nach Trennung Kinder automatisch zum nicht arbeitenden Elternteil?

    • (1) 27.12.16 - 16:32

      Hallo zusammen,

      Ich wollte mal Interessenshalber fragen, ob die Kinder immer automatisch nach einer Trennung zum nicht arbeitenden Elternteil kommen?

      Ich habe mich nicht vor zu trennen und mein Mann auch nicht. Wir sind irgendwie im Gespräch auf das Thema gekommen. Mein Mann meinte dann, das er sowie so die Kinder und Haus bekommt, da ich ja vollzeit arbeite und er zu Hause sei. Aber seit die Kinder da sind kümmere ich mich mehr um sie. Hab das ganze erste Jahr fast alleine Windeln gewechselt und mich fast immer nachts gekümmert trotz Arbeit. Genauso jetzt auch bei der Kleinen, momentan bin ich in Elternzeit ein Jahr, wie bei der Großen.

      Geht das wirklich einfach so, wenn ich das nicht möchte? Muss ich das hin nehmen und ihm und den Kindern Unterhalt zahlen?

      Liebe Grüße!

      • Das kann man pauschal doch gar nicht sagen - wieso ist das wichtig wenn es nicht zur Debatte steht?

        Hallo,

        also wenn Frauen diejenigen sind, die zu Hause blieben, dann kann man schon sagen, dass das ein ziemlicher Automatismus ist.

        Gerichte gehen gerne davon aus, dass die Bindung der Kinder zu dem Elternrteil enger ist, der die Kinder maßgeblich betreut, also Elternzeit nimmt und zu Hause bleibt. Mit der Anzahl gewechselter Windeln oder gegebener Flaschen gelingt es Vätern jedenfalls nicht zu punkten.

        Bedenken muss man auch, dass staatliche Institutionen vor allem auch Interesse daran haben, finanzielle Lasten zu verteilen. Heißt: du hast Geld, er nicht. Du kannst Unterhalt zahlen, er nicht. Er müsste ggf. soziale Hilfen beantragen, du würdest ggf. Unterhaltsvorschuss beantragen. Dir die Kinder zuzusprechen würde also erstens den Staat Kohle kosten und zweitens dem Grundsatz der Betreuungskontinuität widersprechen.

        Sofern dein Mann also nicht kriminell oder kindeswohlschädigend ist und/oder ihr nicht in einer erzkonservartiven Gegend wohnt, würde ich sagen, ja er hat Recht. Trennt ihr euch, bekommt er vermutlich die Kinder.

        Grüße Küstenkönigin

        • Danke für deine Antwort!

          Dann hoffe ich mal das es nie dazu kommt und wir auch weiterhin an einen strang ziehen.

          Ich sehe momentan leider viel zu oft aus dem Umfeld, das sich Paare trennen und möchte sowas selbst nicht durchmachen!

          Mich hat die Frage irgendwie beschäftigt, obwohl es mir auch schon klar war, das er Recht hat.

      Wieso geht ihr eigentlich vom alleinigen sorgerecht für einen der Eltern aus? Sofern der andere Part nicht weit weg zieht und im gleichen Ort wohnen will, funktioniert das geteilte sorgerecht doch viel besser. Und ist eher im Sinne der Kinder als wenn nur einer die Kinder bekommt. Denn so ist kein kind gezwungen, sich zwischen einem der Elternteile entscheiden zu müssen.

    Ihr könntet im Falle einer Trennung das Wechselmodell praktizieren dann sehen eure Kinder euch beide gleich viel. Die Kinder sind SA bis MI Morgen beim einen Elternteil und den Rest der Woche beim anderen. Dann könnt ihr beide Teilzeit arbeiten und keiner muss dem anderen Unterhalt zahlen. Lg

    • "Die Kinder sind SA bis MI Morgen beim einen Elternteil und den Rest der Woche beim anderen."

