Weihnachten mit depressiver Schwiegermutter

Weihnachten stellt sich jeder so schön vor: in Frieden mit allen seinen Lieben zusammen sein, leckeres Essen, Geschenke und ein gutes Gefühl haben. Aber die Realität ist oft viel schwieriger, wie hier einige wissen:
Ein Tipp vom urbia Team

    • (1) 14.12.16 - 14:55

      Hallo liebe Community!

      Ich habe momentan eine Situation, die mich etwas belastet und ich wollte eure Meinung haben, wie ich hier am Besten damit umgehe.

      Zu den Fakten: ich habe seit 5 Jahren eine Schwiegermutter, die laut Aussage meines LG seit Jahrzehnten Antidepressiva abhängig ist und Depressionen hat. Seit ich sie kenne gab es immer wieder neutrale, selten gute und immer wieder schlechte Phasen. Auslöser waren Kleinigkeiten, Dauer immer wieder Wochen bis Monate. Sie ruht sich aber laut meinem LG auf der Diagnose aus und tut nichts dagegen (weder Psychotherapie noch Selbsthilfegruppe, etc) außer regelmäßig Pharmaceutica verschreiben lassen.

      Dieses Mal ist es leider besonders schlimm. Sie hatte vor 6 Jahren einmal Brustkrebs, welchen sie erfolgreich besiegt hat. Dieses Jahr hatte sie ihre jährliche Vorsorgeuntersuchung, die Ärzte hatten einen Verdacht (der sich NICHT bestätigt hat), und seit dem ist sie komplett am Boden. Isst nicht mehr, spricht sehr leise, ist nah am Wasser gebaut, nimmt auch stetig ab, etc. - volles Programm.

      Nun ja, meine Schwiegies haben in Spanien eine Ferienwohnung, die sie immer von November - März beziehen, quasi über Weihnachten und Winter sind sie nicht da.

      Jetzt ist es aber so, dass sie eben, weil es ihr so schlecht geht, wohl am 21.12. wieder zu uns heim kommen wird und mit uns Weihnachten feiern wird.

      Wir (also die Ex-Frau meine LG) hat Kontakte zu einer psychiatrischen Klinik, wo sie schon ein Zimmer "reserviert" hat. Laut meines LG "darf" sie über die Feiertage noch bei uns sein, jedoch muss sie dann in stationäre Behandlung.

      Jetzt zu meiner Frage - habt ihr irgendwelche Tipps für mich, wie ich den 24.12. überleben werde?

      Zur INfo: Ich kenne Depressionen selbst, hatte mal ein schlimmes Jahr, als ich 125 km weit von meiner Heimat weg gezogen bin, aber seitdem gehts mir gut und ich möchte mich auch nicht runterziehen lassen. Ich hab natürlich Mitleid mit ihr, aber es ist auch mein bzw. unser Weihnachten und ich möchte nicht den ganzen Tag das Gejammere und schlechte bzw. bedrückte Stimmung aushalten müssen. #zitter

      liebe Grüße und Danke,
      Bärbel

      • Hat sie bei Euch ein Zimmer, wo sie sich zurückziehen kann? Der Trubel wird ihr sicher schnell zu viel.

        Ich würde nicht viel von ihr verlagen, aber gewisse Strukturen vorgeben: Wann soll sie aufstehen, wann gibt es Essen? Vielleicht noch mittags ein kleiner Spatziergang an der frischen Luft (das Licht ist draußen heller als drinnen, das hebt die Stimmung). Wenn ihr Licht anmacht, dann richtig hell. Nicht nur Kerzen oder Schummerlicht.

        Ansonsten nicht zu viel von ihr verlangen und auch nicht unter Druck setzen lassen. Die Krankheit ist ihr Problem, nicht Eures. Ich würde mir z.B. von ihr nicht vorschreiben lassen, was ich den ganzen Tag tun soll. Wenn es ihr bei Euch zu viel ist, soll sie sich zurückziehen.

        • Hey lexa,

          ja klar hätte sie das, wir haben ein Haus wo wir zumindest ein Büro mit einer Couch anbieten können.

          Das mit dem Spaziergang ist eine gute Idee, da schnapp ich sie mal und dann gehts raus, tut sicher uns beide gut. Du hast recht, die Krankheit ist ihr Problem, aber als Angehöriger kriegt man leider auch viel ab :-/

          Danke!

          lg Bärbel

      Hallo!

      Ein schlimmes Jahr ist etwas anderes als ein schlimmes Leben; von daher bezweifel ich, dass du dich mit Depressionen auskennt.

      Depressive müssen sich selbst helfen, das kann kein anderer für sie tun, wenn ihr Druck aufbaut dann wird sie sich noch mehr verkriechen. Von daher ist diese stationäre Aufnahme auch für die Katz - wenn ich es richtig verstehe und ihr es zur Bedienung machen wollt bzgl. gemeinsam Weihnachten feiern.

      Und sowas hinter dem Rücken zu organisieren ist echt mies. #contra

      Verhalte dich ihr gegenüber wertschätzend. Ohne Vorbehalte. Und wenn es nötig ist, dann grenze dich ab (geh Spazieren) aber Grenze sie nicht aus.

      LG, Marie #snowy

      • Hallo Marie,

        naja - zumindest kann ich es noch mehr nachvollziehen als alle anderen Familienmitglieder, hab auch schon Antidepressiva genommen, also ein bisschen was weiß ich schon.

