Finanzen,Kinderwunsch,Armut,...

    • (1) 17.01.17 - 19:47

      Guten Abend!
      Angelehnt an das Thema in Finanzen und der Reportage die gesten in ZDF kam (https://www.zdf.de/dokumentation/zdf-reportage/armes-reiches-deutschland-100.html).
      Welche Gedanken hatten ihr bezüglich den Finanzen & eurem Kinderwunsch? Inwiefern spielte eure eigene Kindheit dabei eine Rolle? Wie Egoistisch darf man sein
      Gibt es Eltern die trotz sehr angepsannter finanziellen Situation bewusst Kind(er) bekommen habe?
      Ich selbst wuchs in ärmlichen Verhltnissen auf. Wir kamen irgendwie, mal besser, mal (sehr viel) schlechter, über die Runden. Und das beziehe ich jetzt nicht auf Luxusgüter sondern auf Grundbedürfnisse. Meine Mutter war (leider) nicht ganz unschuldig. Mein Erzeuger hatten einen großen Anteil an dieser Situation, sie war oft zu gutgläubig und dann bekam sie in dieser ohnehin schon schlechten Situation noch ein Kind.
      Selbstverständlich ist Geld nicht alles. Es war natürlich auch nicht alles generell schlecht,wir hatten auch schöne Momente, aber ein schönes Aufwachsen war es nicht.
      Den Wunsch nach eigenen Kindern hatte ich immer. Mir war aber definitiv klar das dieser Wunsch für mich Grenzen hat, zum einen ganz egoistisch weil ICH den Lebensstandard den ich mir erarbeitet habe (bei weitem kein Jetset Leben, aber eben ein Standard der mir gefiel und den ich für mich wollte) beibehalten wollte und zum anderen weil ich wollte das auch potenzielle Kinder Teil dieses Standards werden können.
      Und ich sage es wieder, Geld ist nicht alles. Von Luft und Liebe kann man aber auch nicht leben...
      Wie seht ihr das?

      Liebe Grüße

      • hi,

        ich habe ganz klassisch abitur gemacht, studiert, einen guten beruf ausgeübt, geheiratet und dann kinder in die welt gesetzt. mein mann hatte einen ähnlichen werdegang und so verdienen wir gut und können uns kinder leisten. ich habe mir nie gedanken gemacht, wie es anders wäre. wenn ich arbeitslos wäre, vom amt abhängig und trotzdem kinderwunsch habe. im rausch der hormone sieht man meist nur ein baby und nicht eine person, die 20 cm größer ist als man selbst, doppelt so viel isst und ständig was will #schwitz

        lg

        (3) 17.01.17 - 19:56

        Bei meiner Großen war ich noch Studentin - hatte also gar kein eigenes Geld zur Verfügung. Mein Mann hat selbst ok verdient, aber nicht übermäßig gut. Trotzdem haben wir uns bewusst für ein Kind entschieden und es nie betreut. Der Anfang war finanziell vielleicht nicht umwerfend, aber durch Familie (wir haben die alten Sachen von meinen Eltern bekommen) war das gut zu schaffen.

        Es war aber auch von Anfang an klar, dass ich nach dem Studium einen vernünftigen Job bekommen werde.

        (4) 17.01.17 - 20:52

        Hallo

        Ich selbst bin in künstlicher Armut aufgewachsen. Von den Reichen lernt man das sparen ist der Leitspruch meiner Mutter. Ich habe mich durch die Kindheit gefroren, geschämt, gehungert und gelitten. Als mein Vater starb und ich den Pflichtteil ausschlug, wurde mir erst bewusst das wir nicht arm sind. Das war eine ziemlich hohe 5 stellte Summe.

        Na ja. Wie gesagt, ich fand es furchtbar beschämend in abgetragener, teilweise zu kleiner Kleidung rumzulaufen, kein Frühstück in der Schule dabei zu haben, die letzten rostigen Räder zu fahren, kein Instrument lernen zu dürfen.... Wobei das schlimmste wohl die emotionale Armut war.

