Wie zeigt ihr denen die ihr liebt eure Zuneigung ?

Der Alltag und die Menschen, die einem das Liebste auf der Welt sind. Wie zeigt man die Tiefe seiner Verbundenheit und Zuneigung im täglichen Leben? Wie erfährt man sie selbst von seinen Kindern, dem Partner oder Freunden?
Ein Tipp vom urbia Team

    • (1) 10.10.16 - 00:26

      Hallo
      Ich entschuldige mich erst mal, es ist fast Mitternacht, ich kann nicht schlafen weil ich zuviel nachdenke und nutze das ganze hier auch um meine Gedanken "auszukotzen" (#sorry).
      Kennt ihr diese Momente in denem einem bewusst wird wie fragil das Leben eigentlich ist ? Das es im Alltag irgendwie untergeht was man hat,welche Menschen man um einem rum hat, und alles einfach für zu selbstverständlich hält?
      Was die Menschen an geht zeigt man Zuneigung und Liebe natürlich vor allem in Gesten und Taten, aber auch diese sind oft sehr automatisch und selbstverständlich und nicht völlig bewusste Aktionen. Darunter zum Beispiel die Aussagen "Ich liebe dich" oder "Ich hab dich lieb". Es gibt Menschen die sie sehr oft verwenden, das meine ich unter anderem mit Automatismus. So oft und einfach das es mehr eine abgedroschene Floskel ist als der Ausdruck von tiefen Gefühlen. Zumindest für mich ist es eine ziemlich große Nummer jemand zu lieben, oder auch "nur" lieb zu habe.

      Mit fragil meine ich jetzt definitiv nicht nur den Worst Case sondern alle möglichen Eventu­a­li­täten. Auch nur den normalen Alltag.
      Eigentlich ist es ja auch so das die Personen die einem nahestehen wissen das man sie sehr gerne hat, allen voran der Partner, aber das reicht doch nicht. Genau das ist "zu selbstverständlich".
      Aber wo genau ist die gesunde Balance zwischen all dem, sich Gedanken zu machen falls irgendetwas passiert, egal was ist das was & wen man hat zu schätzen und das auch zu zeigen ohne das es zum Automatismus wird?
      Keine Ahnung ob diese Gedankeko... für euch auch Sinn macht. Wenn sie das tut würden mich eure Gedanken dazu interessieren. Wir ihr das handhabt, was ihr damit umgeht.

      Beste Grüße #blume

      • Hallo,
        durch das ganz bewusste erleben und wertschätzen drückt man schon seine besondere Zuneigung aus.
        Mit deinen Gedanken, es nicht selbstverständlich zu nehmen und dankbar zu sein zeigst du ja auch den Personen in deiner Umgebung wie wichtig sie dir sind. Sie haben deine Aufmerksamkeit und werden umsorgt.

        Dazu muss ja nicht immer "ich liebe dich" gesagt werden.

        Zwischendurch nochmal innehalten, Familie (Partner, Kinder, Eltern) mal in den Arm nehmen und drücken, zeigt in meinen Augen doch auch "du bist mir wichtig".

        Ich versuche schon, Worte und Taten in Balance zu halten.
        Schönen Tag

        Genau, das bewusste Wertschätzen der einzelnen Personen.

        Bei mir ist das noch anders, da wir noch kinderlos sind. Aber das fängt dabei an, dass ich meinem Mann ab und zu etwas mitbringe, was er gern mag. Seinen Lieblingsjoghurt, ein Marzipanbrot oder was anderes. Einfach weil ich weiß, dass er es mag und sich sehr freut, wenn ich Ihm das unerwartet mitbringe. Oder dass man sich seinen Lieblingstee kocht und ins Büro bringt. Das macht er auch für mich. Wichtig finde ich auch gemeinsame Mahlzeiten einnehmen ohne TV und Co. so dass man sich vom Tag erzählen kann. Wir kennen das so von unseren Familien und halten das selbst für wichtig.

        Ich glaube der Schlüssel liegt im Interesse am anderen. Auch in stressigen Zeiten. Das entschleunigt den Alltag.

