"Ich kann nicht mehr."

    • (1) 18.11.16 - 22:04

      ...Im Moment ist das ein Satz, der so so so oft in meinem Kopf schwirrt, dass ich ab und an das Gefühl habe daran zu ersticken. Mini ist einfach so so so anstrengend.. Und ich bin mit allem allein.. Zwei Kindern, davon ein Schulkind und der Nachwuchs,..übermorgen 4 Monate. Haushalt, Tiere, Termine. Ich weiß.. andere bekommen das ja auch ganz locker hin. Aber ich schaffe es zur Zeit einfach nicht. Ich habe seit Wochen nicht mehr richtig geschlafen.. das Maximum sind 2 Stunden am Stück - Wenn es hoch kommt waren es in den letzten 7 Tagen 21 Stunden... Ich kann einfach nciht mehr. Er schreit und schreit - oder verschluckt sich so sehr an der Flasche, dass er nicht richtig Luft holt... ich bekomme jedes Mal Panik..
      Meine Große kommt viel zu kurz, weil ich dauermüde und gestresst bin..
      Mein Haushalt versinkt im Chaos, weil ich es einfach nicht schaffe, allen hinterher zu räumen..
      Ich habe seit seiner Geburt genau einen Tag für mich gehabt.. einen, der mir bis jetzt noch vorgehalten wird. Ich habe, um es gnz krass auszudrücken, an manchen Tagen nicht mal Zeit um aufs Klo zu gehen.

      Ich kann einfach nicht mehr... ich möchte schlafen, möchte mal Zeit für mich.. einfach für mich.

      Mein Mann geht nachts arbeiten, kommt vormittags wieder - schläft, besucht das Fitnessstudio, geht zu Freunden und lässt sich 'den Arsch nachtragen'... Ich versuche alles unter einen Hut zu bekommen - schaffe es aber nicht. Eigentlich könnte ich nur noch heulen, sobald der Kleine wieder anfängt zu motzen.. ich kann es nicht mehr hören. Ich verzweifle einfach langsam.. ich fühl mich hilflos, machtlos und mit allem allein gelassen.

      Und heute habe ich zum ersten Mal gedacht, dass ich einfach keine Mutter mehr sein möchte...

      Eigentlich bin ich alleinerziehend, ohne es zu sein...

      • Das klingt wirklich nach einem Riesenpacken. Vielleicht kannst Du damit anfangen, Dir kein schlechtes Gewissen mehr zu machen, wenn Du es nicht schaffst "allen hinterher zu räumen" und Deinem Mann "den Arsch nachzutragen".

        Wie deutlich hast Du schon mit Deinem Mann gesprochen? Hast Du ihm klipp und klar gesagt, was er Dir abnehmen soll? "Ich brauche Deine Hilfe!" ist vermutlich zu unspezifisch.

        • Wir haben lange gesprochen,..

          Seitdem der Kleine da ist, ist es ohnehin sehr kompliziert zwischen uns geworden, wie ich finde. Er nimmt sich immer mehr Freiheiten - ich hingegen bin deswegen immer mehr eingesperrt. All diese kleinen Dinge, die für mich eine Partnerschaft ausmachen, bleiben auf der Strecke.
          Für mich ein Trennungsgrund - er weiß das.
          Dinge, die er erledigen soll, bleiben liegen... Immer. Wenn ich ihn um etwas bitte, wird es verschoben. Im Endeffekt mache ich es doch wieder selbst.
          Letzte Woche sagte ich abends, als die Waschmaschine piepte... die muss ich gleich auch noch aufhängen. Seine Antwort war.. ich mach das schon,.. mach doch mal Pause. Er hat es nicht getan, - sondern ich. Nur als Beispiel.
          Er bringt seine Arbeitswäsche des Abends hoch, nachdem er mit dem Hund war mit den Worten.. hab ich vergessen, brauch ich heut Abend.
          Ich fühle mich von ihm weder ernst genommen, noch verstanden, noch geliebt.
          Das ist kein Zustand für mich.
          Er bat um zeit, damit er sich ändern könnte... ich weiß nur nicht, wie lang diese Zeit sein soll.
          Heute.. hat er das Wohnzimmer aufgeräumt. Ich liebe ihn - immer noch,.. auch nach 11 Jahren. Aber ich erwarte einfach mehr.. ich erwarte, dass wir uns die Verantwortung teilen... im Grunde aber habe ich irgndwie 3 Kinder, für die ich jeweils an alles denken und für die ich alles tun muss.