        Nein, Bedingung ist das bei Gott keine, nur eine "Bitte".

        Hinterm Rücken wird hier gar nix gemacht, sie weiß natürlich davon. Druck bekommt sie außerdem nicht von mir (steht mir nicht zu), sondern von ihren Söhnen - und da mische ich mich nicht ein.

        Der letzte Satz hat mir am meisten geholfen, ich hab nicht gefragt um hier ne Moralpredigt zu erhalten.

        LG Bärbel

        • Hallo Bärbel!

          Du hast Recht, mein Text hatte wirklich etwas von einer Moralpredigt. #sorry

          Wie gesagt, Wertschätzung ist sehr wichtig. Bei psychisch Erkrankten leidet auch die Familie mit. Von daher sind deine Grenzen auch wichtig und ernstzunehmen!
          Versuche es mit der Abgrenzung deinerseits. Das heißt aber auch nicht, dass du in deinem Haus eingeschränkt bist.

          Kannst du dich mit ihr zusammensetzen und sie fragen wie sie sich Weihnachten vorstellt? Vielleicht hat sie trotzallem eine Vorstellung oder einen Wunsch bzgl der Feiertage?

          Ich finde es toll, dass du ihr dein Haus öffnest und hoffe, die Festtage werden nicht allzu sehr belastet.

          "Hole sie da ab wo sie gerade ist." Das war unser Leitsatz im Unterricht. In der Praxis klappt es bei mir gut so. Versuche ihre Ressourcen zu sehen, aber bleibe ehrlich und nicht übertrieben.
          Licht und Luft helfen - dir aber auch ihr!

          LG, Marie #snowy

          • Hallo Marie,

            kein Thema & Danke für deine liebe Nachricht.

            Ja, ich werde sie auf jeden Fall fragen, wie sie sich Weihnachten vorstellt.

            Natürlich öffnen wir ihr unser Haus, sie ist ja die Mutter meines LG - und auch auf "Ihrem Wege" da, wenn man sie braucht.

            Wertschätzung hat sie das ganze Jahr über von mir, ich tu mir halt dieses Jahr etwas schwerer mit ihr... aber das wird schon!

            Frohe Weihnachten wünsch ich dir! #paket
            lg Bärbel

    Sie muss nicht in stationäre Behandlung, wenn sie es nicht will.
    In dem Fall macht der Aufenthalt auch keinen Sinn.

"Zur INfo: Ich kenne Depressionen selbst, hatte mal ein schlimmes Jahr, als ich 125 km weit von meiner Heimat weg gezogen bin, aber seitdem gehts mir gut und ich möchte mich auch nicht runterziehen lassen. Ich hab natürlich Mitleid mit ihr, aber es ist auch mein bzw. unser Weihnachten und ich möchte nicht den ganzen Tag das Gejammere und schlechte bzw. bedrückte Stimmung aushalten müssen."

Ich bin muslima und hab mit Weihnachten nix am Hut, aber ist das nicht das Fest der Liebe? Liest sich total liebevoll. Hoffentlich wollen sich deine Kinder mal von dir runterziehen lassen, wenn du mal alt und vielleicht depressiv wirst. Drücke dir die Daumen.

  • Ich versteh den letzten Satz trotz aller Ironie leider nicht.

    Warum bin ich hier im Forum und habe gefragt? Weil es mich selbst belastet und ich einfach Tipps haben will wie ich mit der Situation umgehen soll, wenn es mir zuviel wird.

    Wenn man keine konstruktiven Tipps hat, wie gesagt - bin nicht hier um eine Moralpredigt abzukriegen. Sie ist willkommen bei uns - aber Spaß wird das bei Gott sicher nicht.

    Bin auch keine Psychotherapeutin und hab daher keine Schimmer, ist doch nicht so schwer zu verstehen.

    • Ich kenne jetzt deine Schwiegermutter nicht, aber habe selber viele Jahre mit meinem depressiven Vater gefeiert.

      Ja, ihm wurde schnell vieles zu viel, es hat nichts gebracht ihn groß einzubinden mit kleinen Aufgaben.
      meine Mutter sind irgendwann dazu über gegangen ihm einfach nur eine gute zeit zu machen.

      Er konnte sich zurückziehen, wenn er es brauchte. Man hat sich zu ihm gesetzt und sich ein wenig mit ihm unterhalten, mal ein paar Plätzchen gebracht und abends zur Bescherung haben wir alles ein wenig kleiner gehalten.

      Ich hatte da am Anfang arge Probleme mit, weil ich noch recht jung war und fand, dass er uns Weihnachten kaputt macht, aber dann war es halt Kartoffelsalat statt großem Menü und die Lichterkette im Baum statt echter Kerzen (das hat ihm total verrückt gemacht, wegen der Brandgefahr)

      Schwierig finde ich es tatsächlich mit Kindern, aber wenn sich die Mutter mal zurückziehen kann, kann man ja Trubel und Spiele dann machen.

    "Warum bin ich hier im Forum und habe gefragt? Weil es mich selbst belastet und ich einfach Tipps haben will wie ich mit der Situation umgehen soll, wenn es mir zuviel wird."

    Na Mensch, schreib es doch das nächste mal dazu. Dann weiß man das:) verstehst du sicher auch nicht:)

Es schein, als wenn du wirklich keine Ahnung hast, wie es ist mit depressiven Menschen zu leben.

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