        Wir sagen uns nicht ständig, dass wir uns lieben. Wir drücken das eher durch z.b. o.g. Gesten aus. Oder wie auch schon genannt in den Arm nehmen, Begrüßen, Verabschieden- Selbst wenn ich oben auf dem Dachboden herumkrame kommt mein Mann herauf um sich zu verabschieden und mir einen Kuss zu geben.

        Vielleicht passe ich aber auch noch nicht in die Norm, da wir noch Kinderlos sind und halt nur uns haben.

        Aber dieses dahingesagte: lieb dich... ( so am Telefon ) finde ich schrecklich. ich bekomme das öfter von freunden oder bekannten mit. Ich sage zwar nichts dazu, aber ich selbt würde das schrecklich finden. Lieber seltener sagen und wirklich ernst meinen in dem Moment, als nach jedem Telefonat lieb dich hinterher zu werfen.

        Natuerlich sagen wir auch "ich liebe dich", aber eher in besonderen Momenten, nicht so hintergerufen aus dem Treppenhaus.

        Ansonsten finde ich, sind es die kleinen Dinge im Leben: dem Partner morgens einen Kaffee ans Bett zu bringen. Dem Partner die Lieblingsschokolade mitzubringen. Sich zu erkundigen, wie das wichtige Meeting war... Solche Dinge eben, die einem zeigen, dass man an den anderen denkt und weiss, was ihn beschaeftigt.

        Meinem 2 jaehrigen Sohn sage ich auch sehr oft, wie lieb wir ihn haben und was fuer ein toller Kerl er ist. Gerade nach einem langen Tag in der Kita braucht er meist sehr viel Naehe und Kuscheleinheiten. Denke, das wird sich bestimmt irgendwann verlaufen, wenn er mal aelter ist (dann ist das ja eher peinlich ;-))

        • Aber grade, was in so jungen Jahren dem Kind vorgelebt/vermittelt wird, das legt die Grundlage für das spätere Verhältnis.
          Meine Kinder sind schon 15 und 19, ab und zu haben wir hier harte Diskussionen, aber es ist immer zu spüren, dass wir uns lieben und vor allem wertschätzen; nicht nur Eltern/Kinder sondern auch die Geschwister untereinander.

          Letztens hatte ich mit dem 19jährigen eine derbe Auseinandersetzung und am Ende sagte ich, ich habe das Gefühl, ich würde alles falsch machen oder wäre nur noch doof in seinen Augen.
          Er hat sich abends entschuldigt und seither sagt er nicht mehr nur "Mama", sondern
          liebevoll "Mamamaus". DAS ist für mich z.B. auch ein Zeichen der Zuneigung.

          Bruder und Schwester zicken sich auch oft an, reden dann 1-2 Tage nur das nötigste, aber dann sitzen sie wiederum nebeneinander auf dem Sofa, Schwesterchen lehnt sich beim großen Bruder an und sie erzählen sich was aus ihrem Alltag. Auch das zeigt mir die große Zuneigung zwischen ihnen. Auch dass jeder jederzeit für den anderen da ist; wenn er z.B. Hilfe braucht, auch seine Pläne im Notfall über den Haufen wirft. Das ist bei uns allen vier so in der Familie.

          • Ich meinte das auch eher im Spaß ;-) Ich erinner mich noch heute daran, wie peinlich ich meine Mutter gefunden haben, wenn sich mir vor meinen Freunden einen Kuss gegeben hat oder mich Danielchen genannt hat. Da muss ich so 13-16 gewesen sein. Heute macht mir das natuerlich nichts mehr aus, und sie war auch schon immer so. Aber zu Pubertaet-Hochzeiten hab ich sie gebeten, es zu lassen weil es mir peinlich war.

            Allgemein sind wir eine sehr liebevolle Familie und ich werde sicher nicht aufhören, meinen Söhnen meine Zuneigung zu zeigen, wenn sie mal älter werden. Ich muss dann vielleicht nur meine Methoden etwas anpassen. Aber wer weiss, vielleicht macht es ihnen auch nichts aus. Ich jedenfalls fand meine Ma damals super peinlich ;-)

            • Ich glaube, da reden wir etwas aneinander vorbei. Ich meinte, das, was du jetzt bei deinem 2jährigen Sohn sagst und machst, dass wird immer da sein in seinem Bewusstsein; noch wenn er erwachsen ist. Es ändert sich, wie du selber ja vermutest, nur die Art, WIE man es dem Anderen zeigt

              Und als Bespiel meinte ich eben meine Teenager, hier zuhause, wo es schon oft "rappelt im Karton", wo man aber immer merkt, Wertschätzung und Zuneigung ist da immer vorhanden.

