Kontaktabbruch

    • (1) 09.10.16 - 11:12

      Hallo ihr Lieben,

      Ich habe den Kontakt zu meiner Schwester abgebrochen. Es gab Zeiten da waren wir unzertrennlich, und es gab Zeiten in denen wir so gut wie kein Wort miteinander gewechselt haben. Letztenendes habe ich aber immer versucht die Familie zusammen zu halten und bin deshalb immer wieder einen Schritt auf sie zu gegangen.

      Jetzt gab es eine schwere Situation in der Familie, in der ich mich von ihr wirklich im Stich gelassen gefühlt habe. Dieses Mal hatte ich keine Kraft wieder verständnisvoll zu sein. Daher haben wir seit sechs Monaten nicht mehr miteinander gesprochen. Und ich gehe auch ganz stark davon aus, dass von ihr nicht der erste Schritt gemacht wird, jedenfalls nicht in naher Zukunft. Mir tut das im Herzen weh.ich vermisse sie. Andererseits denke ich, dass wir beide gerade Zeit brauchen um zu atmen und evtl. unser Verhalten zu reflektieren. Wenn wir jetzt wieder Kontakt hätten, wären da glaube ich noch zu viele angestaute Emotionen, die sich dann wieder entladen würden.
      Nun endlich zu meiner Frage. Wer von euch hat auch den Kontakt zu einem Familienangehörigen abgebrochen? Habt ihr manchmal Zweifel an der Entscheidung? Oder gibt es jemanden unter euch, bei dem sich das Verhältnis durch eine Pause gebessert hat?

      • Hallo,

        das Verhältnis zu meiner Schwester ist auch mehr schlecht als recht. Und nachdem in diesem Jahr mal wieder etwas passiert ist, habe ich auch für mich beschlossen, dass es jetzt reicht. Nachdem jetzt mehrere Monate Ruhe war, hat meine Schwester "dummerweise" wieder den Kontakt gesucht, indem sie sich aus "Rücksicht auf unsere Kinder" zu uns nach hause eingeladen hat. Da wir selber viele Termine an den We hatten, kam es zum glück nicht dazu und ich wäre jetzt dran, mich zu melden, sträube mich aber innerlich dagegen. Es bringt für mich einfach immer nur Frust.
        Der gänzliche Kontaktabbruch hätte bei uns aber z.b. zur Folge, dass wir Weihnachten nicht mehr (wie die vergangenen Jahre) bei uns gemeinsam feiern würden, sondern meine Schwester das erste Mal allein zu hause wäre. einzig und allein für meine Eltern, die, obwohl ebenfalls kein besonders gutes Verhältnis zu meiner Schwester, dann zwischen den Stühlen sitzen, überlege ich, doch einen Schritt auf sie zu zu gehen. Würde ich es nicht tun, weiß ich genau, dass sich die Fronten dann verhärten.

        vg, m.

        • Vielen Dank für deine Antwort. Es tut gut von jemandem zu lesen dem es ähnlich geht. "Frust" ist das richtige Wort. Ich mag auch nicht immer wieder aufs Neue enttäuscht werden. Dabei habe ich weiß Gott keine großen Ansprüche.

          Weihnachten ist auch so ein Punkt an den ich denke. Wir überlegen, dieses Weihnachten für uns zu bleiben.

          Vielleicht muss es aber auch in jeder Familie die geben, die den Laden zusammenhalten und einstecken?

          Lg

          • "Vielleicht muss es aber auch in jeder Familie die geben, die den Laden zusammenhalten und einstecken?"

            Die Frage ist dann aber "Warum" und "Mit welchem Ziel". Warum ist einfach: Weil es die Familie ist. Aber ehrlich gesagt: Wäre sie nicht meine Schwester, hätten wir keinen Kontakt.
            Und das Ziel? Naja, eine große, glückliche Familie sein, die Spaß zusammen hat, kleinere Probleme ohne große Auswirkungen. Das wäre mein Ziel.