        Ich habe dem Kinderwunsch erst nachgegeben als ich eine stabile Existenz und gewisse Rücklagen aufgebaut habe. Und im Rahmen einer Therapie das emotionale ein wenig gerade gerückt habe. Für mich kam es nicht in Frage ohne gesichertes Einkommen, festem Arbeitsvertrag, Wohneigentum etc Kinder zu bekommen.

        Über die Kinder habe ich Kontakt zu einer Familie die (völlig unverschuldet!) In finanzieller Schieflage ist. Da wird zwangsweise sehr stark gespart und selbstverständliche Dinge werden zum Gewaltakt. Wenn ich aber sehe mit welcher Liebe diese Familie durch diese schwere Zeit geht, habe ich allergrößten Respekt. Die Frau erwartet jetzt das zweite Kind. Und ich glaube sie werden es gut machen. Geld hin oder her.

        Lg

        • (5) 19.01.17 - 14:07

          huhu,
          darf ich fragen, warum bei euch künstliche armut herrschte? war das extremer minimalismus, also einstellungssache deiner eltern oder ein "ich gönne mir selbst etwas, für die kinder reicht aber was olles"?
          falls die frage zu persönlich ist, einfach nicht beantworten :-).
          lg

          • (6) 19.01.17 - 16:33

            Mhhh. Es ist wohl so ein Ding meiner Mutter gewesen. Sie hat ihr Geld einfach nicht hergeben können. Und mein Vater hatte da nicht so viel zu melden. Sie ist bis heute extrem geizig, nicht nur sparsam. Sie hat jetzt z.B. Eine Sanierung im Haus anstehen. Schimmel, da sie nie über 16 Grad heizt und Wäsche im Haus trocknet.

            • (7) 19.01.17 - 16:37

              puh, nicht schön. geiz kann auch krankhaft sein, glaube ich. so jemanden kenne ich auch. als wir kinder waren, haben wir dort im haus in winterjacke und mit mütze gespielt. alles gute für dich :-)!

      Über uns meinte mein Schwager, dass wir den aaaaaaaaaaallerblödesten Zeitpunkt für ein Kind gewählt hätten. (Er selbst ist verschuldet und hat in diese Schulden inzwischen drei Kinder gesetzt, inklusive vor dem dritten Kind der Schock, dass er womöglich in Privatinsolvenz müsste... hach ja, ich liebe diesen Kerl :) )
      Ich hatte mein Studium beendet, aber der Job war einfach nicht das richtige, während mein Mann eine Ausbildung gemacht hatte und grad ein paar Jahre im Job war. Wir haben (bevor ich den Job geschmissen hab) alles durchgerechnet. Wirklich akribisch. Wie viel haben wir für Miete, Verpflegung, für das Kind im Allgemeinen. Anspruchsvoll sind wir zum Glück beide nicht - Urlaub haben wir zwei Mal im Laufe unserer Beziehung gemacht (und ich fand beide Male unnötig :P) und an sich sind wir nicht viel rumgekommen. Brauchen wir nicht. Daher waren Fixkosten und fiktive Kosten schnell berechnet, sowie ein Spielraum für die Miete einer größeren Wohnung. Und es hat alles gepasst, obwohl ich eben den Job geschmissen hab und beschlossen hab, noch meinen Master in der Babyzeit zu machen.
      Selbes Spiel vor dem zweiten Kind nun: alles erstmal durchgerechnet. Aktuell rechnen wir auch wieder ganz viel, weil mein Mann auch noch eine Weiterbildung gemacht hat in der Babyzeit, da gucken wir nun, wie viel wir haben (also eigentlich möchte ich nur wissen, wie viel MEHR es ist ;D). Wir sind da wirklich pragmatisch - und das ist für UNS auch gut so. Wir wollten eine Sicherheit haben, dass wir uns ein Kind leisten können und trotzdem noch Geld übrig ist zum Sparen.
      Womit wir nicht gerechnet hatten: wir kriegen auch viel Unterstützung von der Familie. Uns wird öfter mal einfach so was mitgebracht, vor allem Klamotten für den Kleinen. Zur Geburt von Kind zwei erwarte ich auch wieder, dass die Omas sich nicht zurückhalten können... :) Wir haben noch nie nach Geld gefragt, das kommt wirklich von ihnen aus, weil beide Elternpaare (dadurch, dass die Kinder ausgezogen und die Häuser so gut wie abbezahlt sind) es sich einfach leisten können, ihre Kinder auch nach dem Auszug noch zu unterstützen. Das wirkt sich natürlich auch positiv auf's Sparen aus, es hätte aber auch ohne geklappt :)

