In die Ecke stellen?

    • (1) 25.11.16 - 16:26

      Hallo hallo Ihr lieben

      Ich lese hier eher still mit als aktiv zu schreiben.

      Es geht um unseren kleinen Sonnenschein, er ist vor kurzem 2 Jahre alt geworden und geht 3 h am Tag in die Krippe .
      Ich bin mit Baby zu Hause und er hat den Luxus Vormittags zu spielen und dann wieder nach Hause zu können.

      Leider ist es nicht ganz so harmonisch, wir haben heraus gefunden dass er öfters in der Ecke stehen muss. Für uns ganz unverständlich so eine Aktion. Er ist ein lieber kleiner Kerl der sich eher zurück zieht als drauf geht. Sehr verständlich ist und so gut wie immer super drauf ist. Aber natürlich auch in eine schwierigem Alter( wann das mit den Phasen wohl aufhört?).
      Herausgefunden haben wir es im Alltag, wir haben mit ihm gemeckert und er ist in die Ecke gerannt und hat bitterlich geweint, das andere mal sagte ich nur , mach das bitte nicht(vielleicht etwas lauter aber nicht sehr aufgebracht), hab dann in der Küche weiter geschnibbelt und irgendwann ging ich mal nachsehen weil es so leise war ( nie ein gutes Zeichen) da stand er einfach in der Ecke. Ich war total baff .
      Dann hab ich angefangen etwas spezieller nachzufragen und herausgefunden das er Angst vor seiner Erzieherin hat. Hatte mich dann Mittwoch mit ihr unterhalten und sie hat Besserung gelobt. Da muss er einen richtigen Anschiss von Ihr bekommen haben . Ich hab ihn abgeholt und er lag nur schreiend und weinend auf dem Boden auf dem Weg nach Hause. Im Mittagsschlaf ist er triefend nass und weinend aufgewacht . Total fix und fertig. Habe ihn jetzt zu Hause gelassen. Montag haben wir ein Gespräch mit der Kita Leitung .
      Meine eigentliche Frage ist . Ist in die Ecke stellen eine gängige Erziehungsmethode?
      Wenn es so weiter geht würde ich gerne wechseln das ist aber nicht so einfach. Zu viele Kinder auf zu wenige Plätze

      Danke schonmal im voraus für die Antworten.

      Werde nicht gleich zurück schreiben können die Mäuse halten einen ganz schön auf trapp.

      • Nein, in die Ecke stellen ist keine gängige Erziehungsmethode und auch nicht zielführend. In keinem alter. Aber im Alter von 2 schon mal gar nicht. Das Kind wird bestraft, es kann nicht mal einen Zusammenhang herstellen und jede Erzieherin weiß sowas. Jeder Mensch, der sich auch nur ansatzweise mit Erziehung beschäftigt hat (uns als ausgebildete Erzieherin gehört das definitiv zum Grundwissen) weiß, dass das einzig ein Mittel zur Demütigung und nicht zur Erziehung geeignet ist. Das klingt alles gar nicht gut und ich würde beim Gespräch auch sehr deutlich machen, das solche "Erziehungsmethoden " nichts im Kindergarten oder gar in einer Krippe zu suchen haben. Das geht gar nicht!

        Hat die erzieherin den grund für die maßnahne genannt? Was er getan hat?

          • Ich fände die Begründung der erzieherubg sehr interessant. Was nicht heißt dass ich die Methode gutheiße. Mal ein Beispiel:

            Beantwortung der frage erfolgt klar und offen, dann scheint die dame zumindest gesprächfähig zu sein.

            Wiegelt sie das Gespräch ab, weiß man auch dass das versprechen auf besserubg null wert ist. Und kann diese sitation auch in gespräch mit der leiterin aifgreifen.

        Dafür gibt es keinen Grund, entsprechend ist irrelevant, welche Art von "Fehlverhalten" der arme, kleine Kerl vermeintlich gezeigt hat!

        Das ist eine Form von Kindeswohlgefährdung durch psychische/emotionale Misshandlung!

    Echt jetzt? Du hast ihn wieder zu der Folterfrau geschickt, bzw. gehen lassen? Dein Ernst? "Sie gelobte Besserung" Das ist doch ein Scherz, oder? Oh Gott.