              Und ich denke, das wissen unsere Kinder, da legt man in so frühen Jahren die Saat sozusagen.

              Hihi, noch ein Beispiel für peinlich sein: unsere Beiden sind noch mit 11 und 15 an den Händen haltend übern Strand ins Wasser gelaufen, ich fand das schon erstaunlich, dass sie das in dem Altern noch taten.

              Ein Jahr später, wollte meine Tochter das nicht mehr und meinte laut und peinlich berührt zum Bruder: " Nee, das mach ich nicht mehr, die Leute denken ja dann, wir wären ein Paar!" Im Ferienhaus aber war es für sie wie zuhause o.k., dass sie sich beide aneinanderlehnten auf dem Sofa und quatschten.

      Also wir sagen uns allesamt oft und gerne, dass wir uns lieben. Von Automatismus merkt man da nichts, das ist immer noch jedes Mal sehr ernst gemeint. Wir werfen es aber auch nicht jemandem vor die Füße ohne hinzuschauen, sondern drücken uns dabei oder küssen uns oder sagen es aus einer tollen Situation heraus oder so.

      Ansonsten zeigen wir uns die Liebe, indem wir uns füreinander interessieren, an wichtige Termine der anderen denken, nachfragen, z.B. beim Einkaufen an Lieblingssachen denken, Zeit miteinander zu verbringen, zärtlich miteinander zu sein usw.

      Mein Mann und ich haben uns nach all den Jahren so angenähert, dass wir oft zur gleichen Zeit an das gleiche denken, also uns zur gleichen Zeit versuchen anzurufen oder abends mit den gleichen Einkäufen nach Hause kommen oder so etwas. Das ist auch immer wieder ein schönes Gefühl der Verbundenheit. Wir hatten das im Grunde von Anfang an oft, aber es hat sich im Laufe der Jahre noch gesteigert.
      Bei meinen Kindern ist es einfach so, dass mir etliche Male am Tag auffällt, wie toll sie sind, und wenn ich es ihnen dann auch sage, dann kommt oft ein scheinbar genervtes "Mama, das sagst Du mir schon seit 8 Jahren", aber ich sehe, dass es trotzdem immer noch gut tut.

      Hallo,

      was genau daran beschäftigt dich denn so sehr, daß es dir den Schlaf raubt? Hast du i-welche Ängste, daß es mal zu spät sein könnte, dem anderen Gefühle mitzuteilen oder zu zeigen?
      LG

      • Hallo
        Könnte man so sagen. Ein Todesfall hat mich ziemlich ins denken gebracht, was ich im hier und jetzt machen kann, wie ich mein Leben voller leben kann,... sowas halt.

        Liebe Grüße

        • Hm, ja das kenne ich.

          Ich denke, man sollte sein Leben so leben, daß man sich eben an den ganz alltäglichen Dingen, Geschehnissen diejenigen vertieft, bzw. "behütet", die einem weiter bringen. Natürlich werden diese Gefühle immer mal von Ärger, Streit, Streß, Angst oder auch Trauer überschattet.

          Mir ging es eine ZEit lang so, als meine Kinder flügge wurden, mit Moped und Auto unterwegs waren, auch nachts und ich nicht immer genau wusste, wann sie heimkommen werden : Als mein zweiter Sohn kurz davor war, die Moped-Führerscheinprüfung abzulegen verunglückte einer seiner besten Freunde tödlich mit dem Moped. Ein halbes Jahr später verunglückte, ebenfalls mit dem Moped, ein Arbeitskollege meines älteren Sohnes... und unser Jüngster tat nichts lieber als Mopedfahren - morgens zum Bahnhof, abends zurück, Wochenende mit Freunden treffen... alles per Moped.