      Ich selbst hatte eine wirklich schöne Kindheit. Meine Eltern waren nie Spitzenverdiener, mein Vater war sogar lange Zeit der Haupternährer. (Hat aber dank Montage teilweise sehr viel verdient, meint zumindest mein Bruder.) Meine Eltern standen aber nie auf Urlaub, kam vielleicht drei Mal in meinem Leben vor. Dennoch hatten wir alles, was wir wollten und was normal bezahlbar war. Spielekonsolen, Klamotten, Süßigkeiten, aber auch Instrumente oder Sportvereine... Sie haben uns viel ermöglicht und ich kann mich nicht erinnern, dass sie mal meinten, dass etwas nicht bezahlbar wäre. So wünsch ich es mir für meine Kinder auch. :)

      Ich muss aber auch einer Vorposterin Recht geben: auf den Hormonen, die man beim Kinderwunsch hat, ist es sehr, sehr schwer, rational zu denken.

      • Ich finde es jetzt nicht schlimm, wenn Kinder lernen, dass etwas "nicht bezahlbar" ist.

        • Da stimme ich dir prinzipiell zu. Mein Kommentar bezog sich am ehesten darauf, dass ich eigentlich nie etwas wollte, das nicht bezahlbar gewesen wäre...
          Meine Schwester dagegen wollte immer ein Pferd haben, am besten sollte das bei uns im Garten wohnen - das hat sie nie gekriegt, und daher wohl auch gelernt, dass es nicht alles gibt. Aber ich war schon immer jemand, der kaum Wünsche hat.
          Alles ermöglichen geht ja auch gar nicht, da hab ich mich womöglich einfach doof ausgedrückt - es gibt immer Dinge, die nicht bezahlbar sind, wobei mir eben nichts einfällt, das Kinder haben wollen könnten... ich bin echt sehr wunschlos.

    Hallo

    wir haben uns tatsächlich um Geld keine Gedanken gemacht. Wir haben Kinder weil wir welche wollten und ich bin überwiegend zuhause und arbeite Freiberuflich.

    Es gab Zeiten da war es eng. Gerade weil die beiden großen einen kurzen Altersabstand haben. Aber sonst mangelt es uns eigentlich an nichts. Klar wäre mehr Geld toll aber ob uns das unterm Strich glücklicher macht weiß ich nicht.

    Im übrigen bin ich mir nicht sicher ob man seinen Kindern alles bieten muss oder ob es nicht besser ist wenn sie noch etwas haben auf das sie hinarbeiten können.

    Wir hatten als meine Mutter sich damals scheiden ließ echt eine miese Zeit vor allem finanziell aber rückblickend hat mir das am meisten was gebracht. Eben auch zu lernen das nicht alles vom Himmel fällt kann sehr hilfreich sein.

    LG
    Corinna

    (12) 18.01.17 - 10:25

    Unsere Familienplanung wurde tatsächlich sehr von den finanziellen Möglichkeiten beeinflusst. Klar es gab erst den Wunsch nach Kindern und wenn möglich kein Einzelkind - aber mehr als 2 können wir uns "nicht leisten"

    Natürlich muss kein Kind das Neuste Smartphone haben, Designerkleidung tragen usw. Aber ich will meinen Kindern den passenden Wohnraum bieten können (eigenes Zimmer) mit Garten, auch in der Schule soll Taschengeld, Nachhilfe und Hobby drin sein, vernünftige Kleidung und ich will nicht verzweifeln wenn eine Klassenfahrt ansteht.

