Unfähigkeit der eigenen Mutter - wie im Nachhinein damit umgehen

    • (1) 05.10.16 - 15:17

      Hallo zusammen,

      Ich hoffe ich bin mit dem Thema richtig hier.

      Ich hatte in der Vergangenheit viel mit Psych. Problemen zu tun, viele Therapien hinter mir und ich komme mit meinem Leben nun gut klar. Beziehungen zu führen fällt mir weiterhin schwer, dafür bin ich eine erfüllte Alleinerziehende Mutter.

      Seit ich Mutter bin, fällt mir allerdings die Unfähigkeit meiner eigenen Mutter immer mehr auf und es ist schwer für mich damit umzugehen, da ich absolut kein Verständnis dafür habe. Wir haben ein gutes Verhältnis, aber vieles verstehe ich an ihr und ihrem Verhalten nicht.

      Um das zu verdeutlichen, möchte ich ein paar Beispiele bringen:

      - Ich habe letztens das erste Foto von mir als Neugeborene gesehen. Gut, ist 30 Jahre her, da war vieles anders. Aber ich hab sie gefragt, wo ich da liege. Sie: na auf der Säuglingsstation. Ich: wie, nicht bei dir? Sie: nee, wie denn? Ich hatte Kaiserschnitt und konnte mich nicht kümmern. Ich: wie lange lag ich da? Sie: so 10 Tage... hin und wieder haben dich die Schwestern gebracht, und wenn ich müde war, bist du wieder zurück auf die Säuglingsstation.
      > ich hatte auch Kaiserschnitt, zudem eine fiebrige Infektion, mein Kind auch und es wurde in ein anderes Krankenhaus verlegt. Ich habe alles dafür getan um täglich bei ihm zu sein, habe mich gequält, trotz allem gestillt und meine eigenen Bedürfnisse zu allerletzt wahrgenommen.

      - Letztens erzählte sie mir, dass ich mit etwa einem Jahr so schlimm gefallen bin, und seitdem eine Narbe auf der Stirn habe. Sie: und das hat so geblutet, ich konnte da gar nicht hingucken. Ich: bist du dann mit mir ins Krankenhaus gefahren? Sie: ne, ich war unter Schock. Dein Vater und die Tagesmutter sind dort hin.

      > für mich absolut unverständlich als Mutter! In solchen Situationen hat man zu funktionieren.

      - wenn ich als Kind krank war, hat sie einem Vorwürfe gemacht, dass sie sich jetzt wieder kümmern muss. Irgendwann hatte ich Angst davor krank zu werden.

      - nach einem Wirbelbruch sollte ich länger im Krankenhaus bleiben, weil sie ja sonst einen Pflegefall zuhause hätte...

      - Sie stellt immer in den Mittelpunkt was sie alles leistet. Seit ich zwei Jahre bin ist sie nicht mehr berufstätig...

      - Sie verdreht Geschichten um anderen zu zeigen, wie weitsichtig sie ist. Als ich schwanger hat sie auf den Vater meiner Tochter gemeint, dass er nett ist und sie froh ist , dass ich das Kind von ihm bekomme, nicht von nem anderen Ex. Als wir uns trennten hat sie allen Leuten erzählt, dass sie schon nach dem Kennenlernen gesagt hätte, hoffentlich kriegen wir keine Kinder...

      Zu meinem Vater ist sie genauso... Und über meinen Bruder wird nur gelästert, aber wenn er zu Besuch ist, ist er der tollste.

      Das ganze belastet mich immer mehr, da ich wieder in meine Heimstadt zurückgekehrt bin und ihr Verhalten besser analysieren kann bzw. als Mutter Dinge anders einschätze.

      Vielleicht ist es auch gar nicht schlimm was ich schildere, daher hätte ich mal gerne eine Einschätzung...

      Liebe Grüße!

      • (2) 05.10.16 - 15:31

        Warum willst Du Verhaltensweisen Deiner Mutter in der Vergangenheit analysieren?
        Vor allem sowas wie die ersten zwei Beispiele?
        Ist es nicht völlig egal, ob Mutter oder Vater mit einem Kind mit blutender Wunde in die Notaufnahme fahren?
        Was spielt das denn für Dich eine Rolle, Du warst ein Jahr alt.
        Ich verstehe nicht, warum Du Dich mit sowas überhaupt beschäftigst.

        Du kannst Deine Mutter nicht ändern, die ist wie sie ist.
        Das kannst Du akzeptieren und damit leben, oder Du hälst Abstand.