    ...ich denke, über die disziplinarischen Massnahmen in Hort hättest du dich ja vorher informieren müssen. Wenn das eine der Massnahmen dort ist - dann ist das so. Kinder können mit unterschiedlichen Reglen "daheim" und "dort" umgehen. Du kannst dir anhören was sie machen und dann ja oder nein zur Einrichtung sagen - nicht zu der Massnahme. Die gilt nämlich für alle Kinder. Und wenn sie da ausnahmen machen weil der Heinrich nicht in die Ecke gestellt werden darf, der Paul nicht auf den stillen Stuhl gesetzt und der Max nicht geschimpft werden darf.... dann kann man das ganze "lernen sich in eine Gruppe einzufügen" total vergessen.

    Das zweite ist, dass wohl jede Mutter denkt, ihr Kind sei der Sonnenschein des Horts - weil er das daheim ist. Besonders, wenn noch keine Geschwisterkinder da sind, kann man sich bequem vorstellen, dass das eigene Kind kein Störefried ist. Und dann ist er ja noch so klein un die anderen sollen sich anpassen (obwohl die genauso klein sind). Sorry, diese Haltung fühle ich von zunehmend mehr Eltern. Im Hort, in der Schulbetreuung, im Unterricht.

    Du hast entschieden, dass dein Kind ausser Haus mitbetreut und miterzogen wird. Das finde ich super. Respektiere die Regeln dort. Kläre, ob sie für alle Kinder gelten. Wenn ja, akzeptiere es oder wechsle die Einrichtung.

    Gelten die Regeln nur für dein Kind, weil es als besonders "schlimm" wahrgenommen wird, dann verlange, als STILLE Besucherin mal einen Tag zuschauen zu können. Ist es so, dass dein Kind auffällt (obwohl es zu Hause ein richtiger Schatz ist - das gibts nämlich) dann kannst du daran arbeiten.

    Aber wenn die Strafe für ungebührliches Betragen in die Ecke zu sitzen bedeutet - dann ist es eben so. Und wenn er oder du damit nicht umgehen kann, dann musst nicht der Hort das für dein Kind ändern - sondern entweder du deine Einstellung dazu (z.B. indem du dem Kind die angst davor nimmst oder ihm erklärst, dass die Auszeit dafür da ist, allen eine Pause zu gönnen, aber keiner auf ihn böse ist) oder die Einrichtung.

    Beim uns im Hort und auch in der Vorschule gab es für die Kids einen "stillen Stuhl". Wer über die Stränge schlug, musste sich darauf setzen. Mit dem Gesicht zum Saal, wenn gewünscht - aber er musst dort sitzen, für ein, zwei Minuten und konnte wieder kommen. In der Zeit wird weder geschimpft noch darf er reinrufen. Er soll einfach im Raum die Chance haben, sein Benehmen zu überdenken. Nicht ausgeschlossen wie früher vor der Tür - nicht blosgestellt, einfach halt runter fahren. So unmöglich finde ich diese Sanktion nicht. Oder wie würdest du 24 Kleinkinder behandeln. Niederknien auf Augenhöhe und an die Vernunft appelieren... und das nonstop im Dauergequatsche? Ich denke, da musst du dir den Betreuungsschlüssel mal genauer ansehen. Das liegt nicht drin....

    • Nun, du redest von vorschul- und schulkindern. Die te redet von einem 2 jährigen Kleinkind. Diese sind kognitiv noch nicht in der Lage, den Sinn so einer Strafe zu verstehen. Auch das weiß jede Person, die sich mit Erziehung auseinander gesetzt hat. Hirnreife, geistige Entwicklung usw. Auch das ist Inhalt der erzieherausbildung. Und mal ganz davon abgesehen ist ein in der ecke stehen etwas völlig anderes als eine Auszeit auf einem Stuhl. In der ecke stehen ist schlicht und ergreifend demütigend uns hat nichts mit pädagogischer Arbeit zu tun.

      • ein stiller Stuhl hat mit Pädagogik auch nichts zu tun! Höchstens mit schwarzer Pädagogik. ;-)

        Ehrlich, sollte Methoden gehören nicht mehr in dieses Jahrhundert.

        Ich hab in der Arbeit mit kleinen Kindern auch die Kinder aus der Situation genommen, aber ZU MIR und nicht auf irgendeinen Stuhl. Da kann man das dann auch mit dem Kind bearbeiten.

        Auch ein Vorschulkind lernt nichts auf einem stillen Stuhl, ausser dass es bestraft wird!

    (11) 25.11.16 - 18:43

    Wow, in welches Zeitloch bist du denn gefallen? Dein Text klingt nach 1900....der Rohrstock soll auch ganz gut dafür Sorgen, das ein Kind sich in eine Gruppe einfügt. Gruselig, wirklich gruselig!