    Uns persönlich wollen wir den "Luxus" von Urlaub gönnen. Es muss nicht die Fernreise sein, die haben wir vor den Kindern gemacht, aber ich willl nicht die nächsten 15 Jahre auf einem Bauernhof sitzen oder in einem Zelt (wir sind zwar auf Campingplätzen aber dann in mobile homes mit eigenem Bad usw)

    Meine Kindheit spielt da eher eine kleine Rolle...meine Großeltern haben mir fast alles ermöglicht, aber meine Eltern waren oft unzufrieden auch wegen finanziellen Dingen. Daher möchte ich uns vllt eine Situation ermöglichen in der auch wir Eltern zufrieden sind. Das geht mit 3,4 oder mehr Kindern aber sicher nicht.

    (13) 18.01.17 - 11:14

    Ich bin in einer armen Familie aufgewachsen. Nach heutigen Massstäben knapp über Mindestlohn und 450€ Job bei zwei Kindern. Meine Klavierstunden und das Ballett meiner Schwester hat die Oma bezahlt, Gesangsverein und Sportverein meine Eltern - für beide zusammen 15 Mark/Monat und es wäre auch ohne Klavier/Ballett gegangen ????
    Meine Möbel waren immer gebraucht und es hat mich nie gestört, Kleidung war es auch oft und auch meine Kleidung wurde weiter gegeben. Dafür hatte ich z.B. immer gute Schuhe, wenn auch nicht die Marke, die ich wollte. Den Schüleraustausch hat damals auch die Oma bezahlt und ohne Oma wäre es auch okay gewesen - ich war nie zickig, wenn es eben finanziell nicht ging. Familienurlaub gingen alle 2-3 Jahre in der Nebensaison für 1-2 Wochen in kleine Höfe in Deutschland, völlig okay für mich.
    Unsere Wohnung war immer sauber und einladend, es war immer frisch gekocht, die Wäsche war gepflegt und mir hat es an nichts gefehlt.

    Später zum Studium hatte ich BAföG, Kindergeld und einen Minijob - mehr als ein Hartz-IV Bezieher...

    Ich würde ein Kind auch in ärmlichen Verhältnissen gut groß kriegen, dennoch würde ich für mich auch da eine Grenze ziehen.

    Gerade vor zwei Tagen auf nen andere Post geantwortet...

    ...Meine Ex und ich haben drei Kinder und wir haben vorher nie überlegt, ob wir uns noch ein weiteres "leisten" können.

    ABER ich verdiene anständig, meine Ex hat einen sehr gut bezahlten Job und familiär noch einiges im Hintergrund (im GEgensatz zu mis) von daher konnten wir sehr leicht sagen "wird schon".

    Allerdings weiß ich, dass es geht wenn man will denn ich bin selbst unter absolut angespannten finanziellen Verhältnissen groß geworden. Meine Mutter hat geputzt (schwarz) und es war oft für die einfachsten Dinge kein Geld da.

    Da ging es nichtmal drum dass ich keine Markenturnschuhe hatte sondern darum, dass ich einfach überhaupt keine hatte weil ein Paar Schuhe (und das waren zu dem Zeitpunkt eben normale Halbschuhe) ausreichend mussten und mehr nicht zu bezahlen war.

    Oder Klassenreisen habe ich grundsätzlich "verpasst" weil sogar der geringe Eigenbetrag der nach Unterstützung durch irgendwelche anderen Mittel übrig blieb, zu hoch war.

    Ich hätte als Kind gerne ein Instrument gelernt oder im Verein Sport gemacht...undenkbar. Ich habe mir ein Rennrad gewünscht, jahrelang, während ich auf dem alten, kinderkackebraunen Klapprad der Nachbarin zur Schule gefahren bin...unter spöttischem Johlen der Klassenkameraden. Ich habe mal als Werbegeschenk einen solarbetriebenen Taschenrechner geschenkt bekommen, muss etwa mit 10 gewesen sein. Den habe ich umgedreht und damit nachmittags "Computer" gespielt (ein Computer der nur ein einziges Wort, nämlich "Esel" schreiben konnte#rofl) weil ich mir so sehr einen wünschte so wie viele andere Jungs aus der Klasse...