        Ich finde es wirklich sehr ungesund was Du machst.

        • Ich finde schon, dass es eine große Rolle spielt um a) sich selbst und die Probleme die man selbst im Leben hat besser zu verstehen und

          b) es beim eigenen Kind in Zukunft besservzu machen.

          Ich möchte bspw nicht, dass meine Tochter mal an Magersucht erkrankt und finde, dass man sowas vorbeugen kann.

                • Ich hatte das als Jugendliche. Sicherlich unter anderem durch das Verhalten meiner Mutter ausgelöst.

                  Sowas möchte ich in der nächsten Generation vermeiden. Daher denke ich über sie nach.

                  • (8) 05.10.16 - 16:23

                    Mit Deinem Verhalten und dem nicht in Ruhe lassen der ...... eh nicht mehr zu ändernden....... Vergangenheit, machst Du vielleicht aber genau das Falsche.

                    Ich finde es nicht so einfach zu sagen, dass man als Kind Magersucht bekommt, weil das Elternhaus "versagt " hat.

                    Als Teenager habe ich viele Dinge nicht so gesehen wie heute und ich habe viele Ansichten meiner Mutter als übertrieben und überzogen gehalten. Heute bin ich selber Mutter und kann verschiedene Dinge sehr wohl und sehr gut nachvollziehen.

                    Als meine Tochter, das erste mal böse gefallen ist und der ganze Mund voller Blut War, hatte ich Panik dass sie sich alle Zähne ausgeschlagen hat. In meiner Panik habe ich nach meiner Mutter gerufen die mit ihrer Ruhe, mein Kind umsorgt hat und siehe da alle Zähne noch drin und sie hatte sich auf die Lippen gebissen. Ich habe erst mit der zeit in meine Mutterrolle gefunden und musste da förmlich rein wachsen. Alles was ich mir vorher so leicht vorgestellt habe, war plötzlich wahnsinnig schwer. Ja und nun ? Bin ich deswegen eine schlechte Mama?

                    Der Unterschied ist, heute kann man darüber sehr offen reden ohne direkt angegriffen zu werden. Zu Zeiten wo unsere Eltern Mama und Papa wurden, wurde vorausgesetzt dass alles läuft.

                    Und nur so kann ich es mir erklären, daß deine Mama sich schwer damit tut vor anderen zu zugeben dass ihr vieles nicht leicht gefallen ist. Das was du als lügen siehst, sehe ich eher als Schutz davor dass andere sie, wie du jetzt als unfähig halten.

                    Moin,

                    das bringt nichts, denn kein Mensch ist wie der andere, kein Kind ist wie das andere. Meine Oma sagte immer sie hatte 5 Kinder und keines war wie das andere und bei jedem musste sie ihre Erziehung anpassen.

                    Und es ist wirklich so, bei fast allen Menschen mit psychischen Problemen die ich kenne ist es so dass nicht alle Geschwister Probleme haben, sondern meist nur eines. Wie erklärst Du Dir das? Die Eltern haben bestimmt nichts Grundsätzliches anders gemacht, waren nicht auf einmal hartherziger oder intolleranter. Es liegt eben in der Vielfalt dass beim Einen etwas anders ankommt als beim Anderen. Und es ist auch viel Veranlagung. Mein Bruder und ich sind zu Beispiel in vielen Aspekten krasse Gegenteile, wir hören oft "DAS ist DEIN Geschwister? Sicher dass die nicht adoptiert ist? Nicht Dein Ernst".

                    Die einen Kinder muss man bremsen, die anderen ermutigen, die einen sprühen vor Selbstbewusstsein und Ehrgeiz, die anderen sind Mauerblümchen und dümpeln vor sich hin, die einen brauchen viel Nähe und Zuneigung, die anderen sind schon bald unabhängig ... Es gibt nicht "das Verhalten das etwas anderes auslöst". Es ist immer eine Summe von Dingen und zum Teil auch Veranlagung, gerade bei Magersucht hat auch das soziale Umfeld außerhalb der Familie viel Einfluss auf das Entstehen.

                    Am allerwichtigsten wenn Du Dein Kind vor psychischen Schäden bewahren willst ist bei ihm genau das nicht zu machen was Du bei Deiner Mutter machst, nämlich analysieren, kritisieren, bewerten. Nimm es wie es ist, zeig ihm dass es geliebt wird wie es ist. Ansonsten ist Erziehung laut einer Freundin die Sozialpädagogin für verhaltensgestörte Jugendliche ist wie folgt zu sehen:
                    "Erziehung heißt die Fehler im kommenden Jahr auszubügeln die man im letzen Jahr gemacht hat."

