Sorgerecht abgeben? Mutter möchte alleiniges Sorgerecht.

    • (1) 23.11.16 - 11:14

      Hallo an alle.

      Meine Ex-Freundin hat vor kurzem die Sachen gepackt und ist mit meinem Sohn(1,5) aus unserer gemeinsamen Wohnung ausgezogen. Das ganze ist fest und daran gibt es nichts mehr zu rütteln und auch wirklich nicht einfach für mich.

      Nun ist sie auf die Idee gekommen, dass ich mein Sorgerecht abgeben könnte, weil es für sie und unseren Sohn sonst zu umständlich werden könnte und sie wegen Kleinigkeiten immer zu mir rennen müsste.

      Ich bin mir nicht sicher, wie ich darauf reagieren soll, weil ich so viel Zeit wie möglich mit meinem Sohn verbringen möchte und ihm trotzdem ein Vater in allen Lebenslagen sein möchte.

      Sie meint zwar immer wieder, dass ich nicht zu kurz kommen soll aber meine Erfahrung mit ihr, sagt mir etwas anderes.
      Ich möchte Ihr oder dem kleinen nicht im Weg stehen oder irgendwas komplizierter machen als es sein muss. Ich habe jedoch angst bei der Erziehung meines Sohnes deutlich eingeschränkt zu werden oder wichtige Rechte zu verlieren, wenn ich mein Sorgerecht abgebe. Ich kann mir jedoch auch gut Vorstellen, dass sie sich extra quer stellt, wenn ich auf ihre Vorderungen nicht eingehe.

      Hat jmd Erfahrungen mit soetwas gemacht und könnte mir vllt ein paar Ratschläge geben? Ist es für sie wirklich schwerer, wenn ich mein Sorgerecht behalte? Welche Nachteile habe ich, wenn ich es abgebe? Zwischen Sorgerecht und Umgangsrecht wird ja nocheinmal unterschieden. DANKE :)

      • (2) 23.11.16 - 11:29

        EIn Sorgerecht für ein leibliches Kind würde ich nur abgeben, wenn ich kein Interesse an dem Kind häte und keinen Interesse an Umgang mit ihm, seiner Entwicklung oder sonst was. Wenn du das Sorgerecht abgibst, dann schmeißt deine Ex dich auch noch aus dem Leben deines Kindes. Natürlich ist es für sie einfacher, weil sie dann nichts mehr mi dir zu tun haben braucht. Für dich hätte es nur Nachteile. Davon abgesehen, was glaubst du, wie eine Sorgerechtsabgabe auf deinen heranwachsenden Sohn wirken wir? Wie sieht er dich mit 10/12/14.. meinst du, er würde verstehen, aus welchen Gründen du dein Sorgerecht und somit auch deinen Einfluß auf die Entwicklung deines Sohnen abgegeben hast?

        • (3) 23.11.16 - 11:36

          Genau das möchte ich ja gerade nicht. Ich möcht trotz der schweren Situation ein guter Vater bleiben und den Umgang mit ihm nicht missen.

          • (4) 23.11.16 - 11:40

            An deiner Stelle würde ich mich da mal vom Jugendamt beraten lassen.

            Wenn du schon weißt, dass man deiner Ex nicht trauen kann, dann hilft dir nur dich schlau zu machen und deine Rechte zu kennen.

      (5) 23.11.16 - 11:52

      Ich würde sagen deine Ex versucht dich grad auszunutzen weil du noch an ihr hängst und "Alles" machen würdest damit sie zufrieden ist.

      Aber ich sag dir: Mach das nicht! Sie muss nicht wegen jeder Kleinigkeit zu dir rennen. Für einen Pass und ein Konto eröffnen, wichtigere Sache. Da du interesse an deinem Sohn hast und ihn sowieso regelmäßig sehen willst, dürfte auch das kein Problem sein.