    Und nein das war nicht witzig und ich hab mich oft geschämt, geflucht oder einfach geheult aber ich habe mich durchgebissen und weiß dass man auch ohne weiches finanzielles Polster als Kind durchkommen kann.

    Ob man das seinem Kind bewusst antun will ist ne andere Frage.

    Ich selbst bin "gut bürgerlich" im netten Einfamilienhaus aufgewachsen. Wir hatten es immer warm, den Kühlschrank voll und auch wenn ich nicht immer alles von meinem Eltern bekommen habe, gab es immer Wege, mir was dazuzuverdienen, damit ich was sparen konnte und mir dann meinen Wunsch erfüllen konnte. Mein Mann ist ebenso aufgewachsen.

    Ich selbst habe studiert, bin ins Ausland gezogen, habe schon vorher meinen Partner (im Auslandssemester) kennengelernt und wir erwarten gerade das zweite Kind. Wir sind beide Akademiker, haben passable Jobs, sind aber eher im Kreativbereich tätig und verdienen zwar gut in unseren Branchen, aber nicht anssatzweise so viel, wie ein Arzt, bänker oder Anwalt. Dafür haben wir aber auch viel mehr Freizeit ;-)

    Uns geht es gut, wir können aber gerade keine Mengasprünge machen da wir hier in London teuer wohnen und viel für die frühe Kinderbetreuung zahlen. Aber diese Umstände werden sich auch in den nächsten Jahren ändern.

    Nach zwei Kindern ist für uns Schluss, nervlich sowie finanziell. Ich möchte, dass meine Kinder in einem ähnliche Standard wie wir es gewohnt waren, aufwachsen. Das kann ich bei 3,4 Kindern in einer teuren Großstadt leider nicht sehen.

    (16) 18.01.17 - 16:07

    Hallo,
    mein Mann ist in einfachen Verhältnissen aufgewachsen (kinderreiche Flüchtlingsfamilie mit nur einem Verdienst). Trotzdem haben seine Eltern es geschafft, dass sie ein Zweifamilienhaus gebaut haben und alle Kinder haben studiert. Ich weiß aber, dass mein Mann als Kind nie im Urlaub war und es gab wenige Geschenke, keine Vereine (außer Fußball, die haben ihn ohne Beitrag behalten). Aber alle Kinder haben ein Instrument gelernt.

    Ich bin im Osten (DDR) aufgewachsen. Hier gab es kaum Unterschiede im Lebensstandard bei den Familien, ob nun Akademiker oder Arbeiter. Mein Eltern waren Arbeiter. Auch mein Bruder und ich durften dank der Wende studieren.
    Wir sind selbstständig und verdienen sehr gut. Von daher war es nie ein Frage des Geldes, wieviele Kinder wir haben werden (es sind drei geworden). Trotzdem kann ich verstehen, dass sich die Eltern heutzutage gedanken machen, wie viele Kinder sie sich leisten können. Kinder sind, je älter sie werden, teuer. Aber am Beispiel meines Mannes kann man sehen, dass auch Kinder aus sehr einfachen Verhältnissen es gut haben können und sogar zu etwas bringen können. Allen Geschwistern meines Mannes geht es heute wirtschaftlich sehr gut.
    LG

    (17) 18.01.17 - 18:14

    Hallo!

    Ich bin ebenfalls arm aufgewachsen. Wobei die Frage da noch mal ist, ob das wirklich hätte sein müssen, denn es gab gut Unterhalt von meinem Vater. In der Jugend wurde es dann als Druckmittel benutzt. Deshalb musste ich lange Zeit auf Grundbedürfnisse verzichten und mit Eintritt in einen Minijob während der Oberstufe konnte ich mir dann auch Saft kaufen oder einen Pulli, der wirklich gefiel. Keine Marke, sondern C+A oder so. Vorher war es teilweise Kleiderkammer. Klassenfahrten mussten von der Schule bezahlt werden bis ich sie mir endlich selbst zahlen konnte (das war immer heftig peinlich). Andere Geschichte... Eben nur als Beispiele. sowas möchte und werde ich meinen Kindern niemals zumuten...