            Aber leider geht das eine Weile gut und dann kommt der nächste Hammer. Ich ärgere mich dann, habe aber in der Vergangenheit immer wieder versucht, einzulenken. Aber jedes Aufeinanderzugehen meinerseits sieht sie als Bestätigung ihres unmöglichen Verhaltens und zum Schluss schiebe ich doch wieder Frust.

        du hast ein schlechtes Verhältnis zu deiner Schwester, deine Eltern haben auch keine gutes Verhältnis zu ihr und trotzdem wird sie an Weihnachten eingeladen.

        Ist sie denn alleine, oder hat sie auch Familie?

        Wenn es nur darum geht, dass deine Eltern an Weihnachten auf sie verzichten müssten, dann sollen deine Eltern doch Weihnachten feiern und euch beide einladen, dann bist du aus dem Schneider.

        Alles andere finde ich dermassen geheuchelt.

        Ich habe zu meiner Schwester auch einen sehr schlechten Kontakt, obwohl wir im gleichen Ort wohnen.

        Zu Geburtstagen und Weihnachten wird sie von mir schon lange nicht mehr eingeladen (hatte ich vorher auch nur aus Mitleid gemacht, da sie alleinerziehnd ist), da jedes Zusammentreffen in irgendeiner Art im Fiasko endete. Und ich mir sagte, das muss ich mir nicht mehr geben. Klappt prima.

        Wenn wir uns über den Weg laufen, reden wir ganz vormal miteinander - nicht mehr, nicht weniger.

        • Hallo,

          meine Schwester hat ihren LG und ihre 19 jährige Tochter.

          Als wir noch Kinder waren, wurde weihnachten mal die eine Oma und mal die andere eingeladen zu uns nach hause. Das heute umzusetzen ist schwierig, weil meine Schwiegereltern dann in einem Jahr allein zu hause wären (nur ein Kind). Das möchte ich nicht für beide. Aus diesem Grund kam es eben dazu, dass wir immer bei uns gefeiert haben und meine Schwester eben dabei war. so mussten meine eltern sich nicht "aufteilen" und ein guter Nebeneffekt war, dass man nicht die gesamten Feiertage von einem zum anderen musste.
          Würde wir jetzt bei meinen Eltern feiern, wären die Schwiegereltern wieder allein und die sollen nun nicht unter dem schlechten Verhältnis leiden.
          Weihnachten war auch bisher immer ok, allerdings ist dieses Jahr so viel vorgefallen, dass ich eigentlich nicht mehr möchte. Meine Eltern würden sich auch nie endgültig gegen sie entscheiden, was u.a. daran liegt, dass sie zusammen mit meiner Schwester ein Haus gekauft haben und sie also auch nicht ausweichen könnten. Zum anderen ist es natürlich ihr Kind. Das macht man nicht so einfach.

          Aber du hast Recht: im Prinzip lade ich nur ein, weil ich mich verpflichtet fühle. Ein Aufeinandertreffen würde nicht so harmonisch wie bei euch verlaufen sondern eher so sein, dass wir nicht miteinander sorechen

    Hallo,
    ich habe vor gut 3 Jahren den Kontakt zu meiner Mutter abgebrochen. Seitdem geht es mir deutlich besser, allerdings glaub ich da sind ein paar mehr Sachen vorgefallen als bei Euch. Sie ist für mich wie ein schwarzes Loch, das alles was sie berührt, mit Mißtrauen, Ekel und Hass kontaminiert. Ich habe viele Jahre dafür gebraucht mich von ihr zu lösen, mein Bruder hatte den Kontakt schon vor 20 Jahren abgebrochen. Dafür ruft er sie aber auch noch zu Weihnachten und Geburtstag an, ich nicht. Für mich ist die Sache durch und ich warte nur auf den Anruf, daß sie (endlich) gestorben ist.
    Da Du offensichtlich zweifelst, würde ich eher schauen, daß man sich wieder annähert, aber auf neutralem Boden - also zum Beispiel daß ihr beide eingeladen seid bei Eltern oder Tanten zu Weihnachten / Geburtstag. Wo genug andere Leute sind, daß man sich aus dem Weg gehen kann, aber auch ein paar Worte wechseln zum 'rantasten'.
    VG

