Wieviel geben für das Kind?

    • (1) 05.12.16 - 23:31

      Hallo,

      Ich bin 22, habe einen fast 2-jährigen Sohn und lebe mit seinem Papa zusammen.

      Bevor ich schwanger wurde, waren wir nicht ganz ein Jahr zusammen. Das erste Lebensjahr unseres Kindes haben wir auch noch bei meinen Eltern im Haus gewohnt, sind dann aber ausgezogen, weil man eben als Familie seinen Freiraum braucht. (Trotz gutem Verhältnis)

      Seit Monaten ist es aber die reinste Achterbahnfahrt mit meinem Freund. Immer wieder bahnt sich ein großer Streit an, dann ein ausführliches Gespräch (das immer ich beginne und im Prinzip mehr einen Vortrag daraus machen "muss", da er anscheinend nicht viel zu kritisieren hat), bei dem er sich aber immer reumütig zeigt, Besserung gelobt, seine Liebe beteuert. Wirklich ändern tut sich langfristig aber nichts. Bei solchen Gesprächen bin ich immer ganz offen und ehrlich, frage aber auch, was ihn denn stört oder was die Gründe für sein Verhalten sind.

      Er ist demotiviert, lässt sich in der Beziehung hängen. Oft geht er schroff mit unserem Sohn um (wird z.B. sehr schnell laut), da entwickle ich dann richtige Abneigung und eine Art "Wut" ihm gegenüber.

      Ich habe das Gefühl, dass wir uns gegenseitig im Weg stehen. Wenn ich alleine bin (weil er z.B mit dem kleinen seine Mutter besucht), bin ich viel disziplinierter (Haushalt/Ernährung/Sport) und irgendwie bewusster ich selbst. Mit ihm bin ich oft eher etwas träge. Ich glaube ihm geht es da ähnlich, viel äußern tut er sich da nicht.

      Manchmal glaube ich, dass wir uns einfach unterschiedlich schnell entwickelt haben. Ich wünsche mir oft jemanden, bei dem ich mich fallen lassen kann und den ich für irgendetwas bewundern kann, einen "ebenbürtigen" Gesprächspartner und vor allem diese Gewissheit, dass man mit dem Partner gerne die Zukunft verbringen will.

      Ich habe ihm schon vor knapp 6 Monaten gesagt, dass sich was ändern muss und ich nur unserem Sohn zuliebe noch da bin. Auch heute hat sich daran eigentlich nichts geändert.

      Aber wie viel von sich selbst sollte man seinem Kind zuliebe opfern? Ich bin mir der Verantwortung meinem Sohn gegenüber bewusst, nur weiß ich nicht, wie weit ich noch zurück treten soll, um meinem Kind die "klassische Familie" bieten zu können. Er ist nun mal sein Papa.

      • Du schreibst ziemlich deutlich, dass Du Dir einen anderen Mann als Deinen Partner wünschst und Dein Freund sich stark ändern müsste, um so zu sein, damit er Dir gefällt. Was er aber anscheinend nicht will, denn alle Gespräche darüber laufen ins Leere. Richtig?

        Da hilft nur, sich entweder zurück zu lehnen und den Partner eben so zu akzeptieren, wie er ist. Er wird sich nicht geändert haben, denn Du hast ihn nur ein Jahr gekannt, bevor Du schwanger wurdest. Anscheinend eben nicht gut genug. Aber Menschen ändern sich nur, wenn sie das selbst wollen und sollten das nicht tun, nur weil ein Anderer das will.

        Also entweder liebst Du ihn so, wie er eben ist und fängst an, bei Dir etwas zu ändern oder Du ziehst eben eine Trennung vor. Opfern musst Du gar nichts, es sei denn, Du hast irgendwo in der Hinterhand noch ein zweites Leben. :-)

        Was geanu heißt er ist träge in der Beziehung? Er ist langweilig, er unternimmt nix, er hilft nix?

        Ich denke ein Problem mitunter ist, dass du dich von seiner Trägheit anstecken lässt.
        Es müsste doch umgekehrt sein, du müsstest ihn mit deiner Power anstecken. Warum schaffst du das nicht - im Gegenteil lässt dich noch von ihm runterziehen.

        Verstehe mich nicht falsch, ich will damit nicht dir den Schwarzen Peter zuschieben. Aber das würde ich noch versuchen, das ist nämlich etwas was DU in der Hand hast, ob du dich von ihm runterziehen lässt oder nicht. Und evtl kann du ihn auch mitziehen. Und dann wird er vielleicht ausgeglichener und ist auch nicht mehr so patzig zum Kind.

        Warum ist er kein ebenbürtiger Gesprächspartner? War er das vorher auch nicht und es fiel dir nur nicht auf? Wie war eure Beziehung vor dem Kind?