    Der "stille Stuhl" (gerne auch "Treppe") ist doch längst schon wieder vom Tisch und das hat seine Gründe. Genauso wie ein "in die Ecke stellen", worüber soll ein 2jähriges Kind sich denn denn da Gedanken machen?

    Kinder (und ganz besonders Kleinkinder) müssen so nicht behandelt werden, werden sie es doch, dann sollte den Erziehern arbeiten in ihrem Beruf untersagt werden....sie sind dann einfach unfähig und haben auf ganzer Linie versagt! Dabei noch auf den Betreuungsschlüssel hinweisen, das ist doch der Gipfel und eine lächerliche Rechtfertigung.

    (12) 25.11.16 - 19:44

    Hallo,

    eine Betreuungseinrichtung für Kinder sollte sich aber auf dem aktuellen Stand der Pädagogik sein. Wenn es die Regel wäre die Kinder über das Knie zu legen, müßten das die Eltern akzeptieren?

    "Aber wenn die Strafe für ungebührliches Betragen in die Ecke zu sitzen bedeutet - dann ist es eben so. Und wenn er oder du damit nicht umgehen kann, dann musst nicht der Hort das für dein Kind ändern - sondern entweder du deine Einstellung dazu (z.B. indem du dem Kind die angst davor nimmst oder ihm erklärst, dass die Auszeit dafür da ist, allen eine Pause zu gönnen, aber keiner auf ihn böse ist) oder die Einrichtung."

    Und wenn die Strafen sinnlos sind? Du hast wohl kein Interesse, WIE Deine Kinder außerhalb des elterlichen Zuhaues erzogen werden. Sinnlose Strafen, wie der "stille Stuhl" und "in der Ecke stehen" sind als Strafe pädogagischer Scheiß - mehr nicht.
    Kleinkinder und Kinder denken während dieser "Auszeit" nicht nach, sie sitzen ihre Strafe ab und stumpfen ab. Diese Methoden haben keinen Sinn, erfüllen keinen Zweck außer das Kind sichtbar für andere zu stigmatisieren und damit sich die Erzieher besser fühlen. Sorry, hätte es solche Erzieher in den Einrichtungen meiner Kinder gegeben, hätte ich zur Not den juristischen Weg beschritten. Denn das grenzt an seelische Mißhandlung.
    Also, stell Du Dich das nächste Mal, wenn Du in dem Job einen Fehler machst, in die Ecke und erzähle mir von Deinen Erfahrungen. Einige Erwachsene, wie Eltern und Erzieher, sind zum Glück in der Lage Kinder konsequent zu erziehen.

    LG
    Lana

    "Wenn das eine der Massnahmen dort ist - dann ist das so."

    Hallo,

    das sollte nicht nur definitiv NICHT so sein- das DARF rechtlich nicht so sein! Ist nämlich eine Form von Kindeswohlgefährdung (§8a SGB VIII) durch psychische/emotionale Misshandlung!

    Viele Grüße,

    Kathrin

Hallo :-),
ich war gerade echt schockiert, als ich deinen Thread gelesen habe :-(. Wenn du das Gespräch am Montag hast, dann frag bitte, auf welcher Grundlage sie so eine Maßnahme rechtfertigen kann. Ich sage dir, es gibt keine! Der Lerneffekt, also die Verhaltensänderung ist gleich null :-( Das Kind wird auf diese Weise gedemütigt. Deinem Sohn scheint das leider oft passiert zu sein, da er das ja schon automatisch macht. Das ist sehr traurig :-( Bitte untersage dieser "Erzieherin " solche Deskreditierungen gegenüber deinem Sohn, bzw sprich gleich mit der Leitung! Das geht gar nicht! Egal was er gemacht hat. Sie muss in der Lage sein, ihm Handlungsalternativen aufzuzeigen .Bis die Sache geklärt ist, bring ihn bittet nicht mehr hin. Vielleicht kann er auch die Gruppe wechseln? Die Dame scheint sehr unprofessionell zu sein :-(
Lg, Mariam :-)

hallo,
so eine aufbewahrung nennst du "luxus"?? in meinen augen ist es eine strafe, in diese spezielle einrichtung zu müssen während du es dir zuhause mit baby gemütlich machst.
mein kind wäre da schneller raus, als jemand da auch nur den mund aufmachen könnte. grausam. ich würde an oberster stelle mächtig tamtam machen und diese erzieherin würde mein kind nie wieder betreuen, egal was sie sagt.
vg

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