                    LG
                    Pikku

                    • Ich bin essgestört. Meine Schwester auch. Meine Mutter auch. Mein Vater war stark übergewichtig, vermutlich auch nicht weil es so schön ist.

                      In meiner Selbsthilfegruppe sind 2 Frauen die erzählt haben das ihre Geschwister auch betroffen sind. Die anderen drei haben sich nicht geäußert soweit ich mich erinnere. Zumindest in dieser Minigruppe trifft deine Theorie nicht zu.

                      <<<Meine Oma sagte immer sie hatte 5 Kinder und keines war wie das andere und bei jedem musste sie ihre Erziehung anpassen.>>>

                      Dein Oma hat soooo Recht. Ich selbst habe vier Kinder und daher vier verschiedene Charaktere zuhause. Dennoch sehe ich manchmal einige Parallelen. Komisch sowas. Aber es ist immer wieder erstaunlich, wie es trotzdem alles funktioniert.

                      Die beiden mittleren sind da exrem unterschiedlich. Die eine konnte man mit Stubenarrest bestrafen und die andere wiederum mit Hausverbot. Also eine immer auf Achse und die andere Stubenhocker. Aber ich liebe sie trotzdem alle gleich doll.#verliebt

      vielleicht solltest du mal aufhoeren zu analysieren. jeder mensch ist anders und reagiert anders. es gibt viele dinge, die ich an meinen eltern nicht "verstehe" bzw ich versuche es gar nicht zu verstehen. es ist eben so und das war eben so und warum soll ich mir jetzt den stress machen, nach so vielen jahren, sachen zu analysieren, die ich eh nicht aendern kann? ich kann nur versuchen es besser zu machen. ich gehe zb auch nicht mit zwerg zum zahnarzt. das muss mein mann machen. ich kann es einfach nicht und ich glaube auch nicht, dass zwerg einen schaden davon traegt weil ich nicht mit ihm zum zahnarzt gehe. ob er es spaeter mal analysiert wird sich zeigen......

      Ich verstehe durchaus dein Hinterfragen und reflektieren des Verhaltens deiner Mutter und vermutlich die indirekte Frage in dir, ob sie für deine Wesen verantworlich ist.

      Lass es, lebe im hier und heute. Werfe den Ballast ab und umgebe dich mit den Menschen die dir gut tun und sortiere die Anderen rücksichtslos aus. Du hast nur ein Leben!

      Huhu,

      teilweise erkenne ich in deinem Text meine Mutter wieder. Allerdings nehme ich Ihr das nicht übel, sie ist ein anderer Mensch als ich und ich vergleiche mich auch nicht mit ihr. Teilweise nutze ich es um es bei meiner Tochter "besser" zu machen - ob das klappt keine Ahnung. Werde ich vllt irgendwann mal erfahren.

      Krankenhaus: meine Mutter hat natürlich entbunden...trotzdem erzählt sie heute ganz selbstverständlich das die Schwestern mich alle 4 std zum füttern gebracht haben. Sonst wär ich auch auf der Säuglingsstation. So war das halt. Mh keine Ahnung ob es in dem kh rooming in gab vor 31 Jahren.....aber so wurde es nunmal zum Großteil gemacht (war ja nicht das einzige Baby da). Warum ihr soso Vorwürfe machen?

      Ihr hat man im kh Prosecco gebracht im vierten Monat - eine Krankenschwester meinte für die Nerven ein Glas schadet nicht.....ja würde ich nie machen...aber wusste sie es besser? Das gleiche mit dem Rauchen....

      Windeln hat bei mir die Oma gewechselt - meine Mutter konnte das nicht riechen....ja eine Mutter sollte funktionieren....aber ich bin auch so groß geworden.

      Das mit den Vorwürfen wegen Krankheit gabs bei uns zum Glück nicht....dafür andere Sachen die im Nachhinein echt daneben waren.

      Mein Tipp ist einfach deine Erfahrung zu nutzen um deinen eigenen (besseren) weg zu gehen. Vergleiche bringen meistens nichts. Deine Mutter war anders als du, aber ihr hattet doch eigentlich ein gutes Verhältnis. Was bringt es jetzt Sachen von früher zu analysieren? Ich erkläre meiner Mutter 1x warum wir Sachen anders machen und das wars. Wir kommen ganz gut miteinander aus (inzwischen zumindest) und das vergangene lasse ich ruhen.

      Alles gute :-)

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