      Ich würde mich von ihr auch nicht erpressen lassen. Du hast Anspruch auf Umgangsrecht und das kann sie dir nicht einschränken nur weil du auf Ihre Forderung nicht eingehst.
      Und ja du verlierst wichtige Rechte und bist eingeschränkt, weil du nämlich alles nur mit ihrer Zustimmung darfst und sie ALLES alleine entscheiden könnte und du kannst dann nichts dagegen tun.
      Außerdem könnte sie dir einen Strick auch im Umgangsrecht drehen "der Vater hat ja sogar das Sorgerecht abgegeben - der interessiert sich nicht fürs Kind".

      Also mach es nicht.

      (6) 23.11.16 - 12:12

      Hallo,

      jetzt schalt mal Deinen kleinen, grauen Zellen ein und informiere Dich über die Fachwörter! Wie naiv kann man sein? Geh zum Jugendamt uns lass Dich beraten!

      LG

    • (7) 23.11.16 - 12:24

      Hallo,

      ich bin zwar kein Vater (sondern eine Mutter:-p), möchte aber dennoch was dazu sagen:

      Wenn ich mich als Elternteil (egal ob jetzt Vater oder Mutter) in das Leben meines Kindes einbringen will, würde ich NIE im Leben mein Sorgerecht abgeben!!!

      Mein Freund war nach der Trennung leider zu blöd, das gemeinsame Sorgerecht zu beantragen und hat seiner Ex das alleinige übergeben#klatsch. Glaub mir, das bereut er heute noch#schmoll...bei vielen Entscheidungen, die seine Kinder betreffen, bestimmt sie einfach ohne dass er mitreden darf...zahlen darf er fest für seine Kinder, aber er hat null Mitspracherecht und muss quasi das hinnehmen, was sie bestimmt!!!! Das nervt ihn immer wieder, und ich habe ihm schon sehr oft gesagt, dass er mit ihr über das gemeinsame Sorgerecht reden und es sonst jetzt beantragen soll. Sie wird aber nach über 5 Jahren jetzt sicher nichts ändern wollen (verständlicherweise) und gerichtlich streiten gehen will mein Freund auch nicht...von daher wird es wohl weiterhin so sein, dass sie bestimmt und er nur daneben steht und nichts sagen kann/darf.....

      Von daher kann ich dir nur raten: WENN du auch ein Mitspracherecht hinsichtlich der Erziehung deines Kindes haben willst, dann gib dein Sorgerecht auf keinen Fall ab!

      Lg

      PS: Als ich mich von meinem Exmann habe scheiden lassen, war übrigens von Vornherein klar, dass wir das gemeinsame Sorgerecht haben werden (es sei denn mein Ex hätte das nicht gewollt). Ich wäre daher nie auf die Idee gekommen, meinen Ex um sein Sorgerecht zu bringen, immerhin ist er der Vater meiner Kinder, weshalb ihm meiner Ansicht nach das Sorgerecht genauso zusteht wie mir als Mutter!!!!

      (8) 23.11.16 - 12:34

      Kann es sein, dass sie weit weg ziehen möchte und keine Unannehmlichkeiten dabei haben will? Wenn du das Sorgerecht behältst hast du keine Nachteile. Wenn du es ab gibst hast du keinerlei Mitspracherecht mehr. Ich würde das niemals tun. Theoretisch könnte Sie ins Ausland auswandern und du kannst nur noch hinterher winken ohne Sorgerecht.

      • (9) 23.11.16 - 12:45

        Weit weg würde ich es nicht nennen. Wenn sie in der nähe ihrer Eltern bleibt, sind das 30-40 min Autofahrt zu mir.

        • (10) 23.11.16 - 13:07

          Das ist ja vertretbar. Es war nur eins von vielen Beispielen die es dir ohne Sorgerecht sehr schwer machen.

          (11) 24.11.16 - 09:34

          Erstmal vielleicht. Und irgendwann kommt ein Prinz aus 500 km Entfernung dahergeritten - sie zieht um und du hast die Arschkarte.

