Kontakt nach langer Funkstille

    • (1) 28.09.16 - 20:44

      Hallo ihr Lieben,

      mein Mann und ich haben jetzt seit fast drei Jahren keinen Kontakt zu seinen Eltern. Sie kennen unsere große nur als Baby und unsere Kleine Tochter gar nicht.
      Nun hatten wir einen Todesfall in meiner Familie und fragen uns immer öfter, ob wir nicht versuchen sollten den Kontakt wieder aufzunehmen. Wer weiß wieviel Zeit uns noch bleibt und wir haben zwei so wundervolle Töchter, die ihre Großeltern gar nicht kennen ????
      Es gab damals einen großen Streit und ziemlich viele Eifersüchteleien, meine Schwiegereltern konnten damals einfach nicht akzeptieren, dass wir nun auch eine eigene Familie sind.

      Mein Mann und ich überlegen gerade, wie man den Kontakt wieder aufnimmt.....
      Anruf?

      Besuch?
      Karte/Brief?

      Was sagt/schreibt man??? ????????

      Habt ihr Ideen/Erfahrungen?

      • Wenn es so großen Streit gab, würde ich sie nicht am Telefon überrumpeln, sondern erst mal eine Grußkarte - vielleicht mit einem Foto der Enkelkinder? - schicken mit dem Hinweis, dass ihr Euch über eine Kontaktaufnahme freuen würdet. Dann seht ihr ja, ob sie anrufen/schreiben oder nicht.

        Auf Betreiben meiner Schwiegertochter (keine Einbildung - ist so)hat mein Sohn nun schon vor über einem Jahr den Kontakt zu mir eingestellt, ausgerechnet in der schlimmsten Zeit meines Lebens, direkt nach dem Tod meines Mannes. Und somit hab ich auch meinen Enkel verloren....Es gab schon vorher Probleme, wo ich den ersten Schritt gemacht hatte zur Versöhnung - ohne Erfolg. Somit versuche ich es kein zweites Mal, und wenn es noch so weh tut. Ich schrieb als letzten Versuch noch einen recht ehrlichen Brief - keine Antwort.
        Wenn die Familie heute mit dem Kleinen vor der Türe stände, würde ich die Türe sicher nicht zuschlagen - trotz aller Verletzungen.
        Keine Mails (da bekam ich so beleidigende, dass ich die Adresse gesperrt habe) keine Anrufe, keine Briefe - einfach vor der Türe stehen und - reden!

        Vielleicht macht ihr es auch ganz einfach so. Ich bin sicher, die Großeltern würden sich sehr freuen, endlich ihre Enkelinnen und auch ihr "Kind" zu sehen.
        Aber das hat nur einen Sinn, wenn man auch bereit ist, aufeinander zuzugehen.
        Schuldzuweisungen bringen nichts. Ich weiß nicht, ob Dein Mann so glücklich wäre, wenn ein Elternteil plötzlich stirbt - ohne Versöhnung.
        LG Moni

        • >> Ich bin sicher, die Großeltern würden sich sehr freuen, endlich ihre Enkelinnen und auch ihr "Kind" zu sehen.<<

          Mein Mann hat inzwischen seit 2,5 Jahren keinen Kontakt zu seinem Vater (Mutter früh verstorben). Es gab so viele Auseinandersetzungen, die aber nach kurzem Streit erledigt waren (totgeschwiegen). Er war einfach immer sehr empfindlich, bezog immer alles auf sich und alle Welt will ihm ja nur böses ...
          Nun ist es bei einer wirklichen Kleinigkeit zwischen den beiden eskaliert.

          Mein Mann hat dann Anfang des Jahres und nach dem schweren Unfall meines Vater im Mai (wäre fast gestorben) den Kontakt zu seinem Vater wieder aufnehmen wollen (auch per Brief).
          Was kam zurück? Zitat: "Bitte bitte lass mich in Ruhe!"

          Soviel dazu, dass Eltern ihre Kinder sehen wollen...