    Hallo
    Auch wenn wir jetzt getrennt sind zähle ich sie mal als Verwandte da wir durch die Kinder wohl eigentlich für immer eine Verbindung haben.
    Wir (er selbst, ich, die Kinder) haben keinen Kontakt mehr zu den Eltern meines Ex Mannes und zu einem Teil seiner Familie.
    Das hat schwerwiegende Gründe und wird sich wohl auch nie wieder ändern können, außer sie ändern etwas. Wir hatten immer ein super Verhältnis und ich finde es natürlich schade das die Kinder diesen Teil der Familie nicht kennen lernen werden aber es ist zu ihrem eigenen Schutz.
    Zweifel in dem Sinne hatten wir darin nicht. Eher die Bestätigung das es genau das richtige war da sie lange nicht locker gelassen haben und ein paar unschöne Dinge abgezogen haben. Wir sind da jedoch nicht alleine, man könnte sagen die Familie ist in 2 gebrochen. Das erleichtert es sicher etwas.

    LG

    Ich habe den Kontakt zu meiner Mutter abgebrochen.
    Meine Schwester hat den Kontakt zu mir abgebrochen.
    Beides waren gute Entscheidungen.
    Ob meine Schwester je Zweifel hatte, weiß ich nicht.
    Wenn wir uns über den Weg laufen gibt es einen Smalltalk und dann geht jede ihrer Wege.
    Ich für meinen Teil möchte nichts daran ändern-es ist entspannter geworden.

    Was meine Mutter betrifft, so habe ich die Entscheidung nicht leichtfertig getroffen und daher auch nie in Frage gestellt.
    Auch hier läuft es wie mit meiner Schwester, wenn wir doch mal aufeinander treffen.
    Kurze oberflächliche Unterhaltung und jeder geht dann seiner Wege.
    Ob es meine Mutter bedauert hat, weiß ich nicht- denke aber eher dass sie ganz froh ist darüber.
    Im Grunde hat sich für sie nichts geändert. Sie erfährt über meinen Bruder (mit dem wir einen sehr guten Kontakt pflegen) alles wichtige über uns und sieht Bilder von unseren Kindern
    Eigentlich eine win-win Situation
    Sie spart sich die Geschenke für die Enkel zu Weihnachten/Ostern und den Stress den sie immer hatte wenn wir sie besuchten.
    Wir sparen uns die Enttäuschung die ihr Verhalten in uns wachrief, und ich mir das ewige "Hinterherhecheln" in der Hoffnung auf liebevolle Zuwendung und Anerkennung von ihr.
    Auch in diesem Fall darf es gern so bleiben wie es ist :-)

    Probleme gab es für die Kinder diesbezüglich nie.

    Da meine Mutter sich eh nicht darum gerissen hat in dem Leben meiner Kinder eine Rolle zu spielen, haben sie auch keine Erinnerungen , die sie mit ihr verknüpfen.
    Sie ist halt die Frau die auf dem Grundstück lebt wo ihr Onkel wohnt.
    Bei meiner Schwester ist es ähnlich, auch da haben meine Kinder keine Erinnerung.
    Sie ist halt eine Frau die auch mal bei Feiern, die meinen Bruder und seine Familie betreffen da ist , so wie viele andere Gäste auch.
    Oder eben die Frau die kurz mit den Eltern redet- nicht mehr und nicht weniger.

