machen vieles ANDERS - nicht SCHLECHTER!!! Wo ist das Problem? Mir würde jetzt nichts einfallen ausser stillen, was ein Vater nicht kann.

      Aber das ist genau das, was die TE meinte - viele Mütter halten sich einfach für unverzichtbar. Den Kindern täte es wohl manchmal besser, es wäre nicht so. Dem Vater und der Partnerschaft ebenso.

      • Also als Frau kann ich sagen, dass ich ziemlich wenig einfühlsam bin.
        Ich bin ein Kopfmensch.
        Der Vater meiner Tochter war immer besser im Trösten, Tränen trocknen und nachts aufstehen.

        Ich konnte das nie so wie er.
        Und ehrlich, das Kind war zwar in meinem Bauch aber das hat für mich jetzt bindungstechnisch null Bedeutung. .es ist halt biologisch so, aber Mutter wsr ich erst nach der Geburt . Genau wie mein Mann Vater wurde.Ich hatte ihm da nix voraus.

Ich verstehe nicht, warum es oft nur die Option Vater ODER Mutter gibt. Ich bin ein scheidungskind und meine Mutter zog aus. Sie blieb aber im gleichen Ort wohnen, mein Bruder und ich blieben bei unserem Vater wohnen, aber waren dienstags und donnerstags bei unserer Mutter. Unsere Eltern haben bewusst das geteilte sorgerecht gewählt, damit wir uns nicht entscheiden mussten und nicht aus unserem zu hause gerissen wurden. Meine Mutter zog bewusst nicht weit weg, damit wir so wenig Veränderungen wie möglich erlebten. Wir hatten jederzeit die Wahl, wann wir wo sein wollten. Alle wichtigen Entscheidungen die ins Kinder betrafen, treffen sie auch weiterhin gemeinsam. Sie haben NIE von uns verlangt, zwischenmenschlichen von Ihnen wählen zu müssen. Das würde ich mit bei Scheidungen mehr wünschen, dass die Eltern das wohl des Kindes über ihre eigenen Bedürfnisse und Verletzungen stellen. So wie meine Eltern.

Ich persönlich denke es hängt auch oft vom Alter des Kindes ab. Unser Sohn War bei der Trennung 6 Monate alt und ich hab ihn voll gestillt. Es wäre also gar nicht möglich gewesen, dass er bei Papa bleibt, da er auch flaschenverweigerer war und sich nur in den Schlaf stillen ließ.

Sind die Kinder älter ist es nochmal was anderes.

Wir waren bei der Scheidung 3,5 und 7 und wurden alle auch vom Richter gefragt was uns lieber ist. Ich und mein kleiner Bruder blieben bei mama und meine ältere Schwester wollte zu unserem Vater. Sie war aber auch immer ein papakind.

Eine zeitlich hatten unsere Eltern auch das wechswlmodell. Das ist für die Eltern voelleicht "schöner" weil sie die Kinder alle noch viel sehen, aber als Kind ist es der horror. Wir wussten nie so richtig wo wir jetzt hingehören und es War einfach nur doof. Sie haben alle 14 Tage gewechselt.
Würde ich meinem Kind also nie antun muss ich ggestehn.

Wenn die Kinder alt genug sind können u d sollten sie natürlich selbst entscheiden dürfen, was wir auch durften. Dabei muss man als Eltern dann aber weiter gut im Gespräch bleiben damit man es als Kind nicht so versucht dahin zu gehen wo weniger Stress ist, was wir auch alle drei mal probiert haben.

Es ist schwierig als Scheidungskind und auch für die eltern. Verurteilen sollte man keine entscheidung, denn wenn es gut gemacht wird wird auf die Bedürfnisse von allen und hauptsächlich der Kinder bei der Entscheidung geachtet.

Ich bin nur froh, dass sein Papa und ich uns wieder neu verliebt haben und jetzt wieder zusammen sind. Das ist für den kleinen schöner und für uns auch :-)

Aber es hängt als immer von ganz vielen Faktoren ab und da muss man einfach gucken wie gesagt.
Die Eltern entscheiden hoffentlich in den meisten Fällen gemeinsam was das beste für das Kind ist und auch dem Kind seine Meinung sollte ernst genommen werden je nach alter.
Andere geht es gar nichts an und sie haben darüber auch nicht zu urteilen. Man kann nie alles genau wissen wie es zu den Entscheidungen kam.

LG

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