          Kann man das Sorgerecht überhaupt so einfach abgeben?

    (12) 23.11.16 - 12:48

    Vielen Dank für die vielen Antworten, das hilft sehr.

    • (13) 23.11.16 - 15:44

      Gib das Sorgerecht auf keinen Fall ab. Kinder fragen irgendwann danach. Der Elternteil, bei dem das Kind lebt, hat eigentlich schon sehr sehr viele Rechte, sprich Dinge, die den Alltag bestimmen, darf derjenige Elternteil bestimmen, bei dem das Kind lebt.

      Das einzige, was hilfreich sein kann, wäre eine Vollmacht für den medizinischen Bereich, gerade, wenn sie doch ein Stück wegzieht, aber bei der Entfernung würde ich mich vermutlich nicht mal darauf einlassen

      Mein Mann hat es gemacht, aber wir wohnten durch unglückliche Umstände auch reichlich 3h von dem kurzen weg (jetzt sind es nur noch 2h). Ich kann mir kein Urteil erlauben, was vorgefallen ist, dass ihr euch getrennt habt, aber wenn es unschön verlaufen ist, solltest du ihr erst recht nicht die Möglichkeit geben, dich aus dem Leben des Kindes zu verbannen. Es kommen Zeiten, die werden für dich als Vater schwer genug. Denn gerade bei solch frühen Trennungen passiert es offenbar sehr häufig, dass die Kinder zwischen 3 und 5 eine Phase haben, in der sie evtl nicht zum Vater wollen. Das wird schwer genug und ohne Sorgerecht noch schwerer.

      Grüße von einer, die mit ihrem Freund/Mann die Seite des Vaters durch gestanden hat und für die Väterseite ist es oft genug sehr besch...

      • (14) 23.11.16 - 21:06

        Ich habe generell angst, das er nicht gerne bei mir ist, wenn er sich so sehr an das Leben mit der Mutter gewöhnt oder sogar einen neuen "Vater" bekommt.

        • (15) 24.11.16 - 07:45

          Steck bitte nicht gleich den Kopf in den Sand. Wenn du präsent bist, auch in den vielleicht schwierigen Zeiten, dann wissen die lieben Kleinen auch irgendwann ganz genau, wer der Papa ist.

          Der kurze meines Mannes hatte quasi direkt einen Stiefvater, er war auch etwa so alt und zwischendurch gab es wirklich Momente, in denen man hätte heulen können und das auch passiert ist, wenn er von seinen Eltern sprach. Er hat die Konstellation einfach nicht verstanden. War zu klein dafür. Jetzt hat er eben zwei Papas und das erzählt er auch jedem ganz stolz, weiß aber jetzt auch, wie das zustande kam (das haben wir ihm erzählt, ohne die Mutter schlecht da stehen zu lassen). Er hat aber gebraucht um es zu verstehen. Klick hat es gemacht, als mein Mann ihm Fotos aus den ersten Jahren gezeigt hat. Man kann den kleinen ruhig auch erzählen, dass man traurig ist, dass man nicht mehr zusammen wohnt. Man darf die Kinder nur nicht die Wut und den Frust auf das andere Elternteil spüren lassen.

          Wie seicht haben wir erzählt, dass sich die Mama eben in den neuen verliebt hat und dass das manchmal passiert und der Papa darüber auch traurig war. Die ganzen Hintergrundinformationen, was da abgelaufen ist und wie, haben das Kind nicht zu interessieren.