    Mein Mann und ich haben bewusst 3 Kinder im Studium bekommen. Wir arbeiten nebenher bis auf Elternzeit und leben damit ganz gut. Wir sind nicht reich und haben auch kein Auto, aber können viele Dinge unternehmen. Für Urlaub mieten wir einen Wagen usw. Unsere Kinder haben genug Spielzeug. Auch viel selbstgekauftes (teures) Rehabedarf wie Krabbelstraße oder den FireFly upsee. Wird ja bei weitem nicht alles von der Kasse übernommen. Es gibt auch unterwegs mal was vom Bäcker oder so. Denke, dass wir einen gesunden Mittelweg gefunden haben.

    Falls es mal knapp ist, verzichten eben wir. Das macht uns aber nichts. Wir verzichten auch nur, weil wir recht hohe Summen für unseren Wunsch vom Haus zurücklegen neben Miete usw. Da muss man dann Prioritäten legen. An den Kindern wird aber niemals gespart.

    Ich denke, dass wir zwar nicht reich sind und auch nicht übermäßig viel haben, aber es reicht für uns fünf, sodass alle zufrieden sind. :-)

    Liebe Grüße

    Hallo

    Mir fehlte es als Kind eigentlich an nichts.
    Wir lebten zuerst in einer großzügigen 4 Zimmer Maisonette Wohnung, und dann bauten meine Eltern ein Haus. Mir wird heute immer erzählt wie eng es war, dass man alles für den Hausbau sparte, aber gemerkt haben meine Schwester und ich das nicht. Wir bekamen irgendwie alles was wir uns so wünschten, alles ging gut irgendwie.

    Meine Mutter hat damals nur wenig dazu verdient und nur zeitweise.
    Ihr erstes Kind kam ungeplant, als meine Mutter noch im Studium war.
    Sie wollten eigentlich 3 oder 4 Kinder, aber nach 2 klappte es nicht mehr.
    Ich denke aus heutiger Sicht sie haben viel durchgeplant und abgesichert.

    Mein Mann ist in Marokko groß geworden, in sehr bescheidenen Verhältnissen. Sein Vater war immer ein schlimmer Geizkragen, wenn das einzige Paar Schuhe kaputt war musste man dennoch Monate betteln nach einem neuen.
    Er hatte aber auch ein sehr dürftiges Gehalt. Und die Mutter arbeitete nie.
    Dennoch wurde nicht auf die 3 Kinder verzichtet. In Marokko und gerade damals machte man den Kinderwunsch nicht an den Finanzen fest. Im Schnitt 4-5 Kinder waren einfach normal, und irgendwie bekam man sie dann durch...

    Ich bin auch eher locker eingestellt. Ich finde, bzw. wir glauben jedes Kind kommt mit seiner Gabe ins Leben, alles ist Schicksal und nur begrenzt planbar und wegen "finanzieller Engpässe" auf Kinder verzichten wäre für mich nie in Frage gekommen. Ich wollte immer 4 Kinder und das habe ich bereits offen gesagt als ich meinen Mann das zweite mal traf. Er ging diesen Plan mit mir.
    Er war damals Student, ich in Ausbildung.

    Unsere ersten 2 Kinder bekamen wir noch bevor er eine Festanstellung hatte.
    Ich habe nur auf Minijob Basis gearbeitet, als Selbständige von zu Hause.
    Ich fand es nie so wirklich eng, es reichte uns für unsere Bedürfnisse immer. Natürlich wäre viel mehr Geld immer toll gewesen. Aber einen schmerzlichen Verzicht habe ich nie erleben müssen.
    Interessant ist, dass mit dem 3. Kind plötzlich viel mehr Geld reinkam und sich der Lebensstandard stetig nach oben schraubte. Aufgrund des Status meines Mannes.
    Ich habe nie wirklich arbeiten müssen oder wollen.
    Aktuell denken wir über das vierte Kind nach, und es geht uns finanziell so gut wie noch nie, sodass es finanziell ohnehin kein Thema ist.
    Ich würde aber auch bei nur 50% seines jetzigen Gehaltes über das weitere Kind nachdenken...
    Ich denke es ist ne Einstellungssache und eine Sache der Prioritäten.