          Mir tut es auch für unsere Tochter leid, auch wenn er ihr vorher nie ein guter Opa war (er wohnt weit weg und wenn er sie mal gesehen hat, bekam sie Geld und Gummibärchen und war dann abgemeldet, er rief auch nie zu Geburtstagen an oder schickte wenigstens eine Karte, usw.).

          Für uns scheint er einfach krank zu sein, aber das kann man ihm natürlich nie sagen, wir wären ja dann die Bösen.

          Man kann nur hoffen, dass er irgendwann zur Besinnung kommt, aber das Verhältnis wird dann trotzdem nie wieder so sein wie früher, dafür ist bei meinem Mann seelisch zu viel kaputt gegangen.

          >> Ich weiß nicht, ob Dein Mann so glücklich wäre, wenn ein Elternteil plötzlich stirbt - ohne Versöhnung.<<

          Tja, wie das für meinen Mann wäre, kann ich echt nicht sagen, er hat es ja versucht ...

          • Ist schwer zu beurteilen, weil ein Außenstehender ja nicht weiß, welche Verletzungen im Laufe der Jahre da auf beiden Seiten so zusammenkamen.
            Mein Mann wollte seine ältere Tochter auch nicht mehr sehen, allerdings wurde er von dieser lebenslang wirklich NUR enttäuscht - da kam nie auch nur ein Funken Gutes.
            Sie wollte immer nur Geld, sogar gerichtlich und völlig unbegründet usw.

            Du kannst schon recht haben, wenn die Verletzungen zu tief sind - und auch noch verletzter Stolz usw. dazu kommt - dann bringt das alles vielleicht wirklich nicht soviel.
            Oder er fährt einfach ganz alleine erstmal zu ihm? Ohne dass sich der Vater unter Druck gesetzt fühlt, weil auch die Kinder dabei sind? Wenn er dann wieder abblockt, kann man wohl nichts machen. Er wird sicher auch sehr verbittert sein, ob berechtigt oder nicht.

            Ich kann nur von mir ausgehen, noch einmal "um gut Wetter" bitten und wieder auf die "Anklagebank" gesetzt werden von meiner Schwiegertochter - das tue ich mir sicher nicht mehr an, habe aber meinem Sohn in meinem letzten Brief reingeschrieben, dass er jederzeit kommen darf, wenn er möchte. Und dazu stehe ich auch.
            Er möchte ganz offensichtlich nicht......dann muss ich das auch hinnehmen, kann es ja nicht ändern.
            LG Moni

            • Natürlich gibt es immer 2 Seiten, aber jeder in unserem Freundeskreis und auch meine Familie kann beurteilen, dass von unserer Seite wirklich nie ein böser Gedanke war.

              Mein Mann ist der "Gutmensch" schlecht hin, hat seinen Vater vergöttert, ihm immer alles nachgesehen, nie ein böses Wort verloren. Macht er über niemanden.
              Er ist schon fast "zu nett" ;-)

              Sein Vater stand nach dem Tod der Mutter mit 4 Kindern und einer Firma allein da. Er hat das toll gemeistert und kann mit Recht stolz darauf sein. Aber er verlangt von seinen Kinder offenbar ewige Dankbarkeit und keine eigene Meinung, denn nur seine zählt und ist richtig.
              Deshalb gab es oft Differenzen. Auch mit mir.
              Allerdings war bis zu dem "Vorfall" mind. 2 Jahres alles (beängstigend) harmonisch.

              2 seiner anderen Kinder waren früher nicht die leichtesten gewesen und bis heute immer noch nicht unbedingt. Dafür kann aber mein Mann nichts.

              Er hat sich sein Leben lang angestrengt, wollte ihm immer alles recht machen, war und ist wirklich mustergültig in allem was er tut.
              Vielleicht war er deshalb früher immer das "Lieblingskind". Aber gerade deshalb kann wirklich NIEMAND verstehen, warum sein Vater plötzlich so reagiert.

