Ich kann so nicht mehr leben.. was soll ich tun??

    • (1) 24.09.16 - 17:36

      Ich bräuchte dringend einen Rat von euch..

      (Nur im Vorfeld: es wird wahrscheinlich etwas länger)

      Ersteinmal zu mir:
      Ich bin 19 Jahre alt und lebe momentan mit meinem Partner unserer gemeinsamen Tochter und jede zweite Woche mit seiner Tochter zusammen.

      Seitdem ich 11 bin, bin ich nicht mehr glücklich mit meinem Leben.. damals hatte ich einige Krankenhaus Aufenthalte und wurde in der Schule nurnoch gemobbt und fertig gemacht. Seitdem habe ich mich nurnoch zuhause verschanzt und wurde sehr depressiv. Meine Eltern interessierte dies nicht und meinten nur ich würde spinnen.. ich habe starke selbstwertprobleme zu denen Borderline und andere Symptome hinzugekommen sind. Die Schule habe ich auch einige Male gewechselt bis ich schließlich meinen realschulabschluss als Jahrgangsbeste absolvierte. Ich habe früh angefangen mich auf falschen Seiten im Internet herumzutreiben und dort sehr viele Kontakte mit Männern geknüpft da ich nur dort soetwas wie "liebe" bzw. Anerkennung bekommen habe. Mit 16 bin ich "ausgebrochen" und habe mich nurnoch rumgetrieben, habe jeden Tag viel getrunken und gekifft.. all dies wussten meine Eltern nicht da ich Ihnen nur Lügen aufgetischt habe, da ich das Haus nie wirklich verlassen durfte. Ich konnte noch nie über mich selbst bestimmen und hatte niemals freiheiten. Meine Eltern sind streng gläubig und dementsprechend auch sehr streng. Während dieser Zeit habe ich meinen Freund kennengelernt mit dem ich seitdem zusammmen bin. Er ist um einiges älter als ich, doch endlich hatte ich Freiheit und eine Möglichkeit all dem zu entkommen. So bin ich mit 17 von zuhause ausgezogen zu ihm. Alles war toll wir waren unglaublich verliebt und hatten ein tolles Leben. Durch dieses ganze Chaos und meine psychischen Probleme habe ich dummerweise die Schule abgebrochen. Nun mache ich per Fernstudium mein Abitur weiter. Unsere kleine Maus war nicht geplant :/ ich hatte zu der Zeit einen Pillenwechsel bei dem mir die Ärzte versicherten, dass dies keine Probleme darstelle. Allerdings wurde ich schwanger und eine Abtreibung kam für mich nie in Frage, da ich dies als mord ansehe. Nun ist unsere kleine 7 Monate alt und ich bin nurnoch verzweifelt.. ich liebe sie über alles und habe keinerlei Probleme mit ihr.. jeder lobt mich wie toll ich das mache und dass ich sehr reif bin und anderen in meinem Alter weit voraus.

      Die Beziehung zu meinem Freund hat sehr unter alldem gelitten und wir führen eigentlich nurnoch ein WG leben. Ich vermisse ihn sehr.. seine Liebe und seine Nähe.. Unternehmungen mit ihm und mit anderen Menschen. Ich bin sehr einsam.. mit meinem Abitur komme ich logischerweise auch nicht so recht voran. Ich habe all meine Freunde verloren und fühle mich sehr gefangen in dieser Situation. Wenn seine Tochter da ist passe ich ab Abend immer auf sie auf und bringe sie ins Bett, sowie meine eigene Tochter, da mein Freund bei seiner Schule ist. Ich hatte keine Kindheit, keine Jugend und bin nurnoch verzweifelt.. die Beziehung geht immer mehr den Bach runter, ich stumpfe immer mehr ab und laufe nurnoch auf Autopilot. Ich weiß nicht ob ich bei ihm bleiben möchte bzw. das noch länger aushalte da ich keine Zukunft für mich sehe wenn das so weiter geht. Ich liebe ihn und möchte mich nicht von ihm trennen aber es wird mir einfach langsam zu viel mit seiner Tochter und dieser ganzen Situation. Ich möchte leben!

      Ich bin nurnoch damit beschäftigt mich um die Kinder zu kümmern, den Haushalt und mich gerade noch so aufrecht zu erhalten. Ich möchte aber auch nicht, dass meine kleine ihren Papa nicht mehr hat. Ich weiß einfach nicht mehr was ich tun soll denn es wird immer schlimmer und bald laufe ich nurnoch als Leiche herum..

      Ich würde mich sehr über Meinungen von euch freuen!

      • (2) 24.09.16 - 18:02

        Hallo!
        Druck deinen Text aus und geh zum Arzt!
        Weiss dein Freund wie du dich fuehlst?
        Ich hoffe du findest die Unterstuetzung die du brauchst um wieder Spass am Leben zu haben!

        (3) 24.09.16 - 18:14

        Hallo,

        Ich habe ganz interessiert deinen Bericht gelesen und finde auch, dass du deine Situation gut meisterst.

        Du hast schlechte Erfahrungen gemacht und bist früh von zuhause weg.

        Aber du bleibst am ball und versuchst, aus deiner Situation das bete zu machen und auch deine schule fertig zu machen.

        Dann auch noch mit einem kleinen Kind, manchmal sogar mit zwei kindern.

        Deine Tochter ist mit 7 Monaten noch sehr klein und braucht dich noch sehr.

        Kannst du die Schule pausieren, bis deine Tochter älter ist?

        Versuch doch, dich ganz auf dein Kind zu konzentrieren, du kannst dich nicht zerreissen und dein Tag hat auch nur 24 Stunden.

        Dass du von deinem Partner nicht viel hast, geht am Anfang vielen Müttern so, die Männer brauchen manchmal länger um sich zu arrangieren mit der Situation.

        Wichtig ist, dass ihr miteinander redet und du dir auch freiräume schaffst, wo du dich mal nur um dich kümmerst, einen Kaffee trinken gehst oder sogar mal ins kino oder was dir sonst spaß macht.

        Du kannst stolz auf deine bisherigen Erfolge sein, setz dich nicht so stark unter Druck.

        Achte auch auf dich, wenn du zu kurz kommst, haben deine kleine und dein Partner auch nichts davon.

        Du darfst mir gerne schreiben, ich würde mich freuen, dich näher kennen zu lernen.

        Lg

        (4) 24.09.16 - 19:02

        Hallo,
        Ich schließe mich der Meinung von Magierin an. Du machst es super.

        Freiräume schaffen ist sehr schwierig, allerdings wird es sicher helfen den Druck rauszunehmen indem Du das Abitur auf die Zeit legst in der Du eine Betreuung für die Kleine hast. Evtl. Krippe? Da würde ich aber noch ein Weilchen warten sie ist schon noch recht klein.
        Und mit der Zeit als Paar seid ihr nicht alleine. Das geht vielen so. Helfen würde da vielleicht ein Gespräch mit Deinem Partner? Anscheinend haben viele Männer doch sehr viel Versagensangst. Mein Mann hat jetzt nach über drei Jahren immer noch so "Anfälle"
        Hast Du einen Therapeuten? Wäre evtl. nicht schlecht auch da mal ein Gespräch zu suchen.
        Hoffe das war jetzt nicht zu aufdringlich, Du hast ja geschrieben daß Du eine Borderline entwickelt hast. Viele sind ja deswegen in Behandlung.
        Du liebst beide, Deinen Mann und Dein Kind. Vergiss nicht Dich selbst zu lieben.
        Liebe Grüße

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