          Ich hatte einige Zeit regelrecht fast sowas wie Panik, wenn er (zu) spät heimkam oder überhaupt wenn er unterwegs war. Eines Tages habe ich mich darüber mit jemanden unterhalten, die mir sagte: Genießt jetzt einfach die Freude, die er mit dem Moped hat, wenn wirklich etwas passiert, dann hat man dann noch genug Zeit sich damit zu beschäftigen, wie es weitergehen soll und irgendwie wird und muß es dann auch weitergehen.

          Aber ich bin von deiner Frage abgedriftet: Ich denke, man zeigt es jenen, die man mag /liebt am besten durch Aufmerksamkeit, Achtsamkeit und dadurch das man es ihnen auch mal sagt und daß ich mich auch dann nicht von ihnen abwende, wenn sie gerade besonders unausstehlich sind (wobei das nicht immer praktizierbar ist).

          Wenn jemand aber täglich sagen würde "Ich hab dich lieb" hätte dies für mich keinerlei Bedeutung mehr.

          LG

    Mein Freund und ich sagen uns sehr häufig das wir uns lieben. Hat schon etwas von einem Automatismus, aber auf eine schöne Art.

    Wenn wir beide uns wirklich wertschätzen möchten, erinnern wir uns an die Zeit als wir noch eine Fernbeziehung führen mussten und wieviel Glück wir jetzt haben zusammen sein zu können.

    Und ich bringe ihm gerne sein Lieblingsgebäck vom Bäcker mit.

    Also wir sagen uns schon täglich das wir uns lieben....mir ist das auch wichtig...der Gedanke es passiert etwas und ich habe es an dem Tag nicht gesagt...albern ich weiß aber ich kann es nicht ändern :-) wir brüllen das aber nicht durch den Flur ;-)

    Ansonsten sind es Kleinigkeit...mein Mann macht die Heizung an wenn er auf Arbeit fährt damit wir es zum Frühstück warm haben...mal ein Frühstück am Bett...ich backe seinen Lieblingskuchen....einfach kleine Aufmerksamkeiten im Alltag die aber nicht selbstverständlich sind.

    Mein Mann und ich sagen uns auch täglich "ich liebe dich", und unserem Sohn sagen wir täglich "ich hab dich lieb" oder "ich hab dich sooo doll lieb". Und wir meinen es auch so. Da ist nichts von Automatismus zu spüren. Wie küssen und umarmen uns ständig und mir ist dieses tägliche zeigen von Zuneigung und Liebe auch sehr wichtig. Einmal haben mein Mann und ich uns vor dem schlafen gehen gestritten und nicht wieder vertragen. Ich konnte die halbe Nacht nicht schlafen und dachte daran, was, wenn einem von uns morgen was passiert und das letzte, was wir zueinander gesagt haben, im Streit gesagt wurde? Seitdem ist mir vor jeder Verabschiedung wichtig, dem anderen ich liebe dich oder ich hab dich lieb zu sagen. Man weiß nicht, was passiert und ich möchte, das meine lieben wissen, dass ich sie liebe. Dass im worst Café das ich liebe dich das letzte war, was wir zueinander sagen konnten. Dass jeder weiß, er wird geliebt.

    Manchmal schreibe ich meinem Mann kleine Zettelchen mit kurzen liebesbotschaften oder eine kurze WhatsApp Nachricht mit ich liebe dich. Er wiederum zeigt seine Liebe zu mir mit Gesten wie mir ein Bad einlassen oder mein lieblingsessen kochen, obwohl er es selbst nicht gerne mag. Und unser Sohn sagt und zeigt uns jeden tag mit küssen und Umarmungen und ehrlichen liebesbekundungen, wie lieb er uns hat. Von Automatismus merke ich bei uns nichts. Ein ich liebe dich ist für mich auch eine große Sache. Und ich sage das nur dann, wenn ich es auch wirklich meine. Aber meinen Mann und Sohn liebe ich eben auch so sehr, dass ich es ihnen jeden tag sagen möchte. Wenn ich mich persönlich oder telefonisch von meiner Mutter verabschiede, ist das letzte, was wir zueinander sagen auch ein hab dich lieb. Das ist so wundervoll, man kann geliebten Menschen durch so kleine Dinge glücklich machen.

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