        • Ich weiß, dass ich mich nicht von seiner Trägheit runterziehen lassen sollte, aber es ist oft schon schwer sich dann selbst aufzuraffen, geschweige denn, dann noch jemand anderen zusätzlich zu motivieren.

          Leider weiß ich nur ganz genau, dass er auch ganz anders kann.

          Ich war im Sommer aufgrund verschiedener Umstände zwei Wochen mit meinem Sohn in Italien. Binnen weniger Tage war alles gemacht, was er seit Monaten aufgeschoben hat. Und sauber war die Wohnung auch noch. Das ist, was ich von ihm gewohnt bin. Wenn was ansteht, macht man es eben gleich(oder zeitnah) und schiebt es nicht wochenlang vor sich hin.

          Vielleicht sollte ich versuchen mehr auf mich zu achten und ihn da mal außen vor zu lassen, um zu sehen, wie er darauf reagiert, möglicherweise klappt das ja.

      Hallo,

      was würdest du deinem Sohn raten, wenn er in deiner Situation wäre?

      Ich würde nicht wollen, dass eins meiner Kinder in einer unglücklichen Beziehung lebt und würde es ihnen auch so nicht vorleben wollen. Investiere deine Kraft nicht in eine Ehe, die du nicht mehr möchtest, sondern lieber in einen Plan für die Zukunft, bei dem ihr irgendwann alle glücklich sein könnt.

      Viele Grüße,
      lilavogel

      Der eigentliche Punkt ist doch der:

      " Oft geht er schroff mit unserem Sohn um (wird z.B. sehr schnell laut), da entwickle ich dann richtige Abneigung und eine Art "Wut" ihm gegenüber."

      Das hier ist nur noch der Zucker obenauf "Er ist demotiviert, lässt sich in der Beziehung hängen."

      Ihr müsst reden. Und (gemeinsam) in die Erziehungsberatung. Einen zweijährigen anschreien ist ebenso sinnlos wie stumpf. Dein Freund braucht dringend ein paar bessere Rezepte.

      lg thyme

      • Ich habe ihm das alles schon gesagt, ganz direkt und ehrlich. Er reagiert nur nicht langfristig darauf. Nach ein paar Tagen ist alles vergessen und man verfällt ihn alte Muster.

        Dass er ihm gegenüber nicht laut werden muss, hab ich ihm auch schon mehrfach gepredigt. Wie gesagt, er macht es einfach wieder.

        • Hättet ihr kein kleines Kind, würde ich Dir auch einfach raten: Schau, was Dir gut tut, was Dich motiviert - Unzufriedenheit kann man seinem Partner gegenüber äußern, aber Du bist nicht die Motivatorin Deines Partners, und ändern kann er - wenn er das denn will - sich nur selbst aus eigenem Antrieb.

          Wegen Eures Sohnes: Notier Dir einfach mal, wann er laut wird - ist er dann gerade müde von der Arbeit, fühlt sich mit irgendetwas überfordert, weiß keine richtige Reaktion? Und lass ihn selbst mal überlegen: Was möchte er gern mit Eurem Sohn machen, unternehmen? Was klappt vielleicht doch schon ganz gut?

          LG

          Anja

    Hallo,

    ich bin der absoluten Überzeugung, dass man Kindern keinen Gefallen tut wenn man nur Ihnen zuliebe beim Partner bleibt. Kinder bekommen sehr viel mit, sie können Stimmungen spüren und beziehen vieles schnell auf sich selbst. Man kann einem Kind keine "heile Welt" vorspielen wenn sie nicht wirklich heil ist.

    Ich kenne deine Situation und habe schlussendlich einen Strich gezogen als mein Sohn 1,5 Jahre alt war. Vorher gab es viel Streit, abwechselnd gute und schlechte Phasen, enttäuschte Erwartungen...seit der Trennung leben wir beide absolut entspannt und in Ruhe. Meiner Meinung nach habe ich, auch für meinen Sohn, absolut richtig entschieden.

    Dazu muss ich allerdings sagen, dass wir als Eltern super funktionieren. Es gibt keinerlei Konflikte, mein Sohn sieht seinen Papa regelmäßig, wir unterstützen uns gegenseitig. Ich denke das ist sehr wichtig.

    Natürlich ist eine komplette Familie immer besser und das Leben als Alleinerziehende ist wahrlich nicht immer ein Zuckerschlecken. Sollte es allerdings wirklich so sein, dass du mit deinem Partner keinerlei Zukunft mehr siehst und nur wegen dem Kind bei ihm bleibst würde ich an deiner Stelle über eine Trennung nachdenken.

    Ich wünsche dir alles Gute !

    Liebe Grüße

    Tatjana

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