          • Er legt Dir die Wäsche hin mit den Worten "brauch ich heute abend!" und Du wäschst die Wäsche für ihn? Beim nächste Mal lässt sagst Du ihm: "Du weißt, wo die Maschine steht, udn wenn Du schon dabei bist, pack doch den Rest aus dem Wäschekorb auch gleich mit rein!"

            Aus Deinen andern Beiträgen hab ich schon rausgelesen, dass Ihr vermutlich in einem ganz häufigen Muster steckt. Du möchtest, dass er Dich unterstützt, aber Du möchtest, dass er es auf Deine Weise tut. Da das quasi unmöglich ist, ist es Dir nie gut genug, was er macht. Also macht er einfach gar nichts mehr und sitzt es aus, weil er ja weiß, dass Du zwar ein bisschen meckerst, es dann aber doch übernimmst.

            Und Du möchtest zwar seine Unterstützung, gleichzeitig bist Du aber auch überzeugt davon, dass das alles Deine Aufgaben sind.

            Du solltest versuchen, nicht nur um (konkrete) Hilfe zu bitten, sonder Hilfe vor allem auch zuzulassen. Und das auch dann, wenn das Ergebnis vielleicht nicht Deinen Ansprüchen genügt.

            • Vorhin, als er los ist, hat er mir sehr klar gemacht, was denn meine Rolle ist. Ich hab ..mal wieder.. geheult, nachdem der abendliche Kinder-ins-Bett-bring-Kampf beendet war.. und er meinte... ja, aber ich muss ja auch meinen Pflichten nachgehen.

              Was soll ich darauf antworten? Ich sitze dort und heule Rotz und Wasser... und er bringt so einen Satz.

              Natürlich ist es schon vorgekommen, dass er zu Hause geblieben ist.
              Dann hat er aber geschlafen.. oder ist gefahren, um das Auto sauber zu machen.. oder oder oder. Er entzieht sich.. und ich muss weiter funktionieren.
              Es sind lichte Momente.. aber die reichen mir nicht.

              Du hast Recht.
              Ich -muss- das wirklich tun... aber dafür fehlt mir noch der richtige Klick, glaube ich.
              Mini ist sehr flink und robbt schon jetzt über den Boden... Mir ist es wichtig, dass die Schuhe ausgezogen werden... die Antwort... Dreck reinigt den Magen. Tjoa.. Er lacht dabei.. ein Funken ernst ist in dieser Aussage seinerseits aber trotzdem. Es sind lauter so Dinge.. Dinge, mit denen er mir schon helfen würde - aber die sind auch schon zu viel.

      Scheinbar gibt es viele Männer, die so sind oder ähnlich. Es ist irgendwie oft noch die alte Rolle, dass die Frau alleine für alles im Haushalt und für die Kinder verantwortlich ist- selbst wenn es der Frau auch mal zuviel wird. Das ist traurig, denn ich vermute mal, dass Du mit Deinem Freund schon gesprochen hast?

      Gibt es keine Familie und keine Freunde, die Dich unterstützen könnten??! Das Wichtigste sind erstmal Deine Kinder. Auch wenn es sich ganz blöde anfühlt, wenn es unordentlich ist.

      In wenigen Wochen ist sicherlich auch schon mehr Schlafrythmus vorhanden.

      Tritt Deinem Freund nochmal gehörig auf die Füße. Alles Gute.

      • Eigentlich habe ich auch nichts gegn dieses Muster.. ich habe aber etwas dagegen, dass er alles was ich tue und irgendwie auch mich, als absolut selbstverständlich erachtet..
        Ich fühle mich so erschlagen zur Zeit und soll aber trotzdem noch parat stehen, wenn er denn will - ich bin sicher, man weiß, was ich meine..weise ich ihn ab, bin ich die böse.. die, die ihm keine Chance lässt. Das zählt für mich aber nicht dazu. Wie soll ich denn entspannen, wenn ich einfach fertig bin?!..