              Mein Mann ist tottraurig, dass er plötzlich so abgeschoben wurde. Dass er seinem Vater nicht einmal ein klärendes Gespräch wert ist, um zu verstehen, was in ihm vorgeht. Er muss ja seinen Grund haben. Den kennen wir bis heute nicht.

              Natürlich könnte mein Mann hinfahren, hat das auch oft in Erwägung gezogen.
              Aber so, wie mein Schwiegervater auf Karten und Emails reagierte (auf Anrufe gar nicht), glauben wir, dass er ihm nicht einmal die Tür öffnen würde.
              Und dafür fährt man keine 350 km.

              Aber lassen wir das, um uns geht es ja nicht ;-)

              • Oje das klingt wirklich schlimm alles - kenne das ja so ähnlich auch - nur eben im umgekehrten Sinne, ich war ja auch über 40 Jahre für meinen Sohn immer da, und immer um gutes Verstehen bemüht usw - und als deren Kind kam, war ich von heute auf morgen - nach 13 Jahren - die böse Schwiegermutter, den wahren Grund weiß ich auch bis heute nicht.
                350 km würde ich wohl auch nicht fahren, um dann umkehren zu müssen.
                LG

                Dafür sollte meiner Meinung nach kein Weg zu lang sein. Ich würde hin fahren. Wenn er irgendwann verstirbt, wird man sich wahrscheinlich nie verzeihen können, das man es nicht wenigstens versucht hat.

                • Aber gilt das gleiche nicht auch andersherum?
                  Meinem Mann könnte doch auch jeden Tag etwas passieren!

                  Mein Mann hat ja schließlich mehrmals versucht, über verschiedene Wege Kontakt aufzunehmen - ohne Erfolg.
                  Ich glaube nicht, dass das anders wäre, wenn mein Mann vor der Tür stünde, dafür kenne ich meinen Schwiegervater zu gut ...

                  • Mein Vater ist auch ein Trampel, der sehr ungerecht werden kann. Oft geraten wir aneinander, weil wir vom Charakter sehr ähnlich sind. Er ist ein Stiesel, der aber sein Herz am rechten Fleck hat. Ich lass ihn dann einfach ein paar Wochen "laufen" .
                    Niemals würde er sich bei mir entschuldigen.

                    Er ruft dann irgendwann aus ganz " wichtigen" Gründen an und tut so, als wenn nichts gewesen wäre.

                    Mich stört es schon, aber er ist und bleibt mein Vater. Ich habe ihm viel zu verdanken und ich weiß, daß er mir sein letztes Hemd geben würde, ohne darüber nachzudenken.

                    Manchmal muss man mit seinen alten lieben ein bißchen nachsichtig sein.

                    An eurer stelle würde ich es auf einen Versuch ankommen lassen. Wenn es nichts bringt, habt ihr euch keinen Zacken aus der Krone gebrochen.

                    Hier noch einen Spruch zum nachdenken.

                    Eine Entschuldigung bedeutet nicht,
                    dass du im Unrecht warst.
                    Es bedeutet nur, dass dir die Beziehung

                    wichtiger als dein Ego ist.

                    LG

                    • Normalerweise würde ich das auch so sehen wie du, aber da du nicht weißt, was in den letzten 19 Jahren, die ich mit meinem Mann zusammen bin, schon alles mit ihm vorgefallen ist (das würde den Rahmen sprengen), dann könntest du nachvollziehen, dass man irgendwann einfach keine Lust mehr hat, IMMER derjenige zu sein, der den 1. Schritt macht.

                      Vater hin oder her. Das gleiche sollte doch auch für seine Kinder gelten, oder etwa nicht?!

                      Ich z.B. könnte mir nicht vorstellen, was meine Tochter tun könnte, damit ich sie abweisen würde.