          Was ich dir noch raten möchte. Such dir jemanden, mit dem du ehrlich reden kannst und der dich versteht. Der auch die Anwandlungen versteht, wenn man mal nicht mehr kann und den Kontakt abbrechen möchte. Als neue Frau eines Mannes mit getrenntem Sohn kann ich dir sagen, dass das vor lauter Liebe passieren kann. Klingt komisch, aber es gibt Tage oder Wochenenden, in denen man die Trennung Sonntag Abend vom Kind nicht mehr erträgt. Und einfach alles hinschmeißen möchte. Such dir jemanden, der für solche Gedanken Verständnis hat und dir trotzdem die Kraft gibt durchzuhalten. Es wird alles gut und das Kind wird dich abgöttisch lieben.

Hallo,

lass dich nicht verrückt machen, du kannst das Sorgerecht nicht einfach abgeben.

Das muss dir das Familiengericht aberkennen, deine Ex muss das einklagen.

Sag einfach, dass das gar nicht geht.

Und eigentlich darf sie bei einem Auszug nicht einfach das Kind mitnehmen, wenn du nicht einverstanden bist.

Lass dir nicht alles gefallen und kümmer dich im dein Kind!

LG

  • Das geht schon, man kann einem Antrag der Mutter auf alleiniges Sorgerecht zustimmen, dann hat man das Sorgerecht los. "Abgeben" geht nicht so ohne Weiteres, das stimmt. :-)

    Ich würde übrigens so argumentieren, dass ich sage, ich möchte nicht, dass mein Kind später falsche Schlüsse zieht, wenn es mitbekommt, dass ich als Vater/Mutter mein Sorgerecht loswerden wollte.

    • Ich verstehe deinen ersten Satz nicht. Das geht eben nicht so einfach. Der Richter kann immer noch entscheiden, dass er es einfach nicht macht

      • Warum sollte der Richter das tun? Mutter beantragt alleiniges Sorgerecht, Vater stimmt schriftlich zu. Die Parteien sind sich einig. Das wird dann vor Gericht mündlich jeweils bestätigt und ist somit für den Richter erledigt. Kennst Du einen Fall, in dem der Richter dann bestimmt hat, dass er das nicht durchwinkt? #kratz

        • Der Richter wird herausfinden, dass der Vater das eigentlich gar nicht will und wird ihn bestätigen und in seiner Stellung stärken. Er entscheidet zum Wohle des Kindes.

          • Äh, davon rede ich doch gar nicht. #rofl

            • Sondern?

              • Naja, Du sprichst anscheinend vom TE oder eben Männern, die ihr Sorgerecht gar nicht wirklich an die Mutter abtreten wollen. Warum sollten die denn dann auch zustimmen und unterschreiben? Macht ja keinen Sinn.

                Mit meinem Einwand auf Dein Posting meinte ich selbstverständlich die Väter, die wirklich kein Interesse daran haben. Oder eben bspw. ins Ausland gehen wollen und der Mutter gewisse Umständlichkeiten ersparen wollen.

                Wir haben einfach aneinander vorbeigeredet, sorry. :-D

                • Wahrscheinlich. Ich dachte, es gibt beim Familiengericht einen Verhandlungstermin für so etwas. Machen die das echt mit schriftlichem Beschluss ohne Verhandlung?

                  • Es ist wohl so, dass wenn sich die beiden Parteien einig sind, der Richter das vor Gericht nur noch mündlich bestätigt haben will und dann direkt abnickt und man auch viel schneller einen Termin bekommt, als wenn die Mutter das einfordert und es kein schriftliches Einverständnis gibt. Da wird man dann irgendwo zwischen reingeschoben, es ist also in dem eigentlichen Sinne keine "richtige" Verhandlung mehr.

                    Klar, wenn der Vater dann vor Gericht sagen würde, eigentlich will er das doch nicht, wirds wieder komplizierter und ich denke auch, dann wird ein Richter auch nicht mehr einfach durchwinken. Ich hab den Fall eben nur mal mitbekommen, weil wie gesagt ein Vater zum Arbeiten ins Ausland gehen wollte und sich die Eltern einig waren, dass ihnen das unkomplizierter erschien, als irgendwelche Generalvollmachten auszustellen.

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