        Ich bin niemand, der sich gern helfen lässt.. und niemand, der sich gern Schwächen eingesteht. Das ist alles neu für mich.. ich glaube,.. da brauche ich selbst jemanden, der mir in den Hintern tritt.

        Danke.. :)

    Hallo Pusteblume,

    ich denke viele Mütter geht es ähnlich. Die wenigsten trauen sich aber darüber zu reden.

    Du tust alles was du kannst, kümmerst dich um deine Kinder und und um deinen Mann. Aber leider bleibst du dabei auf der Strecke. So wie ich es lese bist du Mutter, Haushalterin usw. Ich kann aber nicht erkennen wie und in welcher Form du von deinem Mann unterstützt wirst.

    Dein Mann sollte dich mehr unterstützen.

    Versuch mehr an dich zu denken, er sollte dich nach Kräften unterstützen und nicht alles auf dich schieben.

    Du brauchst ganz dringend Zeit für dich, Zeit in der du dich erholen kannst.

    Freundliche Grüße

    blaue-Rose

    • Wenn er mal die Kiddis hat, ist er nach einer halben Stunde oft schon so geladen, dass ich es dann doch wieder mach.. Tag ein, Tag aus..
      Er ist immer der Meinung, er kann es mir nicht recht machen... und ich der Meinung, er gibt sich einfach keine Mühe.
      Der ganze Zustand ist einfach sehr.. ermüdend.

      Danke.. für die Worte..

      • Der Zustand bei euch macht dich kaputt. Versuch ihm klare Ansagen zu machen wie er dich unterstützen kann.

        Folgende Situation: " Er bringt seine Arbeitswäsche des Abends hoch, nachdem er mit dem Hund war mit den Worten.. hab ich vergessen, brauch ich heut Abend."

        Du hast selbstverständlich keine Zeit dich noch um seine Arbeitswäsche zu kümmern. Ich denke es wird Empörung bei ihm auslösen, aber so merkt er das es so nicht weiter gehen kann.

        So lange alles so läuft wie es es möchte hat er keinen Grund etwas zu ändern.

        Übrigens Männer können auch Waschmaschinen bedienen und auch lernen wie man Wäsche bügelt.

        • Gestern Abend stand er in der Küche, nachdem er den Nachmittag über geschlafen hat und hat gegessen... In der Zeit habe ich beide Kinder ins Bett gebracht - die Große mit dem Kleinen auf dem Arm - gleichzeitig noch die Wäsche angeschmissen und den Wasserkocher für Tee. Ich war.. mal wieder,.. am Ende und sagte doch recht laut - ich kann nicht alles auf einmal, ich hab nur zwei Hände.. meine Tochter hatte etwas gefrag.
          Von ihm? ... Keine Reaktion.
          Es ist einfach.. frustrierend.

          Letztes Mal hat er mir Blumen mitgebracht.. in 10 Jahren der 3. Strauß... als Entschuldigung..

          • Ich denke du musst ihm klipp und klar sagen das es so nicht mehr weiter gehen kann. Ihm konkret sagen was er machen soll um dich zu unterstützen.

            Ich weiß nicht ob es deine Kraft und auch deine Zeit zulässt eine Familienberatungsstelle aufzusuchen. In meinen Augen brauchst du dringend Unterstützung. Vielleicht wird er einsichtig wenn ihr mit unbeteiligten über eure Situation redet und mit ihnen nach Lösungen sucht.

            Sollte sich nichts ändern wirst du irgendwann gar nicht mehr können und so weit sollte es nicht kommen.

            • Ihm war es sehr unangenehm, als ich ihm vom Gespräch mit meiner Mutter erzählte - und davon, dass ich sie bereits "vorgewarnt" habe vielleicht bald mit Sack und Pack auf der Matte zu stehen. Ich finde,... noch deutlicher geht es eigentlich nicht. Er hat es gehört, aufgenommen und mit Glück auch verstanden. Er bat jedenfalls um.. Zeit. Zeit dafür, sich zu bessern. Das ist gut eineinhalb Wochen her.. Bislang ist aber nichts passiert....

              Das Schlimmste für mich daran ist einfach, dass meine Kinder mich manchmal einfach nur noch nerven. Das es mir lästig wird sie zu versorgen... das es mich stresst, wenn der Kleine weint. Einfach, weil ich selbst so unsagbar durch bin..
              Da blutet das Mamaherz..

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