                      Und dein Spruch - den ich im Übrigen absolut korrekt finde - passt bei ihm wie die Faust auf´s Auge. Aber zu IHM!
                      Eine Entschuldigung habe ich noch NIE von ihm gehört, nicht mal ansatzweise ein Eingeständnis oder ähnliches. Es sind IMMER andere Schuld (nicht nur was unsere Differenzen betrifft, auch mit anderen überwirft er sich ständig).

                      Mein Mann hat sich immer entschuldigt und ich fragte jedes Mal, warum er das eigentlich tut. Weil es eben sein Vater ist #augen

                      Aber irgendwann ist eben auch mal Schluss und an dem Punkt ist auch mein Mann inzwischen angekommen.

                      Dann ist es eben so. Der Wille geht von ihm aus, nicht von uns. Den "Ball" hat er nun.

                      • Dann lasst es so wie es ist. Hauptsache dein Mann bereut es nicht, wenn es zu spät ist.

                        Kennst du den Weihnachtswerbespott von Edeka?

                        • Ja den kenne ich.
                          Und nein, wir können jetzt natürlich nicht wissen, ob man es nicht bereuen wird.

                          Im Moment sind wir aber beide auf dem Stand, dass wir den Willen meines Schwiegervaters - ihn in Ruhe zu lassen - respektieren.
                          Auch für unseren inneren Frieden. Wir haben es mehrmals versucht und er hat uns deutlich gemacht, dass er nicht will. Auch keinen Kontakt zu unserer Tochter.
                          DAS nehme ICH ihm besonders übel, denn sie kann so gar nichts dafür.
                          Für mich war es das daher. Für meinen Mann äußerlich auch, wie es im Inneren aussieht, kann ich mir aber vorstellen...

                          Ich könnte heulen und gleichzeitig vor Wut schreien, wenn ich daran denke, wie er erst mit 6 Jahren seine Mutter an Krebs verloren hat und er nun mit 37 auch noch seinen LEBENDEN Vater, weil dieser zu stolz, egoistisch oder sonstwas ist!

          Hallo

          Ich habe vor einigen Jahren den Kontakt zu meinen Schwiegereltern abgebrochen und wollte jetzt wieder Kontakt. Tag Ende vom Lied mein mann ist am Ende. Posttraumatische belastungsstörung.

          Da gibt's nichts mehr zu beschönigen. Seine Eltern haben verkackt.

          Lg

      Hallo Moni,

      ich kann dir nur Recht geben:
      mein Mann hat nach dem Tod seiner Mutter mit seinem Vater 10 Jahre keinen Kontakt gehabt. Aufgrund der schweren Krankheit meines Mannes war ich die treibende Kraft um meinen Mann mit seinem Vater (und seiner Schwester) zu versöhnen. Ich habe angerufen und uns angekündigt und sie HABEN sich ausgesprochen. es war auch keinen Tag zu früh denn knapp 4 Monate später ist meine Schwiegervater im zarten Alter von 98 Jahren verstorben und mein Mann konnte 1 1/2 Jahre später mit dem Wissen, sich noch mit seinem Vater ausgesprochen zu haben, friedlich von dieser Welt gehen. Auch mit seiner Schwester hat er sich ausgesöhnt und ich halte bis heute den Kontakt zu meiner Schwägerin.
      Meine Tochter und Schwiegersohn haben vor 6 Jahren den Kontakt zu seinen Eltern abgebrochen, man sieht sich evtl. 1x im Jahr auf einer größeren Familienfeier wie jetzt z.B. die Hochzeit von Schwiegersohns Schwester aber das war es auch. Ich mische mich nicht ein aber frage trotzdem immer mal wieder nach ob sie sich nicht doch irgendwie mal aussprechen wollen, aber noch sind meine Kinder nicht so weit. Ich selbe wünsche allerdings keinen Kontakt mehr zu den Schwiegereltern, aber das hat andere Gründe. Ich glaube aber, wenn die Schwiegereltern meiner Tochter vor deren Tür stehen würden wäre das schon Mal ein Anfang und sie würden dann auch miteinander reden.

      LG

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