    Kinder sind für mich DER Traum des Lebens. Ich habe mir nie etwas sehnlicher gewünscht seit ich 16 war.
    Ich könnte auf Urlaub verzichten und für mich braucht es auch keine Vereine, teure Aktivitäten und pi pa po. Ich räume aber ein dass ich mich an einen gewissen Lebensstandard gewöhnt habe und mich heute mit nur 100qm, ohne Garten, in nem Wohnblock nicht mehr gut anfreunden könnte. Denke ich zumindest. Dass ist aber wohl immer das Ding mit den Gewohnheiten. .. wenn man erstmal die Annehmlichkeiten kennen gelernt hat eines Hauses und Zweitwagens, will man nich mehr zurück...

    (19) 18.01.17 - 19:41

    Ich bin in einem Einfamilienhaus aufgewachsen, Großeltern nicht weit entfernt mit Pool im Garten, etc. von daher würde ich schon sagen ich bin zum Teil auch recht verwöhnt aufgewachsen. Wir konnten uns das meiste Leisten, waren regelmäßig im Urlaub, Geld war nie großartig knapp. Aber ich habe trotzdem früh selbst mein Geld verdient und Dinge wie Führerschein mit selbstfinanziert.

    Ich selbst habe dann eine Ausbildung gemacht und studiert, mein Mann ebenso.

    Erst habe ich studiert, dann mein Mann, also wir kennen auch knappere Zeiten (mit IKEA Möbeln in der Wohnung, ohne die jetzt shclecht machen zu wollen).
    Nach dem Studium haben wir beide erstmal in gut bezahlten Jobs Vollzeit gearbeitet uns war es immer wichtig was aufzubauen, Rücklagen zu haben, abgesichert zu sein, etc.
    Bevor dann Kinder kommen.
    Ich habe auch gewartet bis ich eine unbefristete STelle habe.

    Wir leben jetzt mit unserer 2,5 jährigen Tochter im Einfamilienhaus und können gut von unserem Geld leben.

    Ja Geld ist nicht alles, aber wenn man sich einen gewissen Lebensstandard aufgebaut hat, dann möchte man ihn doch nicht mehr missen.
    Ja wir würden auch mit weniger auskommen, aber auf die Annehmlichkeiten zu verzichten die wir uns erabeitet haben möchte ich auch nicht.

    • Gehören Ikea Möbel etwa zu den günstigeren?
      Da zähle ich eher Poco rein... oder second hand.
      Ich finde Ikea gar nich so günstig all in all.

      Küche kann da auch 3000-5000 kosten. N Pax Schrank mit geplanter Inneinrichtung mal eben 1000. Für mich nich wenig...

      • Sicher sind 1000 Euro nicht wenig.
        Aber gehe mal in ein "normales" Möbelhaus, bestelle einen Kleiderschrank nach deinen Vorstellungen, natürlich mit Inneneinrichtung, da zahlst du sehr viel mehr.
        Ich habe letztens für einen Pax, 3 Meter, 3 Kleiderstangen und 10 Regalbrettern etwas über 500 Euro bezahlt (ohne Aufbau). Das ist schon günstig.

        • Günstig? Ich hab nen Schwebetürenschrank für 300€ gekauft. Gut, nich mit individueller Inneneinrichtung, aber über 2m breit, über 2m hoch...

          Für ein einzelnes Möbelstück mehr als 1000€ ausgeben finde ich einfach heftig.
          Aber das ist eben Ansichtssache.
          Ich finde Ikea nichts für Arme.

      Ikea hat halt unterschiedliche Preisklassen, bei den günstigeren Sachen merkt man schon das es nicht sonst wie hochwertig ist (Kallax,Lack,..) und das schon die eigenen teureren Möbelstücke etwas anderes sind.
      Generell finde ich die Preise bei Ikea aber total fair für das was man bekommt. Wir bekommen das Poco Respekt und im Vergleich zu Ikea würde ich eher dort sagen zu teuer für die Möbel die verkauft werden. Das "Kallax" von Poco habe ich mal live gesehen, kostet das doppelte und sieht so aus als ob es beim ersten Windstoss zusammenbricht.

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