    Mein Mann hat den Kontakt zu seinen Eltern abgebrochen und das auch sehr konsequent, jetzt nach fast 5 Jahren kommt es zu Entgegenkommen der Schwiegereltern.
    Sie zeigen jetzt durch Handlungen dass es ihnen Ernst ist wieder Kontakt zu uns zu bekommen.
    Vorher waren sie eher sturr und der Meinung sie hätten nichts falsch gemacht und wie sie es taten wäre so richtig.
    Offensichtlich haben sie die Sicht und ihr Verhalten geändert.
    Allerdings versprechen wir uns auch nicht so viel davon. Sie sind wie sind.Aber sie haben guten Willen gezeigt und das zählt. Ich finde sie haben eine Chance verdient.

    Karna

    Alle werden reifen und sicherlich hilft die Zeit und andere Lebenserfahrungen weiter zu wachsen und vielleicht wieder zueinander zu finden.

    Ich war 3 Jahre nicht in Kontakt mit meiner besten Freundin und Cousine. Wir haben beide Fehler gemacht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es nur Deine Schwester ist die Fehler macht? Es gehören doch immer zwei dazu? Vielleicht fehlte bei Euch auch die KOmmunikation und so kommt es oft zu Missverständnissen und man interpretiert in Dinge rein, die vielleicht gar nicht so sind.?

    Da wir auf dieser Erde sind um zu lernen, weiser zu werden, zu wachsen und liebevoll miteinander umzugehen...für mich ist das Leben wie eine Schule, und man sich doch vermisst (wie Du schreibst), ist doch noch nicht alles verloren!

    Ich hatte zwar das GEfühl bei meiner Freundin, dass ich diese Pause brauchte, um mal durchzuatmen und sie fehlte mir sogar gar nicht, sondern ich fühlte mich erleichtert und befreit...aber nach einiger Zeit (und das brauchte einige Zeit), dachte ich trotzdem an die Dinge die uns verbinden, an viele positive ERinnerungen und daran, dass wir uns immer loyal bleiben wollten. DAss so eine Freundschaft, FAmilie...wie eine Ehe sind, mit Höhen und Tiefen. Und dann muss man mal in sich rein schauen und sich eingestehen, dass man selbst auch Fehler hat und sicherlich auch nicht immer unkompliziert. Oder bist Du perfekt?

    Nimm Dir Zeit! Aber für immer das ganze abschreiben wäre doch traurig. Manchmal ist es so, dass einer den ersten Schritt macht. DAs sind solche Konstellationen und jeder hat so seine Rolle.

    Ich habe nach 3 Jahren einfach eine Karte an meine Cousine geschrieben, ganz kurz: Es tut mir leid, bitte vergib mir. Ich vermisse Dich und ich vergebe Dir auch!

    Somit habe ich mich nicht in die Positon des Bittstellers begeben sondern in die Position des Stärkeren, der Fehler eingesteht und auch vergibt. Sie war sofort wieder auf dem Boot! Und nun können wir uns nicht vorstellen, wie es soweit kommen konnte. Irgendwann bist Du wieder so weit so mein Eindruck

    Der Text könnte von mir sein.

    Auch ich habe seit einigen Monaten keinen Kontakt zu meiner Schwester. Ich hab es dann versucht, nachdem sie mir zum Geburtstag gratuliert hat aber es ist direkt wieder ausgeartet. Sofort kamen wieder Unterstellungen und Vorwürfe. Da hab ich dann gesagt, dass es reicht. Seitdem ist Funkstille.

    Zu meinem Vater hab ich den Kontakt auch eingestellt. Dies ist allerdings noch nicht allzu lange her, war aber nötig. Mir ging es nicht mehr gut. Nach jedem Gespräch war ich total fertig. Er hat einmal versucht, mir etwas von meiner Schwester auszurichten. Dies hat das Ganze aber nur verschlimmert.

    Man merkt doch, wie einige Personen einen nicht gut tun. Familie hin oder her. Bei mir ist viel passiert. Ich habe einen wundervollen Mann an meiner Seite und in 3 Monaten kommt unser Sohn zur Welt. Mir geht es besser denn je... auch wenn das doof klingt. Ich bin aber glücklich und mit mir im Reinen.

Top Diskussionen anzeigen