      Hallo,

      das klingt, als ob das Wechsel-Modell ausschließlich DIESE Aufteilung zulässt. Tatsächlich gibt es diverse Formen, welche sich jeweils nach den individuellen Rahmenbedingungen der einzelnen Familien richten.

      Viele Grüße,

      Kathrin

      • Das war ein Beispiel wie das Wechselmodell aussehen kann. Jeder Elternteil hat feste Arbeitszeiten und muss diese nicht jede Woche ändern was vielleicht bei einem wöchentlichen Wechsel nötig wäre. Die Zeit mit den Kindern ist gerecht geteilt, vier Nächte und drei Tage beim Einen und drei Nächte und vier Tage beim anderen, die Kinder wissen fest an welchen Tagen sie wo sind "Montag ist immer Papatag". Dadurch können Aktivitäten besser geplant werden usw. Kinder sind jeweils nicht zu lange vom anderen Elternteil getrennt aber lange genug bei einem um anzukommen. Sollte nur als Beispiel dienen wie es gut funktioniert.

        • Dann solltest Du dazu schreiben, dass es lediglich EIN Beispiel ist. Für Jemanden, der sich damit überhaupt nicht auskennt, liest es sich nämlich sehr wahrscheinlich, als gäbe es keine andere Möglichkeit.

          • Ok es tut mir leid , dass ich zwei Buchstaben vergessen habe ???? Ich ging davon aus, dass sich jeder denken kann, dass das als Beispiel gemeint war und es natürlich mehrere Varianten des Modells gibt. Oft wird ja eine Woche Mama , eine Woche Papa praktiziert, was meiner Meinung nach auch vielen bekannt ist und deswegen ging ich nicht davon aus noch z.B.: dazu schreiben zu müssen. Es ist ja auch logisch und man kann sich ja eigentlich auch selber denken, dass sowas dann immer individuell ausgemacht werden muss. Es war nur ein Vorschlag.

hi,

bei meiner cousine war das so. sie hat vollzeit gearbeitet und ihr mann war hausmann. sie hat die kinder jetzt alle 2 wochen und ein paar wochen in den ferien.

lg

Automatisch sicher nicht, aber wenn Dein Mann sich um die (bei Euch ja noch kleinen ) Kinder kümmert, ist er die Hauptbezugsperson und hätte sicher gute Chancen.
Wichtig ist auch, dass die Kinder möglichst im gewohnten Umfeld bleiben.

Hallo,

ein Automatismus ist das nicht. Bei einem Arbeitskollegen ging die Frau "leer" aus. Allerdings hatte sie sehr vage Zukunftspläne und war in der Phase nicht besonders stabil - sie hat auch einige Gerichtstermine etc. verpasst, worauf das Jugendamt ihr noch einmal eine Frist eingeräumt hat, für stabile Verhältnisse zu sorgen. Hätte sie das auf die Kette bekommen, hätte mein Kollege wohl ziemlich in die Röhre geschaut.

Ausschlaggebend war wohl für die Entscheidung, dass sie aus dem ländlichen Raum in die Stadt gezogen ist (also Umfeld und Schulwechsel für die Kinder), Probleme hatte, den eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten und der Richter ihn als stabileren Part ansah.

GLG
Miss Mary

(15) 27.12.16 - 23:47

Ho, ho, auraine,

aus meiner Sicht wäre es am Besten, das Kopfkino mal auszumachen.

Ihr lebt gut miteinander und Trennung steht nicht zur Debatte. Dann zerbrich dir doch nicht den Kopf über ungelegte Eier und freu dich an dem, was ist!!! Solche Gedankenspiele und Suche nach vermeintlicher Sicherheit machen viel mehr kaputt, als dass sie nützen.

Die Zeit zwischen den Jahren ist eine besondere, ich kann dir nur raten, auf deine Gedanken zu achten und nichts herauf zu beschwören, was auf dich gar nicht zählt. Eben damit das so bleibt.

Top Diskussionen anzeigen